So war es bei uns 1972 auch (inklusive dem Mittagessen anch der Geburt). Meine Mutter durfte mich alle 4 Stunden fuer 30 min zum stillen haben. Sie war naemlich so bescheuert, trotz aller Warnungen (Schadstoffbelastung, unzureichender Naehrstoffgehalt, altmodisch, dritte Welt...) stillen zu wollen. Vorher und nachher wurde ich gewogen, und da kam sofort die Diagnose "Das Kind ist zu faul zum stillen" (ist klar, Babys wuerden aus reiner Faulheit verhungern). Also wurde zugefuettert. Nach 3 Monaten wurde meine Mutter von der Familie massiv unter Druck gesetzt, jetzt endlich endgueltig abzustillen, um ihrem Ehemann wieder mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen zu koennen (sprich ihn zu Repraesentationszwecken auf Geschaeftsreisen zu begleiten. Ohne Baby natuerlich, das blieb bei der Oma). Hat sie brav gemacht und die ganze Autofahrt durchgeheult, weil sie mich so vermisst hat. Beim Geschaeftessen hat sie sich dann so unwohl gefuehlt, dass sie zusammengebrochen und in Ohnmacht gefallen ist. Trotzdem waere sie nicht auf die Idee gekommen, sich dem gesellschaftlichen Druck zu widersetzen.Giraeffchen hat geschrieben: Ich wurde Mittags geboren, kam umgehend ins Babyzimmer und sie bekam, davon erzählt sie bis heute, erst mal lecker Mittagessen. Man muss Prioritäten setzen...
Nachts war ich komplett im Babyzimmer, tags alle paar Stunden für ein Fläschchen bei ihr. Der Papa durfte zwischen 14 und 15 Uhr kommen und durch die Glasscheibe gucken, dann war Babyshowtime.
Und natürlich schlief ich durch, als es nach 10 Tagen nach Hause ging...
Wie es mit der Beikost war, weiss ich nicht genau, muss ich mal fragen. Klar ist, dass ich immer sehr duenn war und nie genug gegessen habe, und dass das Fuettern wohl lange ein ziemlicher Kampf war.
Heute bin ich ein total unkomplizierter Esser. Ich esse echt fast alles (gewisse Innereien mal ausgenommen). Bin allerdings mit vielen Verdauungsproblemen, einigen Allergien und dem schlechtesten Immunsystem unter der Sonne gesegnet.
"Durchgeschlafen" habe ich auch, als ich nach 14 Tagen aus dem Krankenhaus kam. Solange, bis ich alt genug war, dass man die Gitterstaebe an meinem Bettchen weggemacht hat. Da kam ich auf einmal jede Nacht zu meinen Eltern getapst. Komisch, dass das Wegnehmen der Gitterstaebe zum Aufwachen gefuehrt haben soll. Fuer mich klingt das eher so, als haette ich halt vorher die Klappe gehalten, weil ich ja wusste, dass weinen nichts gebracht haette. Als ich mich selbst aus der misslichen Lage befreien konnte, habe ich es sofort getan. Aber da hat der Kinderarzt dann ja sofort ein Schlaf- oder Beruhigungsmittel verschrieben, damit sowas gar nicht erst einreisst. Nach ein paar Tagen war das Problem dann erledigt.