Empfehlungen von 1980

Was kommt nach dem Vollstillen?

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nido56
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von nido56 »

Giraeffchen hat geschrieben: Ich wurde Mittags geboren, kam umgehend ins Babyzimmer und sie bekam, davon erzählt sie bis heute, erst mal lecker Mittagessen. Man muss Prioritäten setzen...
Nachts war ich komplett im Babyzimmer, tags alle paar Stunden für ein Fläschchen bei ihr. Der Papa durfte zwischen 14 und 15 Uhr kommen und durch die Glasscheibe gucken, dann war Babyshowtime.
Und natürlich schlief ich durch, als es nach 10 Tagen nach Hause ging...
So war es bei uns 1972 auch (inklusive dem Mittagessen anch der Geburt). Meine Mutter durfte mich alle 4 Stunden fuer 30 min zum stillen haben. Sie war naemlich so bescheuert, trotz aller Warnungen (Schadstoffbelastung, unzureichender Naehrstoffgehalt, altmodisch, dritte Welt...) stillen zu wollen. Vorher und nachher wurde ich gewogen, und da kam sofort die Diagnose "Das Kind ist zu faul zum stillen" (ist klar, Babys wuerden aus reiner Faulheit verhungern). Also wurde zugefuettert. Nach 3 Monaten wurde meine Mutter von der Familie massiv unter Druck gesetzt, jetzt endlich endgueltig abzustillen, um ihrem Ehemann wieder mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen zu koennen (sprich ihn zu Repraesentationszwecken auf Geschaeftsreisen zu begleiten. Ohne Baby natuerlich, das blieb bei der Oma). Hat sie brav gemacht und die ganze Autofahrt durchgeheult, weil sie mich so vermisst hat. Beim Geschaeftessen hat sie sich dann so unwohl gefuehlt, dass sie zusammengebrochen und in Ohnmacht gefallen ist. Trotzdem waere sie nicht auf die Idee gekommen, sich dem gesellschaftlichen Druck zu widersetzen.

Wie es mit der Beikost war, weiss ich nicht genau, muss ich mal fragen. Klar ist, dass ich immer sehr duenn war und nie genug gegessen habe, und dass das Fuettern wohl lange ein ziemlicher Kampf war.

Heute bin ich ein total unkomplizierter Esser. Ich esse echt fast alles (gewisse Innereien mal ausgenommen). Bin allerdings mit vielen Verdauungsproblemen, einigen Allergien und dem schlechtesten Immunsystem unter der Sonne gesegnet.

"Durchgeschlafen" habe ich auch, als ich nach 14 Tagen aus dem Krankenhaus kam. Solange, bis ich alt genug war, dass man die Gitterstaebe an meinem Bettchen weggemacht hat. Da kam ich auf einmal jede Nacht zu meinen Eltern getapst. Komisch, dass das Wegnehmen der Gitterstaebe zum Aufwachen gefuehrt haben soll. Fuer mich klingt das eher so, als haette ich halt vorher die Klappe gehalten, weil ich ja wusste, dass weinen nichts gebracht haette. Als ich mich selbst aus der misslichen Lage befreien konnte, habe ich es sofort getan. Aber da hat der Kinderarzt dann ja sofort ein Schlaf- oder Beruhigungsmittel verschrieben, damit sowas gar nicht erst einreisst. Nach ein paar Tagen war das Problem dann erledigt.
nido mit dem Piraten (01/2012)
Schnatzmama
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Schnatzmama »

Ich habe anscheinend nachts nicht gebrüllt und mit 6 Wochen durchgeschlafen, die ganze Zeit über. Meine Eltern waren völlig entgeistert, als ich ihnen beim Großen erzählt habe, dass er nachts mehrmals wach wird.
Liebe Grüße!

Schnatzmama mit Schnatz (5/09) und Maus (2/12) und Ameisenbärin (8/14) und Schlumpf des Hauses (9/17)
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Peppa
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Peppa »

Nido, das mit deiner Mutter liest sich sehr traurig...
Mit dem Gitterstab-Durchschlafen ist es aber jetzt auch nicht anders. Hier hat eine Mama beim Warten vor dem KiGa auch erzählt, dass sie unbedingt mit dem KiA reden muss, was zu tun sei. Ihr Baby (ein paar Wochen alt) schlafe wohl durch (also so richtig, 22 bis 8 Uhr) im eigenen Zimmer, aber die Tochter käme jetzt auf einmal JEDE Nacht (Tochter ist 2). Sie hätten die Stäbe aus dem Bett in ihrem Zimmer rausgemacht, weil sie ja jetzt große Schwester geworden wäre. Davor hätte sie aber auch seit der Babyzeit durchgeschlafen. Ich habe mal nicht gefragt, was der KiA da sagen soll....

Bei uns gab's nur Familienbett in Russland. 2-Zimmer -Wohnung mit einem Bett :-) ging also gar nicht anders. Für meine Mutter ist es völlig normal, dass der Wutz bei mir schläft und das Baby dann auch. Sie meint, so mit 4-5 könne man ihn ja aber dann fragen, ob et nicht alleine schlafen will :-)

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rrt
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von rrt »

Was mich ja nach den Ratschlägen des Stillratgebers beschäftigt, ist, ob es so überhaupt jemand schaffen könnte, erfolgreich voll zu stillen.
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Kirschquark
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Kirschquark »

es gibt ja einige wenige Babys, die sich so "die Plautze vollhauen" (Zitat GVK-Hebamme) können, dass sie wirklich mit 5/6 Mahlzeiten am Tag auskommen
LG
Hannah
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suttine
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von suttine »

Kirschquark hat geschrieben:es gibt ja einige wenige Babys, die sich so "die Plautze vollhauen" (Zitat GVK-Hebamme) können, dass sie wirklich mit 5/6 Mahlzeiten am Tag auskommen
Och, S. hat das gelegentlich mal geschafft, der kleine Druckbetanker.

Falls ihr für die Studie noch nen Datenschubser und Bildchenmaler braucht, ich bin dabei.
mit S. (12/2015)
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Kirschquark
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Kirschquark »

Ich konnte das nicht, deswegen hat meine Mutter einfach gestillt wenn sie der Meinung war es wäre Zeit, frei nach dem Motto "wer weiß wie lang vier Babystunden sind.

Übrigens wurde ich länger gestillt als meine schwester und bin sehr übergewichtig. Famillienbett gabs eh, auch TT und ein "Snuggli" Tragedings und eigentlich waren meine Eltern sehr "sutig"
LG
Hannah
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Caitrionagh »

Es gibt auch Kinder, die zwar mehr brauchen, sich aber nicht großartig beschweren. Mein Baby kam zum Beispiel mit sechs Mahlzeiten aus, mit drei Monaten waren auch nur mal fünf dabei. Sie hat laut KiA nicht genug zugenommen, hat aber auch nicht geschrien und nachts gut geschlafen. Ich hab ihr danach von mir aus häufig das Stillen angeboten.
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anirahtaK
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von anirahtaK »

meine Mutter hat immer gesagt, ich hätte nie Schnuller gehabt. Irgendwann hab ich n Foto entdeckt, wo ich doch einen hatte.
Kommentar: ja da war ich krank, da war Medizin dran, das waren nur ein paar Tage.
Jetzt hab ich alle Babyalben durchsortiert und habe noch mehr Fotos mit Schnuller gefunden ;) Die obligatorischen Zahnspangen (locker und fest) hatte ich auch, und ich hab immer noch einen leichten Überbiss (der mich nicht stört, aber eben doch Schnulleranzeichen).
Genauso habe ich ja angeblich auch immer durchgeschlafen, geschlafen geschlafen geschlafen.. hm.
Als Tochterkind noch Frischling war, kam dann doch mal der Kommentar, dass ich sie doch auch mal wach hinlegen sollte, ich hätte ja auch wach im Bettchen gelegen und mich mir mir selber beschäftigt... öhm. Keine Ahnung ob ich geferbert wurde - aber irgendwie vermute ich es doch.
Auch das gestillt muss ich etwas revidieren - denn es gibt fast nur Babyfotos von mir mit dicker fetter Milch oder Teeflasche.
Anscheinend hat meine Mutter da viel verdrängt.

Ach so - und konstant zugenommen habe ich erst so ab dem Teenyalter...

Moppetüte *12.12
- eines Tages fällt dir auf, dass du 99% gar nicht brauchst -
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Nuala
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Nuala »

nido56 hat geschrieben:
Giraeffchen hat geschrieben: Ich wurde Mittags geboren, kam umgehend ins Babyzimmer und sie bekam, davon erzählt sie bis heute, erst mal lecker Mittagessen. Man muss Prioritäten setzen...
Nachts war ich komplett im Babyzimmer, tags alle paar Stunden für ein Fläschchen bei ihr. Der Papa durfte zwischen 14 und 15 Uhr kommen und durch die Glasscheibe gucken, dann war Babyshowtime.
Und natürlich schlief ich durch, als es nach 10 Tagen nach Hause ging...
So war es bei uns 1972 auch (inklusive dem Mittagessen anch der Geburt). Meine Mutter durfte mich alle 4 Stunden fuer 30 min zum stillen haben. Sie war naemlich so bescheuert, trotz aller Warnungen (Schadstoffbelastung, unzureichender Naehrstoffgehalt, altmodisch, dritte Welt...) stillen zu wollen. Vorher und nachher wurde ich gewogen, und da kam sofort die Diagnose "Das Kind ist zu faul zum stillen" (ist klar, Babys wuerden aus reiner Faulheit verhungern). Also wurde zugefuettert. Nach 3 Monaten wurde meine Mutter von der Familie massiv unter Druck gesetzt, jetzt endlich endgueltig abzustillen, um ihrem Ehemann wieder mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen zu koennen (sprich ihn zu Repraesentationszwecken auf Geschaeftsreisen zu begleiten. Ohne Baby natuerlich, das blieb bei der Oma). Hat sie brav gemacht und die ganze Autofahrt durchgeheult, weil sie mich so vermisst hat. Beim Geschaeftessen hat sie sich dann so unwohl gefuehlt, dass sie zusammengebrochen und in Ohnmacht gefallen ist. Trotzdem waere sie nicht auf die Idee gekommen, sich dem gesellschaftlichen Druck zu widersetzen.

Wie es mit der Beikost war, weiss ich nicht genau, muss ich mal fragen. Klar ist, dass ich immer sehr duenn war und nie genug gegessen habe, und dass das Fuettern wohl lange ein ziemlicher Kampf war.

Heute bin ich ein total unkomplizierter Esser. Ich esse echt fast alles (gewisse Innereien mal ausgenommen). Bin allerdings mit vielen Verdauungsproblemen, einigen Allergien und dem schlechtesten Immunsystem unter der Sonne gesegnet.

"Durchgeschlafen" habe ich auch, als ich nach 14 Tagen aus dem Krankenhaus kam. Solange, bis ich alt genug war, dass man die Gitterstaebe an meinem Bettchen weggemacht hat. Da kam ich auf einmal jede Nacht zu meinen Eltern getapst. Komisch, dass das Wegnehmen der Gitterstaebe zum Aufwachen gefuehrt haben soll. Fuer mich klingt das eher so, als haette ich halt vorher die Klappe gehalten, weil ich ja wusste, dass weinen nichts gebracht haette. Als ich mich selbst aus der misslichen Lage befreien konnte, habe ich es sofort getan. Aber da hat der Kinderarzt dann ja sofort ein Schlaf- oder Beruhigungsmittel verschrieben, damit sowas gar nicht erst einreisst. Nach ein paar Tagen war das Problem dann erledigt.
Das liest sich soooo traurig... :cry:
Großes Mädel 10/08 & kleines Mädel 04/11
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