Ich bin da ganz bei meinem Vorschreiberinnen.
Wenn man immer nur auf das schaut, was nicht so funktioniert wie man das gerne hätte, dann dreht man irgendwann durch.
Mein Kind hat nicht im Kinderwagen gelegen, hat Autofahren gehasst, hat in den ersten Monaten den grössten Teil des Tages stillend oder schreiend verbracht, hat manchal ewig für´s Einschlafen gebraucht, ist abends oft nicht vor 22Uhr müde genug zum Schlafen gewesen und hat sein gewünschtes Einschlafritual in den ersten Monaten immer wieder verändert zu meinem Leidweisen.
Ich habe es irgendwann akzeptiert, nein, akzeptieren müssen.
Er war übrigens auch ein Kind, das nie ruhig liegen konnte. Er war ständig in Bewegung, seine Arme, seine Beine.
Und er hat alles später getan, als andere. Er konnte den Kopf lange nicht heben, er ist später gerobbt, später gekrabbelt, hat später angefangen zu sprechen und ist auch immer noch nicht trocken.
Im Vergleich zu anderen Kindern könnte das alles ziemlich frustrierend sein. *g
In 2 Wochen wird er 3 und er ist ein lustiges, freundliches, entspanntes und ruhiges Kind, das seit einem Jahr keinen Mittagsschlaf mehr macht, aber um 21Uhr nach 5 Minuten zuverlässig einschläft.
Jedes Kind trägt seinen eigenen Bauplan in sich. Sie können alle irgendwann schlafen, einschlafen, krabbeln, laufen, reden, aufs Klo gehen, usw. Man muss nur das Tempo seines Kindes mitgehen.
P.S. Ja, ich war oft neidisch auf andere Mütter. Ich wollte mit dem Kinderwagen und einem Kaffee in der Hand durch die Stadt schlendern, wollte auch ein Kind, welches einfach überall problemlos einschläft usw. Mein Kind hatte halt andere Pläne für uns. Irgendwann schaut man auf die furchtbarsten Monate zurück und denkt: Das war die schönste Zeit meines Lebens.
