Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Jamelek
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Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Beitrag von Jamelek »

Da ich viele Schlafstörungen durch meinen Jüngsten (gerade 3 geworden) eher im Halbschlaf wahrnehme, habe ich mich mal die letzten Nächte aufgerafft und jedesmal notiert. Ergebnis, Gestern und Vorgestern 15 x geweckt worden, heute getopt mit 19x. :donno

Ich stille ihn in den Schlaf, dann schläft er in guten Nächten auch erstmal 3 Stunden. Die Male, wo er in der ersten Nachthälfte aufwacht geht es ihm darum, in meinem Arm zu schlafen, bzw. kuschelt sich ganz doll an mich und braucht meinen Arm um seinen Körper.

Ab wenn es draußen hell ist, mag er stillen. Ungefähr 30 minütig. Dann mag er aufstehen, gerne auch gegen 6 Uhr, wenn er tags vorher erst um 22 Uhr einschlief. Er ist die Tage ohne Kindergarten, also die letzten ohne Mittagsschlaf. Ich bleib dann erstmal komatös liegen, er wuselt in der Wohnung umher. Dann kommen aber lauter weinerliche Hilferufe, ich stehe auf und er ist quietschfidel, findet nur ein bestimmtes Buch gerade nicht.

Ich mag nicht mehr!!!

Kann man von einem 3jährigen erwarten, dass er Verständnis für meine Nachtruhe hat? 1-3 Störungen, völlig in Ordnung, aber so ist das Dauerterror und ich bin völlig fertig und verliere auch die Nerven. Richtig laut habe ich ihn heute früh mehrmals angeschrien, er soll mich jetzt schlafen lassen, Drohungen ausgesprochen er würde ab sofort alleine in seinem Zimmer schlafen, wenn er mich nicht in Ruhe lässt und einmal habe ich ziemlich doll ein Kissen nach ihm geschmissen.

Man so bin ich nicht und so will ich auch nicht sein, solche Drohungen sind ja auch völlig sinnfrei, aber ich bin dann so fertig.

Ich mag auch dieses innige Dauergekuschel nicht die ganze Nacht, ich mag so liegen, wie es mir bequem ist, habe aber gleichzeitig ein Problem damit, ihm die Nähe, die er anscheinend braucht zu entziehen. Zumal ich dann auch nur die Wahl habe, in unbequemer Pose auszuharren oder wieder gebrüll und auf dieses Gebrüll/Gejammer reagiere ich nach dem 5x einfach wieder mit selber Gebrüll, weil mir die Nerven blank liegen.
Jamelek
Alleinerziehend mit 2 wundervollen Jungs 2000 & 2013
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Mia90
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Re: Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Beitrag von Mia90 »

Ohje, das klingt wirklich hart :( lass dich mal drücken. Mit dreijährigen kenn ich mich noch nicht so aus. Wie verständig ist er denn, wenn du ihm etwas erklärst, hast du das Gefühl, dass es schon "ankommt"? Ich würde es wohl einfach mal - in Ruhe!! - versuchen. Kostet ja nix... mit ihm hinsetzen und ihm, möglichst einfach sagen, dass es für alle wichtig ist, nachts zu schlafen und dass du diese Erholung wirklich brauchst, damit du tagsüber genug Energie hast mit ihm zu spielen und spaßen.
Ansonsten: kann dich jemand mal ablösen?? Der Papa mal übernehmen und du gehst auf die Couch oder so? Einfach mal ein paar Nächte (und dann regelmäßig welche) schlafen.. ungestört. Nicht umsonst gilt Schlafentzug als Foltermethode... :(


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Luthien
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Re: Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Beitrag von Luthien »

Du arme. Schlafentzug ist nicht ohne Grund ein Foltermittel...
Meine Tochter braucht nachts auch viel Körperkontakt, aber wecken tut sie uns nicht so oft. Ich habe sie mit 2,5 Jahren abgestillt, bis dahin hat sie jede Nacht 2 bis 3 mal stillen wollen plus Einschlafstillen und Aufwachstillen. Jetzt ist sie 5 jahre und versteht auch, dass sie nicht die ganze Nacht auf dem Arm liegen kann.
Ich kann dich sehr gut verstehen, auch ich oder mein Mann werden nachts schon mal etwas ungehalten, wenn sie ständig nur kuscheln will. Als Tipp kann ich dir nur vorschlagen, ihm zu erklären , dass die Nacht zum erholen auch für die Eltern da ist. Aber ob ein Dreijähriger das schon so versteht, bezweifle ich.
Wie genau sehen die Schlafunterbrechungen denn aus? Stillen will er nicht, erst morgens, so wie ich dich verstanden habe?
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RonjaR
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Re: Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Beitrag von RonjaR »

Du ärmste. Das klingt verdammt hart.

Im Kindergarten meiner Freunde geht die Geschichte rum, dass ein Kind wohl auch so schlecht schlief und tagsüber total Druck war. die Mutter hatte sich bei der Erzieherin ausgeweint und die hat sich das Kind zur Seite genommen und ihm erklärt, dass man nachts schlafen soll und tagsüber dann auch immer viel besser drauf ist. Das Kind schien echt überrascht und siehe da, von da ab habe das Kind geschlafen. Keine Ahnung, ob es nur ein Märchen ist, aber ich habe mir vorgenommen, nie das naheliegende unversucht zu lassen in Bezug auf Babys Schlaf.

Ich wünsche Dir, dass du bald zu deinem wohlverdienten Schlaf kommst!


Pieps * 6/15
Pieps *06.2015
luna24
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Re: Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Beitrag von luna24 »

Jamelek hat geschrieben: Ich mag auch dieses innige Dauergekuschel nicht die ganze Nacht, ich mag so liegen, wie es mir bequem ist, habe aber gleichzeitig ein Problem damit, ihm die Nähe, die er anscheinend braucht zu entziehen. Zumal ich dann auch nur die Wahl habe, in unbequemer Pose auszuharren oder wieder gebrüll und auf dieses Gebrüll/Gejammer reagiere ich nach dem 5x einfach wieder mit selber Gebrüll, weil mir die Nerven blank liegen.
Ich könnte mir vorstellen, dass da das Problem liegt - dass du nicht klar bist, und dass viel Unsicherheit auslöst. Er probiert's immer wieder die Nähe zu suchen, und oft klappt es ja auch, aber so richtig befriedigend ist es ja auch nicht, weil er natürlich spürt, eigentlich ist es dir zu viel und dass mehr da in so einen unguten Kreislauf kommt. Ich habe meinen Sohn in dem Alter auch noch nachts gestillt, und er hat auch viel Körperkontakt in der Nacht gesucht. Aber wenn's mir zu viel geworden ist, dann habe ich mich im Halbschlaf ganz klar weggedreht und nicht mehr reagiert. Ohne schlechtes Gewissen, auch wenn das vielleicht eher unempathisch wirkt. Aber das hat er erstaunlich gut akzeptiert - und ich denke schon, weil einfach ganz klar war, jetzt ist es ok und ich kuschel gern mit ihm und er darf auch stillen - und jetzt ist die Grenze erreicht, ohne weiteren Verhandlungsspielraum. Und mit einem dreijährigen kann man sowas ja auch schon besprechen.

Jetzt mal vorausgesetzt, es gibt nicht noch ein anderes Problem, was das schlechte Schlafen erklärt. Bei meinem mittlerweile 6jährigen ist es immer noch so, wenn er irgendwie sehr angespannt ist, Stress in der Schule ist dann meist der Grund, dann ist er am Wochenende auch manchmal extrem früh wach, und wird dann supernervig, solange bis ich auch aufstehe... Und unter Stress sinkt natürlich die Verhandlungsbereitschaft gegen null...
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Sakura
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Re: Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Beitrag von Sakura »

@ wenn es hell wird: dunkelt ihr das Schlafzimmer ab? Das wirkt bei uns Wunder.


Mit dem Handy unterwegs
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Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
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Re: Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Beitrag von Maja »

Letzterem kann ich mich anschließen - ich habe das Schlafzimmer STOCKduster verdunkelt, seitdem liegen Welten zwischen dem Schlafverhalten vorher. Notfalls als fixe billige Lösung Scheiben einfach mit Folie abkleben (aufgeschnittene dunkle Mülltüten plus ne Rolle Klebeband...).
Bei meiner Großen hat ein Kiss-Behandlung beim Profi Wunder gewirkt.
Und das Pantley-Buch finde ich sehr empfehlenswert, um gemeinsam zu einem Schlafrhythmus zu finden.

Alles Gute!
2004/2006/2014
suri
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Re: Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Beitrag von suri »

War beim Tochterkind so mit bis 12-19 Monaten. Dann war Schluss bei mir. Ich konnte nicht mehr. Ich habe abgestillt und abends und nachts Flasche gegeben. Damit waren die unendlichen Unterbrechnungen vorbei. D.h. höchstens eine Flasche noch in der Nacht, häufig durchgeschlafen. Im eigenen Bett bei uns im Zimmer. Dann mit - ich glaube - knapp 2 Jahren ins eigene Zimmer ausquartiert. Seitdem geht es uns hier wieder gut und wir haben auch wieder Lebensqualität. Für mich hatte Familienbett und nachts Stillen nichts mehr mit bedürfnisorientiertem Aufwachsen zu tun, sondern nur noch mit Folter. Das Stillen und diese ununterbrochene Nähe hat mich körperlich fertig gemacht. Ich fands echt richtig hart und ich bewundere jeden, der das länger durchhält ohne komplett am Rad zu drehen. Bei uns war es bei allen drei Kindern so, dass die Nächte mit dem Abstillen und mit dem Ausquartieren besser wurden. Und Kinder und Eltern deutlich entspannter. Und wir lieben uns auch ohne langes Stillen und Familienbett so unendlich doll ;-) Heute ist sie knapp drei Jahre alt und der Papa macht abends eine längere Einschlafbegleitung - so um 30-40min. Ansonsten schläft sie durch im eigenen Bett im eigenen Zimmer - es sei denn, sie ist krank.

Toitoitoi, dass ihr den für euch richtigen Weg findet.
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PaleFire
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Re: Wie die Nerven behalten, bei Dauerschlafentzug

Beitrag von PaleFire »

Jamelek, ich würde auch denken, dass bei einem dreijährigen Kind, das so oft nachts/morgens stillen mag und so unruhig schläft, abstillen der naheliegendste Weg ist. Oder kommt das für Dich nicht in Frage?
mit großem 11/2012 und kleinem 02/2016 Mädchen
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