Schwierigkeiten mit Beikost

Was kommt nach dem Vollstillen?

Moderatoren: klecksauge, Mondenkind

jaloca
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Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von jaloca »

So, als treue Mitgliederin des Stillforums (seit ca. 6 Monaten mit starken Stillschwierigkeiten am Anfang) trete ich nun auch noch hier ein :) . Wer hätte das gedacht... eigentlich lief es mit dem Stillen immer besser, unsere Maus (mittlerweile 7 Monate, der achte Monat läuft) nahm schön zu, wir haben solche Schwierigkeiten mit Mondenkind Hilfe überwunden, es war sozusagen eine happyend story... so stolz: auf meine Tochter, auf mich, auf die Geduld und Ausdauer. Vollstillen erreicht! Tja, wer hätte gedacht, dass wir nun am gleichen Punkt stehen, wie damals: besorgt, frustriert, ungeduldig, genervt...

Und ich muss nich einmal lange erzählen: es ist einfach kurz und knapp: sie tut sich schwer mit den Breien. Die süssen Obstbreie gehen eher, aber den Gemüsebrei am Mittag lehnt sie fast komplett ab. Ich mache tausende Variationen, versuche alles mögliche (koche die Breie selber) und es ist immer das gleiche. 1 Löffel probieren, Grimasse machen (obwohl ich ihn persönlich vom Geschmack her soooo lecker finde) und dann höchstens wider Willen weitere 3-4 Löffel, manchmal unter extremer Ablenkung, im Stehen füttern (also ich stehe, halte sie und füttere sie) usw. Am Nachmittag gebe ich ihr dem Getreide-Obst-Brei, das geht eher, aber auch nicht wahnsinnig viel. Demnächst wollte ich auch einen Abendbrei einführen, aber was für Illusionen mache ich mir da.... Fingerfood geht auch nicht richtig, da sie keinen einzigen Zahn hat, meistens spielt sie mit dem Essen so herum und bisschen was Kleines kommt in den Mund. Stillen ist immer mehr in den Hintergrund getreten, da ich eigentlich die Breie ausbauen wollte.

Ich habe nun wieder einbisschen mit dem Pumpen angefangen, um ihr am Abend den Brei mit MuMi zu machen, aber das ging gestern, also das erste Mal, voll in die Hose, da zu flüssig... Habe mich danach erkundigt, dass das normal sei mit MuMi. Mann konnte nichts füttern, es war wie Suppe. Und sie nimmt keine Flaschen, ich kann ihr das also nicht in der Flasche verabreichen. Ich weiss aber keine Alternativen, da ich ihr im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch geben möchte (starke Allergieprädisposition, unser Sohn, 4 jährig, hat diverse Nahrungsmittelallergien. In ihrem Alter war er allergisch auf Milch, Gluten und Ei). In meinen Augen war ich voreilig mit der Einführung von Allergenen bei ihm, wir haben also eine lange Leidensgeschichte hinter uns (Neurodermitis und alles mögliche). Deswegen bin ich bei ihr radikal: keine Milch, Gluten, Eier un Nüsse im ersten Jahr. Bevor mich alle deswegen anspringen, möchte ich erwähnen, dass wir mit unserem Sohn in ärztlicher allergologischer Behandlung sind und alles was ich mit ihr mache, bespreche ich auch mit unserem Allergolog. Um also zurück zum Thema zu kommen: wenn MuMi zu flüssig und Kuhmilch keine Option, bin ich etwas ratlos. Kann man die MuMi-Breie echt nicht einigermassen dicker hinkriegen? Pulvermilch basiert auch auf Kuhmilch, kommt also auch nicht in Frage. Und dann bleiben nur Reismilch und Sojamilch, von mir aus OK, aber sicher weniger vollwertig wie die MuMi... Oder halt normaler GOB geben und anschliessend stillen :D ?

Sie ist 6750 g, schon immer um die 10. Perzentille herum.
:cry: :cry: :cry:
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Ebu
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Re: Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von Ebu »

Ich habe bei meinem großen Sohn auch abends einen GOB gegeben und weiter gestillt.

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.. mit großem (*07/2013) und kleinem (*06/2015) Schatz
Caitrionagh
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Re: Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von Caitrionagh »

Ich zitiere mal den häufig gebrauchten Satz hier im Forum: Food under one is just for fun. Mach dir nicht so viele Gedanken, übers Stillen bekommt deine Kleine alles wichtige. Wenn du ihr immer wieder Essen anbietest, kann sie davon essen, wie viel sie will. Wenn sie nicht will, ist es auch in Ordnung.

Schau doch mal im Fingerfood-BLW-Thread vorbei, vielleicht hilft dir da etwas.
Obstbrei ist doch ganz gut. Ich koch den nur mit Wasser. Hast du bei den Gemüsebreien schon süße Sorten wie Kürbis und Süßkartoffel ausprobiert?

Dein Kind wird essen, wenn es soweit ist und richtig Hunger hat, ganz sicher :D Und die Empfehlung lautet, vor dem Essen zu stillen, damit nur der Mehrbedarf gedeckt wird und du nicht unwillentlich abstillst :)
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Re: Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von Seelentattoo »

Vielleicht ist sie einfach nicht beikostreif?
Ich hab bei meinem Sohn mit 7 Monaten Brei versucht. Mochte er nicht.
Blw interessierte ihn auch nicht. Er hat das essen erst mit 13 Monaten in der Krippe begonnen. Bis dahin ging nur stillen.
Will deine kleine denn noch stillen?
Mit Mann, drei Bonuskindern (*97, *04, *07) und drei Kindern (*12, *16, *18) sowie unserem Sternchen fest im Herzen (05/11)
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jiu21
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Re: Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von jiu21 »

Hier noch eine Stimme für Entspannung :) Deine Tochter holt sich schon das was sie braucht und Beikost in dem Alter liefert einfach nur zusätzliche Kalorien, d.h. Hauptnahrungsmittel bleibt MuMi! Wie oft stillt ihr denn noch? Stillst du nachts auch noch? Da hat es sich mein Sohn immer vorwiegend geholt weil tagsüber alles andere so spannend war dass Stillen nur im Liegen oder im (Halb-)Schlaf ging.

Fingerfood geht natürlich auch ohne Zähne, dafür reichen die Kauleisten aus. Wenn sie mit dem Essen spielt und auch etwas in den Mund gelangt ist das doch super! Mit der Zeit wird das mehr werden. Es gibt einfach Kinder die essen viel/wenig/alles/Obst/Gemüse ect... Versuch den Druck rauszunehmen und lass sie doch einfach an euren Mahlzeiten teilnehmen. Sicher wird sie da auch etwas probieren wollen. Und besorg dir doch das Buch von Gonzales (wurde ja schon in deinem anderen Thread empfohlen), ich denke das würde dir weiterhelfen!
mit einem Sohn 08/2014
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Giraeffchen
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Re: Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von Giraeffchen »

Caitrionagh hat geschrieben:Ich zitiere mal den häufig gebrauchten Satz hier im Forum: Food under one is just for fun.
Vielleicht kann dir dieser Satz die nötige Gelassenheit geben, alles locker und in individuellem Tempo anzugehen?
Es liest sich, als ob du sehr angespannt bist beim Thema essen, dazu die Sorge wegen der Allergien, das Vermeiden von bestimmten Lebensmitteln, die Gedanken kreisen ja ständig und das spürt auch deine Tochter, ganz unabhängig von der Frage, ob sie schon beikostreif ist oder nicht.

Mein Großer hat auch Allergien, er reagiert unter anderem anaphylaktisch auf Ei und darf nichts essen, was Nüsse oder Nussspuren enthält. Bis zum Alter von 2 Jahren reagierte er auch über die Haut auf Milchprodukte.
Der Kleine hat bisher, er ist mittlerweile 2 Jahre alt, nichts. Er verträgt Milch, er verträgt Ei und Nüsse in verarbeiteten Produkten waren auch kein Problem.
Ich bin der Ansicht, dass es Dinge gibt, die man nicht vermeiden kann und wenn er Allergien entwickelt, dann tut er das. Vererbt wird ja nicht eine bestimmte Allergie, sondern nur die Anfälligkeit dafür, betroffen zu sein. Mag sein, er entwickelt mal eine Allergie auf Erdnüsse. Oder auf Fisch. Ich schätze, ich werde das nicht verhindern können und muss dann das beste daraus machen.

Warum ich dir das erzähle?
Weil mich natürlich ähnliche Sorgen geplagt haben wie dich, weil ich sehr unentspannt an das Thema Beikost dachte, als er noch voll gestillt wurde.
Schlussendlich hat er sich Sachen einfach von unseren Tellern gemopst die ihn angelacht haben und hat so selber ausgetestet, was er verträgt. Wir haben es scherzhaft 'kindgesteuerte Provokation' genannt.
Mir ging es schlagartig viel besser damit, ehrlich. Ich musste nicht mehr die Kontrolle über alles haben (zudem ist es ja auch so, dass man nie die komplette Kontrolle hat, es gibt einem nur das Gefühl, etwas zu tun und nicht tatenlos zu sein, damit man später für sich selber sagen kann, alles erdenkliche getan zu haben) und war viel lockerer und entspannter. Er hat einfach gegessen, was er wollte, es gab keine Babyspezialkost, von der er schnell gewusst hätte, dass sie nicht das gleiche ist wie unser Essen (was ihn massiv gestört hätte, unseren Mister Autonomie :lol: .)
Ich weiß nicht, ob du damit etwas anfangen kannst. Ich möchte keineswegs euren Weg kritisieren oder dich verletzen und habe auch gelesen, dass du schreibst, dass ihr deswegen eh mit eurem Allergologen in Kontakt seid.
Ich bin halt der Meinung, das Babys sehr oft auch erspüren, was in uns Müttern vorgeht und da reagiert deine Tochter vielleicht auf deine eigene Unsicherheit. Bei uns war das so, bei euch kann es natürlich ganz anders sein. Ich wollte es nur nocht ungeschrieben lassen für den Fall, dass es dir weiterhelfen kann.
Alles Liebe!
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


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"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
Elena
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Re: Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von Elena »

Meine beiden ersten Kinder haben nie Gemüsebreie gemocht. Ich habe es dann auch nicht lange angeboten. Sie mochten gerne Getreidebrei, mit Wasser angerührt und Mandelmus drin. Das ist sehr gehaltvoll! Hast du Bedenken wegen der Mandeln? Du kannst ja auch einfach etwas Öl reintun? Oder Avocado oder Banane? Wenn du noch viel stillst, ist es doch eigentlich egal, welche Breie die Kinder wann essen. Zum Vergleich: Meine Große hat mich etwa 8 Monaten ein- oder zweimal täglich ca. 120 ml GOB gegessen. Meine Mittlere hat mit ca. 10 Monaten nur Apfelmus und Brot genommen, vorher eigentlich nur MuMi direkt aus der Quelle. Beide waren auch immer recht leicht und haben dann mit einem guten Jahr relativ normal gegessen.
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
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Meerhuhn
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Re: Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von Meerhuhn »

Hier wurde ja schon viel geschrieben, dem ich mich nur anschließen kann.
Versuche einfach immer wieder was anzubieten und wenn sie nicht will, dann ist das halt so. Irgendwann wirst du merken, dass es sich ändert. Unser Sohn hat Brei bekommen, aber wir haben auch immer wieder Fingerfood angeboten. Inzwischen ist seine Motorik ausgereift genug, um tatsächlich mit den Händen essen zu können. Seitdem findet er Essen viiieeel spannender und isst wirklich was, statt zu spielen/abraspeln.
Ich habe übrigens bei uns festgestellt und von anderen ähnliches gehört, dass abends der Hunger am größten ist. Morgens will er eigentlich nix haben, mittags oder nachmittags isst er dagegen einen kleinen Snack und abends habe ich manchmal das Gefühl, er kann gar nicht aufhören zu essen :lol:
Ihr habt es zum Vollstillen geschafft - genieße das weiter. Wenn sie Hunger hat, wird sie anfangen zu essen.
Kleiner Professor - April 2015
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bienenmeister
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Re: Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von bienenmeister »

Giraffchen das hast du wunderbar geschrieben!

Gesendet von meinem SO-02G mit Tapatalk
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

.... lost in translation ....
februarkind16
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Re: Schwierigkeiten mit Beikost

Beitrag von februarkind16 »

Ich habe letztens wegen einem ähnlichen Fall folgenden Thread aufgemacht http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 6&t=197687

Bei uns ist es inzwischen ein bisschen besser geworden. Bei uns hat es geholfen, die Fütterposition zu ändern, wir füttern jetzt auf dem Schoß und das gefällt ihm momentan ganz gut. Und er will wohl wirklich am liebsten komplett alleine essen und nicht gefüttert werden. Ich biete ihm jetzt zu Beginn jeder Mahlzeit, wo er erst mal anfängt zu meckern, Fingerfood an. Ich lege ein Stück gekochte Kartoffel oder ein Brotstückchen auf meine Hand und er nimmt es sich von dort runter und steckt es in den Mund. Wenn wir das mit 3-4 Stückchen gemacht haben, dann fütter ich ihm einen Löffel Brei und - wenn ihm denn der Brei schmeckt - lässt er sich dann sogar mal 60-100 g Brei füttern. Zwischendurch gibt es noch mal Fingerfood, dann gehen auch wieder ein paar Löffel Brei.

Du schreibst ja, dass du den Brei selbst kochst. Ich habe zuerst auch ausschließlich selbst gekocht, aber als er irgendwann kaum noch was gegessen hat, habe ich doch mal Gläschen probiert. Jetzt wechsel ich das ab. Manche Sachen mag er aus dem Glas lieber (alles mit Fleisch, das mag er selbst überhaupt nicht mehr :-( ). Reine Gemüsebreis koche ich weiter selbst. Bei uns kommt es auch sehr drauf an, dass man ihm nur füttert, was er mag. Wehe man fängt mit Kürbis an - das mag er gar nicht und dann wird für den Rest der Mahlzeit der Mund auch nicht mehr aufgemacht.

Ich bin auch immer beunruhigt, wenn ich in der Krabbelgruppe sehe, wie die anderen Kinder ihren Brei verputzen. Aber inzwischen glaube ich auch, dass es einfach Kinder gibt, die nicht so viel und so gerne Beikost essen.
Mama mit großem Sohn (02/15) und kleinem Sohn (07/19) und kleinem Sternchen (09/18)
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