Diskussionsthema vegan

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Lalumama
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lalumama »

Yvi19 hat geschrieben:Mir sind gemäßigte Ansichten auch grundsätzlich sympathischer. Aber interessieren würde mich schon, wie die Verfechter einer Richtung ihre Ansicht begründen. Deswegen wäre es schön wenn auch überzeugte Veganer sich trauen und etwas beitragen.
Ich habe hier nicht alles gelesen, eher überflogen. Als überzeugte Veganerin möchte ich aber doch mal kurz Stellung nehmen:

- mein Hauptgrund: ich lehne es ab, andere Lebewesen in irgendeiner Art und Weise auszubeuten, geschweige denn zu töten, es sei denn aus Notwehr (z.B. Stechmücken :wink: ). Ich sehe uns Menschen nicht als die Krone der Schöpfung und habe unendliche Hochachtung vor der Natur und dem Leben an sich.
Wer gibt mir das Recht, über Leben und Tod zu entscheiden, nur weil ich die Macht dazu habe? Stellt euch vor, eine andere Lebensform landet auf der Erde und ihr werdet zwangsgeschwängert, eure Babys werden weggenommen und getötet, eure Milch abgepumpt und das immer wieder, bis ihr nach einem Viertel eurer Lebenszeit zusammenbrecht. Und das Recht dazu wird mit höherer Intelligenz begründet!? Nee is klar.

- diverse andere Gründe: Ressourcenverschwendung, Welthunger, schwindender Regenwald, Antibiotikamissbrauch, Umweltverschmutzung, ...

- und last but not least gesundheitliche Gründe! Das war für mich kein Beweggrund, eher eine Sorge, Angst vor Mangelerscheinungen etc., aber völlig unbegründet, meine Blutwerte könnte gar nicht besser sein und ich supplementiere lediglich B12 (Fleischesser übrigens indirekt auch).

So, ich hoffe dass sich niemand angegriffen fühlt, ich habe versucht nicht emotional zu werden, was für mich nicht einfach ist bei dem Thema. Ich fühle mich nicht als besserer Mensch, auch ich habe mal Fleisch gegessen und Milchprodukte konsumiert.
Trotzdem sehe ich es inzwischen als Verbrechen, was die Menschheit da global gesehen anrichtet.
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Mutterhenne
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Mutterhenne »

Schöner Kommentar, Lalumama!
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Bright Berry
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Bright Berry »

EllenRipley hat geschrieben:Das meinte ich damit, dass die Haltung zu Tieren so persönlich ist wie Religion.
Den Vergleich finde ich ziemlich daneben. Ich "glaube" nicht wie an eine Religion daran, dass Tiere empfinden und leiden können, sondern es ist wissenschaftlich belegt.
Wer einmal eine Beziehung zu einem Tier aufgebaut hat, weiß und fühlt, wie individuell seine Persönlichkeit sein kann und dass es genauso Bedürfnisse und ein Interesse an Leidensfreiheit hat, wie wir.
WAS sollte den Unterschied zu uns ausmachen?
WAS sollte uns Menschen wichtiger und wertvoller machen? Einfach „weil wir eben Menschen sind“? Was ist das für eine „Argumentation“? Sie entsteht lediglich in unserem Geist, doch basiert auf keiner biologischen Grundlage.

So ein Gedankengut der Abgrenzung, „ich bin besser, wichtiger, wertvoller, weil ich eben ein Mensch bin“, finde ich sehr gruselig.
Jedes Verbrechen, was Menschen begehen, egal ob an Mitgliedern seiner eigenen Art oder an Tieren, beginnt mit dieser Abgrenzung. Sie dient als Legitimation, andere zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse benutzen zu dürfen, egal wieviele Bedürfnisse der anderen man dabei negiert.

Es gibt leider noch etliche Gesellschaften, in denen Frauen diese Abgrenzung durch Männer erfahren müssen. Männer halten sich für wichtiger und wertvoller und finden es ebenfalls eine Frechheit, mit Frauen auf eine Stufe gestellt zu werden. Ihre Rechtfertigung? "Weil sie eben Männer sind". Kann ich genauso wenig akzeptieren.

EllenRipley hat geschrieben:Mit der Tötung eines Tieres zur Verwertung habe ich kein Problem, allerdings mit unnötiger Quälerei im Vorfeld.
Die Tierhaltung zur Produktion von Nahrung oder Kleidung IST eine unnötige Quälerei, in beiden Bereichen sind Tierprodukte für uns nicht lebensnotwendig.
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suri
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von suri »

Und mit welchem Recht isst ein größerer Fisch den Kleineren?
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Mutterhenne
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Mutterhenne »

suri hat geschrieben:Und mit welchem Recht isst ein größerer Fisch den Kleineren?
Ganz enfach: Er kann sich nicht entscheiden. Ich schon.
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suri
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von suri »

Genau, als Mensch habe ich höhere kognitiven Funktionen, die die Nutztiere, die wir essen, eben nicht haben.
Frauen haben die aber genauso wie Männer, von daher hinkt der Vergleich.

Ich muss zugeben, dass ich mich in meiner geistigen Entwicklung schon über das Schwein und die Kuh stelle. Und sie sind in der Nahrungskette eben unter mir. Genauso wie der kleiner Fisch unterm größeren Fisch rangiert.

Ja - ich habe die Wahl. Ich habe die Wahl, welches Schwein ich von wo esse. Oder welchen Fisch....
Ich habe die Wahl Massentierhaltung abzulehnen und gegen Butter- und Fleischberge anzugehen. Keiner braucht abends um 22.00h noch das komplette Angebot an frischen Wurstwaren in der Theke. Ich bin sehr für nachhaltige Landwirtschaft usw.
Grundsätzlich auf Fleisch verzichten möchte ich nicht.
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Lösche Benutzer 17612

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Es geht nicht darum dass die Einstellung dass Tiere Schmerzen erfahren können in meinen Augen persönlich ist, sondern die Frage ob Tiere mit Menschen auf einer Stufe stehen. Und da gibt es einfach sehr unterschiedliche Ansätze, und wie bei einer religiösen Einstellung sind die Ansichten da so grundverschieden dass man nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt.. Ich kenne Fleischesser die zum Veganismus bekehrt wurden, und Veganer die zum Fleischessen konvertiert sind. Aber jemand der eine andere Einstellung zu Tieren hat, der ist schockiert wenn jemand mit Vergleichen wie Rassismus und sexueller Diskriminierung kommt. Ich hab ja gar kein Problem mit Veganern, ich kenne einige und esse auch gerne vegan. Ich möchte allerdings nicht, dass sich jemand einmischt, wenn ich nicht-vegan esse. Das macht mich genauso grantig wie jemand, der mich religiös bekehren möchte. Ich erwarte dass mein Gegenüber meine Entscheidungen respektiert. Ich bin ein mündiger, erwachsener und reflektierter Mensch, der weiß was er tut. Das muss man als Freund so annehmen und nicht in Frage stellen, auch wenn man diese Dinge eben anders sieht.
Viele Menschen treffen Entscheidungen die ich aus wissenschaftlichen oder moralischen Gründen nicht nachvollziehen kann. Ich verstehe mich z.B. auch gut mit nichtimpfenden Schulmedizinverweigerern. Auch wenn ich deren Entscheidungen persönlich nicht nachvollziehen kann schätze ich sie trotzdem als intelligente und auch reflektierte Menschen. Sie haben nur einen anderen Blickwinkel auf diese Fragen, und auch da gäbe es ja genügend Diskussionsgrundlage auf moralischer Ebene wenn man sich denn auf diese überhaupt begeben will.
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Mutterhenne
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Mutterhenne »

suri hat geschrieben:Genau, als Mensch habe ich höhere kognitiven Funktionen, die die Nutztiere, die wir essen, eben nicht haben.
Frauen haben die aber genauso wie Männer, von daher hinkt der Vergleich.

Ich muss zugeben, dass ich mich in meiner geistigen Entwicklung schon über das Schwein und die Kuh stelle. Und sie sind in der Nahrungskette eben unter mir. Genauso wie der kleiner Fisch unterm größeren Fisch rangiert.

Ja - ich habe die Wahl. Ich habe die Wahl, welches Schwein ich von wo esse. Oder welchen Fisch....
Ich habe die Wahl Massentierhaltung abzulehnen und gegen Butter- und Fleischberge anzugehen. Keiner braucht abends um 22.00h noch das komplette Angebot an frischen Wurstwaren in der Theke. Ich bin sehr für nachhaltige Landwirtschaft usw.
Grundsätzlich auf Fleisch verzichten möchte ich nicht.
In meinen kognitiven Fähugkeiten stelle ich mich auch über das Schwein, die Kuh oder den Ameisenbär. Aber in meiner Fähigkeit, Leid zu empfinden, kann ich das nicht tun. Deshalb entscheide ich mich, auf tierische Produkte (weitgehend) zu verzichten. Du entscheidest Dich anders (und das Recht dazu spreche ich Dir nicht ab, das wäre vermessen).
Dein Fisch-Argument finde ich etws paradox: Menschliche Weibchen (;-) ) fressen ja die Männchen auch nicht nach dem Zeugungsakt - Gottesanbeterinnen tun dies sehr wohl. Konzepte von 'Recht' und 'Unrecht' sind etwas, das man nur für menschliches Verhalten in Anschlag bringen kann (denn bis auf rudimentäre Ansätze kennen andere Tierarten diese Konzepte nicht). Lalumama ging es nicht darum (zumindest habe ich sie so verstanden), Unterschiede zwischen Mensch und Tier zu nivellieren, sondern darum, eine fundamentale Gemeinsamkeit anzusprechen: Die Fähigkeit, Leid und (Todes)Angst zu empfinden. Dass Menschen zu höheren kognitiven Leistungen fähg sind, gibt ihnen ja gerade die Verantwortung, ihr Tun zu reflektieren (und sich dann - wie Du, suri - für moderaten Fleischkonsum zu entscheiden; oder - wie ich - für 'fastvegan').
Würde gern noch weiter diskutieren, muss aber heute noch was anderes fertigmachen und bin jetzt offline, bis morgen :-D!
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Mutterhenne
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Mutterhenne »

EllenRipley hat geschrieben:Es geht nicht darum dass die Einstellung dass Tiere Schmerzen erfahren können in meinen Augen persönlich ist, sondern die Frage ob Tiere mit Menschen auf einer Stufe stehen. Und da gibt es einfach sehr unterschiedliche Ansätze, und wie bei einer religiösen Einstellung sind die Ansichten da so grundverschieden dass man nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt.. Ich kenne Fleischesser die zum Veganismus bekehrt wurden, und Veganer die zum Fleischessen konvertiert sind. Aber jemand der eine andere Einstellung zu Tieren hat, der ist schockiert wenn jemand mit Vergleichen wie Rassismus und sexueller Diskriminierung kommt. Ich hab ja gar kein Problem mit Veganern, ich kenne einige und esse auch gerne vegan. Ich möchte allerdings nicht, dass sich jemand einmischt, wenn ich nicht-vegan esse. Das macht mich genauso grantig wie jemand, der mich religiös bekehren möchte. Ich erwarte dass mein Gegenüber meine Entscheidungen respektiert. Ich bin ein mündiger, erwachsener und reflektierter Mensch, der weiß was er tut. Das muss man als Freund so annehmen und nicht in Frage stellen, auch wenn man diese Dinge eben anders sieht.
Viele Menschen treffen Entscheidungen die ich aus wissenschaftlichen oder moralischen Gründen nicht nachvollziehen kann. Ich verstehe mich z.B. auch gut mit nichtimpfenden Schulmedizinverweigerern. Auch wenn ich deren Entscheidungen persönlich nicht nachvollziehen kann schätze ich sie trotzdem als intelligente und auch reflektierte Menschen. Sie haben nur einen anderen Blickwinkel auf diese Fragen, und auch da gäbe es ja genügend Diskussionsgrundlage auf moralischer Ebene wenn man sich denn auf diese überhaupt begeben will.
Siehst Du, und genau deshalb nervt es mich als Veganerin tierisch ;-), immer wieder in die Extremisten-Ecke gestellt zu werden... Ich diskutiere sehr gern, aber nur mit Menschen, die Lust dazu haben. Sonst mache ich mein Ding, halte die Klappe und hoffe auf interessierte Fragen.
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Mutterhenne »

Mutterhenne hat geschrieben:
EllenRipley hat geschrieben:Es geht nicht darum dass die Einstellung dass Tiere Schmerzen erfahren können in meinen Augen persönlich ist, sondern die Frage ob Tiere mit Menschen auf einer Stufe stehen. Und da gibt es einfach sehr unterschiedliche Ansätze, und wie bei einer religiösen Einstellung sind die Ansichten da so grundverschieden dass man nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt.. Ich kenne Fleischesser die zum Veganismus bekehrt wurden, und Veganer die zum Fleischessen konvertiert sind. Aber jemand der eine andere Einstellung zu Tieren hat, der ist schockiert wenn jemand mit Vergleichen wie Rassismus und sexueller Diskriminierung kommt. Ich hab ja gar kein Problem mit Veganern, ich kenne einige und esse auch gerne vegan. Ich möchte allerdings nicht, dass sich jemand einmischt, wenn ich nicht-vegan esse. Das macht mich genauso grantig wie jemand, der mich religiös bekehren möchte. Ich erwarte dass mein Gegenüber meine Entscheidungen respektiert. Ich bin ein mündiger, erwachsener und reflektierter Mensch, der weiß was er tut. Das muss man als Freund so annehmen und nicht in Frage stellen, auch wenn man diese Dinge eben anders sieht.
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Siehst Du, und genau deshalb nervt es mich als Veganerin tierisch ;-), immer wieder in die Extremisten-Ecke gestellt zu werden... Ich diskutiere sehr gern, aber nur mit Menschen, die Lust dazu haben. Sonst mache ich mein Ding, halte die Klappe und hoffe auf interessierte Fragen.
Ups, das klingt jetzt so beleidigt...war nicht so gemeint; wenn ich jetzt weg bin, liegt das wirklich nur daran, dass ich dringend noch was arbeiten muss. Schönen Abend in die Runde und bis morgen (oder so) :)
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