Probieren einfordern ja oder nein

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Sakura »

talismama hat geschrieben:Ich kann und will diesen ober-reflektierten Mustermami-Umgang mit meinem Kind, bei dem jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird, aber nicht.
Ich halte oberreflektierten Mustermami-Umgang mit kleinen Kindern für unmöglich, jedenfalls wenn es die eigenen sind. Und ich persönlich bin immer froh, wenn ich merke, was ich besser machen könnte. Deswegen bin ich trotzdem noch authentisch. Ich glaube, JEDE Mutter ist authentisch, denn wenn man 24h (oder auch 8h oder 4h) mit eigenen kleinen Kindern zusammen ist, KANN man denen überhaupt nichts vorspielen. Aber auch, wenn ich authentisch reagiere, kann diese Reaktion falsch sein.

Ich bin auch keine Mustermama. Ich bin vorn Natur aus extrem ungeduldig und werde schnell furchtbar wütend, sehr ungünstig, wenn man mit kleinen Kindern umgeht. Ich schreie meine Kinder oft an, viel zu oft. Nur sehe ich das kritisch. Ich kann es nicht ändern, nicht abstellen, aber nur weil ich es nicht ändern kann, finde ich es nicht entschuldbar. Nicht ok. Ich finde, die Tatsache, dass wir unweigerlich Fehler machen, entschuldigt nicht, dass wir Fehler machen.
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Lösche Benutzer 5914

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Wenn jeder vor seiner eigenen Haustür kehrt, finde ich das vollkommen okay und gut!
mamoto
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von mamoto »

Pelufer hat geschrieben:Ich habe quasi das Negativbeispiel in der näheren Familie, wie ein Kind eine Essstörung bekommen kann, gerade weil es nie probieren wollte und auch nicht dazu gedrängt wurde.
Obst in Rohform wird nicht gegessen, weil mag ich nicht.
Kuchen geht genau einer. Marmorkuchen. Vollkornbrot ist ihhhhh eklig. Rohes Gemüse? Ihhhhh. Was geht sind trockene Nudeln, Marmorkochen Toast mit Mortadella oder Marmelade und Fruchtzwerge. Das wird auch in die Schule mitgegeben, weil das Mittagessen mag sie da ja auch nicht. Und jetzt kommt sicher irgendwer, der mir erklären kann, dass diese kleine Siebenjährige Prinzessin sich irgendwann einmal gesund ernähren wird, weil das automatisch kommt. Dazu sollte man wissen, die Kleine ust grad mal 1,10 m mit 17kg. Immer die Kleinste immer die Zarteste. Die Eltern unterstützen das Verhalten und werden teilweise richtig biestig wenn nochmal die Nachfrage kommt, ob sie nicht doch probieren mag.
Ehrlich? Da zwinge ich mein Kind doch lieber zwei Stunden am Tag auf Süßigkeiten zu verzichten und wenigstens zu probieren, als hinterher so ein einseitig ernährtes Kind zu haben.
Und ja, da bin ich gerne die böse Mama die ihr Kind zwingt und ihre Macht missbraucht.

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Das ist doch noch keine essstörung! Zumindest nicht im psychologischen Sinne. Ein mäkeliges, schädigen, sich einseitig ernährendes Kind.
Ich habe als Kind so gut wie nix gefuttert. Nur ein und dasselbe. Wie mein großer Sohn jetzt auch ( meine Mama lacht immer ;-)). Ich wurde aber nie zum probieren gezwungen oder angeleitet oder überredet oder bestochen oder wie man es nennen will. Ich hab's halt nicht gegessen.
So mit 14 wurde ich etwas mutiger, ab 20 habe ich freiwillig vieles, aber nicht alles probiert. Heute koche ich durchaus gesund, esse aber noch immer kein Schweinefleisch und nur Mozzarella, sonst keinen Käse. Dafür aber ungefähr 90% mehr Gemüse als früher ( da waren es nur Karotten ;-)). Da ich das von mir kenne, koche ich zwar was uns Erwachsenen schmeckt, lasse aber die Kinder entscheiden ob sie es essen und wenn ich weiß, dass wie heute Kartoffeln von beiden partout nicht gegessen werden ( der kleine probiert übrigens oft ohne dass wir je was gesagt haben!), mache ich halt noch Nudeln dazu. Freien Zugang haben sie zu Brot und Obst und Naturjogurt.
Süßes haben wir nicht viel im Haus, ich weise immer drauf hin, dass Obst auch süß ist ;-) also kann sich da auch keiner was räubern. Im übrigen gibt es Schranksicherungen, die wirklich kindersicher sind. Ohne die könnte mein Mann schließlich keinen Whisky im Wohnzimmer stehen haben ;-)
Ach und wenn ich was essen muss, was ich nicht mag, bekomme ich leider auch als Erwachsene noch ganz heftigen brechreiz. Ich gehe schwer davon aus, dass meine Kinder das wohl auch so können.
Aber eine essstörung durch nicht zwingen zum essen zu bekommen, ähm, das halte ich für sehr Küchenpsychologisch und weit hergeholt ;-) ( es gab übrigens mal so nen schönen versuch, wo man Kinder sich selber das essen aussuchen ließ und es war besser als alle zuvor dachten!)
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Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Sakura »

talismama hat geschrieben:Wenn jeder vor seiner eigenen Haustür kehrt, finde ich das vollkommen okay und gut!
Wir können uns also darauf einigen, dass Deine Kinder probieren müssen, meine nicht.
Aber dann finde ich solche Bezeichnungen wie "oberreflektierte Mustermami" nicht nett.
Weil das nämlich das Gegenteil von Kehren vor der eigenen Haustür ist.
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Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Sakura »

Und, jana03, bist Du zufrieden? ;-)
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Lösche Benutzer 17612

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Ja, in bestimmten Situationen fordere ich von meinen Kindern, dass sie folgen. In der Regel dannn, wenn ihre Handlungen schädliche Folgen haben die sie noch nicht absehen können ( den Bus verpassen, Karies, vom Auto angefahren werden) oder wenn sie die Grenzen anderer Menschen überschreiten, die diese (noch) nicht verteidigen können (andere Kinder schlagen).
Das tue ich übrigens nicht nur deshalb weil ich meine Kinder zu guten gehorsamen Soldaten erziehen möchte, sondern weil ich von Natur aus ein totall unreflektierter bösartiger Mensch bin der unglaublich viel Spaß daran hat, andere Menschen-ganz besonders Kinder-zu demütigen.


Warum ich nun so sarkastisch reagiere: Weil Du ganz bewusst Sprachelemente aus dem Militär genutzt hast, um einen Erziehungsstil der eben NICHT dem Unerzogen-Konzept entspricht sofort in diese Ecke zu drängen. Hätte man nämlich auch anders ausdrücken können. Ich persönlich kann mit dieser kompletten unbedingten Freiheit fürs Kind nichts anfangen und halte es für überfordernd und vielleicht sogar schädlich, trotzdem packe ich nicht gleich meinen Sarkasmus aus um mit meiner Wortwahl Familien zu stigmatisieren die nicht meinem Denken entsprechen. Ich versuche in meinen Beträgen wenn es um so persönliche Dinge wie Kindererziehung geht immer sehr bei mir zu bleiben und nicht gleich mit stilistischen Spitzen versteckt andere Erziehungsmodelle herabzuwürdigen um meinen Weg als den absolut Richtigen darzustellen.
Abgesehen davon würde ICH auch nicht die Reste meiner Kinder essen, bloß weil sie eben da sind und ich kein Essen wegwerfen möchte. Ich esse nämlich-wie bereits erwähnt- nur dann wenn ich wirklich Hunger und Lust auf ein Lebensmittel habe. Was bedeutet dass ich das Essen wegwerfen muss, was ich für Verschwendung halte.
Was ebenso bedeutet dass ich meinen Kindern versuche beizubringen, sich ab einem gewissen Altern von vornherein nur kleine Portionen zu nehmen. Mit Konsequenzen. Die Konsequenz ist dass ich sage :" Du brauchst das nicht etwas leer essen, aber beim nächsten Mal möchte ich, dass Du nur eine kleine Portion nimmst und Dir später nachnimmst. Essen ist wertvoll, da steckt die Arbeit von vielen Menschen drin und deshalb möchte ich , dass wir so wenig wie möglich wegwerfen". Wenn sich mein Kind dann wiederholt zu große Portionen nimmt, dann darf es sich eben nicht mehr selbst nehmen sondern ich teile die Portionen ein ( die selbstverständlich nicht aufgegessen werden müssen). Und ich bin dann auch irgendwann verärgert. Nicht darüber dass das Kind nicht aufgegessen hat, sondern darüber dass es sich zu viel genommen hat. Würde ich permanent die Reste meiner Kinder essen ohne zu äußern dass man sich nur das nehmen sollte was man essen möchte, dann würde ich den ganzen Tag nur hinter meinen Kindern heressen. Die haben nämlich freien Zugang zum Obstkorb/ Kühlschrank /Süßigkeitenschrank und würden sich hier einmal quer durch's Paradies futtern. Was nicht bedeutet dass ich kein Verständnis dafür habe dass so etwas mal passieren kann. Das ist dann aber die Verantwortlichkeit vom Kind dass es sich verschätzt hat, und es ist nicht meine Aufgabe die Müllbilanz ins Lot zu Rücken, indem ich das Übriggebliebene aufesse.
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Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Sakura »

Ellen, wen meinst Du? Mich? :oops:
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Lösche Benutzer 1828

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Ich schätze Wortgewitter.....

Und diesen Angriff kann ich auch nicht nachvollziehen.
Ich kann ebenso nicht nachvollziehen, wieso sich einige hier so angegriffen fühlen, dass sie zurückschlagen. Jeder erzählt, wieso und weshalb er es so handhabt.
baum
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von baum »

ich finds immer toll neue Ideen und andere Sichtweisen zu lesen!
Ich frage mich dann selbst ob ich es so für uns richtig mache, oder ob es da vieleicht etwas zu ändern gibt.

Wo ich vieleicht ungünstig formuliert hab, das kein Kind dabei umkommt, wenn es mal ein Reiskorn oder Erbse probiert ist vieleicht unüberlegt gewesen-oder ich hätte es mit einen Zwinkersmilie versehen sollen, den irgendwie fällt hier doch oft die Mimik oder Tonart, wie es gemeint ist...

das das Anbieten eines Stück Lebensmittel aber mit GEwalt gegen das Kind auf eine Stufe gestellt wird-mmhhh...
ich denke jeder der hier liest und schreibt, liebt sein Kind, geht gewaltfrei mit Ihnen um und möchte nur das BEste!

Und jedes Kind ist anderes, brauch eigene Regeln und Grenzen, und jede Familie ist anders, was für manche passt ist für andere total unpassend...
ich denke da muss jeder schauen und sich eben selbst regelmäßig hinterfragen was gut ist....aber wir sind alle nur Menschen, und es ist doch menschlich nicht perfekt zu sein-also ich bin davon weit weit entfernt...aber ich strebe natürlich danach meinen Kindern -mit meine Möglichkeiten -das beste zu bieten...

ich biete ständing um was, nicht nur ob sie mal probieren mögen beim essen sondern obs sie mir mal was aufheben können, ob sie mal ein paar Schuhe anprobieren wollen, ob wir ein neuen Spielplatz erkunden wollen-und da haben sie auch die Wahl...

andere Sachen werden hier einfach gefordert-ob es ums anschallen bei der Autofahrt geht, oder Medizin einzunehmen und Co...

und ich überleg auch nicht stundenlag vorher wie ich was genau korrekt formuliere...das ich Aufforderung micht mit ? enden lassen sollte hab ich mitlwerweile gelernt....aber ansonsten ist Erziehung doch ein ständiges lernen mit und von dem Kind...

Ich hab eben meine Kinder gefragt ob sie es schlimm finden wenn ich beim Mittag sage, das Sie bitte probieren sollen...
beim Großen kam: wieso? Ist doch nicht schlimm! Probierte und aß dann nur Fleisch und Salat
bei der KLeinen kam-ja das sei schlimm für sie-sie mag essen schon nicht ansehen... also hab ich heute gesagt sie soll es dan doch stehen lassen...
der Kleinste neben mir hat sich dürchgefuttert, mit hier ein Stück gegeben was er nicht mochte, dort ein Stück wieder auf den Teller gespuckt weil der Mund wohl zu voll gestopft war, und Nachschlag beim Salat verlangt...ohne mein zutun...
Lösche Benutzer 5914

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Sakura hat geschrieben:
talismama hat geschrieben:Wenn jeder vor seiner eigenen Haustür kehrt, finde ich das vollkommen okay und gut!
Wir können uns also darauf einigen, dass Deine Kinder probieren müssen, meine nicht.
Aber dann finde ich solche Bezeichnungen wie "oberreflektierte Mustermami" nicht nett.
Weil das nämlich das Gegenteil von Kehren vor der eigenen Haustür ist.
Nein, meine Kinder müssen nicht probieren.
Und wenn ich mit "oberreflektierte Supermami" nicht jemanden konkretes meinte, dann ist das mehr der Hinweis auf eine SACHE, die mir negativ aufstößt. Ein bestimmtes Verhalten. Nämlich gerade ein Verhalten, das nicht bei sich bleibt, sondern meint alle anderen beurteilen und belehren zu müssen. Das passt also genau genommen beides zusammen.
Wenn ich dich eine oberreflektierte Supermami genannt hätte, hättest du natürlich vollkommen recht. Das habe ich aber nicht.
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