Etwas, zum Mut machen (sorry, lang)

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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samoe
ist nicht mehr wegzudenken
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Etwas, zum Mut machen (sorry, lang)

Beitrag von samoe »

Hallo,

ich würde gern mal unsere "Schlafentwicklung" des Großen erzählen, um anderen Mamis etwas Mut zu machen, dass sich vieles wirklich mit der Zeit gibt. Denn, wenn ich manche Beiträge hier so lese, dann hätte ich das noch vor relativ kurzer Zeit sein können.

Unser Sohn (*04/12) wurde eigentlich von Anfang an einschlafgestillt und lies sich niemals schlafend ablegen (im 1. LJ). Also kam er zu uns ins Bett und gut wars. Die ersten 12 Wochen schlief er traumhaft (22-4, 4-8) und danach kam eine Zeit, wo er monatelang(!!) aller 30-90 Minuten wach wurde und stillen wollte... und dann begann ich, mich etwas mehr mit Babys Schlaf zu beschäftigen (anfangs dachte ich, die Babys schlafen nur wenige Wochen nicht durch und dann gibt sich das ganz schnell :oops: ...jooaaah...unerfahrene Jungmami eben...) und war beruhigt, dass anscheinend auch andere Babys so sind...und dann konnte ich damit leben und stillte beim Schlafen und war (wieder) glücklich. Irgendwann wurde es laaaangsam besser.

Ca. mit einem reichlichen Jahr wurde es immer schwerer, ihn abends zur Ruhe zu bringen. Regelmäßig zog ich nach erfolgslosem einschlafstillen mit dem Tragetuch los und legte ihn dann schlafend ab. Bald klappte auch das nicht mehr und es wurde immer später mit der Zubettgeh-Zeit. Einmal konnte ich einfach nicht mehr und übergab den Kerl meinem Mann, der sich dann mit Ohrenschützer in ein Zimmer verkrümelte, den Kleinen sich auf die Brust legte und er sich in den Schlaf weinte. Ich war auf diese "Methode" keinesfalls stolz und weinte selbst, aber ich tröstete mich damit, dass er sich ja auf meinem Mann in den Schlaf weinte...irgendwann klappte es, dass ich ich wieder zur Ruhe brachte, meist durch festhalten aller Gliedmaßen (einschließlich Kopf), da er mit allem wackelte, nur um sich wach zu halten. In der Zeit verschob sich auch die Einschlafzeit wieder deutlich (von 23 Uhr auf 19 Uhr), ich las den Tipp, die Einschlafzeit gleich zu halten, egal wie der Mittagsschlaf war und es funktionierte bei uns. Mein Sohn war manchmal vielleicht einfach zuuuu müde und musste einfach zeitig genug zum Schlafen "gezwungen" werden. Das Einschlafen dauerte auch nicht mehr so lange...bis er ca. knapp 2 Jahre war.

Ganz plötzlich kam er nicht mehr 19.30 Uhr zur Ruhe, sondern erst gegen 21 Uhr (wenn er Mittagsschlaf hatte, den ließ er ab 1,5 Jahren auch gern mal am WE weg). Und es dauerte eeeeewig bis er zur Ruhe kam, meist 1h und mehr. Und ich war in dieser Zeit auch öfter mal so richtig durch mit den Nerven...es hat mich einfach soooo genervt diese ganze Einschlaferei und manchmal bebete ich vor Wut, wenn - mal wieder - 1,5h dauerte bis der Herr eingeschlafen war und ja, er war wirklich müde (und manchmal nervte mich auch das Stillen in der Zeit) und ja, auch ich habe mein Kind manchmal angeschrien, obwohl es natürlich nix dafür konnte. Ich versuchte immer mal wieder, das Einschlafen zu verändern (nur Händchen halten, kein Stillen, etc.)...es gab nur Geschrei und so brach ich das alles fix wieder ab ... und vertraute einfach darauf, dass es IRGENDWANN sich von ALLEIN geben wird. Ohne Mittagsschlaf war alles immer supi (fix eingeschlafen), mit Mittagsschlaf konnte ich gleich mit schlafen gehen...es belastete mich schon teilweise auch sehr, auch konnten wir nie abends (ohne Kind) ausgehen, da ich das meiner Schwiegermutti nicht zumuten wollte...

Genauso plötzlich wendete sich das Blatt kurz vor dem dritten Geburtstag...das Kerlchen war mittlerweile abgestillt (mit 2 Jahren und 8 Monaten) und schlief immer öfter durch seit 11/2014. Und es klappte, dass ich nur noch mit Hand halten neben ihm saß und er einschlief. Und ich versuchte einfach mal, dass ich ihm erklärte, dass ich hochgehe und er allein einschläft...und es klappte! Kein Weinen, kein nix und am nächsten Tag lobte ich ihn und er war stolz wie bolle, dass er das geschafft hat. In den nächsten 4-8 Wochen gab es auch mal einige Tage, wo jemand noch da bleiben musste, aber im Großen und Ganzen funktionierte es einfach super. Ich konnte es gar nicht glauben...diese Freiheit und Freizeit am Abend wieder, ich war ein neuer Mensch!

Seit 05/15 ist er nun auch in sein eigenes Zimmer gezogen und schläft dort völlig problemlos alleine ein und sehr häufig auch durch. Er geht stets gern zu Bett und wir hatten auch nie mit Nachtschreck oder sonstigen Nachtproblemen zu kämpfen.

Mittlerweile schläft er im KiGa auch mittags ganz oft nicht ein, dann geht er abends eher zeitig ins Bett. Am WE braucht er teilweise sogar den Mittagschlaf und schläft dann gleich mal 3h, geht dann abends etwas später (20.30-21 Uhr) ins Bett. Aber das alleine Einschlafen brachte für uns den Durchbruch und so "stört" es mich nicht, wenn er abends mal etwas länger auf ist, da ich dann einfach ein bisschen später noch Zeit für mich genießen kann (zumindest zur Zeit noch...der Mini ist ja schlaftechnisch noch mit Tuch oder Stillen zufrieden und putzelt ab 21 Uhr bei mir auf dem Sofa)

Puuuh, sorry, ist sehr lang geworden. Aber vielleicht liest die ein oder andere Mama das und denkt, ja so ist es bei uns momentan auch und kann dann ein bisschen Kraft tanken, dass es wirklich besser (oder anders werden wird). Kürzlich erzählte ich einer befreundeten Mama kurz unseren Werdegang und sie hat sich so gefreut, denn sie probierten auch nie Trainings und das Mädchen (2,75) braucht eben auch noch die Hand zum Einschlafen und sie sagte dann: "Morgen abend am Bett denke ich an dich".

Also, irgendwann schlafen die Kinder allein ein und ziehen auch aus dem Familienbett wieder aus!

LG, samoe
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mäusemännchen
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Re: Etwas, zum Mut machen (sorry, lang)

Beitrag von mäusemännchen »

Das ist auf jeden Fall toll zu lesen, dass sich das bei euch so positiv verändert hat. Ich bin immer froh, darin bestätigt zu werden, dass die Kinder es offensichtlich wollen, früher oder später, diese Hürde selbst zu meistern. Unser Sohn ist jetzt 6 Monate alt und schläft ausschließlich in der TH ein, um dann abgelegt zu werden. Einige versuchen da schon immer wieder mit rein zu reden, sodass ich auch manchmal mich dabei ertappe, dass ich irgendwann Gedanken mache, ob ich was ändern muss oder möchte. Und immer wieder komme ich zum Entschluss, dass ich mich freue, dass es bei anderen anders klappt, möchte dort mal Mäuschen sein...und wir machen so weiter, bis unser Sohn zeigt, dass er zum nächsten Schritt bereit ist.
Es freut mich für euren Sohn, zumal sich das toll anfühlen muss etwas alleine zu meistern, aus freien Stücken und für euch auch!
Julia mit mäusemännchen (März 2015)
nido56
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Re: Etwas, zum Mut machen (sorry, lang)

Beitrag von nido56 »

Das klingt toll!

Unsere "Schlafgeschichte" ist aehnlich. Wir haben auch all die lustigen Phasen durch von Nachts alle 45 Minuten stillen bis zu 1.5 h Einschlafbegleitung.

Nachdem mir jahrelang alle Welt geweissagt hat, dass wir den nieeee aus unserem Bett raubekommen wuerden, ist der Pirat auf eigenen Wunsch mit 3.5 in sein eigenes Zimmer gezogen. Da lege ich mich jetzt mit ihm hin, lese eine Geschichte vor und mache das Licht aus. Dann kuscheln wir noch kurz und er schlaeft normalerweise schnell ein, und ich kann wieder aufstehen. Normalerweise schlaeft er durch, ausser er hat einen Alptraum. Dann muss ich mich nochmal kurz zu ihm legen, aber er schlaeft dann auch immer gleich wieder ein.

Ich denke, das Alleineinschlafen wird auch demnaechst kommen. Ich habe das Gefuehl, er ist bald soweit. Aber im Moment geniessen wir beide diesen Kuschelmoment. Da sich alle anderen "Schlafprobleme" bisher mehr oder weniger von allein geloest haben, mache ich mir da gar keinen Stress.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Re: Etwas, zum Mut machen (sorry, lang)

Beitrag von MamaMonster »

Danke für eire Geschichten. Ich lese so etwas gerne, hier ist es nämlich noch recht schwierig.


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samoe
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Re: Etwas, zum Mut machen (sorry, lang)

Beitrag von samoe »

@MamaMonster: Genau deshalb habe ich das hier geschrieben. Auch bei euch wird die Zeit für euch arbeiten!
nido56 hat geschrieben: Nachdem mir jahrelang alle Welt geweissagt hat, dass wir den nieeee aus unserem Bett raubekommen wuerden
... ja, das durfte ich mir auch oft anhören und viele sind erstaunt, dass der Umzug ins KiZi und eigene Bett nun sooo unkomliziert klappte.Und, er lässt sich eigentlich von jedem ins Bett schaffen und ist nun extrem unkompliziert geworden, was das Schlafen angeht :D ...
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nari
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Re: Etwas, zum Mut machen (sorry, lang)

Beitrag von nari »

Danke, dass du das geschrieben hast! Das tut wirklich gut zu lesen! Unser kleiner wird zum einschlafen gestillt, wacht alle 1-2 Stunden nachts auf und schläft abends sehr ungern ein. Puh! Das zerrt an Nerven und Kraft. :-)
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Meerhuhn
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Re: Etwas, zum Mut machen (sorry, lang)

Beitrag von Meerhuhn »

Auch von mir ein Danke für diese Mutmach-Geschichten!
Der kleine Mann schläft hier nur mit Stillen im Bett oder in der Federwiege... Nicht mal Tuch klappt, die Welt ist einfach zu spannend für ihn... Und natürlich bekommt man da "Tipps" von anderen und ja, ich frage mich manchmal, ob ich nicht vielleicht doch mal andere Wege probieren soll. Da endet aber jeder Versuch sofort mit Geschrei und ich breche doch wieder ab. Ich lass mich da doch noch verunsichern von anderen. :(
Umso schöner, auch mal Mut gemacht zu bekommen, dass man doch nicht so verkehrt ist :)
Kleiner Professor - April 2015
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