Nachts abstillen - aber wie?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Kuchensüchtige
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Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von Kuchensüchtige »

Hallo zusammen,
vor einigen Monaten bin ich auf euer Forum aufmerksam geworden und da ich soviel hilfreiche Beiträge für mich mitnehmen konnte, möchte ich heute meine eigene Frage an die erfahrenen Stillmamis da draussen stellen. ;-)

Erstmal zu mir: ich bin 30 Jahre alt und habe vor fast einem halben Jahr mein erstes Kind bekommen.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten läuft das stillen nun seit Monaten unproblematisch und wir beide geniessen das sehr. :D Er bekommt noch keine Beikost, wird voll gestillt (kein Wasser o. ä. da er die Flasche auch ablehnt), wiegt stolze 12 kg und schläft im Familienbett.

Nun wurden wir von unserem Kinderarzt darauf aufmerksam gemacht, dass wir nachts ruhig langsam abstillen könnten. Ich würde das eigentlich auch sehr gerne, zumal sich mein Sohn alle 1,5 bis 2 Stunden meldet – oft auch nur nuckeln und nicht trinken möchte. Das geht langsam schon sehr an meine Substanz (obwohl ich im liegen stille). Bekommt er das nicht, wird geschrien. Schnuller möchte er nicht. Getragen werden hilft in Verbindung mit Musik, einschlafen und ablegen ist aber nicht möglich.

Unser Arzt meinte ich sollten ihn wenn er wach wird 2-3 min stillen und dann aufhören. Zum einen reicht ihm das oft nicht, zum anderen löst es mein Problem der geringen Abstände nicht.
In einem Internetforum bin ich auch auf den Tipp eines Entwicklungspsychologen gestoßen, der meint man solle 2-3 Nächte anderweitig beruhigen aber bloß nicht stillen, dann hätte sich das Kind daran gewöhnt. Wenn mein Kleiner dann aber doch Durst hat? Er nimmt ja keine Flasche …

Gestern Nacht haben wir das ausprobiert aber irgendwann hab ich es nicht mehr ausgehalten und ihn doch gestillt. Was meint ihr dazu? Kann das klappen (vorausgesetzt er ist nicht hungrig und das Nuckeln nur Gewohnheit). Müssen wir einfach durch ein paar aufreibende Nächte und dann wird es besser? Oder besteht die Gefahr dass sich sein Rhythmus verschiebt und er tagsüber schläft?

Ich möchte ihn natürlich nicht traumatisieren aber diese Nächte halte ich auch nicht mehr lange durch. :(
Bin ich vielleicht selbst schuld an der Situation da sich bei uns das Einschlafstillen etabliert hat? Lässt er sich deswegen nicht anderes beruhigen und ich muss ein anderes Einschlafritual einführen?
Nach welcher Methode soll ich vorgehen und habt ihr vielleicht noch Tipps?

Für Vorschläge wäre ich sehr dankbar!
Libertinesse
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Re: Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von Libertinesse »

Einen Tipp kann ich dir leider nicht geben, aber wir haben das selbe "Problem" hier. Meine Tochter ist aber noch nicht ganz vier Monate alt. Seit drei Wochen meldet sie sich nachts etwa alle 1,5h - nicht weil sie Hunger hat, sondern weil sie das nuckeln zum einschlafen braucht. Leider behält sie die Brust dann eine ganze Weile im Mund, so dass ich nie länger als eine Stunde schlafe. Argh.
Ich habe mir das Buch "Schlafen statt Schreien" (E. Pantley) besorgt und es klingt sehr vernünftig...ich werde es wohl mit der Methode im Buch versuchen (quasi liebevolle Konsequenz), bisher habe ich es erst eine Nacht versucht.
Vom Gefühl her denke ich aber, dass ein Baby mit sechs Monaten auch nachts noch Hunger haben könnte.
Alles Liebe
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MamaMonster
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Re: Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von MamaMonster »

Das hat mir meine KÄ auch empfohlen. Ich habe dann hier nachgefragt und ganz viele Stimmen gehört, die gesagt haben: nur weil du abstillst, muss das nicht heissen, dass das Baby nachts besser schläft. Ich habe mich schlussendlich entschieden, es zu lassen und bin froh darüber. Ich stille nachts auch immer noch regelmässig (im Moment meist nur noch so 3x pro Nacht, es war auch schon mehr) und seit ich das innerlich akzeptiert habe, leide ich kaum mehr darunter. Ich stille auch in den Schlaf und trotzdem kann der Kleine auch anders einschlafen.

Das war ja eigentlich nicht deine Frage, aber ich wollte trotzdem die Aussage des Kinderarztes relativieren und sagen, dass es sich, nur weil du nachts weiterstillst, nicht immer so anfühlen muss, wie jetzt. Und nur weil du abstillst, wird es nicht besser. Ich will dir natürlich kein schlechtes Gewissen machen oder so, mach das womit du dich wohl fühlst.

Die Methode deines Arztes klingt für mich, als wäre sie an Dr. Gordon angelehnt (wobei dieser sie erst für Kinder ü1 empfiehlt). Seine Methode findest du hier

http://www.rabeneltern.org/index.php/wi ... milienbett


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Re: Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von MamaMonster »

Libertinesse, dein 4 Monate altes Baby würde ich nachts jetzt wirklich noch nicht abstillen. Das hat vermutlich echt noch Hunger. Meiner hatte das mit 6 Monaten sicher. Und das Bedürfnis nach Nähe ist auch wichtig. Lasst euch Zeit... Sie ist ja noch winzig.


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Re: Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von Libertinesse »

MamaMonster hat geschrieben:Libertinesse, dein 4 Monate altes Baby würde ich nachts jetzt wirklich noch nicht abstillen. Das hat vermutlich echt noch Hunger. Meiner hatte das mit 6 Monaten sicher. Und das Bedürfnis nach Nähe ist auch wichtig. Lasst euch Zeit... Sie ist ja noch winzig
Ich will ja nachts gar nicht abstillen - ich möchte bloß kein nächtliches Dauergenuckel. Bis vor wenigen Wochen kam sie 2-3 mal nachts (vermutlich aus Hunger) - also völlig normal und absolut akzeptabel. Aber stündlich?
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Re: Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von Binelein »

Auch das ist normal und eine Phase! Sie ist doch noch so klein.

Wie schlaft ihr denn? Schläft sie bei dir im Bett? Dann kannst du mit ein bisschen Übung sie andocken und weiterschlafen während sie stillt. Sie ist wirklich noch sehr sehr klein und diese ganzen Schlaf-Programme sind eher für Kinder über 1 Jahr gedacht.

Auch für das Baby oben mit 6 Monaten finde ich die nächtlichen Abstände völlig normal. Babys sind darauf eingestellt besonders nachts viel zu stillen.

Du bist weder daran schuld noch sonst jemand. [emoji3] das ist ein ganz normales Verhalten eurer Babys und wird auch wieder anders.


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Re: Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von MamaMonster »

Binelein hat geschrieben:Auch das ist normal und eine Phase! Sie ist doch noch so klein.

Wie schlaft ihr denn? Schläft sie bei dir im Bett? Dann kannst du mit ein bisschen Übung sie andocken und weiterschlafen während sie stillt. Sie ist wirklich noch sehr sehr klein und diese ganzen Schlaf-Programme sind eher für Kinder über 1 Jahr gedacht.

Auch für das Baby oben mit 6 Monaten finde ich die nächtlichen Abstände völlig normal. Babys sind darauf eingestellt besonders nachts viel zu stillen.

Du bist weder daran schuld noch sonst jemand. [emoji3] das ist ein ganz normales Verhalten eurer Babys und wird auch wieder anders.


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Unterschreib! Und auch wenn es anstrengend ist (da rede ich aus Erfahrung, wir hatten auch wochenlanges Dauernuckeln), ist es deswegen noch nichts Schlimmes oder nicht normal. Hier gibt es viele, denen es ebenso geht. Guckt mal ins Schlaf, Kindlein, schlaf... Forum.
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Winterwunschkind
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Re: Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von Winterwunschkind »

MamaMonster hat geschrieben:Und auch wenn es anstrengend ist (da rede ich aus Erfahrung, wir hatten auch wochenlanges Dauernuckeln), ist es deswegen noch nichts Schlimmes oder nicht normal. Hier gibt es viele, denen es ebenso geht. Guckt mal ins Schlaf, Kindlein, schlaf... Forum.
Mich zum Beispiel! Ich winke vom Einfschlafstillen zu euch rüber und sage: Mit 6 Monaten haben wir hier genau eine Dauernuckelphase erwischt. Ein Phase so wie die anderen auch. Und ich glaube persönlich auch nicht, dass es besser wäre wenn ich nachts nicht stillen würde. Aber ich kann euch verstehen, derzeit könnte ich auch im Stehen schlafen. Das geht vorbei, da bin ich mir sicher. Und wenn ich nicht stillen würde, dann müsste ich ja was anderes machen. Und mir nachts die Lütte meckernd ins Tuch binden, nein Danke, da stille ich lieber und versuche beim Nuckeln auch ein wenig zu schlafen. Oder höre mir ewig langweilige Hörbücher auf dem iPod an. Ganz viel Schlaf wünsche ich euch!
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DolphinFFM
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Re: Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von DolphinFFM »

Auch wir hatten mit 6 Monaten eine Phase mit nächtlichem Dauernuckeln. Das war anstrengend aber geht vorbei. Ich habe das von vielen gehört. Die Kleinen beginnen mobil zu werden und im Kopf passiert viel. Sie nehmen die Welt wieder anders war, bekommen mehr mit. Das verarbeiten sie nachts - z. B durch nuckeln.
Daran wirst du aber nichts ändern, wenn du nachts abstillst (oder es reduziert). Verarbeiten muss dein Kind die Erlebnisse von Tag trotzdem und die Alternative die sich dein Kind dann sucht kann für dich auch noch anstrengender sein als jetzt.

Da musst du in dich hineinhören und in dein Kind. Glaubst du das Nuckeln ist ein Bedürfnis - dann wird abstillen die Situation nicht verbessern.
Ist es eine Gewohnheit - dann kann es was bringen. Da musst du dein Kind begleiten den Verlust zu verarbeiten, dass kann er in dem Alter noch nicht allein.
Ob es Bedürfnis oder Gewohnheit ist weißt nur du, kein KiA, Entwicklungspsychologe oder wir.
Bei meiner war es Bedürfnis und ist es immer noch (mit 16 Monaten).
... mit den 3 Tigermädchen (02/2014 & 12/2016 & 01/2020)
Kuchensüchtige
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Re: Nachts abstillen - aber wie?

Beitrag von Kuchensüchtige »

Zunächst einmal vielen Dank für eure Antworten!!

Ich habe mir jetzt erstmal das empfohlen Buch bestellt und werde, bis ich es gelesen habe, nichts ändern.
Das es bei anderen ähnlich war und mit der Zeit von alleine besser wird, macht mir Mut. Ganz abstillen käme für mich jetzt auch noch absolut nicht in Frage. Und der Denkanstoß meinen kleinen Mann als Alternative sonst mitten in der Nacht ins Tuch binden zu müssen, hat mich auch noch mal nachdenken lassen. ;-) (obwohl ich tagsüber sonst begeisterte Tragemama bin :-))

Es davon ein Stück weit abhängig zu machen ob es Gewohnheit oder Bedürfnis ist finde ich einen sehr guten Ansatz. Ich denke bei uns ist es zur Zeit noch Bedürfnis und daher bleiben wir vorerst dabei. Danke für den Tipp es von der Warte aus zu betrachten!
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