meine Krümeline ist heute 17 Monate alt. Wir stillen noch völlig nach Bedarf, was an den meisten Tagen sehr viel ist. Nachts mehrfach, morgens vor dem aufstehen sehr ausgedehnt, über den Vormittag verteilt mehrfach kurz, zum/statt Mittagessen, über den Nachmittag verteilt mehrfach, zum Abendessen, zum/vor dem Einschlafen ausgiebig... Genaue Zahlen kann ich nicht nennen, aber in der Häufigkeit reichen wir sicher an die meisten Vollstillpaare ran.
Essen tut sie zur Zeit leidlich; das war auch schonmal mehr/besser. Wir haben von Anfang an BLW gemacht, mit einem schnellen Abstillen hatte ich also auch gar nicht gerechnet. Anfangs war sie auch sehr interessiert an Essen, hat schon früh begeistert zugelangt (und trotzdem in gewohnter Häufigkeit weitergestillt). Momentan schiebt sie ihr Essen allerdings wieder häufig von sich und isst nur sehr übersichtliche Mengen. Zum Frühstück meist gar nicht oder nur wenige Löffel, im Verlauf des Tages dann etwas mehr, aber auch keine sattwerde-Mengen.
Was mich derzeit besonders stört ist ihre Angewohnheit, beim Essen zu signalisieren dass sie fertig ist (Essen wegschieben, Lätzchen wegzerren, aus ihrem Stuhl wollen), nur um dann nicht etwa zu spielen, sondern schnurstracks zu mir zu kommen und sich Milchnachschub zu holen. 90% aller Familienmahlzeiten bin ich also mit stillendem Kind "belegt", was mich mittlerweile einfach nur noch nervt. Nicht nur weil sie mir die Hände blockiert, sondern auch weil sie nie stillhält und auch beim stillen ständig am zappeln, treten, Tisch wegschieben, rumwippen,... ist.
Ein weiterer Aspekt ist, dass ich bis heute noch keinen Zyklus habe. Nun wollen wir aber aus mehreren Gründen gerne einen Altersabstand <3 Jahren haben, mittlerweile würde ich sogar sagen je eher ich wieder schwanger werde, desto lieber ist mir das. Nun weiß ich natürlich nicht, wie "wenig" stillen mein Körper braucht, um wieder einen Zyklus zu produzieren, aber das jetzige Maß scheint zu viel zu sein.
Ich möchte das stillen also gerne reduzieren. Abstillen möchte ich zum derzeitigen Punkt aber nicht - die Krümeline scheint es noch sehr zu brauchen und auch ich merke, dass ich noch nicht dazu bereit bin. Aber wenn ich mitbekomme, dass andere Mütter im Freundeskreis mit Kindern in ähnlichem Alter nur noch morgens/abends und in der Nacht stillen werde ich regelmäßig neidisch...
Momentan bin ich aber unsicher, wie ich das reduzieren am Besten angehe. Eine Zeitlang habe ich an nachts abstillen gedacht, auch weil die Krümeline nach wie vor sehr oft, teils stündlich, aufwacht. Aber gleichzeitig ist stillen halt auch die einfachste Lösung, sie wieder zum schlafen zu bringen, daher traue ich mich da (noch) nicht so wirklich ran. Tagsüber ist mein größter Nervfaktor das Stillen am Essenstisch. Versteht eine knapp anderthalbjährige schon wenn ich ihr sage, dass beim Essen nicht mehr gestillt wird? Selbst spricht sie noch kein Wort, scheint aber sehr viel vom gesagten zu verstehen und kommuniziert immerhin einigermaßen mit nicken/kopfschütteln.
Und sonst? Momentan scheint sie einfach immer bei Hunger/Durst zu mir zu kommen und zerrt an meinem Pullover rum (noch so etwas, was mich stört). Inzwischen versuche ich dann immer, ihr zuerst zu essen/trinken anzubieten; manchmal klappt das auch, oft kommt sie hinterher trotzdem noch zu mir. Bin ich nicht da kommt sie wunderbar ohne Milch aus (und isst dann auch mehr). Da ich derzeit arbeitslos bin, bin ich aber eben da (auch wenn ich hoffe, da bald etwas dran ändern zu können).
Am Liebsten wäre mir ja eine morgens/mittags (nach dem Mittagsschlaf)/abends/nachts-Lösung. Aber ob das meinem Körper ausreicht, um wieder einen Zyklus zu produzieren? Weiß ich natürlich vorher nicht. Aber auch vom Belastungsfaktor würde mir das gefallen. Auch wenn so ein sich ankuschelndes stillendes Kind schon gemütlich ist... (so ganz ohne Ambivalenzen bin ich also nicht)
Von einem Tag auf den anderen umstellen (und ihr vorher erklären, natürlich)? Oder nach und nach? Mit welchen Regeln? Ich bin echt ratlos...
Habt ihr vielleicht hilfreiche Gedanken/Tipps/Anregungen/Erfahrungen für mich?
Zur Verdeutlichung vielleicht noch kurz unser Essens-Tagesablauf:
Meist gibt es morgens Müsli oder Hirsebrei mit Früchten. Davon aß sie mal ein bisschen was, derzeit aber wieder fast gar nichts. Schokomüsli näme sie (will ich ihr aber nicht geben), Alnatura Kindermüsli mit wenig Milch oder mit Apfelmus angerührt mag sie einigermaßen, Hirsebrei weniger (auch wenn mir das wegen dem Eisengehalt lieb wäre). In den letzten Tagen hatte ich einen Magen-Darm-Infekt, da aß sie dann plötzlich meinen Zieback mit (...und stillte unvermindert oft...).
Vormittags dann selten nochmal was, zum Mittagessen (was bei uns meist Brot ist) mal ein Stückchen Brot, meist aber eher nur die Butter darauf und teils Nussmuß oder Leberwurst, letztens mal Quark mit Honig. Gerne isst sie Papas Oliven und Wurst mit, derzeit werden aber auch die oft nur angelutscht und ausgespuckt/zurückgegeben/den Katzen hingeworfen (
Nachmittags dann meist nochmal ein bisschen Obst und/oder ein Ministück Brot, Abends gibt es dann warmes Essen (frisch selbstgekocht an so gut wie allen Tagen), meist irgendwas mit Gemüse. Dabei waren bis vor kurzem wenigstens Kartoffeln die ultimative "Kind isst"-Garantie, aber momentan klappt nichtmal das.
Bei Hunger biete ich ihr meist Banane/Apfel oder was sonst an Obst da ist an, mein Mann rührt ihr auch gerne mal ein Kindermüsli an oder wir schmieren ein Brot mit Butter/Nussmuß/Leberwurst/Olivenöl. Beim Abendessen achte ich eigentlich immer darauf, dass etwas für sie essbares dabei ist oder reiche notfalls eine Alternative (was aber nur selten vorkommt). "Knabberkram" wie Reiswaffeln, Zieback, Dinkelstangen, Salzstangen, Kekse... (das, was früher in unserer "BLW-unterwegs-Dose" war) würde sie in größeren Mengen essen, aber a) ist uns das zu teuer für jeden Tag, b) finde ich es vom Nährstoffgehalt nicht ideal und rangiert eigentlich eher unter "Süßkram" und c) macht das meiste davon jetzt auch nicht gerade lange satt.