Unser Sohn - 22 Monate - ist ein absolut fröhliches, lebhaftes Kind, quatscht den ganzen Tag, geht zu jedem hin, lacht und freut sich, alles super. Er hat bisher nie sonderlich gefremdelt oder sich schüchtern gezeigt. Wenn wir irgendwo sind, egal ob fremd oder vertraut, ist er sofort unterwegs und spielt. Nun ist mir allerdings schon öfter aufgefallen, dass er z.B. in der Spielgruppe oft alleine vor sich hin spielt (soweit kein Problem, er ist ganz versunken in sein Spiel). Dazu muss ich vielleicht sagen, dass wir keine festen Gruppen besuchen bisher und er auch noch nicht fremdbetreut wird. Zu Hause beschäftigt er sich sehr schön alleine, wir gehen aber soweit es geht jeden Nachmittag raus unter Leute bzw. Kinder.
Nun gab es in letzter Zeit einige Situationen, in denen er von anderen Kindern sehr bedrängt wurde (Finger ins Auge, stürmisches umarmen woraufhin beide umgefallen sind, etc.) und er das einfach über sich ergehen lässt, anfängt zu weinen und Angst bekommt. Wenn ihm jemand etwas wegnimmt oder er etwas haben möchte, was gerade ein anderer hat, fängt er an zu weinen und gestikuliert wild umher, macht aber sonst nichts. Der Sohn einer guten Freundin (gleiches Alter) ist im Kontakt mit anderen Kindern sehr offensiv und auch ansonsten ein absoluter Wirbelwind (wenn er einen Raum betritt herrscht nach 2 Minuten das totale Chaos, er ist wie ein Elefant im Porzellanladen). Dieser Junge liebt meinen Sohn:). Und er mag ihn glaube ich auch, weil sie zwischendurch wirklich schön miteinander spielen und viel Spaß haben. Allerdings gibt es zwischendurch immer wieder viele Tränen und aus 3 Treffen sind wir 2x mit einer dicken fetten Beule am Kopf (erstes Mal Spielhammer, zweites Mal Fernbedienung :/) herausgegangen. Wir als Mütter wollen eigentlich, dass die zwei sich selbst arrangieren, aber wenn das so ausartet, geht das natürlich nicht. Meine Freundin muss ihren Sohn teilweise auch regelrecht zurückhalten von meinem und meiner weint und hat Angst, wenn er ihn nur anschaut. Nach gut 2 Stunden haben sie die ersten beiden Male wo wir bei ihr zu Besuch waren richtig schön miteinander... aber diese 2 Stunden sind der pure Stress. Heute waren sie bei uns und nach einer guten Stunde sind sie gegangen, weil es einfach keinen Zweck hatte :/.
So... Frage nun:
Was ist da los und was kann ich bzw. wir machen? Die Krabbe ist mein erstes Kind, ich bin völlig ratlos, wie ich mit diesem "nicht wehren" umgehen soll. Wir erziehen nach AP, wir respektieren seine Grenzen so weit möglich immer und ich ermutige ihn wo ich kann zum selbstständigen Handeln. Hab ich irgendwas falsch gemacht? Irgendwas vergessen? Wie reagiere ich in solchen Situationen richtig? Er tut mir total leid und ich sehe auch, dass er selbst total überfordert ist mit der Situation. Mir macht das wirklich zu schaffen, weil ich selbst nie gelernt habe, meine Grenzen zu kommunizieren und bis heute daran knabbere. Ich habe total Angst, dass ich das bei meinem Kind auch verpasst habe irgendwie. Mein Sohn ist ein sehr aufgeweckter und sensibler Junge, der eigentlich sehr selbstbewusst daher kommt. Allerdings hatten wir einen schwierigen Start, er ist KISS-Kind, ich hatte eine Wochdenbettdepression,... es dauerte alles einige Monate bis wir wirklich zueinander fangen und auch wenn wir jetzt sehr eng sind, habe ich immer wieder Sorge, dass ich irgendwas unwiderruflich kaputtgemacht habe, bevor es überhaupt wachsen konnte
Zweite Frage:
Was kann meine Freundin machen? Der Junge hat den Spaß seines Lebens daran, einfach alles umzuwerfen, kaputtzumachen, er fegt durch die Räume wir ein Tornado. Aber er ist dabei nicht aggressiv sondern einfach nur total übermütig. Ich vermute, er weiß nicht wohin mit seiner Energie, aber wie kann man einem knapp Zweijährigen da helfen? Egal, was sie sagt, er macht es entweder gleich nochmal oder gerade trotzdem. SIe ist auch völlig verzweifelt und natürlich auch traurig und meinte schon, dass sie mit dem Kind nirgendwo hingehen kann.
Danke fürs Lesen und vielleicht hat ja jemand eine schlaue Idee