Sweetpea hat geschrieben:Vielen lieben Dank für all eure Antworten. Großen Respekt an alle die es geschafft haben.
Ich denke ich werde wirklich versuchen bewusst 2-3 Veggietage in der Woche einzuführen und mal sehen, wie das läuft, wie es sich anfühlt. Ich denke nicht, dass ich jemals 100prozentiger Vegetarier werde, aber mir gefällt der Ansatz Fleisch wenn dann ganz bewusst zu geniessen.
Ich werde euch auf dem Laufenden halten.
Das klingt gut
Früher gabs hier jeden Tag (fast zumindest) Fleisch, war irgendwie "normal". Je mehr ich gelesen, gehört, gesehen habe zum Thema Massentierhaltung, Lebensmittelskandale, Ausbeutung der Arbeiter, umso mehr ist mir das vergangen bis hin zum Ekel.
Ich mache es so: ich koche fast ausschließlich vegetarisch, überwiegend Bio, Eier und Milch immer Bio, am besten Demeter. Als Inspiration dient mir da eine vegetarische Kochzeitung mit absolut megaleckeren Rezepten.
Wenn Fleisch, dann kaufe ich es von einem regionalen Erzeuger. Die kaufen ihre Ferkel beim Ferkelerzeuger, ziehen sie dann aber selber groß und schlachten sie auch selbst auf dem Hof, also kein weiterer Transport. Ich war auch schon auf dem Hof. Geflügel haben sie auch.
Fleisch gibts nicht oft. Die Kinder essen es halt sehr, sehr gern, und nachdem mein einer Sohn ernsthaft überlegt hat, ob er vielleicht doch lieber zu seinem Papa ziehen mag weils da mehr Fleisch gibt, bereite ich es etwa ein Mal pro Woche zu. Zumindest, wenn "unser" Erzeuger am Wochenmarkt ist
Für Weihnachten habe ich Wildschwein zubereitet, das ich bei einem Jäger ein paar Orte weiter gekauft habe. Vermutlich werde ich dort künftig auch gelegentlich Fleisch kaufen, spätestens wenn die Grillsaison wieder losgeht.
Weiter habe ich festgestellt, dass das Essen zum Krampf wurde, als ich versucht habe, rigorose NoGos einzuführen wie etwa Fastfoodrestaurants gibts nicht mehr. Wir machen das also durchaus gelegentlich - aber sehr selten. Und die Kinder wissen zumindest den Unterschied zwischen einem Wildtier, einem fair gehaltenen Tier und Massentierhaltung.
Ich glaube, jeder darf da seinen eigenen Weg finden. Für mich war es enorm wichtig, mir erst mal meine Ernährung überhaupt bewusst zu machen und sie somit zu hinterfragen. Das hat unseren Speiseplan definitiv bereichert! Prinzipiell habe ich nun kein moralisches Problem damit, wenn ein Tier für meine Ernährung stirbt, ich würde es auch selbst töten, wenn ich müsste (bzw. hab es auch schon mal gemacht). Aber ich finde es sehr fragwürdig, ethisch und auch in gesundheitlicher Hinsicht, dass es heutzutage jeden Tag Fleisch sein MUSS - und zwar billig, billiger, am billigsten. Das widert mich komplett an mittlerweile, weil ich einfach nicht verstehen kann, dass so viele Menschen sich derart für dumm verkaufen lassen und offensichtlich gar nicht wissen WOLLEN, was sie da essen.
Vielleicht werde ich irgendwann mal komplett veggie, reizen würde es mich

Aber bis dahin habe ich einen Weg gefunden, der zu uns hier passt.
Übrigens habe ich einen weiteren Effekt gemerkt: mit der Ernährungs"bewusstmachung" kam ich irgendwie gar nicht mehr umhin, mich auch mehr mit der Herstellung von Kleidung und Schuhen auseinanderzusetzen. Und das führte dann noch weiter, ich schaue mittlerweile auf jedes Etikett, egal, was ich kaufe (und mein Mann gleich mit). Es ist so schwer bzw. mir leider unmöglich, überall konsequent fair und öko einzukaufen. Aber es ist auch mit wenig Geld viel mehr möglich, als ich früher für möglich gehalten hätte. Beispiel Schuhe: ich habe El Naturalista für mich entdeckt, und die gibts immer wieder mal sehr günstig mit diversen Rabatten versehen. Und dann halten die und halten und halten bei entsprechender Pflege, kein Vergleich zu den Chinaschuhen von Deichma** und Co. Ist jetzt nur ein Beispiel, wie gesagt, ich konsumiere mittlerweile sehr viel bewusster und bin erstaunt, wie viel doch geht, auch wenn die Mittel sehr begrenzt sind.
Liebe Grüße Alex