Mein Sohn wurde nach knapp 5 Monaten stillen, dann auch zum Flaschenbaby. Die behielt er lange bei. Er fing nach seinem ersten Lebensjahr an, nennenswerte Mengen zu essen. Da reduzierten sich dann nach und nach seine Tagflaschen. Aber die obligatorische Nachtflasche blieb bis nach seinem 2. Geburtstag. Ich habe dann irgendwann kurz nach dem 2. Geburtstag angefangen, ihm nachts einfach Wasser zu geben, wenn er sich gemeldet hat. Die ersten Nächte war es natürlich ungewohnt für ihn, aber kein großes Drama (sonst würde ich mich wohl besser daran erinnern).
Ich würde immer je nach Kind entscheiden, wann es Zeit ist die Flasche abzugewöhnen. Ich habe bei meinem Sohn gemerkt, dass er nicht aus Hunger nachts eine große Flasche PRE Milch trankt und daher hat es wahrscheinlich auch so gut funktioniert, die mit Wasser zu ersetzen (und dann halt gar nichts mehr bzw. Wasser, wenn er wirklich Durst hat). Ich musste ihm also nur die Gewohnheit abgewöhnen. Hätte ich das Gefühl gehabt, er braucht die Milch nachts noch als Nahrungsquelle und er hat tatsächlich Hunger, hätte ich das nicht getan (und er hätte es bestimmt nicht so leicht zugelassen).
Habt Geduld mit Euren Kindern, aber seid auch ehrlich. Milch ist für mich ein Nahrungsmittel. Und das sollte man bei Hunger zu sich nehmen. Nicht aus Gewohnheit.
@Sarasu: bei Deinem Sohn gehört die Flasche bestimmt schon ganz fest zum abendlichen Ritual. Oder denkst Du, dass er wirklich Hunger hat? Wenn es für ihn ein Ritual ist und der Vorbereitung auf den Schlaf dient, kannst Du vielleicht gemeinsam mit ihm etwas neues aussuchen und langsam einführen? Dazu würde ich ihm sagen, dass Milch ein Nahrungsmittel ist und satt machen soll und wenn er Hunger hat, darf er gern Milch bekommen. Am Tisch. Und zum Einschlafen darf er sich Wasser oder eine Geschichte oder ein Hörspiel oder eine Runde Kuscheln oder ... aussuchen. Ich würde in dem Alter aber das nicht von heut auf morgen anfangen, sondern ihm Zeit geben sich darauf vorzubereiten. Also eine Woche (oder wie lange Du für sinnvoll hälst) ihm das erklären und ihm die neuen Möglichkeiten vorschlagen. Ich würde dann die kommenden Abenden auch bewußt mit ihm über das Ritual sprechen und vielleicht sogar beim in Bett bringen und Flasche trinken mit ihm überlegen, was ihm statt dessen gefallen könnte. Wenn Du dann immer mal wieder mit ihm darüber sprichst, kann er sich ganz in Ruhe damit auseinandersetzen und wird den Mut finden und bereit sein die Flasche aufzugeben.
(Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass mein Sohn auf diese Art und Weise mit jeglichen Änderungen besser umgehen kann. Er ist eher ein Kopfmensch und mag sich Sachen vorstellen und braucht seine Zeit sich mit Dingen anzufreunden. Und ich als Erwachsene mag auch nicht so gern vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern in den Änderungsprozess mit einbezogen werden. Ich mag mich damit anfreunden und auseinandersetzen. Und das traue ich auch Kindern in dem Alter zu.)
@capesider: Ich stimme Deinem Mann zu (unbekannter Weise)

. Ich bin mir sicher, dass Dein Sohn seinen Bedarf allein reduzieren wird, wenn er ebend mehr isst und würde mir da jetzt noch gar keine Gedanken machen. Deine negativen Gedanken bezüglich Pulvermilch kann ich sogar nachvollziehen. Würdest Du sie denn gern ersetzen wollen oder soll sie komplett wegfallen? Das zweitere würde ich - nach meinen Erfahrungen und Deinen Schilderungen - für zu früh halten.
@neuhier: Ich sehe Dich gerade in der Vorschau. Vieles lief bei uns ähnlich, obwohl mein Kind nicht ganz so jung war wie Deines, bist Du nicht ganz alleine hier

. Und wenn ich Deine Geschichte mit meiner vergleiche fällt mir auf, dass es scheinbar wirklich wichtig ist, zu überprüfen bzw. herauszufinden, ob die Kinder aus Hunger oder aus Durst oder aus Langeweile oder ähnlichem trinken ... Und, dass im Endeffekt jedes Kind anders ist. Meiner hätte mit 13 oder 14 Monaten noch nicht ohne Flasche sein können, weil die zu der Zeit noch seine Hauptnahrungsquelle war.