Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Lilotta
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Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Beitrag von Lilotta »

Hallo liebe Forinnen und Forer ;-),

Ich brauche Rat.
Ich denke jemand wie die Supernanny würde wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen schlagen wie es bei uns "zugeht", wir haben sehr spezielle Verhältnisse zu Hause: wir leben in einer großen Wohnung mit 2 Mitbewohnern und mein Mann arbeitet als Tagesvater, dh bis Nachmittags wuseln auch noch 4 Betreuungskinder herum und wenn die dann wiederum abgeholt werden bringt irgendeine Mutter Kuchen mit worauf das in ein Kaffeekränzchen ausartet. Unser Alltag an sich ist nicht so exakt getaktet, weil wir dann zusammen kochen ( also die WG) und vom Bauern eine Gemüsekiste haben ( das Kochen dauert dementsprechend ), dass wir ziemlich unterschiedlich essen von der Zeit her. Michel geht dann zwischen halb 7 und 11 ins Bett. Je nachdem was los war, wann er am Vortag ins Bett kam, etc. Er signalisiert dann irgendwann dass er Mama braucht und sagt Bett und will Fotos von sich ansehen und dann schläft er am Busen ein. Ich träume manchmal davon, in auch um 7.30 ins Bett zu bringen, aber da hat er mich schon an seinem 3. Lebenstag Mores gelehrt, dass ER nicht im Stubenwagen alleine schläft... Bei uns im Familienbett schläft er mittlerweile gern, aber wenn er nicht schlafen will ( und das ist meist der Fall) dann springt er herum und singt und macht Purzelbaum, etc. Etc.
Wir haben Rituale. Aber zB das Schlafanzuganziehen ist seit 2 Monaten ein Drama. Bin kurz davor einen von Dortmund oder FCB oder whatever zu bestellen, was mich abhält dass er mit dem dann in der früh.... [emoji17] Kinderwagen fahren funktioniert auch eher über Konditionierung- er sieht Kekse in meiner Tasche und setzt sich rein. Da ist mir das aufgefallen. Die Tagesmutter hat auch schon festgestellt, dass er einen starken Willen hat.
Langsam wäre es einfach cool, wenn er ohne mich einschlafen könnte im Bett. Wenn er bei der Tagesmutter schlafen würde. Wenn seine Einschlafzeit nicht zwischen 18.30 und 23.00 wäre sondern zwischen 19.30 und 21.00. Momentan schläft er mittags von 14 - 16, ich fände aber 12 bis 14 besser. Großer Vorteil: mein Sohn ist noch nie vor 7 aufgestanden. Er schläft am liebsten bis 9. ist wohl eine Eule.
Mag auch weniger Stillen, aber ich glaube eben, dass das der einzig feste Anker in unserem Leben ist... Das worauf er sich immer verlassen kann. Darum macht er das auch alles so gut mit. Das denke ich zumindest und stille und stille und stille. Und eigentlich würde ich gerne mal wieder ne längere Leine haben. Ich weiß dass wir gute Eltern sind, aber trotzdem leben die meisten anderen die ich kenne "normaler" und denke deswegen, dass mein Kind so "schwierig" ist.
Zum Beispiel eines unserer Gastkinder nehm ich in die Manduca, wippe, singe und -päng- schläfts. Mein Kind ohne Busen entspannt, legt sich hin und -zack- steht wieder auf. Ich weiß nicht weiter....

Eure Lilotta


Lilotta und Michel *Januar 2013
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tania
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Re: Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Beitrag von tania »

einen rat habe ich nicht, bei uns ist es aehnlich.

wir hatten und haben keine geregelten zeiten. wir haben nie schlafanzuege angezogen, sie schlafen beide in tagsueber klamotten (bzw ich ziehe ihnen irgendwann spaeter abend ein t-shirt an, den tag ueber ist vor allem der kleine generell nackt). rituale hatten wir lange keine, inzwischen hat zumindest der grosse welche, der waehrend des einschlafstillens des kleinen am computer filme guckt mit dem papa und wenn der kleine schlaeft, hole ich sie ins bett und der papa liest dem grossen noch vor. der kleine stillt, nix ritual.

solche gedankenspiele "mein kind waere "einfacher", wenn ich rituale, feste zeiten einhalten wuerde" bringen mir persoenlich nichts. unser leben ist nicht geregelt, wir haben keine lohnarbeit die erfordert, dass wir morgens um sieben aufstehen. feste zeiten waeren fuer uns ein festes korsett. rhythmus verschieben ging bei uns immer nur sehr bedingt und wenn dann ueber morgens frueher wecken (nicht viel frueher!). unsere kinder gehen nur sehr selten vor mitternacht ins bett..
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Carraluma
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Re: Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Beitrag von Carraluma »

Wir haben Rituale und leben sogar relativ gleichmäßig, trotzdem ist das Stillen das Einschlafmittel. Ohne gehts im Bett nicht, da hilft das restliche Ritual auch nix.

Zu sagen, ich hätte aber gerne, dass mein Kind von x bis y schläft, ist glaub ich sehr schwierig. Es hört sich doch gar nicht so schlecht an, dass dein Kind 2h am Nachmittag schläft. Warum stört es dich denn, dass es eher ein Langschläfer/Nachteule ist? Auch Erwachsene sind da doch sehr verschieden.
Wenn du es genießt, dass er früh lange schläft, dann versuche lieber nicht, dass er abends früher schläft. Mit großer Wahrscheinlichkeit würde er früher aufstehen, wenn er regelmäßig früher abends schläft.

Warum möchtest du an seinen Schlafzeiten eigentlich etwas ändern? Weil viele ander Kinder andere Schlafzeiten haben? Wenn er signalisiert, wenn er ins Bett will (und solange gut drauf ist), dann ist das doch optimal, oder? Ich gehe auch ins Bett, wenn ich müde bin. Oder würdet ihr Eltern lieber früher schlafen?
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Ainoha
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Re: Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Beitrag von Ainoha »

Ich will auch ein Kind, dass normalerweise bis um 9 Uhr schläft und nicht schon um 6 Uhr (oder auch mal früher) aufsteht. Wollen wir tauschen. 8) Dafür schläft meiner dann auch schon zwischen 18 und 19 Uhr ein (häufig).

Hm, ich würde es mir wahrscheinlich auch einfach machen und keinen Schlafanzug anziehen. Und Rituale hängen doch nicht von der Uhrzeit ab, zu der das Kind ins Bett geht. Die kann man ja auch mal früh und mal spät durchführen. Ich finde aber, für das Alter deines Sohnes hört sich das doch eigentlich recht normal an...
Liebe Grüße von mir und dem Kolibri (04/14)...
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Re: Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Beitrag von Lilotta »

Danke tania, Carraluma und Ainoha für eure Antworten :-)

Ich finde das macht hier in einem Forum mehr Spaß drüber zu sprechen als im Real Life.
Eure Posts beruhigen mich. Ich will ja eben nicht an seinem Rhythmus schrauben, ich bin einfach nur eher eine Lärche. :-) wir könnten ja mal für einen Monat tauschen Ainoha ;-) dh ich gehe in letzter Zeit oft mit meinem Kind schlafen ( aus Versehen ). Würde aber auch gerne mal wieder mit meinem Mann Romantik und Film und Kerzenschein etc. ( so wie die "anderen" im Real Life). Ich nutze gerne die Zeit von 7 bis 9, aber da ist dann oft so, dass der Kleine dann doch wieder aufwacht, und nicht mit Papa kuscheln will.
Und ich kenne eher denn Fall dass wir von außen beäugt werden, und manchmal wenn ich schweißgebadet vom allabendlichen Bettbringen zurück komm fange ich an zu glauben:"jeden Tag dasselbe Protokoll auf die Minute genau, dann noch das Fläschchen Milch (weil Mama ist ja kein Schnuller) und man hat einen tollen Schläfer." Die Kinder lassen sich auch von Papa und Großeltern ins Bett bringen. Danke, Echauffierung und Seelbstmitleid beendet. ;-)
Er lernt einschlafen ohne mich, wenn wir beide dafür bereit sind. Punkt.

Liebe Grüße!


Lilotta und Michel *Januar 2013
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Kleine
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Re: Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Beitrag von Kleine »

Also das ohne Dich einschlafen liegt nicht an Eurer Lebensweise. Wir haben hier total konservative "geordnete" Verhältnisse, weil unser Alltag uns das so vorgibt und mein Sohn schläft weder in seinem Bett noch ohne mich ein solange ich verfügbar bin. Papa geht nur, wenn ich nicht da bin. Und wie gesagt: meiner geht zwischen 6 und 7 ins Bett, steht auch um die Uhrzeit 12h später wieder auf, klebt nachts an mir, schläft im Schlafanzug (den darf er sich allerdings immer selber aussuchen), macht aber keinen Mittagsschlaf mehr. Und ich stille auch nicht mehr, er bekommt tatsächlich im Bett in meinen Arm gekuschelt eine Milchflasche, wenn der Tag so aufregend war, dass ich befürchten muss, dass er nicht selber von seinem Erregungslevel runterkommt. Und er trägt auch nachts noch eine Windel... Und das noch mit 3,5 Jahren (was ja anscheinend total unpassend ist, wenn das Kind mal so alt ist, wenn ich so meiner Umgebung zuhöre. Ich erwähne es nicht mehr ;))...
LG
Anika

mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
nido56
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Re: Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Beitrag von nido56 »

Ich denke, dass die elementare Wichtigkeit von festen Strukturen ein bisschen uebertrieben wird. Ich finde, man muss unterscheiden, ob es wirklich das Beduerfnis des Kindes oder das der Eltern ist. Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn Eltern abends ein paar kinderfreie Stunden brauchen und daher darauf bestehen, dass die Kleinen jeden Tag puenktlich im Bett sind. Wenn ihnen dabei feste Rituale helfen, dann ist das doch prima. Sicher gibt es auch Kinder, die schnell ueberreizt sind und besser zurechtkommen, wenn jeder Tag nach einem vorhersehbaren Schema ablaeuft. Nur heisst das, meiner Meinung nach nicht, dass es allen Kindern und allen Familien so geht.

Bei uns ist es aehnlich wie bei Euch. Zwar haben wir unter der Woche ein relativ enges Korsett, vorgegeben durch Arbeits- und Kitazeiten, aber ansonsten leben wir ziemlich ritual- und rhythmusarm. Allein einschlafen tut der Pirat nie (ausser beim Mittagsschlaf in der Kita). Ich habe es aber auch nie besonders darauf angelegt. Das ist mir nicht so wichtig. Er ist eine Eule, und wir gehen meistens ohnehin gemeinsam ins Bett, so passt das fuer uns ganz gut. Ich merke auch nicht, dass er auf Veraenderungen im Tagesablauf negativ reagieren wuerde. Natuerlich waeren so ruhige Abende manchmal fein, aber wenn ich dafuer meine Spontanitaet und meine gemuetlichen Morgende aufgeben muss, dann verzichte ich doch lieber.
nido mit dem Piraten (01/2012)
Lilotta
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Re: Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Beitrag von Lilotta »

Kleine: Und ich stille auch nicht mehr, er bekommt tatsächlich im Bett in meinen Arm gekuschelt eine Milchflasche, wenn der Tag so aufregend war, dass ich befürchten muss, dass er nicht selber von seinem Erregungslevel runterkommt.

Das finde ich voll schön!
Ich kuschel auch so gerne mit ihm. Ich finde es sehr süß, wenn ich zu ihm ins Bett komme und er sucht mich mit der Hand. :-)

Nido, coole Sicht der Dinge! :-)

Ich glaube diejenige die hier an meisten unter der fehlenden Regelmäßigkeit leidet bin ich :-)
Meine Männer sind speziell.... :-)
Meine Schwiegermutter hat mich gewarnt. :-)

Liebe Grüße, Lilotta



Lilotta und Michel *Januar 2013
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Crystal
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Re: Einschlafrituale und chaotische Lebensverhältnisse

Beitrag von Crystal »

Ich finde nicht, dass es sich so schlimm7chaotisch bei Euch anhört.

Unsere war auch ein Eule und ist es eigentlich bis heute, wäre da nicht die Krippe + Arbeiten unsererseits, da muss sie leider früh raus. Dementsprechend schafft sie es gerade so bis zum Mittagessen, manchmal auch nicht. Mittagessen in der Krippe halb 12, bei uns wenn alle Hunger haben ;-) Manchmal essen wir auch erst nach dem Mittagschlaf, was solls. Es muss doch alles zu den Menschen passen. Abends geht sie in Bett, wenn sie müde ist. Kann früh sein, kann später sein.

Hast Du mal versucht, Dein Kind eher aus den Federn zu werfen in der Früh? Ändert sich dadurch die Mittagschlafenszeit? Und vielleicht den Mittagschlaf, wenn er so lang ist, verkürzen. Schonmal probiert?
LG Crystal mit Kind '13
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