Sorry vorab, ist bisschen lang geworden....
Meine erste Tochter ist auf den Tag genau 2 Monate alt, und wir haben uns ein paar Stillprobleme eingeheimst, die mir immer mehr zusetzen. Allerdings gedeiht sie sehr gut und ist eigentlich ein rundum zufriedenes Kind. Hat auch keine Bauchschmerzen und schreit eigtl. nie (außer die Brust ist nicht schnell genug da
Kurze Vorgeschichte:
Wir hatten insgesamt einfach einen schlechten Stillstart. Ich hatte einen ungeplanten Kaiserschnitt, mein Becken war zu eng. Ich war durch die Nacht in den Wehen und den Eingriff mit sehr viel Blutverlust plus Schmerzen und Medikamente einfach körperlich durch... Die nächsten vier Nächte im Krankenhaus konnte ich auch so gut wie nicht schlafen (verschiedenste Gründe).
Stillen war mir sehr wichtig. Ich wollte nach Bedarf stillen. Konnte aber erstmal nicht alleine stillen, durch die Schmerzen vom KS. Bis eine Schwester kam um mir zu helfen, war die Kleine oft wieder eingeschlafen. Generell hat sie am Anfang so viel geschlafen, dass sie dann Nachts so viel Hunger hatte, den ich nicht mehr stillen konnte. Zudem taten mir meine Brustwarzen sehr bald so dermaßen weh, dass ich nicht die Energie hatte, sie ständig anzulegen (außerdem hatte ich irgendwie in der Situation mein theoretisches Wissen übers Stillen "vergessen" und habe leider auf die Schwestern gehört). Wir haben also am Anfang etwas zugefüttert (insgesamt auf 1,5 Wochen ca. 5 mal, also nicht so viel). In diesen ersten 1,5 Wochen war das Stillen jedes mal ein Kampf. Die Stillberaterin im KH bestand darauf, dass ich Tagsüber im Sitzen stillen soll. Mir war unter dem Stillkissen immer viel zu warm, halten konnte ich meine Maus auch nicht richtig. Und bei den Schmerzen in den BW (und der Narbe + Nachwehen), hatte ich immer das Gefühl ich erdrücke fast mein Kind vor Schmerzen. Ich hatte vor jedem Anlegen Angst. Zu Hause hab ich meine Nachsorgehebamme um Stillhütchen gebeten. Die Konsequenzen waren mir zu dem Zeitpunkt echt egal. Ich hatte einfach nur Schmerzen und das Stillen stand fast auf der Kippe. Die Stillhütchen waren eine große Erleichterung. Außerdem konnte meine Kleine scheinbar mit den Stillhütchen plötzlich viel effektiver Trinken. Vorher ist sie beim Stillen sehr sehr häufig eingeschlafen und musste zum trinken animiert werden, es hat alles sehr lange gedauert. Mit den Stillhütchen ging es viel schneller, sie musste sich offensichtlich weniger anstrengen. Außerdem legte ich mich zum Stillen ab sofort immer ins Bett. Das war mit meiner schmerzenden Narbe auch einfach viel angenehmer. Stillen war also erstmal kein Stress mehr für mich, weil ich keine Schmerzen hatte und ab diesem Zeitpunkt haben wir auch nicht mehr zugefüttert. Aus diesen Gründen habe ich vielleicht zu lange gewartet, die Stillhütchen wegzulassen, und seit dem will die Kleine nicht mehr ohne. Das als kurze Vorgeschichte.
Und das ist die Situation heute: Wir stillen immer noch im Liegen und immer noch mit Stillhütchen. Mein Hauptproblem ist, dass die kleine Maus (vermutlich durch die Stillhütchen) wahnsinnig viel Luft schluckt beim Trinken. Die entweicht leider auch meistens nicht gleich beim hochnehmen. Die Folge ist, nach dem sie am Anfang ruhig und konzentriert getrunken hat (mit Pausen von Verschlucken, Husten, und hörbarem Luftschlucken), dass sie irgendwann total zappelig wird, abdockt, Milch läuft aus dem Mundwinkel, sie schreit kurz, dann dockt sie an, trinkt gierig weiter, dockt wieder ab und das selbe wie oben, zwischendurch würgt es sie auch. Beim Zappeln überstreckt sie sich auch immer, so dass ihr das Stillhütchen aus dem Mund flutscht. Und das geht dann die ganze Zeit so. Sie hat also offensichtlich noch Hunger, aber kann irgendwie nicht mehr weitertrinken. Die ganze Milch landet im Bett auf dem Spucktuch (und sickert durch...), es ist immer eine riesen Sauerei. Sie hochzunehmen und rumtragen bringt selten was. Ab und zu kommt ein riesen Schwall Luft raus (auch mit Milch hin und wieder), aber oft erst nach ner halben Stunde. Das ist ja kein Zustand für eine Stillmahlzeit. Zudem weiß ich nie, wann sie fertig ist mit Stillen. Ab und zu beruhigt sie sich wieder und schläft dabei ein, oder ich breche dann irgendwann ab, weil sie nichts mehr reinbekommt. Meistens ist sie dann doch auch zufrieden. Vielleicht hat sie halt dann früher wieder Hunger.
Natürlich hab ich versucht die Stillhütchen wegzulassen. Das hat vll. insgesamt drei mal geklappt, wenn sie noch etwas verpennt war und sehr hungrig. Sie hat angedockt und getrunken. Ich dachte jedes mal, jetzt haben wir es, aber beim nächsten mal, oder auch nur beim nächsten Andocken nach ner kurzen Unterbrechung, ging wieder gar nichts mehr. Nur Gezappel, Überstrecken und quengeln, bis ich die Stillhütchen aufgesetzt habe. Also theoretisch kann sie es. Ihr fehlt wohl nur der Impuls, dass sie jetzt trinken kann. Die Stillhütchen sind halt doch deutlich größer als meine relativ kleinen Brustwarzen. Außerdem sind die Brustwarzen ja eher sehr weich und sie erkennt wohl nicht so richtig, dass da was zum Saugen da ist.
Vor ein paar Tagen waren wir beim Osteopathen. Er hat Probleme mit dem Gaumen, dem Nasen und Augenbereich festgestellt. Sie scheint tatsächlich Probleme mit dem Schlucken zu haben, einen gesteigerten Würgereflex etc... er hat wohl was lösen können, aber noch nicht alles. Der nächste Termin ist leider erst in 7 Wochen.
Eine Besserung sehe ich leider nicht wirklich. Ein bisschen ist das Gezappel vielleicht besser geworden, sie wirkt insgesamt etwas entspannter und hat nach dem Termin erstmal ewig geschlafen wie ein Stein (mit Unterbrechungen zum Stillen) . Aber Luft schluckt sie nach wie vor in Massen.
Eine Sache hat sich geändert: Seit gestern probiere ich hin und wieder ohne Stillhütchen. Und jetzt? Kein Gezappel und Protest mehr! Sie versucht es ganz geduldig, als ob sie wüsste, dass es dadurch vielleicht besser wird. Aber sie schafft es jetzt nicht mehr. Sie dockt zwar an, saugt zwei mal, dann flutscht die BW wieder raus. Beim Versuch wieder anzudocken überstreckt sie sich auch wieder so wahnsinnig. Es klappt dann trotzdem noch ein paar mal. Aber nachdem das fünf mal passiert, wird sie dann doch ungeduldig und trinkt dann nur noch mit Hütchen.
Ich weiß leider langsam nicht mehr weiter. Ich möchte noch länger weiterstillen, aber so ist es langsam kein Zustand mehr. Ich möchte anständig im Sitzen stillen können, ohne dass mir das Stillhütchen ständig runterfällt, meine und ihre Kleidung total vollgesaut werden und ohne dass sie sich von meinem Arm runterstrampelt. So kann ich ja gar nicht außer Haus stillen und bin mit ihr hier quasi zu Hause eingesperrt. Ich möcht nicht mehr diese Sauerei im Bett haben. Ich will nicht ständig die blöden Dinger abspülen müssen und schauen, ob noch welche da sind und ob ich noch Spucktücher habe. Und natürlich möchte ich in erster Linie, dass sie sich nicht mehr ständig verschluckt und Luft schluckt und sich beim Trinken so plagt.
Ich bin mir allerdings auch nicht sicher, ob es wirklich die Stillhütchen alleine sind. Aber damit wäre ich zumindest schon mal ein Problem los.
Ich hab mich hier natürlich auch schon umgesehen und die Tipps zur Stillhütchenentwöhnung durchgelesen. Hat bisher eben alles leider nicht funktioniert. Da unsere Stillprobleme ja weitreichender sind, habe ich mir gedacht, ich schreibe jetzt doch hier und hoffe, dass mir vielleicht jemand helfen kann????