2jährige schläft immer schlechter und quält sich

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Antworten
ulmue
ist gern hier dabei
Beiträge: 68
Registriert: 15.07.2013, 13:34

2jährige schläft immer schlechter und quält sich

Beitrag von ulmue »

Hallo,
bei uns herrscht im Moment eine "Schlafsituation", die mir wirklich zu schaffen macht. Dabei geht es zwar auch darum, dass ich selbst fix und alle bin und mich manchmal frage, wieviel Schlafmangel nötig ist, um komplett den Verstand zu verlieren :? . Zum anderen mache ich mir aber langsam auch Sorgen, wie es der Kleinen dabei geht. Ich weiß, man sagt immer, die Kinder holen sich, was sie brauchen. Aber wir hatten in den letzten Tagen manchmal Situationen, wo sie nach mehreren Schlafversuchen und sich sichtbar steigernder Müdigkeit völlig ausgetickt ist, so dass ich fürchte, sie leidet selbst unter ihren Schlafschwierigkeiten und quält sich.

Die Situation ist folgendermaßen:
Sie hat nachts noch nie besonders gut geschlafen, wacht immer mehrmals auf und schläft meist nur durch Stillen wieder ein. Dabei ist auffällig, dass sie nach dem abendlichen Einschlafen (auch durch Stillen, meist zwischen 20.30 und 21 Uhr) meist nur eine Stunde, maximal zwei Stunden schläft, bevor sie das erste Mal wach wird. Wenn ich sie dann wieder in den Schlaf gestillt habe, ist sie meist nach einigen Minuten (maximal einer halben Stunde) das nächste Mal wach, und dann etwas später nochmal. D.h., wenn z. B. mein Mann gegen elf oder zwölf ins Bett (Familienbett) kommt, war sie meist schon dreimal wach. Oft kommt dann eine etwas längere ruhige Phase (ich gucke nicht auf die Uhr, vielleicht sind es zwei Stunden, manchmal auch mehr), bevor sie dann wieder wach wird. Spätestens in den frühen Morgenstunden wird sie dann wieder öfter wach und will "Milch trinken" (sagt sie selbst).

Seit etwa einer Woche kommt nun dazu, dass sie sich mit dem Einschlafen unheimlich schwer tut. Sie ist furchtbar unruhig und scheint, im Gegensatz zu früher, auch nicht durchs Stillen zur Ruhe zu kommen. Sie wälzt sich und fummelt die ganze Zeit mit ihren Händen an mir rum. Meist lässt sie nach kurzer Zeit die Brust wieder los, setzt sich hin, schaut sich um... (bevor die Frage kommt: ja, sie IST müde!) Oft legt sie sich auch wieder hin, und ich habe den Eindruck, sie würde gerne einschlafen, aber sie schafft es einfach nicht. Dann will sie irgendwann wieder an die Brust, lässt nach kurzer Zeit wieder los, und so weiter... Vielleicht beim vierten oder fünften Mal (und nach ein bis anderthalb Stunden) wird sie dann an der Brust ruhiger und schläft schließlich ein (um dann, wie oben beschrieben, nach einer Stunde wieder aufzuwachen).

Das gleiche Einschlafproblem besteht mittags: Auch da kommt sie einfach nicht zur Ruhe, wir versuchen es eine ganze Weile, manchmal auch nach einer Pause, in der wir wieder aufstehen, noch ein zweites Mal, aber es klappt einfach nicht, und irgendwann will sie nur noch aufstehen.

So kommt es also, dass der Mittagsschlaf oft ausfällt, obwohl sie deutliche Müdigkeitszeichen zeigt. Abends klappt es dann aber wider erwarten auch nicht besser mit dem Einschlafen! Sie hat auch früher schon manchmal (vor allem wenn ich nicht zu Hause war) den Mittagsschlaf weggelassen, aber dann ist sie abends ruck-zuck eingeschlafen.

So ist sie also im Moment häufig sehr müde, es tut mir richtig weh zu sehen, wie sie sich teilweise quält, weil sie so müde ist, aber einfach nicht zur Ruhe kommt.
Einschlafrituale, Ruhe vor dem Schlafengehen etc. machen wir alles.

Wieso kommt sie so schlecht in den Schlaf, obwohl doch eigentlich alle wichtigen Voraussetzungen (Müdigkeit, Ruhe, Mama ist da, Brust ist da...) erfüllt sind?

Habt ihr eine Idee, was da los sein könnte? Kennt ihr diese Situation?

Viele ratlose Grüße
+++++++++++++++++++++++++++
ulmue mit Töchterchen (6/2012)
Benutzeravatar
chris1179
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1012
Registriert: 09.10.2011, 14:30
Wohnort: in der Nähe von Karlsruhe

Re: 2jährige schläft immer schlechter und quält sich

Beitrag von chris1179 »

Hallo,

das hört sich sehr anstrengend an bei Euch und erinnert mich an die Zeit mit meiner großen Tochter. Sie hat auch furchtbar schlecht geschlafen. Schon als Baby musste wirklich alles stimmig sein, damit sie überhaupt eingeschlafen ist. Und am besten hat sie sowieso geschlafen, wenn jemand bei ihr war. 20 Mal in 3 Stunden aufwachen war hier keine Seltenheit. Ich bin recht schnell dazu übergegangen, abends gar nicht mehr aufzustehen, sondern direkt bei ihr liegen zu bleiben, um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen.

Als sie etwas älter wurde, konnte sie beim Stillen nicht mehr so recht einschlafen und da ich sie schon nachts mit ca. 15 Monaten abgestillt habe (was uns überraschenderweise deutlich längere Schlafphasen brachte und auch echte Erleichterung für mich), habe ich dann mit ca. 18 Monaten das abendliche Einschlafstillen ebenfalls abgeschafft. Tagsüber zum Schlafen wurde sie aber noch gestillt und auch sonst tagsüber noch nach Bedarf. Also in dem Alter hab ich zwar manchmal auch nein gesagt, wenn sie zum x-ten mal nuckeln wollte, aber sie durfte schon noch oft trinken / nuckeln.

Also mit ca. 1,5 Jahren hab ich dann von einem Tag auf den anderen unser Einschlafritual verändert. Gestillt wurde sie abends noch mal im Wohnzimmer, danach ist mein Mann mit ihr nach oben gegangen, hat sie gewaschen, Schlafanzug angezogen, Zähne geputzt. In der Zwischenzeit habe ich noch kurz unten aufgeräumt und bin dann ebenfalls hoch und hab mich auch schon mal bettfertig gemacht.

Dann hatten wir 3 Bücher mit Gutenachtgeschichten, aus denen sie sich pro Abend 3 kleine Geschichten aussuchen durfte. Das hat super geklappt. Am ersten Abend hab ich zu ihr gesagt, dass ich sie ja schon im Wohnzimmer gestillt habe und wir ab sofort zum Einschlafen Geschichten lesen und kuscheln und singen. Ich war überrascht, wie gut das geklappt hat. Ich hab ihr dann auch immer noch ein paar Schlaflieder vorgesungen und sie ist dann innerhalb von ca. 15-30 Minuten eingeschlafen.

Sie ist dann zwar trotzdem noch ab und zu aufgewacht nachts, aber es reichte ihr, etwas Wasser aus dem Becher zu trinken und sich wieder anzukuscheln. Durchgeschlafen von ca. 21 bis 6 Uhr hat sie dann so mit 22 Monaten zuverlässig.

Vielleicht wäre das für Euch auch eine Option, das Einschlafstillen durch etwas anderes zu ersetzen?

Tagsüber hab ich sie übrigens in den Schlaf getragen, bis sie 20 Monate alt war. Dann war ich wieder schwanger und ab dann funktionierte es auch tagsüber, mich mit ihr im Arm ins Bett zu legen, noch leise mit ihr zu reden, ein Lied zu singen und dann war sie eingeschlafen. Allerdings musste ich die gesamte Zeit neben ihr liegen. Sobald ich versucht habe, aufzustehen, ist sie sofort wach geworden.

Mit der Kleinen klappt es etwas besser. Sie verbringt ihre Tagschläfchen momentan alle auf meinem Rücken und abends wird sie natürlich mit ihren 8 Monaten noch einschlafgestillt und dann kann ich sie zum Glück neben mich legen. Auch bei ihr möchte ich versuchen, sie nach dem 1. Geburtstag nachts abzustillen. Das Einschlafstillen mache ich dann wieder so lange weiter, wie es klappt und dann mal sehen, ob ich dann beiden Kindern ne gemeinsame Geschichte vorlese und wir dabei alle einschlafen ;-)

Ich hoffe, Du bekommst bald wieder etwas mehr Schlaf. Halt durch, es wird ganz bestimmt besser!
Liebe Grüße

Christina
mit meinen beiden Mädchen
A.S. (05/11) und J.J. (09/13)

"Fuhrpark"
Bernina B560 mit Stickmodul, W6 Overlock, Brother CV3550 Topstitch, Cameo 3
ulmue
ist gern hier dabei
Beiträge: 68
Registriert: 15.07.2013, 13:34

Re: 2jährige schläft immer schlechter und quält sich

Beitrag von ulmue »

Vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht.

Ich habe auch schon über das nächtliche Abstillen nachgedacht, vor allem, weil sie nachts auf oft ewig braucht, bis sie wieder eingeschlafen ist. Auch da ist sie, wenn einmal aufgewacht, erstmal ziemlich lange ziemlich unruhig. Seeeehr anstrengend!

Gerade in den letzten beiden Nächten war es so schlimm, dass ich irgendwann nicht mehr konnte und ihr gesagt habe, die Brust müsse sich jetzt erst ausruhen. Das hat in der ersten Nacht in einer furchtbaren Schreiattacke geendet. Mit viel Ablenkung hat sie sich zwar wieder beruhigt, aber sie konnte und wollte einfach nicht wieder einschlafen. Irgendwann habe ich dann "mal nachgesehen, ob die Brust sich jetzt genug ausgeruht hat", habe sie wieder trinken/nuckeln lassen, und irgendwann (hat trotzdem noch gedauert) ist sie eingeschlafen.
Und ganz ehrlich: Man mag es inkonsequent nennen, aber in der darauffolgenden Nacht habe ich sie schneller wieder an die Brust gelassen, weil meine Nerven in meinem derzeitigen Zustand eine weitere Schreiattacke dieser Art nicht ausgehalten hätten.

Ich habe einfach das Gefühl, sie KANN einfach nicht anders einschlafen. Zum Schluss landet sie doch immer wieder an der Brust (was natürlich auch daran liegt, dass ich das zulasse, aber ich habe im Moment einfach das Gefühl, sie braucht das). Ich würde ihr so gerne dabei helfen, eine andere Möglichkeit zum Einschlafen zu finden...
+++++++++++++++++++++++++++
ulmue mit Töchterchen (6/2012)
Antworten

Zurück zu „Schlaf, Kindlein, schlaf...“