ich bin schon länger begeisterte Leserin dieses Forums, habe mir schon sehr viele Tipps holen können aber jetzt denke ich, dass es an der Zeit ist, mir selber ein paar Ratschläge geben zu lassen da wir sehr verzweifelt sind. Ich hoffe, der Beitrag wird nicht allzu lange.
Unser Sohn Paul ist 7 Monate alt, kam allerdings 2 Monate zu früh auf die Welt. Nach vier Wochen Inkubator durften wir ihn mit nachhause nehmen. Der Anfang war für uns alle schwer, Paul schlief schlecht, nur auf mir und wollte ständig an der Brust nuckeln. Diese Phase haben wir gut überstanden; ein schlechter Schläfer ist er dennoch immer noch. Aber von vorne:
Anfangs schlief er neben mir im Beistellbett, das funktionierte leider so gar nicht, da er ständig aufwachte, wenn wir uns bewegten. Wir schunkelten ihn in den Schlaf und legten ihn in Zeitlupentempo ab, in der Hoffnung, ihn nicht zu wecken. Oft mussten wir das einige Male wiederholen. Auch nachts ständig wenn er mal wieder durch uns wach wurde. Also nahm ich ihn in unser Bett, das funktionierte allerdings auch überhaupt nicht. Ihm reichte es nicht, wenn man nur neben ihm lag und beispielsweise eine Hand auf seiner Brust hatte. Er wollte nur schunkelnd schlafen. Auch das Einschlafstillen ging nicht weil er nun mal neben mir einfach nicht schlief. Nach mehreren erfolglosen Versuchen und schlaflosen Nächten gaben wir auch das auf.
Wir versuchten also eine ganz neue Variante: ausquartieren. Es folgten 3 wunderschöne Wochen, in denen er nur 1x (manchmal auch 2x) nachts wach wurde. Wir waren absolut sicher, dass er einfach ein Baby ist, das nachts seine Ruhe braucht. Das Einschlafen erfolgte auch wieder durch schunkeln.
Seit 2 Monaten ist es aber wirklich schlimm geworden. So schlimm, wie es bisher noch nie war und manchmal bin ich tatsächlich am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Er wird zwischen 17 und 18 Uhr müde, gegen 17.30 Uhr erfolgt dann das Einschlafritual. (Ich erwähne es lieber gleich: Versuche, ihn wach ins Bett zu legen und ihn dort einschlafen zu lassen, endeten nur in hysterischem Gebrüll (wir haben auch das Buch "Schlafen statt Schreien", was uns aber noch nicht richtig geholfen hat). Wir ziehen ihn also um, lesen etwas vor, stillen noch einmal, die Spieluhr wird aufgezogen und dann geht das schunkeln los. Und zwar momentan zwischen 1,5 und 2 Stunden bis er tatsächlich endlich mal einschläft! Mein Mann und ich müssen uns mittlerweile abwechseln weil mein Rücken das auf Dauer nicht mehr mitmacht. Paul wiegt zwar erst 7kg aber er will tagsüber auch nur getragen werden und dann abends das Dauerschunkeln macht mich echt fertig (bei ihm funktioniert leider auch kein normales Schunkeln. Ein Aerobicdanceschunkeln muss es sein!).
Wenn er dann endlich mal eingeschlafen ist und ich klatschnass geschwitzt bin, wird er bis ca 0.00 Uhr ca. 2-3x wach. Meistens bekommt man ihn dann schnell wieder zum schlafen, da drückt nur mal ein Pups oder er will sichergehen, dass wir noch da sind. Gegen 22 Uhr wird er nochmal gestillt. Soweit, so gut.
Allerdings ist die zweite Nachthälfte der Horror. Stündlich wird er wach, will nicht mehr schlafen. Brabbelt vor sich hin, wehrt sich mit Händen und Füßen gegen das Getragenwerden, liegenbleiben quittiert er auch mit hysterischem Gebrüll. Teilweise ist er dann wirklich hellwach, manchmal kann ich es aber einfach nicht zuordnen. Irgendwie schaffe ich es dann immer wieder, ihn zum einschlafen zu bewegen (teilweise wieder mit bis zu einer Stunde Dauerschunkeln). Aber momentan ist um 5 Uhr morgens die Nacht zu ende und es gibt keine Chance, dass er nochmal einschläft. Ich werde von Tag zu Tag erschöpfter weil es einfach kein Lichtblick gibt. Zuerst dachten wir, es wäre der gefürchtete 19-Wochen-Schub. Das würde ja auch passen wenn man die 8 Wochen abzieht. Aber der wird doch nicht 2 Monate andauern?!
Zwischenzeitlich haben wir versucht, ihn wieder mit zu uns ins Bett zu nehmen. Das funktionierte, wenn er zuvor im Arm einschlief. Wenn ich allerdings nach 2 Stunden versuche, den schon fast toten Arm zu befreien, wird Paul sofort wach und brüllt.
Tagsüber schläft er in etwa 3 Stunden, verteilt auf 2 längere Schläfchen und dann mal hier und da 15 Minuten. Seit einem Monat schläft er auch nicht mehr während des Stillens ein. Das war immer soo bequem und jetzt fällt das einfach weg. Wir wissen einfach nicht weiter. Wir haben auch schon mit Pre und 1er-Nahrung versucht weil wir dachten, er wäre vielleicht noch hungrig aber er kam dennoch stündlich (vielleicht zur Info: er bekommt noch keinen Brei, wird noch voll gestillt).
Das schlimme ist momentan nicht der Schlafmangel (wobei ich mir auch sehr wünschte, ich könnte 3 Stunden am Stück schlafen!!!) , sondern dieses ständige Schunkeln. Ich weiß, es gibt vermutlich keine 15-jährigen Jungs, die von Mama in den Schlaf geschunkelt werden müssen aber wir schaffen es leider nicht mehr lange, das so durchzuziehen. Er wird immer schwerer und schwerer und 1,5 Stunden sind eine Ewigkeit wenn man sowieso schon richtige Rückenschmerzen hat.
Also bitte liebe Mamas, ich brauche dringend Tipps, wie ihr vom Schunkeln weggekommen seid, wie Paul endlich wieder länger als nur eine Stunde am Stück schläft (und das Luxusproblemchen: vielleicht auch länger als 5 Uhr morgens).
Tausend Dank schon im Voraus!
HenrietteBernsteinkette