Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

henriettebernsteinkette
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Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von henriettebernsteinkette »

Hallo ihr Lieben,

ich bin schon länger begeisterte Leserin dieses Forums, habe mir schon sehr viele Tipps holen können aber jetzt denke ich, dass es an der Zeit ist, mir selber ein paar Ratschläge geben zu lassen da wir sehr verzweifelt sind. Ich hoffe, der Beitrag wird nicht allzu lange. :oops:

Unser Sohn Paul ist 7 Monate alt, kam allerdings 2 Monate zu früh auf die Welt. Nach vier Wochen Inkubator durften wir ihn mit nachhause nehmen. Der Anfang war für uns alle schwer, Paul schlief schlecht, nur auf mir und wollte ständig an der Brust nuckeln. Diese Phase haben wir gut überstanden; ein schlechter Schläfer ist er dennoch immer noch. Aber von vorne:
Anfangs schlief er neben mir im Beistellbett, das funktionierte leider so gar nicht, da er ständig aufwachte, wenn wir uns bewegten. Wir schunkelten ihn in den Schlaf und legten ihn in Zeitlupentempo ab, in der Hoffnung, ihn nicht zu wecken. Oft mussten wir das einige Male wiederholen. Auch nachts ständig wenn er mal wieder durch uns wach wurde. Also nahm ich ihn in unser Bett, das funktionierte allerdings auch überhaupt nicht. Ihm reichte es nicht, wenn man nur neben ihm lag und beispielsweise eine Hand auf seiner Brust hatte. Er wollte nur schunkelnd schlafen. Auch das Einschlafstillen ging nicht weil er nun mal neben mir einfach nicht schlief. Nach mehreren erfolglosen Versuchen und schlaflosen Nächten gaben wir auch das auf.
Wir versuchten also eine ganz neue Variante: ausquartieren. Es folgten 3 wunderschöne Wochen, in denen er nur 1x (manchmal auch 2x) nachts wach wurde. Wir waren absolut sicher, dass er einfach ein Baby ist, das nachts seine Ruhe braucht. Das Einschlafen erfolgte auch wieder durch schunkeln.
Seit 2 Monaten ist es aber wirklich schlimm geworden. So schlimm, wie es bisher noch nie war und manchmal bin ich tatsächlich am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Er wird zwischen 17 und 18 Uhr müde, gegen 17.30 Uhr erfolgt dann das Einschlafritual. (Ich erwähne es lieber gleich: Versuche, ihn wach ins Bett zu legen und ihn dort einschlafen zu lassen, endeten nur in hysterischem Gebrüll (wir haben auch das Buch "Schlafen statt Schreien", was uns aber noch nicht richtig geholfen hat). Wir ziehen ihn also um, lesen etwas vor, stillen noch einmal, die Spieluhr wird aufgezogen und dann geht das schunkeln los. Und zwar momentan zwischen 1,5 und 2 Stunden bis er tatsächlich endlich mal einschläft! Mein Mann und ich müssen uns mittlerweile abwechseln weil mein Rücken das auf Dauer nicht mehr mitmacht. Paul wiegt zwar erst 7kg aber er will tagsüber auch nur getragen werden und dann abends das Dauerschunkeln macht mich echt fertig (bei ihm funktioniert leider auch kein normales Schunkeln. Ein Aerobicdanceschunkeln muss es sein!). :(
Wenn er dann endlich mal eingeschlafen ist und ich klatschnass geschwitzt bin, wird er bis ca 0.00 Uhr ca. 2-3x wach. Meistens bekommt man ihn dann schnell wieder zum schlafen, da drückt nur mal ein Pups oder er will sichergehen, dass wir noch da sind. Gegen 22 Uhr wird er nochmal gestillt. Soweit, so gut.
Allerdings ist die zweite Nachthälfte der Horror. Stündlich wird er wach, will nicht mehr schlafen. Brabbelt vor sich hin, wehrt sich mit Händen und Füßen gegen das Getragenwerden, liegenbleiben quittiert er auch mit hysterischem Gebrüll. Teilweise ist er dann wirklich hellwach, manchmal kann ich es aber einfach nicht zuordnen. Irgendwie schaffe ich es dann immer wieder, ihn zum einschlafen zu bewegen (teilweise wieder mit bis zu einer Stunde Dauerschunkeln). Aber momentan ist um 5 Uhr morgens die Nacht zu ende und es gibt keine Chance, dass er nochmal einschläft. Ich werde von Tag zu Tag erschöpfter weil es einfach kein Lichtblick gibt. Zuerst dachten wir, es wäre der gefürchtete 19-Wochen-Schub. Das würde ja auch passen wenn man die 8 Wochen abzieht. Aber der wird doch nicht 2 Monate andauern?! :|
Zwischenzeitlich haben wir versucht, ihn wieder mit zu uns ins Bett zu nehmen. Das funktionierte, wenn er zuvor im Arm einschlief. Wenn ich allerdings nach 2 Stunden versuche, den schon fast toten Arm zu befreien, wird Paul sofort wach und brüllt.

Tagsüber schläft er in etwa 3 Stunden, verteilt auf 2 längere Schläfchen und dann mal hier und da 15 Minuten. Seit einem Monat schläft er auch nicht mehr während des Stillens ein. Das war immer soo bequem und jetzt fällt das einfach weg. Wir wissen einfach nicht weiter. Wir haben auch schon mit Pre und 1er-Nahrung versucht weil wir dachten, er wäre vielleicht noch hungrig aber er kam dennoch stündlich (vielleicht zur Info: er bekommt noch keinen Brei, wird noch voll gestillt).
Das schlimme ist momentan nicht der Schlafmangel (wobei ich mir auch sehr wünschte, ich könnte 3 Stunden am Stück schlafen!!!) , sondern dieses ständige Schunkeln. Ich weiß, es gibt vermutlich keine 15-jährigen Jungs, die von Mama in den Schlaf geschunkelt werden müssen aber wir schaffen es leider nicht mehr lange, das so durchzuziehen. Er wird immer schwerer und schwerer und 1,5 Stunden sind eine Ewigkeit wenn man sowieso schon richtige Rückenschmerzen hat.

Also bitte liebe Mamas, ich brauche dringend Tipps, wie ihr vom Schunkeln weggekommen seid, wie Paul endlich wieder länger als nur eine Stunde am Stück schläft (und das Luxusproblemchen: vielleicht auch länger als 5 Uhr morgens).

Tausend Dank schon im Voraus!
HenrietteBernsteinkette
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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von Neuhier »

Kein Tipp wie ihr das schunkeln wegbekommt aber habt ihr mal eine Federwiege in Betracht gezogen?
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PaleFire
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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von PaleFire »

Oh Gott Ihr Armen, das klingt schrecklich anstrengend. Ich lass Euch mal nen Drücker da...(((())))

Meine Maus brauchte auch lange Bewegung zum Einschlafen, teilweise heute noch (gsd wenn nur noch kurz, sonst würde ich das bei gut 11 kg wohl auch echt nicht mehr schaffen...). Ich hoffe, ich habe es nicht überlesen, aber habt Ihr einen Pezziball? Der hat uns gut geholfen, zumindest kann man dann im Sitzen schunkeln. :wink: Auf Dauer geht aber auch das ziemlich auf den Rücken...

Ansonsten würde mir spontan noch Federwiege einfallen, für manche ist das die Offenbarung. Bei uns hat sie eher weniger gebracht, aber vielleicht habt Ihr die Möglichkeit, mal eine auszuleihen (kann man auch bei Nonomo mieten, soweit ich weiß...)?

Und klar - es ist nur eine Phase, aber eine furchtbar, furchtbar anstregende. Ich würde Euch vielleicht doch noch mal zu Pantley raten - gaaanz sanft anfangen, also schunkeln, bis er fast schläft und dann versuchen, ihn abzulegen. Wird sicher nicht einfach bei einem "Schunkeljunkie" wie Eurem, aber vor Ihr körperlich ganz vor die Hunde geht, ist es möglicherweise einen Versuch wert...

Alles Gute!
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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von kilianmami »

Wirklich helfen kann ich dir nicht. Trotzdem mag ich kurz von uns erzählen. Kind 1:geboren in der 33.Woche. Er hat quasi Tag und Nacht auf mir gewohnt für etwa 8 Monate und war bis zu 14 Stunden im TT. Nachts war er alle 1, 5 Stunden wach. Wir haben das nur gepackt, weil ich tagsüber viel mit geschlafen habe. Abends sind wir immer mit ihm im Tuch spazieren gegangen. Manchmal konnte ich ihn ins Tuch gewickelt ablegen, manchmal nicht. Dann ist er einfach im Tuch geblieben. So hatte ich dennoch das Gefühl Paarzeit bzw. Feierabend zu haben. Wollte ich mal etwas für mich tun, z.B in Ruhe duschen, hat mein Mann ihn ins Tuch gepackt und ist spazieren gegangen. Heutzutage bin ich dacon überzeugt das er sein "Trauma" Intensivstation rausschreien wollte.Durchgeschlafen hat er mit etwa 2 Jahren und mittlerweile schlaft er in der Regel alleine ein.
Kind 2: Termingerecht geboren. Er lässt sich deutlich entspannter in den Schlaf begleiten. Dennoch haben wir abende an denen er uns viel zu erzählen hat, nicht in den Schlaf findet.In der Regel geht einer von uns mit ihm im Tuch spazieren und er schläft mehr oder minder zügig ein.
Beide Kinder waren im ersten Jahr Frühaufsteher. Oft habe ich morgens um 7 schon gesaugt und wir waren bereits 2 oder mehr Stunden wach. Die frühe Uhrzeit hat sich bei beiden von selbst erledigt.
Halt durch. Auch wenn man es nicht glaugt, es wird besser
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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von henriettebernsteinkette »

Wir liehen uns, als Paul 4 Monate alt war, von der Physiotherapeutin eine Lullababy aus. Die mochte er leider überhaupt nicht, da es nicht meine Arme waren. Vielleicht würde es mittlerweile helfen, hm. Ich frage sie einfach, ob ich sie mir noch einmal ausleihen könnte.
Wobei ich glaube, dass das Hauptproblem darin besteht, dass er einfach nicht irgendwo alleine liegen und da einschlafen möchte. Der Kinderwagen funktioniert beispielsweise auch gar nicht. Ich habe jetzt, als letzte Hoffnung, eine(n?) Lolaloo bestellt. Vielleicht klappt es damit ja irgendwie. Hach. :(

Einen Pezziball haben wir auch, ist ihm aber nicht zu energisch genug.

Mir geht es auch gar nicht darum, ihn nicht in den Schlaf zu begleiten. Ich hoffe, das kam auch nicht falsch rüber.
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PaleFire
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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von PaleFire »

Meine Erfahrung: Sachen/Methoden, die nicht funktioniert haben, einfach immer wieder mal ausprobieren. Oft klappen sie dann irgendwann doch. Mit der Federwiege ist es natürlich etwas schwierig, weil teuer und nicht sooo leicht zu bekommen, aber wie gesagt, Nonomos kann man monateweise mieten. Die Mama-Arme ersetzt so eine Federwiege zwar nicht :wink: , aber vielleicht lässt er sich doch darin ablegen und schläft dann länger am Stück?

Bei uns hat sich das Bedürfnis nach mördermäßiger Einschlafbewegung :roll: übrigens so mit 8/9 Monaten gegeben...
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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von henriettebernsteinkette »

Hallo Kilianmami, danke für deinen Beitrag. Ich bin auch davon überzeugt, dass Paul vom Krankenhaus ein Trauma mitgenommen hat und er deswegen nur auf mir/uns schlafen möchte. Was ja widerrum kein Problem wäre, würde er einfach so einschlafen.
Ich habe dort auch zwei weitere Frühchenmamas kennengelernt, deren Babies mittlerweile aber selbstständig ein- und sogar durchschlafen. Manchmal bin ich wirklich sehr neidisch und frage mich, warum Paul nicht einfach so unkompliziert ist, wie die anderen. Das klingt gemein denn dabei ich liebe ihn so sehr aber ich fühle mich manchmal einfach so überfordert :(
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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von henriettebernsteinkette »

Danke PaleFire! Ich werde es nochmal mit einer Federwiege versuchen.
Ich hoffe ja, dass es einfach dieser Schub ist, der von so vielen gefürchtet wird und sich alles wieder von heute auf morgen einigermaßen einpendelt.
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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von henriettebernsteinkette »

PaleFire hat geschrieben:Ich würde Euch vielleicht doch noch mal zu Pantley raten - gaaanz sanft anfangen, also schunkeln, bis er fast schläft und dann versuchen, ihn abzulegen. Wird sicher nicht einfach bei einem "Schunkeljunkie" wie Eurem, aber vor Ihr körperlich ganz vor die Hunde geht, ist es möglicherweise einen Versuch wert...
Das haben wir 3 Tage versucht, bis wir es nach jeweils 4 Stunden (völlig fertig) aufgegeben haben. Er ist während des Schunkelns irgendwann total entspannt und jedes Mal wenn wir ihn abgelegt haben, ging ein so schreckliches, herzzereißendes Gebrüll los. Und das wirklich jedes Mal. Wir entschieden dann, dass er vielleicht wirklich einfach noch nicht soweit ist.
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Carraluma
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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Beitrag von Carraluma »

Hört sich ziemlich nach den typischen Schlafproblemen mit etwa einem halben Jahr an. Ich fand diese Phase bei meiner Kleinen auch wahnsinnig anstrengend und möchte euch gutes Durchhalten wünschen. Bei uns klappte damals etwa 2 Monate lang einschlafstillen meist nicht, sondern nur Einschlafhüpfen auf dem Pezziball. Das war auch sehr anstrengend und für mich sehr schlimm, als ich es ein paar Mal auch nachts machen musste. Seitdem klappt wieder einschlafstillen gut, auch zum Weiterschlafen im FB. Also durchhalten und immer wieder mal probieren.
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
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