Yvi19 hat geschrieben: Die Eltern entscheiden natürlich, ob die Kinder am Tisch aufstehen dürfen und wo sie spielen dürfen.
Ihc habe jetzt nicht alles gelesen, aber bei dem Satz hier musste ich echt laut lachen

Ich glaube so habe ich das auch gesehen, bevor ich ein Kind hatte
Es gibt Kinder mit sehr sehr unterschiedlichem Temperament und es kommt auch sehr aufs Alter des Kindes und dessen Reife an. Mein Kurzer ist 2,5 Jahre alt, kein Kitakind und obwohl ich von Anfang an in saemtlichen Mutter Kind Gruppen war, wir Freunde mit Kindern gemischten Alters haben und besuchen, zu uns einladen - er hat das mit dem Sitzenbleiben, essen usw. einfach noch nicht verstanden

Natuerlich, koennte ich, wenn ich wollte, mich 2mm neben mein Kind setzen und in einer total anstrengenden Prozession darauf achten, dass er weder laut singt, noch aufsteht, noch mit essen matscht etc. und dann wuerde ich mich total unwohl fuehlen, kind gestresst und ich denke nach dem Essen waeren wir bereit nach Hause zu fahren. Den Druck rausnehmen dass Kinder sich jetzt gut benehmen muessen (damit sich kinderlose Freunde nicht gestoert fuehlen), hilft bei manchem Kind oft schon einiges und auch wenn dir das noch nicht auffaellt, Kinder sind von Natur aus kooperativ! und ich mit viel Milde und sanftem (!) Einfluss nehmen trage ich als Mutter dazu bei, dass es nicht "ausartet". Ich denke die Arbeit die dahintersteckt, bemerkst du als Kinderlose wahrscheinlich nicht. Dass Eltern nun wirklich Augen-zu-und-durch die Kinder alles machen lassen was sie wollen, glaube ich als erstes mal nicht, bzw. habe ich das nur in sehr extremen Faellen so erlebt.
Und als Tipp: Hier bringt es gar nichts, wenn ich in fremden Wohnungen meinem Bub irgendwas versuche zu verbieten / zu regulieren etc. Da geht er voll in die Konfrontation, ich stoere ihn, er sucht die Beziehung / die Auseinandersetzung mit den anderen, so interessanten Menschen! Wenn DU dann meinem Kind ganz normal (auf Augenhoehe, so wie zu einem Erwachsenen auch), sagen wuerdest, Kannst du bitte nicht so rumschreien, ich mag das nicht. Wette ich darauf, dass er sofort den Mund halten wuerde, waehrend ich gegen eine Wand rede. Er sucht dann eben auch die Reaktionen anderer Erwachsener. Manchmal deute ich manch flapsiges Verhalten von Besuchskindern bei uns aehnlich und es hat bisher IMMER funktioniert, wenn ich klipp und klar gesagt habe, was Sache ist (zu einem Jungen mal: Bei euch zu Hause darf man mit den Haenden an die Waende klatschen? Ok, verstehe, tut mir Leid, HIER bitte nicht, ich mag die Fingerabdruecke nicht sehen und wuerde mich sehr aergern. Hat super geklappt. Haette die Mutter hingegen ermahnen muessen, lass das mal, vielleicht mag das die Biene nicht, blabla... da kann die Stimmung auch kippen, verstehst du wie ich meine?).
Und um den Bogen zu meinem Zitat oben zu schliessen: Nein, ich finde nicht, dass hinter einem Verhalten von Kindern (vom Tisch aufstehen) per se eine Entscheidung der Eltern steht. Bei aelteren Kindern mag das zutreffen, dass sie es zum Beispiel entweder so oder eben anders gewohnt sind von zu Hause und sich so auch woanders verhalten. Aber zum Beispiel bei kleineren Kindern sehe ich da keinen Zusammenhang. Mein Sohn verhaelt sich woanders zumeist voellig anders als bei uns Zuhause (meistens zum positiven). Ich finde es allerdings immer sehr schade, wenn Eltern von so Wirbelwindkindern "schlecht" dastehen, weil sich ihre Kinder nicht "so gut benehmen" wie andere. Der Sohn einer Freundin von uns schubst und haut sehr viel, ich schliesse aber nicht daraus, dass das daran laege, dass die Eltern das erlauben wuerden. Bei ihm ist das gerade so eine krawallige Phase und ich lasse das gar nicht an mich herankommen, schuetze mich, mein Kind und meine Wohnung aber dagegen und ich kann schon mal auch etwas lauter und bestimmter werden. Und zur Not halt einfach auch die Eltern fragen / ins Gespraech kommen.
Kattirinas Vorschlag sich mal in die Kinder hineinzuversetzen finde ich sehr hilfreich!