Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"?

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mäusekind
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von mäusekind »

Die Sachen die du kritisierst wurden mich auch stören.
Wenn Kinder eher mit dem Essen fertig sind dürfen sie gerne aufstehen. Hier gilt: Kinder warten auf Kinder. Dann dürfen Sie spielen gehen. Aber nicht am oder um den Tisch. Ich möchte gerne in Ruhe zu Ende essen. Und mich dann auch noch unterhalten.
Gerne dürfen die Kinder nach dem Essen in den Garten und da laut sein.
Rülpsen, schmatzen und ähnliches mag ich auch nicht. Die Kinder sollten in der Lage sein ihr Besteck zu benutzen wenn ich mit denen woanders bin.
Und ja, ich als Mutter achte darauf. Bei meinen Kindern. Andere Kinder sind mir doch egal :mrgreen:

Und bevor ich jetzt Haue bekomme: meine Kinder sind schon etwas alter.
Welche Altersgruppe ist denn bei dir zu Besuch?

Wenn ich weiss, die Bekannten haben keine Kinder bringe ich Spielsachdn mit (ja, noch immer). Oder gehe mit den Kindern raus, dass sie toben können. Dann kann sich halt nur mein Mann mit den Bekannten unterhalten.
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Kattirina
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Kattirina »

Wenn's stressig wird wegen vielen Anwesenden und hohem Lärmpegel, versuch ich mich manchmal die Perspektive zu wechseln und mich in die Kinder reinzuversetzen. Theoretisch könnten die Kinder ja genauso denken: "Jetzt seid doch mal ein bisschen ruhig, Ihr Erwachsenen! Ihr quasselt wie ein Wasserfall ohne Pause, manchmal reden mehrere gleichzeitig durcheinander über Sachen die wir nicht verstehen. Und dann lacht Ihr so laut dass wir uns gar nicht auf unser Essen/Spielen konzentrieren können, oder diskutiert irgendwas so heftig dass bei uns ganz gereizte Stimmung ankommt. Und uns ignoriert Ihr auf einmal komplett." Ich will damit nur sagen, dass solche Besuchssituationen für Kinder sicher auch nicht immer einfach sind, oft müssen sie ganz schön zurückstecken.
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Lavinia
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Re: AW: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmisc

Beitrag von Lavinia »

fragaria hat geschrieben:Also ich setze ziemlich rigoros die Regeln meines Haushaltes auch gegenüber anderen (Kindern) durch. Niemand geht mit Schuhen ins Haus, das Bett ist als Spielplatz tabu, auf dem Sofa wird nicht gehopst und wer zu viel Kraft hat, muss an die frische Luft ;-)
Ich finde es nicht schlimm, wenn Kinder lernen, sich an die Regeln anderer zu halten. Gleichzeitig verlange ich von meiner Großen, dass sie die Regeln anderer respektiert, wenn wir wo zu Besuch sind.

Schmatzen finde ich grauenvoll und bin manchmal echt geschockt, wie manche Leute fressen ;-)
Das ist aber echt nicht leicht, das rüberzubringen ...
unterschreib

Bei uns daheim ist es so, dass erst aufgestanden werden darf, wenn alle fertig sind (und ja, auch 4 Jährige können problemlos mal ne halbe Stunden sitzen). Das ist im Kiga und Hort genauso, von daher sind die Kinder das gewöhnt. Ansonsten bringt das so eine Unruhe rein. GGf. dürfen sie mal eher aufstehen, wenn wir Erwachsenen noch bisschen quatschen wollen. Dann fragen sie aber, ob sie aufstehen dürfen und gehen dann ins Kinderzimmer oder eben raus. Ich mag dann auch nicht unbedingt von der Seite vollgequakt werden.
Beim Essen sind mir einfach gute Tischmanieren wichtig. So Sachen wie Kopfaufstützen, schmatzen, rülpsen u.ä. mag ich überhaupt nicht und da werde ich auch echt eklig.
Doch da hat jeder eben seine eig. Schmerzgrenze. Bei uns und unseren Freunden (ob mit oder ohne Kinder) gilt das Prinzip: mein Haus, meine Regeln. Sprich: woanders gelten dann eben andere Regeln.

Bei uns müssen Besuchskinder auch das Kinderzimmer mit aufräumen, bevor sie heim gehen. Schließlich haben sie auch mitgespielt und Zeugs ausgeräumt.
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Blubberella
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Blubberella »

Wenn es mich stört, sage ich es dem Kind. Egal ob das in meinem Haus ist oder bei Gästen. Sofa hüpfen bspw. ist mir bei Gästen egal (nicht mein Sofa), bei mir sag ich was. Aber schmatzen mag ich weder zu Hause noch bei Anderen daheim. Wir waren am Wochenende mit der ganzen Familie im Urlaub, u.a. meine 3-jährige Nichte. Sie saß mir gegenüber und hat geschmatzt. Also habe ich gesagt "Mach den Mund zu beim Essen, ich mag Dein gekautes nicht sehen." Thema erledigt.

Ich als Mutter finde es auch entspannter bei Kinderlosen Freunden, wenn ich mich darauf verlassen kann, dass sie was sagen, wenn es sie stört. Ich kann mein Kind dann ohne Probleme das Bücherregal ausräumen lassen, weil ich weiss, dass der "Bücherregaleigentümer" kein Problem damit hat.
Mir ist es lieber, dass die Eltern mir / dem Kind direkt sagen, wenn was stört und nicht hintenrum reden, dass meine Kinder ja so schlecht erzogen sind.

Es geht ja nicht nur um meine körperliche Grenze (Hauen) oder meine Eigentumsgrenze (Sofa hüpfen) sondern auch meine "mentale Grenze" (Schmatzen, Lautstärke, usw)
Das Quartett ist komplett!
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Kattirina
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Kattirina »

Blubberella hat geschrieben: Ich als Mutter finde es auch entspannter bei Kinderlosen Freunden, wenn ich mich darauf verlassen kann, dass sie was sagen, wenn es sie stört. Ich kann mein Kind dann ohne Probleme das Bücherregal ausräumen lassen, weil ich weiss, dass der "Bücherregaleigentümer" kein Problem damit hat.
Mir ist es lieber, dass die Eltern mir / dem Kind direkt sagen, wenn was stört und nicht hintenrum reden, dass meine Kinder ja so schlecht erzogen sind.
...oder einen gar nicht mehr einladen. Total einverstanden. Ich bitte bei Besuchen oft, dass die Gastgeber Bescheid sagen, wenn sie etwas nicht möchten, oder frage dann auch nochmal konkret, ob es jetzt ok ist wenn das Kind das und das macht, wo man sich nicht sicher ist...

Blubberella hat geschrieben:Wenn es mich stört, sage ich es dem Kind. Egal ob das in meinem Haus ist oder bei Gästen. Sofa hüpfen bspw. ist mir bei Gästen egal (nicht mein Sofa), bei mir sag ich was. Aber schmatzen mag ich weder zu Hause noch bei Anderen daheim. Wir waren am Wochenende mit der ganzen Familie im Urlaub, u.a. meine 3-jährige Nichte. Sie saß mir gegenüber und hat geschmatzt. Also habe ich gesagt "Mach den Mund zu beim Essen, ich mag Dein gekautes nicht sehen." Thema erledigt.
Ui, das finde ich aber ganz schön hart. Nicht vom Inhalt, sondern von der Form. Kein "BITTE" mach den Mund...? Wir sollten doch Vorbild sein... Das würde mich als Mutter des Schmatz-Kindes verletzen, wenn jemand anders (und sei es die Tante) unhöflich mit meinem Kind spricht.

Ich möchte auch, dass andere Erwachsene meinem Kind direkt sagen, wenn etwas sie stört. Aber dann bitte annähernd auf Augenhöhe, also ungefähr so, wie sie auch andere Erwachsene um etwas bitten würden.

Du kennst Deine Nicht bestimmt sehr gut, deswegen kann man hier nicht verallgemeinern - aber manchmal kann man auch einfach nicht davon ausgehen, dass ein Kind bestimmte Regeln schon kennt, die wir Erwachsenen als selbstverständlich voraussetzen. Nicht schmatzen, nicht in die Butter fassen, nicht popeln usw. - vielleicht haben die Eltern IN DEM ALTER noch nicht dem Kind erklärt, dass die meisten Leute sich daran stören, und es deswegen besser ist, das nicht in Gesellschaft zu tun. Womit ich NICHT meine, dass Fremde das Kind nicht bitten dürfen, sowas zu unterlassen. Dürfen sie - aber dann bitte höflich UND bei kleinen Kindern vielleicht mit einer Erklärung warum (wie Du's ja gemacht hast: "Ich mag das nicht sehen").
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Blubberella
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Blubberella »

Ui, das kam wohl falsch rüber. Ich bin kein Fan von erzwungenem Bitte und Danke. "Mach BITTE DEINEN MUND ZU!" ist für mich unhöflicher als "Mach Deinen Mund zu." Mit einem Lächeln. Und wenn Du das "gekautes" aussprichst wie Homer Simpson "ge-ka-u-tes", mit einem breiten Grinsen und somit einen Familien-Scherz sagst ist es wieder ganz was anderes.
Für mich gehören Höflichkeit und Respekt die wichtigsten Dinge im Bereich Kindererziehung, Nur Spaß und Grenzenloses kuscheln sind noch davor.

Daher stimme ich Dir absolut zu, dass man meinem Kind alles sagen darf, aber wenn einer mein Kind respektlos behandelt werde ICH unhöflich. :D
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Purzel1975 »

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Kattirina
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Kattirina »

Blubberella hat geschrieben:Ui, das kam wohl falsch rüber. Ich bin kein Fan von erzwungenem Bitte und Danke. "Mach BITTE DEINEN MUND ZU!" ist für mich unhöflicher als "Mach Deinen Mund zu." Mit einem Lächeln. Und wenn Du das "gekautes" aussprichst wie Homer Simpson "ge-ka-u-tes", mit einem breiten Grinsen und somit einen Familien-Scherz sagst ist es wieder ganz was anderes.
Für mich gehören Höflichkeit und Respekt die wichtigsten Dinge im Bereich Kindererziehung, Nur Spaß und Grenzenloses kuscheln sind noch davor.

Daher stimme ich Dir absolut zu, dass man meinem Kind alles sagen darf, aber wenn einer mein Kind respektlos behandelt werde ICH unhöflich. :D
Hatte ich mir auch schon gedacht, dass es bestimmt im O-Ton und live mit Lächeln nicht so unhöflich war. Immer diese Missverständnisse und das Internet ist schuld ;-)
Kattirina mit Sommersohn 2011
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Blubberella
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Blubberella »

Böses Internet :)
Ich bin froh, dass das jetzt geklärt ist.
Danke, dass Du es angesprochen hast. Wie Du haben sicher 30 andere gedacht.
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bienenmeister
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von bienenmeister »

Yvi19 hat geschrieben: Die Eltern entscheiden natürlich, ob die Kinder am Tisch aufstehen dürfen und wo sie spielen dürfen.

Ihc habe jetzt nicht alles gelesen, aber bei dem Satz hier musste ich echt laut lachen :lol: Ich glaube so habe ich das auch gesehen, bevor ich ein Kind hatte :lol:

Es gibt Kinder mit sehr sehr unterschiedlichem Temperament und es kommt auch sehr aufs Alter des Kindes und dessen Reife an. Mein Kurzer ist 2,5 Jahre alt, kein Kitakind und obwohl ich von Anfang an in saemtlichen Mutter Kind Gruppen war, wir Freunde mit Kindern gemischten Alters haben und besuchen, zu uns einladen - er hat das mit dem Sitzenbleiben, essen usw. einfach noch nicht verstanden :D Natuerlich, koennte ich, wenn ich wollte, mich 2mm neben mein Kind setzen und in einer total anstrengenden Prozession darauf achten, dass er weder laut singt, noch aufsteht, noch mit essen matscht etc. und dann wuerde ich mich total unwohl fuehlen, kind gestresst und ich denke nach dem Essen waeren wir bereit nach Hause zu fahren. Den Druck rausnehmen dass Kinder sich jetzt gut benehmen muessen (damit sich kinderlose Freunde nicht gestoert fuehlen), hilft bei manchem Kind oft schon einiges und auch wenn dir das noch nicht auffaellt, Kinder sind von Natur aus kooperativ! und ich mit viel Milde und sanftem (!) Einfluss nehmen trage ich als Mutter dazu bei, dass es nicht "ausartet". Ich denke die Arbeit die dahintersteckt, bemerkst du als Kinderlose wahrscheinlich nicht. Dass Eltern nun wirklich Augen-zu-und-durch die Kinder alles machen lassen was sie wollen, glaube ich als erstes mal nicht, bzw. habe ich das nur in sehr extremen Faellen so erlebt.

Und als Tipp: Hier bringt es gar nichts, wenn ich in fremden Wohnungen meinem Bub irgendwas versuche zu verbieten / zu regulieren etc. Da geht er voll in die Konfrontation, ich stoere ihn, er sucht die Beziehung / die Auseinandersetzung mit den anderen, so interessanten Menschen! Wenn DU dann meinem Kind ganz normal (auf Augenhoehe, so wie zu einem Erwachsenen auch), sagen wuerdest, Kannst du bitte nicht so rumschreien, ich mag das nicht. Wette ich darauf, dass er sofort den Mund halten wuerde, waehrend ich gegen eine Wand rede. Er sucht dann eben auch die Reaktionen anderer Erwachsener. Manchmal deute ich manch flapsiges Verhalten von Besuchskindern bei uns aehnlich und es hat bisher IMMER funktioniert, wenn ich klipp und klar gesagt habe, was Sache ist (zu einem Jungen mal: Bei euch zu Hause darf man mit den Haenden an die Waende klatschen? Ok, verstehe, tut mir Leid, HIER bitte nicht, ich mag die Fingerabdruecke nicht sehen und wuerde mich sehr aergern. Hat super geklappt. Haette die Mutter hingegen ermahnen muessen, lass das mal, vielleicht mag das die Biene nicht, blabla... da kann die Stimmung auch kippen, verstehst du wie ich meine?).

Und um den Bogen zu meinem Zitat oben zu schliessen: Nein, ich finde nicht, dass hinter einem Verhalten von Kindern (vom Tisch aufstehen) per se eine Entscheidung der Eltern steht. Bei aelteren Kindern mag das zutreffen, dass sie es zum Beispiel entweder so oder eben anders gewohnt sind von zu Hause und sich so auch woanders verhalten. Aber zum Beispiel bei kleineren Kindern sehe ich da keinen Zusammenhang. Mein Sohn verhaelt sich woanders zumeist voellig anders als bei uns Zuhause (meistens zum positiven). Ich finde es allerdings immer sehr schade, wenn Eltern von so Wirbelwindkindern "schlecht" dastehen, weil sich ihre Kinder nicht "so gut benehmen" wie andere. Der Sohn einer Freundin von uns schubst und haut sehr viel, ich schliesse aber nicht daraus, dass das daran laege, dass die Eltern das erlauben wuerden. Bei ihm ist das gerade so eine krawallige Phase und ich lasse das gar nicht an mich herankommen, schuetze mich, mein Kind und meine Wohnung aber dagegen und ich kann schon mal auch etwas lauter und bestimmter werden. Und zur Not halt einfach auch die Eltern fragen / ins Gespraech kommen.

Kattirinas Vorschlag sich mal in die Kinder hineinzuversetzen finde ich sehr hilfreich!
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

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