Dialekt oder hochdeutsch?
- Zita
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?
Ich verbinde mit Dialekt auch immer irgendwie Wärme, Zuhause, Familie, Geborgenheit, Herzlichkeit... ich finde man sollte sich vor seinen Kindern nicht verstellen und so sprechen wie man es normalerweise tut. Man kann ihnen ja in Form des Vorbildes vorleben, das es von der Situation abhängig ist ob man Dialekt oder Hochdeutsch spricht und sie damit dazu befähigen sowohl Hochdeutsch als auch Dialekt zu sprechen.
Mit Würmchen (4/2013)
- Kuschelmaus
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?
Nein wir reden hier weder Oberfränkisch noch bayrisch..
Zumal ich gebürte Oberfränkin gar kein fränkisch so wirklich kann, meine Familie / Verwandtschaft dagegen schon.. klar wenn ich mal dann dort bin ein paar Sätze kommen immer mal wieder durch aber ich spreche mehr hochdeutsch mit meiner Familie als sie mit mir :lol
Oder bei Nachbarn, kommt dann auch mal n bissl bayrisch durch aber so mit dem Kind selbst oder untereinander reden wir nur hochdeutsch.
Zumal ich gebürte Oberfränkin gar kein fränkisch so wirklich kann, meine Familie / Verwandtschaft dagegen schon.. klar wenn ich mal dann dort bin ein paar Sätze kommen immer mal wieder durch aber ich spreche mehr hochdeutsch mit meiner Familie als sie mit mir :lol
Oder bei Nachbarn, kommt dann auch mal n bissl bayrisch durch aber so mit dem Kind selbst oder untereinander reden wir nur hochdeutsch.

Das Wesen wahrer Liebe lässt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam!
Honoré de Balzac
- Fitzka
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?
Also ich habe mal irgendwo gelesen, das Dialekte gut für Kinder seien, weil sie dann lernen, dass einer Sache mehrere Begriffe zugeordnet werden können.
Ich bin mit einem erzgebirgischen Dialekt aufgewachsen und mir fällt hochdeutsch bis heute schwer
Viele können nicht direkt einschätzen, wo ich ursprünglich herkomme, weil es eben kein "typisch" sächsischer Dialekt ist und man da dann des häufigeren zu hören bekommt "aber in Sachsen da reden die doch ganz anders" *LOL*. Und obwohl ich seit 2007 nicht mehr in meiner Heimat wohne, hört man immer noch einen Dialekt heraus, aber er verwässert.
Prinzipiell stört mich mein Dialekt nicht, auch wenn es (gerade zu Beginn meines Studiums) einige Momente gab in denen ich mir meinen Dialekt weg gewünscht hätte. Aber das lag im Nachhinein mehr an meinem jeweiligen Gegenüber als an mir
. Und dabei musste ich auch regionale Unterschiede feststellen. In Hessen (Frankfurt, Marburg), wo kein Dialekt gesprochen wurde, hat man sich darüber belustigt. In Mannheim gab es Gespräche, wo ich quasi einen Übersetzer benötigt habe, weil ich deren und die meinen Dialekt nicht verstanden haben/ verstehen wollten... Jetzt wohnen wir im Frankenland, hier versteht man uns und wir verstehen die Franken auch recht gut (mit wenigen Ausnahmen). Wobei auch viele Thüringer und Sachsen hier in der Gegend leben und arbeiten, was die Sache erleichtert. Dann war ich noch beruflich ein Jahr in Karlsruhe und hatte mir vorher schon den Kopf zerbrochen, was da wieder für Sprüche kommen. Aber nichts, die Karlsruher, Saarländer und Pfälzer, die ich dort kennen lernen durfte, waren sehr offene Menschen, die selber gerne ihren Dialekt gesprochen haben und man sogar die eine oder andere Gemeinsamkeit in unseren Dialekten erkennen konnte.
Also ich würde meinen Kindern vermitteln, dass Dialekte etwas schönes und bereicherntes sind. Und wenn ein Wille auf beiden Seiten vorhanden ist, dann kann man sich auch gut verständigen
Ich bin mit einem erzgebirgischen Dialekt aufgewachsen und mir fällt hochdeutsch bis heute schwer
Prinzipiell stört mich mein Dialekt nicht, auch wenn es (gerade zu Beginn meines Studiums) einige Momente gab in denen ich mir meinen Dialekt weg gewünscht hätte. Aber das lag im Nachhinein mehr an meinem jeweiligen Gegenüber als an mir
Also ich würde meinen Kindern vermitteln, dass Dialekte etwas schönes und bereicherntes sind. Und wenn ein Wille auf beiden Seiten vorhanden ist, dann kann man sich auch gut verständigen
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PüppisMutti
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?
Also bei uns klappt das wunderbar! Von allem etwas!
Meine Eltern kommen ursprünglich aus Sachsen-Anhalt, ich aufgewachsen in Brandenburg, Papa aus Sachsen und wir wohnen im Schwabenland! Das bedeutet:
nach den Sommerferien, wenn alle Verwandten besucht wurden spricht mein Sohn perfektes Brandenburgisches-Sächsisch mit schwäbischem Einfluss.
Wir sprechen Dialekt und hochdeutsch und es gab noch nie Verständigungsprobleme, egal in welche Richtung.
Meine Eltern kommen ursprünglich aus Sachsen-Anhalt, ich aufgewachsen in Brandenburg, Papa aus Sachsen und wir wohnen im Schwabenland! Das bedeutet:
nach den Sommerferien, wenn alle Verwandten besucht wurden spricht mein Sohn perfektes Brandenburgisches-Sächsisch mit schwäbischem Einfluss.
Wir sprechen Dialekt und hochdeutsch und es gab noch nie Verständigungsprobleme, egal in welche Richtung.
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emeste
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?
Da ja auch wir Österreicher zu hochdeutsch fähig sind
möcht ich kurz erzählen.
Es passiert mir immer wieder, dass ich mit dem Hummel in einen "schönen" Dialekt verfalle, je nach dem worum es geht oder eben einfach situationsabhängig, spreche aber im Allgemeinen ganz normal Dialekt mit ihm. Meinem Mann geht es interessanterweise recht ähnlich, ich denke das hat damit zu tun dass wir auch beide über einige Jahre außerhalb gelebt haben und da vereinfachter Dialekt die Verständigung ein wenig leichter gemacht hat, zumindest wenn wir gemerkt haben die Leute tun sich schwer uns zu folgen.
Als Kind verbrachte ich viele Sommer monatsweise in Vorarlberg bei einer Tante, der dortige Dialekt hat mit Deutsch ja tatsächlich wenig bis gar nichts gemein und auch mit meinem Ursprungsdialekt nicht. Klar war das für mich eine enorme Herausforderung und ich glaube mich daran erinnern zu können, dass es mir da anfänglich auch so ging wie beim Sprechen einer Fremdsprache heute - hab ich es lang nicht getan spür ich dabei wirklich meine Hirnwindungen sich verrenken
Das spricht für mich für einen absolut kreativen Prozess, mit dem mein Gehirn halt selten konfrontiert wird, sonst hätte es nicht dermaßen viel Arbeit dabei. Aber genau das finde ich genial daran, ich bin überzeugt davon, dass ich mir sprachlich so leicht tue weil ich schon früher gelernt habe damit umzugehen.
Interessanterweise funktioniert das Verständnis von Fremdsprachen oder Fremddialekten bei mir heute besser, je weniger ich mich darauf konzentriere unbedingt verstehen zu wollen, aber inwieweit das jetzt dem zuzuschreiben ist was mein Gehirn durch sprachliche Konfrontation gelernt hat, kann ich natürlich auch nicht sagen.
Ich bin aber auch ein Verfechter der Dialekte, die Vielfalt ist doch so schön und auch reizvoll und auch erstaunlich oft ein Eisbrecher (außer man kann einen überhaupt nicht leiden, dann dreht man auch mal ab wenn das Gegenüber den Mund aufmacht
)
Es passiert mir immer wieder, dass ich mit dem Hummel in einen "schönen" Dialekt verfalle, je nach dem worum es geht oder eben einfach situationsabhängig, spreche aber im Allgemeinen ganz normal Dialekt mit ihm. Meinem Mann geht es interessanterweise recht ähnlich, ich denke das hat damit zu tun dass wir auch beide über einige Jahre außerhalb gelebt haben und da vereinfachter Dialekt die Verständigung ein wenig leichter gemacht hat, zumindest wenn wir gemerkt haben die Leute tun sich schwer uns zu folgen.
Als Kind verbrachte ich viele Sommer monatsweise in Vorarlberg bei einer Tante, der dortige Dialekt hat mit Deutsch ja tatsächlich wenig bis gar nichts gemein und auch mit meinem Ursprungsdialekt nicht. Klar war das für mich eine enorme Herausforderung und ich glaube mich daran erinnern zu können, dass es mir da anfänglich auch so ging wie beim Sprechen einer Fremdsprache heute - hab ich es lang nicht getan spür ich dabei wirklich meine Hirnwindungen sich verrenken
Das spricht für mich für einen absolut kreativen Prozess, mit dem mein Gehirn halt selten konfrontiert wird, sonst hätte es nicht dermaßen viel Arbeit dabei. Aber genau das finde ich genial daran, ich bin überzeugt davon, dass ich mir sprachlich so leicht tue weil ich schon früher gelernt habe damit umzugehen.
Interessanterweise funktioniert das Verständnis von Fremdsprachen oder Fremddialekten bei mir heute besser, je weniger ich mich darauf konzentriere unbedingt verstehen zu wollen, aber inwieweit das jetzt dem zuzuschreiben ist was mein Gehirn durch sprachliche Konfrontation gelernt hat, kann ich natürlich auch nicht sagen.
Ich bin aber auch ein Verfechter der Dialekte, die Vielfalt ist doch so schön und auch reizvoll und auch erstaunlich oft ein Eisbrecher (außer man kann einen überhaupt nicht leiden, dann dreht man auch mal ab wenn das Gegenüber den Mund aufmacht
emeste mit großem E. (09/12) und "auch toß!"-em B. (12/15)
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emeste
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Dialekt oder hochdeutsch?
Edit:
Aber das fällt dann eben unter natürliche Auslese.emeste hat geschrieben:...außer man kann einen überhaupt nicht leiden, dann dreht man auch mal ab wenn das Gegenüber den Mund aufmacht![]()
)
emeste mit großem E. (09/12) und "auch toß!"-em B. (12/15)
