Kiga-Frust

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Sarie
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Kiga-Frust

Beitrag von Sarie »

Hallo ihr Lieben,

Ich muss mir mal meinen Frust von der Seele schreiben.
Seit August geht mein Sohn Halbtags in einen Kindergarten mit gestaltpädagogischem Ansatz. Ich war anfangs sehr zufrieden mit dem Kiga aber desto länger mein Sohn dort ist, desto unzufriedener werde ich.
Ich hatte schon länger das Gefühl, dass in seiner Gruppe wenig gemacht wird. Nun habe ich in seinen Ordner geschaut und es sind nur 3 Teile darin.... Während die Tochter meiner Freundin diverse Fotos und gebasteltes darin hat ( sie geht in eine Ganztagsgruppe im selben Kiga).
Mein Sohn malt und bastelt sehr gerne und er kann auch schon sehr gut ausschneiden und ausmalen... Leider wird er nicht vernünftig gefördert.

Ein Eltern Gespräch hat auch noch nicht stattgefunden, trotz Nachfrage meinerseits. Ich muss sagen ich habe große Schwierigkeiten das Gespräch mit der Erzieherinnen zu suchen, weil ich u.a große Angst habe dass sich das Verhalten der Erzieher meinem Sohn gegenüber negativ verändert.

Mein Sohn hat vorher eine Spielgruppe besucht und ist immer SEHR gerne hin gegangen. Jetzt geht er nicht gerne. Er weigert sich nicht und weint auch nicht. Aber er zeigt Widerwillen... Möchte lieber zu Hause bleiben :(

Mich belastet es sehr und ich weiß nicht was ich machen soll.

Ich wäre sehr froh über Antworten

LG

Sarie
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Kinsale
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Re: Kiga-Frust

Beitrag von Kinsale »

Hm, ich würde versuchen, schnell einen Termin auszumachen und den dann möglichst unvoreingenommen wahrnehmen.

Es kann ja sein, dass Dein Sohn lieber Höhlen baut, draußen oder mit der Murmelbahn spielt. :wink: Daher würde ich dem Ordner nicht so viel Beachtung schenken. Bei uns sind da auch "nur" einige Werke drin, die die Entwicklung ein wenig abbilden. Also zB die ersten "Krickelkrakel"-Bilder, dann die ersten Männchen. Oder auch mal Sachen, die während einer Beobachtung (infans) entstanden sind oder damit zusammen hängen. Bei meiner Tochter ist zB ein Mandala drin, weil sie eine zeitlang den ganzen Tag mit Mandala malen verbracht hat. In Wahrheit hat sie 2394838 Mandalas ausgemalt und selbst gestaltet - im Ordner ist nur eines.

Ich will Deine Sorge nicht klein reden, finde aber nicht, dass ein KiGa der wenig "Output" liefert, gleich eine schlechte Förderung bedeutet.Genauso könnte man daran auch sehen, dass Dein Sohn dort Dinge gestalten KANN, aber eben nicht MUSS. Und das finde ich ehrlich gesagt viel besser.
Meine Kinder sollen sich im Kindergarten vor allem wohl fühlen, nicht Werke für den Ordner produzieren. Wenn er das nicht tut, ist das zweifellos blöd und ich würde auch alles daran setzen, das für ihn zu verbessern. Aber am Ordner würde ich das nicht festmachen.

Hast Du ihn mal gefragt, warum er nicht hingehen möchte? Manchmal übertragen wir ungewollt auch ein ungutes Gefühl auf die Kinder- das wäre (wenn es ihm eigentlich gut gefiele) doch wirklich schade. Daher kann ich Dir nur empfehlen, offen das Gespräch zu suchen und Deine Bedenken anzusprechen.
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Sarie
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Re: Kiga-Frust

Beitrag von Sarie »

Danke für die Antwort!
Mein Sohn wird dort wohl auch geärgert von größeren Kindern. Außerdem scheinen die Erzieher
hin und wieder ihn und seine beste Freundin zu trennen.
Obwohl sie sich nur im Garten sehen. Beides ist jetzt seit wenigen Tagen immer wieder Thema.

Ich glaube auch dass mein Sohn auch mit anderen Kindern spielen sollte,
würde aber gern in solche Entscheidungen mit einbezogen werden bzw informiert.

Ich befürchte ein wenig dass mein Sohn sich im Kiga langweilt und dass die Sache mit seiner Freundin
ein wenig aus dem Ruder läuft. Er spielt nämlich NUR mit ihr, drinnen dann halt für sich.

ich mache mir einfach sorgen dass er sich so nicht gut entwickeln kann. Vielleicht ist das einfach
nicht das richtige Konzept für ihn...
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Amber
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Re: Kiga-Frust

Beitrag von Amber »

Vielleicht ist das "Ordner-Problem" auch durch die kürzere Betreuungszeit zu erklären? In unserem KiGa wird vormittags gefrühstückt, gesungen etc. im Morgenkreis, Obst gegessen und anschließend draußen gespielt bis zum Essen. Bastelzeit ist v.a. nachmittags. Vielleicht will die "beste Freundin" im KiGa auch mit jemand anderem spielen? Mein Großer spielt zuhause immer mit der Nachbarstochter, aber eher selten im KiGa. In der Freispielzeit hängen oft die Mädels zusammen, während die Jungs was anderes machen. Da hilft nur ein offenes klärendes Gespräch ohne Vorurteile.
"On ne connaît son chemin que quand on arrive au bout." (Le Destin - Bénabar) 🎶
Amber mit dem Elftklässler (Mai 2009) und der Neuntklässlerin (Januar 2011)
Lösche Benutzer 8492

Re: Kiga-Frust

Beitrag von Lösche Benutzer 8492 »

Wenn ich das hier lese, bin ich ganz froh, keine Erzieherin zu sein? Du hast nicht einmal nachgefragt, wenn ich das richtig verstanden habe? Und trotzdem zweifelst du das Konzept an, willst mitentscheiden, bist der Meinung, dass dein Sohn nicht richtig gefördert wird? Da würde ich mich auch vor einem Elterngespräch drücken :oops: .

Mein Sohn bekocht mich zu Hause stundenlang, im Kindergarten gerade gar nicht. Dafür bastelt er dort extrem viel, mit Mama und Schwester scheint es langweilig zu sein. Wenn du sagst, er spielt allein, scheint er ja schon irgendwas zu machen, wie kommst du dann darauf, dass er sich langweilt? Weil nicht genug Bilder im Ordner sind?
Mir fallen diverse Gründe ein, warum dein Sohn von seiner Freundin getrennt werden könnte - vielleicht haben sie oder die andere Gruppe was gruppeninternes gemacht, irgendein Projekt bearbeitet? Vielleicht gehen die Gruppen aus irgendwelchen Gründen zeitversetzt raus? Das sind doch keine Dinge, die du mitentscheiden solltest?

Ist das wirklich ein Problem, sowas beim Abholen kurz nach zu fragen, bevor man gleich am Konzept zweifelt? Wenn du sowas wie "X war gestern ganz traurig weil er nicht mit Y spielen konnte, warum durfte er denn nicht?" fragst, wird wohl kaum jemand deinen Sohn schlechter behandeln. Und wenn sie das tun, wäre DAS dann wohl wirklich ein Grund, an der Kita zu zweifeln...
Lösche Benutzer 5749

Re: Kiga-Frust

Beitrag von Lösche Benutzer 5749 »

Hallo,
ich habe meine Sohn vor einem Jahr nach 14 Tagen wieder aus dem Kiga raus genommen, weil ich überhaupt nicht zufrieden war und er nicht mehr hin wollte. Ich habe mich lange gefragt, ob meinem Sohn nun etwas fehlt bzw. er etwas verpasst. Der gesellschaftliche Druck, dass Kinder in den Kiga müssen, ist extrem hoch. Nur deshalb habe ich ihn hingegeben. Von meinem tiefen Inneren hatte ich nie das Gefühl, das er das bräuchte. Inzwischen ist er 4,5 Jahre alt und mit seinem 2jährigen Bruder zu Hause. Uns geht es sehr gut damit. Neulich traf ich eine andere Mama, die mit 3 Söhnen zu Hause ist, der älteste geht schon zur Schule. Es gibt auch ein Leben jenseits der Einrichtungen und die Kinder lernen auch ohne Kiga sehr viel für´s Leben und werden stabil.
Ich rate jedem, der unsicher ist und nicht dringend selbst arbeiten gehen muss, so lange wie möglich die Kinder zu Hause zu lassen, vor allem, wenn dies eindeutig ihr Wunsch ist. Ich höre inzwischen immer wieder, dass Kinder gar nicht gern in den Kiga gehen, aber die Eltern ziehen es durch. Schade, finde ich. Die Schulpflicht kommt noch früh genug. Und ich finde die Schuljahre, in denen es keinen anderen Weg gibt, sind genug. Lasst doch den Kindern ihre Kindheit und die Freiheit zu entscheiden, ob sie in den Kiga gehen wollen oder nicht, wenn es möglich ist.
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Sarie
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Re: Kiga-Frust

Beitrag von Sarie »

Ich bin sehr bedrückt wegen der Sache.
Wenn ich meinen Sohn zuhause behalten ist er meistens ausgeglichen,
kommunikativ und freundlich.
Wenn ich ihn vom Kiga abhole ist er unleidlich, kiebig und übellaunig.
ALLE Kinder hatten Elterngespräche nur wir nicht... ( auch Kinder die kürzer da sind)
Am Geburtstagskalender sind überall Bilder nur bei meinem Sohn nicht...

Ich bemerke keine Lernfortschritte, die nicht mir zu verdanken sind, schneiden ist eher schlechter geworden
und ich habe einfach das Gefühl er geht dort unter :(
Sie haben dort anscheinend auch ihre Lieblinge und sind auch immer wieder mit den selben Müttern im Gespräch, sodass
man schwierig dazwischen kommt.
Ich könnte nur noch weinen...
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Lösche Benutzer 5749

Re: Kiga-Frust

Beitrag von Lösche Benutzer 5749 »

Kommt es für dich in Frage ihn raus zu nehmen? Oder gibt es einen alternativen Kindergarten in der Nähe?
Natürlich würde ich ein Gespräch abwarten. Aber wenn du so unglücklich bist, dann würde ich das Rausnehmen auf jeden Fall in Betracht ziehen. Ich bin, wie gesagt, sehr gut damit gefahren. Auch wenn ich lange gebraucht habe, diesen Weg für wirklich richtig zu halten, weil mir direkt oder unterschwellig immer wieder eingeredet wurde, dass ich meinem Kind damit etwas vorenthalte und mir selbst schade usw.
Ich sehe, wie gut es meinen Kindern geht, kann sie selbst beobachten, selbst fördern usw. Ich bin total zufrieden und dankbar (auch wenn es natürlich stressige Tage gibt).
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Sarie
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Re: Kiga-Frust

Beitrag von Sarie »

Ich bin derzeit stark am überlegen Ihn raus zu nehmen.
Ganz zu Hause würde ich wahrscheinlich nicht schaffen. Evtl behalte ich ihn bis zum Sommer bei mir aber,
dann brauche ich min. einen 8-Std-Platz. Ich habe allerdings große Angst dass ihm der
ganze Hickhack schadet.
Morgen nehme ich all meinen Mut zusammen und spreche mit den Erzieherinnen.
Danke für die Antworten :)
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mafrinian
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Re: Kiga-Frust

Beitrag von mafrinian »

Ich wünsch dir ein ganz tolles Gespräch mit viel Mut, deinen Fragen zu fragen
Also, z.B: was tut er im Kiga eigentlich am liebsten und mit wem?
Wann findet denn unser Elterngespräch statt?
Brauchen Sie noch ein Foto für den Geburtstagskalender?
Haben Sie den Eindruck, er kommt gern und ist gern da?
usw...

Vielleicht musst du auch erst reinkommen? Sicher sprechen die Erzieherinnen öfter und vielleicht auch lieber
mit Müttern, die sie schon kennen, evtl. schon lange... das muss aber noch nichts mit Lieblingen zu tun haben...
Vielleicht sind sie auch unsicher dir gegenüber,
weil sie deinen Argwohn und auch manche Unterstellung spüren?

Bitte doch um ein ausführliches Gespräch ohne zwischen Tür und Angel!
Vielleicht schaffst du es nochmal positiv ran zu gehen:
Damit ab Sommer die Ganztagsbetreuung so richtig gut läuft,
möchte ich hier gern noch mehr verstehen...
Wie kann ich mein Kind oder auch die Arbeit der Erzieherinnen unterstützen?

Und wenn die Gespräche alle so verlaufen, dass du dich damit unglücklich fühlst,
dann würde ich auf mein Bauchgefühl hören und eine Alternative andenken und testen.
Oder ihr beide genießt die Zeit zu Hause nochmal so richtig.
Aber wenn du im Sommer von ganz zu Hause auf Ganztagsbetreuung umstellen musst, wird das sicher auch ganz schön schwer.

Ich wünsch dir viel Gelassenheit! Trau deinem Kind etwas zu!
Es entwickelt sich, es lernt, auch wenn es keine Kunstwerke im Ordner hat.
Und Förderung eines 3jährigen ist soviel mehr, als ihm Bastelaufträge zu erteilen.
Meine Jungs haben alle weniger gemalt und gebastelt
als meine Tochter. Trotzdem sind sie heute alle 3 tolle Schüler mit vielen Interessen und Talenten.
Ich denk an dich heute!
P.S. Und ich ahne wirklich wie es dir geht und habe auch meine kleineren ZWillinge nach einem Jahr Kiga mit Bauchschmerzen bei uns allen aus der Einrichtung genommen. Ich rede also nicht leichtfertig daher, als sei in allen Einrichtungen alles genau richtig. Manchmal passt auch nur für einen selbst oder das eigene Kind etwas anderes besser. Aber dazu brauchst du mehr Infos, einen echten Kontaktversuch auch von deiner Seite statt nur dem Gefühl "ich und mein Kind sind hier nicht so Liebling wie andere"!
Viele liebe Grüße von

mafri
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