Kaufladen sehe ich zwiespältig. Bei den Großeltern gibts einen, und da beobachte ich folgendes (Kinder sind 2,5 und 4,5): Es wird immer ein Erwachsener gefordert, der einkaufen kommt. Die Kinder wollen selbst immer verkaufen. Der eigentliche Kaufvorgang dauert wenige Minuten, dann steht man wieder da... Klar kann man den Laden zwischendurch umräumen, Geld zählen usw. Aber ein flüssiges Spiel, das ohne Input eines Erwachsenen auskommt, entsteht immer erst, wenn die Mädels den Inhalt des Ladens nach nebenan tragen und damit den Tisch für die Puppen decken.Elchnase hat geschrieben: Rollenspiele scheinen gerade eine gößere Bedeutung zu haben, deshalb würde ich gerne einen Kaufmannsladen anschaffen.
Da so ein Laden ja groß und teuer ist, sind mir Stellfläche und Geld zu schade dafür. Aber gut möglich, dass andere Kinder da anders mit spielen.
Ich habe hier zwei Kinder, die den ganzen Tag nichts als Rollenspiele machen. Liebste Zutaten: Nicht-Spielzeug. Also: Unser Geschirr, unsere Schlüssel, unsere Portemonnaies, unsere Schuhe, Schwimmsachen, Klamotten und so weiter. Wir haben da immer sehr viel erlaubt, das offene Geschirrregal war immer zugänglich. Die Dinge, die tabu sind, werden durch Spielversionen ersetzt: Meinen Schlüsselbund möchte ich nicht täglich suchen, deshalb hat jedes Kind einen eigenen (Schlüssel gabs bei Mr. Minit geschenkt!) mit Schlüsselanhänger wie Mama. Portemonnaie haben sie ein ausrangiertes mit etwas Kleingeld und alten Bahncards etc. drin. Ansonsten gilt im Wesentlichen: Es darf alles genommen werden, wenn hinterher aufgeräumt wird. Wichtigste Accessoires sind Schüsseln, Dosen, Töpfchen, die Spielküche ist gut ausgestattet, aber die Kinder kochen fast nie mit dem netten ökologischen Holzgemüse, sondern mit jeder Art von "Schüttgut": Glasnuggets, Perlen, Schrauben, Büroklammern, Steckern von so einem Steckspiel usw. Das gleiche mit Arztsachen: Der Spielarztkoffer ist nett, viel cooler ist der ausrangierte (weil Haltbarkeitsdatum abgelaufen und vom TÜV beanstandet) Erste-Hilfe-Kasten aus dem Auto und diverse Probenröhrchen vom Onkel (Tierarzt).
Das absolute Highlight bei uns seit 3 Jahren sind die Glasnuggets, die ich vor 15 Jahren in einem Anfall von Dekowahn bei Ikea erstanden habe und die danach nur im Schrank lagen. Gibts ähnlich auch als "Muggelsteine" zu kaufen. Vielseitig einsetzbar und sie rollen nicht überallhin wie Perlen (ich habe jede Menge Erfahrung mit Schüttgut...).


