Hallo Missy,
ich finde deine Gefühle ganz und gar nicht abwegig. Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich habe ein ähnliches Problem, ausschließlich mit meiner Mutter und meiner Schwiegermutter. Meiner Mutter sage ich sehr direkt, was ich empfinde, und nehme ihr auch kurzerhand mal das Kind aus dem Arm, wenn ich merke, dass es ihm grad nicht gefällt, und sie das mal wieder nicht merkt. Bei meiner Schwiegermutter ist das schwieriger. Sie hört einfach nicht richtig zu. Es könnte am Alter liegen, sie ist schon fast 80, da fällt es einem vielleicht schwerer eigene Vorstellungen zurückzustellen. Es mag richtig sein, dass es wichtig ist für den Kleinen, wenn andere Familienmitglieder und Freunde mit ihm anders umgehen, aber bitte mit mit RESPEKT... Er ist kein Spielzeug, er ist ein kleiner Mensch, dessen Bedürfnisse und Wünsche respektiert werden müssen. Und wenn meine Schwiegermutter ihn mit einem "Schwitzegriff" auf ihrem Schoß festkeilt, und ihm immer wieder Spielzeuge vor die Nase hält, die er aber nur ansehen, und nicht anfassen darf, weil sie seine Hände noch fester hält, wenn er versucht, zu greifen - dann könnte ich ausrasten...!!! Ích versuche zunächst höflich zu erklären, dass sie ihn doch ruhig mal krabbeln lassen kann, es wäre doch keine gefährliche Umgebung im Wohnzimmer meines Schwagers. Das wiederhole ich noch zweimal, sie hält ihn noch fester und redet lauter auf ihn ein "Schau doch mal, was die Omi da für dich hat!" "Guck doch mal!" "Nun guck doch mal!". Dann passiert es auch, das ich ihr das Kind wegnehme, und mit ihm das Zimmer verlasse. Solche Situationen gibt es zuhauf. Am Abend und sogar in den nächsten 2 Tagen ist er regelmäßig laut, schlecht drauf, und nicht mehr das entspannte Kind, das mir sonst das Leben so leicht macht. Der Kleine hat mir auch sehr schnell klargemacht, dass er keine vollen Straßen, Supermärkte, Flohmärkte und sonstige Menschenansammlungen mag. Wenn ich das akzeptiere und auf ein Minimum beschränke, geht es uns allen viel besser. Ich denke ganz und gar nicht, dass ich eine Glucke bin. Ich verstehe mein Kind am besten. Und meine Aufgabe ist es, dein Kleinen zu beschützen. Auch vor rücksichtslosen Omis! Das ist nicht übertrieben. Das muss nicht überdacht werden. Traue deinem Gefühl. Das gilt in allen Situationen des Lebens mit einem Kind. Die Mutter fühlt nicht "falsch", sie fühlt nicht "übertrieben". Sie fühlt immer genau richtig. Und das was ich früher als Übermutter oder Glucke bezeichnet hätte, sehe ich heute als Mutter, die konsequent auf die Bedürfnisse ihres Kindes achtet, und deren Achtung mit allen Mitteln einfordert. Wozu sonst hat die Natur uns diese Gefühle gegeben? Ich denke nicht, dass das nur auf eigene vergangene Erlebnisse zurückzuführen ist. Du fühlst einfach hier und jetzt, was richtig für dein Kind ist. Vertrau deinem Gefühl.
Puh, das wollte ich mal loswerden
Lass dir bloß nicht reinreden!
Lieben Gruß.