HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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davisalo
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Re: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von davisalo »

Miffi, danke für den Link und Deine Statements!!
Beim Überlegen fiel mir auf, dass ich dieses (scheinbare) bessere Verhältnis zwischen Mama und Kind vielleicht sogar "verstehen" kann: Ich meine, das ist ja doch irgendwie "Dressur" - und im Alter der Abhängigkeit folgt so ein Kind dann natürlich dem Menschen, der da seine Macht bewiesen hat, viel eher. Wäre ja blöd, das nicht zu tun ... Wer weiß, was mich dieser Mensch, den ich ja liebe, von dem ich abhängig bin und der so mächtig ist, ansonsten noch alles erleiden lässt ... Da "funktioniere" ich lieber ...
Wenn solche Studien schon gemacht wurden, sollte man dieselben Mütter mal z.B. 15 Jahre später befragen, und überprüfen, ob und wie sich das Verhältnis zwischen Eltern und Kind im Laufe der Pubertät unterscheidet bei geferberten und nicht-geferberten Kindern. Fände ich schon eine spannende Frage, ob es Auswirkungen hat ... und dann noch mal 10 Jahre später ... etc. ... Denn ich fände es schon spannend herauszufinden, ob eine positive Auswirkung unserer bedürfnisorientierten Umgangsweise mit den Kindern letztlich nicht doch auch wissenschaftlich nachweisbar ist ...
Ganz abgesehen von ethischen Fragen und dem klaren Folgen des eigenen Gefühls im Moment!
Dass Nora sich an das Interview gewagt hat, fand ich übrigens auch klasse!!! Und dass damit dieses Schlafprogramm, das ja doch noch immer sooooo gängig ist :evil:, mal deutlich hinterfragt wurde mit klarer Positionierung einer so populären Zeitschrift wie der Eltern, ist einfach nur genial! Find ich!
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
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zierfisch
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Re: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von zierfisch »

Ich denke, es spielt an manchen Stellen auch mit rein, dass die Mutter nach so einem Programm, so es denn funktioniert, einfach doch mal mehr schläft und tatsächlich deshalb mehr Geduld und nerven tagsüber hat.
Aber das sind eben meine Gedanken dazu.
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honeybee
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Re: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von honeybee »

Wow, sehr interessant. Ich hab den Artikel noch nicht gelesen, werde mit aber das Heft jetzt sicher besorgen.

Im Übrigen schließe ich mich davisalo und ka an in den Ausführungen zu den Studien mit besserer Interaktion. Ich sehe das auch logisch, dass die Kinder dann den Eltern ihre ganze Liebe entgegen bringen in Situationen, wo sie eben nicht alleine schreien müssen. Vielleicht aus Angst, dass sie sonst wieder allein gelassen werden, vielleicht als eine Art Überredung, das zukünftig nicht mehr zu machen, vielleicht aus der Hilflosigkeit heraus, dass sie die positiven Momente ausnutzen müssen.
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Re: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von Schwanhild »

Hmmm... danke Miffi. Ich habe mal mit einer Kindertherapeutin gesprochen, die meinte, Schlafprogramm dann, wenn die Eltern kurz davor sind, aus Übermüdung den Kindern etwas anzutun. das würde für mich auch die verbesserte Interaktion erklären.
ich les mich da jetzt mal ein...

Trotzdem hab ich ( mal wieder) den Brisch im Ohr. Aber keine Quelle, die such ich mal.......) bin mir sicher, dass die das anders sehen. mindestens wird es im sogenannten SAFE -Programm abgelehnt und eine andere Variante ohne weinen empfohlen.
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Re: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von Schwanhild »

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Re: AW: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von Violet »

In der Psychosomatik Vorlesung wurde bei uns gesagt dass "schreien lassen" vermehrt zu psychosomatischen Krankheiten führt und das klang schon so als gäbe es auch Studien die das belegen. Hab mich nie auf Quellensche begeben, aber irgendwoher muss dass ja.kommen. Ich finde es sehr komisch dass nicht belegbar sein soll dass es schadet sein Kjind so zu behandeln.
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Re: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von jali »

Ich kann mir schon vorstellen, dass manchmal nach einem Schlafprogramm das Verhältnis Kind-Eltern sich entspannt. Zum einen natürlich die Müdigkeit, zum anderen aber auch die Nächte selbst. Ich hatte selbst eine sehr schlecht schlafende Tochter (und mit sehr schlecht schlafen meine ich nicht alle 1 - 3 Stunden zum stillen aufwachen und dann beim stillen wieder einschlafen und weiterschlafen, das ist denke ich normales Schlafverhalten). Ich bin ein sehr geduldiger Mensch, auch ohne Schlaf, wenn das Kind bereits zwei Stunden wach ist, vor Müdigkeit und Verzweiflung weint, ich bin immer nett und geduldig. Wenn ich solche Phasen über längere Zeit andauernd hatte bin ich viellicht mal Nachts in Tränen ausgebrochen und musste an meinen Freund abgeben, aber das war die absolute Seltenheit.

Ich habe die Nächte quasi immer alleine bewältigt, zum einen sicher wegen dem Stillen, aber auch weil mein Freund nicht so geduldig ist. Er wird da viel früher genervt. Und ich weiß, dass eher wenige Menschen so geduldig sind wie ich. Wenn man dann ein so schlecht schlafendes Kind hat, von dem man dann nur noch genervt ist, dann ist das für die Beziehung (auch wenn man nicht kurz davor ist dem Kind etwas anzutun) wahrscheinlich nicht sehr förderlich.

Für mich wäre ein Schlafprogramm nicht in Frage gekommen. Ich habe aber später nach Gordon abgestillt, und ich habe mich manchmal gefragt, ob ich meiner Tochter nicht einiges erspart hätte, wenn ich das schon etwas früher gemacht hätte - Denn auch wenn ich versucht habe ihr mit allen meinen Mitteln (Tragen, Stillen ect.) in den Schlaf zu helfen, funktionierte es oft nur über viel Weinen.

Ich kann es nachvollziehen, dass sich Eltern, deren Nerven blank liegen für ein Schlafprogramm entscheiden. Ob sie damit dem Kind mehr schaden, als wenn sie sich im genervt widmen, ohne es eigentlich zu wollen, weiß ich nicht. Das Problem liegt für mich vor allem darin, dass man mit der Aussage "Schlafprogramme schaden nicht" gleichzeitig die Frage provoziert, warum das man, wenn das sechs Monate alte Baby nicht durchschläft, nicht ein solches durchführt. Schlechte Nächte werden damit quasi zum Hobby der überversorgenden Mutter - sie will es ja so, jedes Kind kann ja schlafen lernen.

Ich habe kein Problem damit, wenn eine Mutter in einer für sie sehr schwierigen langandauernden Phase für sich selbst die Entscheidung trifft, dass sie ihrem Kind mit ihrem entnervten und übermüdeten Verhalten mehr schadet als wenn sie es schreien lässt und sich dann für ein Schlafprogramm entscheidet. Ich habe ein Problem damit, wenn einem suggeriert wird Kinder sollen eigentlich durchschlafen und man müsse ihnen dies in einem bestimmten Alter beibringen. Und diese Einstellung ist mir schon oft begegnet und ich denke man verdankt sie zu einem nicht unerheblichen Teil Büchern wie "Jedes Kind kann schlafenlernen".
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Re: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von zierfisch »

@jali: das hast du sehr gut geschrieben.
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Re: AW: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von Muschelsucherin »

Ich finde es unglaublich, dass diese Frau in der Eltern eine Bühne erhält und auch noch mit ihrem letzten Satz, welcher der letzte Satz des Interviews ist, Werbung für ihr Buch macht, indem sie ihr Schlaflernprogramm als das beste darstellt.

Vor einigen Wochen ging es im ganzen Internet rund wie nichts. Alle bashten das Buch....nun hat sie das wieder relativiert.

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Capesider
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Re: AW: HILFE - Kast-Zahn spricht in Eltern

Beitrag von Capesider »

Muschelsucherin hat geschrieben:Ich finde es unglaublich, dass diese Frau in der Eltern eine Bühne erhält
Das war zugegeben auch mein erster Gedanke!! Warum muss man die Frau in die Öffentlichkeit holen und dadurch wieder das Ferbern bei manchen Eltern ins Gedächtnis rufen? :roll: :?
Liebe Grüße
Danny BildBild mit 16-jähriger Pferdeflüsterin Bild und dem Dinoexperten :

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