Studien über Muttermilch

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Julez
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Studien über Muttermilch

Beitrag von Julez »

Guten Morgen.

ich bin noch in einem anderen Forum untrewegs und dort habe ich gerade folgendes (füge ich weiter unten ein ) gelesen.
Ich finde diese Ansätze sehr interessant und möchte deshalb auch hier nach Antworten fragen.

....Dennoch halte ich viele "Theorien/ Aussagen" die Muttermilch betreffend für sehr gegensätzlich und nicht schlüssig. Vielleicht hat jemand Ahnung von dem Thema und kann mir nen guten Link dazu empfehlen.
1. Vormilch und fette Hintermilch: angeblich soll die zweitere ja erst nach einiger Zeit kommen, von der das Kind auch richtig satt wird. Mein kleiner trinkt phasenweise nur 5 min pro Brust und ist dann fertig. Er würde da also gar nicht ran kommen. Wenn die Milch dann "runter" kommt, aber nicht gestillt wird, dann wässert die doch bis zum nächsten Stillen nicht aus, oder? Wird sie abgebaut???
2. Zusammensetzung der MuMi: diese ist doch angeblich nahezu immer gleich und man könne sie mit der Ernährung (abgesehen von Drogen und Alkohol; das meine ich hier nicht) nicht beeinflussen, d.h. das Gerede von "dünner" und "fetter" Milch ist, sollte man nicht unterernährt sein, überflüssig. Auch eine Diät, wenn auf Vitamine geachtet wird, kann dann nicht schaden.
3. MuMi ist aufs Kind abgestimmt: In Verbindung mit Punkt 2 find ich das auch unverständlich. Ändert sich die Milch einfach zeitlich gesehen was den prozentualen Anteil von F, KH und E mit dem Wachstum des Kindes oder was ist damit gemeint?
4. Wirkung auf Stoffwechsel und Immunsystem: da soll ja MuMi angeblich das non plus ultra sein und sogar eine höhere Intelligenz "erzeugen". Die Prozentangaben in zu lesenden Studienauszügen/ Zitaten von wegen "...% haben weniger Krebserkrankungen...". Diese Prozentangaben find ich immer sehr gering, für das wie toll MuMi angeblich ist. Wieso wird dabei die genetische Determinante immer ausgeschlossen? Es kann doch sein, dass diese Kinder auch mit Flaschenmilch die gleiche Krebsrate aufzeigen würden? Wenn angeblich nicht mehr so viel und lang gestillt wird, müsste es auch weitaus mehr unintelligente Menschen geben? Hier ist ja sicher nicht Hochbegabung gemeint. ...


Vieleicht hat ja die ein oder andere eine Antwort parat ;) Der Text ist nur kopiert und stammt nicht von mir!


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palme56
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Re: AW: Studen über Muttermilch

Beitrag von palme56 »

Nun, da werden sich sicher Julia und/ oder Mondenkind ausführlich zu äußern.

Hier mal, was ich weiß:
2. Eine radikale Diät soll besonders in der Stillzeit nicht gemacht werden, weil die Schafstoffe, die sich aus den Fettzellen absondern in die Mumi übergehen können. Das ist auch außerhalb der Stillzeit keine adäquate Art dauerhaft an Gewicht zu verlieren.

3. Ja, so ist das. Die Zusammensetzung von der Erstmilch für Neugeborene ist bzgl. des prozentualen Anteils an F, KH, EW anders als Milch für ein z.B. 4 Monate altes Kindes.
Man kann die Zusammensetzung altersbezogen vergleichen. Also das Kolostrum ist weltweit bei allen Frauen gleich zusammengesetzt bzgl. F, EW, KH und die Milch für 4 Monate alte Babys auch.

Ein bisschen zu 4 und dem Immunsystem: Eine bestimmte Art von Immunglobulinen (IgA), die spezifisch für Keime gebildet werden, mit denen ein Mensch in Kontakt kommt sind in der MM.
Wird eine Mutter zB. angehustet bildet das Immunsystem für diesen Hustenkeim ein spezielles IgA, dieser gelangt dann uber die MM ins Kind.

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Re: Studien über Muttermilch

Beitrag von jusl »

Nun, da werden sich sicher Julia und/ oder Mondenkind ausführlich zu äußern.
Eher nicht, sorry, wir sind gerade mit StillBERATUNG sehr ausgelastet.
Das sind zweifellos spannende Fragen, aber moderne Stillfachbücher beantworten diese praktisch gänzlich.

Ganz kurz:
1. Vormilch und fette Hintermilch: angeblich soll die zweitere ja erst nach einiger Zeit kommen, von der das Kind auch richtig satt wird. Mein kleiner trinkt phasenweise nur 5 min pro Brust und ist dann fertig. Er würde da also gar nicht ran kommen.
Doch, offensichtlich ist "nach einiger Zeit" BEI EUCH kürzer als 5 Minuten.
Wenn die Milch dann "runter" kommt, aber nicht gestillt wird, dann wässert die doch bis zum nächsten Stillen nicht aus, oder? Wird sie abgebaut???
Was meinst Du mit "runter kommen"? Von den milchbildungenden Zellen bis zur BW oder wie?!? Das sind nur gaaanz wenige ml, die dann "in den Schläuchen stehen" sozusagen...
2. Zusammensetzung der MuMi: diese ist doch angeblich nahezu immer gleich und man könne sie mit der Ernährung (abgesehen von Drogen und Alkohol; das meine ich hier nicht) nicht beeinflussen, d.h. das Gerede von "dünner" und "fetter" Milch ist, sollte man nicht unterernährt sein, überflüssig. Auch eine Diät, wenn auf Vitamine geachtet wird, kann dann nicht schaden.
Korrekt. Ausführliche Info dazu finden sich in unserer Linksammlung Stillwissen.
3. MuMi ist aufs Kind abgestimmt: In Verbindung mit Punkt 2 find ich das auch unverständlich. Ändert sich die Milch einfach zeitlich gesehen was den prozentualen Anteil von F, KH und E mit dem Wachstum des Kindes oder was ist damit gemeint?
Die Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich während jeder Mahlzeit, u.a. bedingt durch das Saugverhalten des Kindes. "Aufs Kind abgestimmt" bezieht sich davon abgesehen auch häufig auf die immunlogische Komponenten, nicht (nur) auf die Hauptbestandteile.
4. Wirkung auf Stoffwechsel und Immunsystem: da soll ja MuMi angeblich das non plus ultra sein und sogar eine höhere Intelligenz "erzeugen". Die Prozentangaben in zu lesenden Studienauszügen/ Zitaten von wegen "...% haben weniger Krebserkrankungen...". Diese Prozentangaben find ich immer sehr gering, für das wie toll MuMi angeblich ist. Wieso wird dabei die genetische Determinante immer ausgeschlossen?
Dies ist keine Sachfrage, sondern ein wertendes Statement. Wer sagt denn "wie toll MuMi angeblich ist"?!? Wer schließt denn genetische Faktoren aus?!?
Muttermilch ist die normale Säuglingsernährung. Sie trägt also zu einer normalen Gesundheit, normalen Intelligenz, normalen Entwicklung bei, und zwar definitionsgemäß. Andere Ernährungsformen können nach heutigem Wissen in Zusammenhang mit Abweichungen von diesen normalen Werten stehen (z.B. geringere IQ-Werte und höhere Erkrankungshäufigkeiten).

Für genauere Betrachtungen empfehle ich die Lektüre entsprechender Fachliteratur. Darin finden sich auch reichlich Quellenangaben.

LG
Julia
Julez
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Re: Studien über Muttermilch

Beitrag von Julez »

Danke..... Ich werde es mal so weitergeben :)
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Violet
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Re: AW: Studien über Muttermilch

Beitrag von Violet »

palme56 hat geschrieben:
Hier mal, was ich weiß:
2. Eine radikale Diät soll besonders in der Stillzeit nicht gemacht werden, weil die Schafstoffe, die sich aus den Fettzellen absondern in die Mumi übergehen können. Das ist auch außerhalb der Stillzeit keine adäquate Art dauerhaft an Gewicht zu verlieren.
Das stimmt nicht, siehe hier:

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2#p1248242
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