3-jähriger - Sprache und lispeln

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MarzipanHerz
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Re: 3-jähriger - Sprache und lispeln

Beitrag von MarzipanHerz »

SchneFiMa hat geschrieben:Bist du muttersprachlich deutsch? Dann sprich auch deutsch mit ihm. Ist der Vater muttersprachlich türkisch? Dann sollte er türkisch mit ihm sprechen.

Ich erkläre den Eltern auch immer, dass es nicht schlimm ist, wenn sie mit ihren Kindern in der Muttersprache sprechen. Es ist sogar oft sehr viel besser, da sie dort die Grammatik und einen umfassenden Wortschatz besitzen und diese korrekt anwenden können. Manchmal ist das auch schwer, da die Eltern ja denken, sie müssten deutsch sprechen, wegen der Integration und so, aber hinsichtlich der Sprachentwicklung ist es eben besser, an einem muttersprachlichen Vorbild zu lernen.

Dein Mann kann dir sicher sagen, wie sicher dein türkisch ist, der Satzbau, die restliche Grammatik etc, oder ob es eben so Sätze werden wie "Ich gehe Kindergarten" (du weißt wie ich meine :wink: )

Es gibt viele Kinder, die haben in der Sprachenwticklung auch im mehrsprachigen Bereich keine Probleme, die können zwischen den Sprachen umschalten und verbinden diese auch nicht unbedingt mit bestimmten Personen oder Anlässen.
Andere Kinder tun sich da schwerer, vielleicht gehört euer Sohn dazu.

Da helfen dann klare Strukturen: Mama spricht deutsch, Papa spricht türkisch, im Kindergarten spreche ich deutsch, bei Papas Verwandten türkisch, bei Mamas Familie deutsch und so weiter.

Falls du den Wortschatz mal überprüfen möchtest, schreibe alle Wörter auf die er spricht, auf deutsch und auf türkisch. Kann er Wörter in beiden Sprachen, so werden sie als 1 Wort gezählt, also kann er Hund und das Pendant auf türkisch = 1 Wort, dann kennt er Katze nur auf deutsch, ist das auch ein Wort und kennt er Pferd nur auf türkisch ist das auch ein Wort, er hätte somit auf seiner Liste 3 Wörter, die er aktiv sprechen kann. Die Sprache ist egal.

Mit so kleinen Kindern übt man in der Logopädie vorrangig spielerisch, denn so lernen die Kinder ja auch. Hätte er einen zu geringen aktiven Wortschatz, dann würde man am Wortschatzaufbau arbeiten. In einer Sprache, da ich nur deutsch spreche, eben nur deutsch. Wäre ich muttersprachlich türkisch, dann vielelicht auch auf türkisch.

Das lispeln (oder der Sigmatismus in der Fachbezeichnung) würde ich noch nicht beüben, außer es hat Gründe, wie von Maja genannt, also mundmotorische Probleme oder ähnliches. Aber da arbeitet man dann an der Ursache und nicht am Symptom.
Danke für die Informationen. Also das Lispeln empfinde ich jetzt nicht als schlimm, eher als süss. Wir waren nur letztens im Freundeskreis, da bin ich drauf angesprochen worden, das hat mich total verunsichert.

Beim sprachlichen ist es so, dass meine Muttersprache türkisch ist. Mein Mann kann allerdings auch türkisch, aber seine Muttersprache ist Deutsch.

Aber ehrlich? In manchen Bereichen, lässt mich meine Muttersprache nun mal im Stich, weil ich sie nicht zu 100% beherrsche. Ich versuche zu Hause mit ihm türkisch zu sprechen. Aber unser ganzes Umfeld ist Deutsch. Daher wird halt nur daheim türkisch gesprochen und ich merke er versteht alles. Antworten tut er aber auf deutsch. Durch den Kindergarten u.a. ist er da natürlich sehr stark geprägt.

Ich wünsche mir natürlich dass er auch türkisch kann, da es meine Muttersprache ist und ich will, dass er sich mit unseren Verwandten in der Türkei auch unterhalten kann.

Wir sind demnächst in der türkei, vielleicht hilft es ja, wenn dann nur türkisch gesprochen wird, um das stärker auszuprägen.

Was die deutsche Sprache angeht, da kann er sicherlich mehr als 50 Worte. ER bildet ja auch Sätze, nur sind diese Sätze „falsch“

z.B. ich muss nicht essen (ich will nicht essen)
fliege zu dede (opa)

es sind also keine ganzen Sätze (mir fällts grad bisschen schwer Beispiele zu finden)

Und da mach ich mir einfach Sorgen… ist mein Sohn zu „langsam“ in seinen Entwicklungsprozessen? Bedarf er gesonderter Förderung? Ich würde ihn nicht als „dumm“ bezeichnen, er ist ein aufgewecktes Kerlchen…

aber manchmal muss ich auch laut werden, damit er auf mich hört. Aber ich glaube auch, dass er ein sehr gutes Gehör hat, denn er hört manchmal Dinge, (Flugzeuge z.B.) die ich erst viel später sehe und und auch höre….

Frage mich halt, ignoriert er mich dann? Oder hört er auf irgendeiner Ebene nicht? (denn mir geht’s so, wenn zu viel auf einmal ist, höre ich schlechter)

Aber ich werde mal eiNE Liste von seinem Wortschatz machen.. die Frage ist für mich, ob ich zum Logopäden mit ihm sollte, oder ich noch Zeit habe, dass es sich von ihm aus entwickelt…..

Wie kann ich das beurteilen oder woran kann ich das festmachen?

Ich danke Euch allen für die zahlreichen Informationen 
LG
MarzipanHerz


Mit my eifon on the Road :) daher so sorry für alle Rechtschreibfehler etc....


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SchneFiMa
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Re: 3-jähriger - Sprache und lispeln

Beitrag von SchneFiMa »

Wenn du dir Sorgen machst, dann sprich das doch nochmal beim Kinderarzt an oder hole dir einen Termin beim HNO-Arzt oder einem Pädaudiologen.
Der kann dann abklären, ob es da ein Wahrnehmungsproblem vorliegt. Das hat meistens nichts mit dem Gehör an sich zu tun!

Vielleicht braucht er einen kleinen Schub, aber gerade bei zwei Sprachen ist es eben schwer, die Grammatik zu lernen. Viele zweisprachige Kinder suchen sich eine Sprache, die sie besser können, weil sie sie eben öfter sprechen. Diese Erfahrung mache ich eben in der Praxis. Die türkischen Kinder, die zu mir kommen, können meistens deutsch sehr gut, türkisch verstehen sie und können es ein wenig sprechen. Genauso geht es in anderen Sprachen.

Da du, so wie ich es aus dem Gelesenen sehe, Deutsch sehr gut beherrschst, ist es absolut ok, wenn du auch deutsch mit ihm sprichst und ihm korrektives Feedback anbietest, also wenn er sagt "Kindergarten gehen" du ihn korrekt wiederholst "Ja, wir gehen in den Kindergarten" oder ähnlich.
SchneFiMa mit
der Großen (09/07) und der Mittleren (05/10)
sowie
den zwei Burschis 26.02.18
MarzipanHerz
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Re: 3-jähriger - Sprache und lispeln

Beitrag von MarzipanHerz »

lieben dank schnefima!!
LG
MarzipanHerz


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