Oder doch aufgeben?

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caipy
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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von caipy »

Guten Morgen,

natürlich möchte ich es angehen, darum bin ich hier :) Und schlimmer, als es jetzt ist, kann es nicht werden, also bin ich da wirklich guter Dinge.

Von heute auf morgen muss es gar nicht klappen, aber wenn es absehbar wäre, das wäre großartig. Jetzt war alles so unbegrenzt ein schwebender Zustand und das ist für mich in dieser Form nicht mehr lange auszuhalten. Und für den kleinen Mann auch nicht, jedes mal so ein Kampf, nur um satt zu werden.

Von mir aus können wir starten :)
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Mondenkind
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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von Mondenkind »

Ich melde mich spätestens heute Abend und erkläre alles.
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PinkLady123
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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von PinkLady123 »

Hallo caipy,

ich bin zwar keine Stillberaterin, aber vielleicht kann ich Dir ein bisschen Mut machen. Was Du beschreibst, könnte exakt von mir stammen (bis auf den schlimmen Start nach der Geburt). Ich finde es super, wie viel Kraft Du bisher investiert hast, um weiter stillen zu können.

Bei mir wurde es im KKH auch "versaubeutelt" (jede Schwester hatte eine andere Meinung; mein Sohn hat die ersten beiden Tage verschlafen, kein Weckversuch war erfolgreich; an die Pumpe haben sie mich nicht gelassen - warum auch immer!; nachts hatte mein Sohn dann natürlich riesen Hunger, ich aber keine Milch), hatte auch erst nach 5 Tagen zu Hause dann meinen Milcheinschuss. Habe den ersten Tag und die erste Nacht zu Hause mit stündlichem Anlegen, abpumpen und zufüttern verbracht.

Dann hat das Stillen super hingehauen, der Kleine hat rasant zugenommen (teilweise 300 g in 2 Tagen) und ich habe es sehr genossen. Er trank teilweise halbstündlich und brauchte dann auch seine 1, 2 Stunden. Na und? Hat mich nicht gestört, alle waren zufrieden. Bis das Bauchweh, die Blähungen und das Spucken kamen. Meine Hebamme, KIA und eine Kinderkrankenschwester gaben mir die Schuld, ich müsste mindestens 2 Stunden zwischen den Stillmahlzeiten lassen und es dürfte auch nicht länger als 20 Minuten gestillt werden. Ich sollte Tee gegen das Bauchweh und einen Schnuller geben, damit er sein Saugbedürfnis nicht mehr an meiner Brust stillte. Habe ich auch gemacht, zuerst sah es auch so aus, als würde alles gut gehen (wobei sich im Nachhinein an den Bauchproblemen nichts geändert hat!). Bis das Schreien an der Brust begann. Hier das gleiche wie bei Euch: andocken, abdocken, schreien, andocken usw., steif machen, überstrecken. Hebamme sagte, er wäre frustriert, da ich nicht genug Milch hätte und er wie "an einem leeren Strohhalm" saugen würde. Totaler Blödsinn wie ich heute weiß! Dann nahm er in 20 Tagen auch nur 120 g zu, also fing ich mit zufüttern an und wie bei Euch, mal gab es gute, dann schlechte Tage. Zum Schluss gab es fast nur noch schlechte mit Zufüttern nach jeder Mahlzeit (ca. 120 ml). Ich war am Boden zerstört und wollte aufgeben (die "Tipps" zur Anregung der Milchbildung haben nämlich gar nichts genützt - sollte 3 l täglich trinken, davon 1 l Stilltee und 1 l Malzbier oder alkoholfreies Weizen, und dann noch so tolle "Wunderkapseln", die richtig teuer waren :x ), da habe ich mich im Internet umgeschaut und bin u. a. auf dieses tolle Forum gestoßen. Und was soll ich sagen - seit ca. einem Monat stillen wir wieder voll! :D

Mein Sohn war total saugverwirrt - ganz logisch im Nachhinein! Brustwarze, Schnuller, Flasche, jedes Mal andere Saugtechniken.

Bei uns hat nur anlegen, anlegen, anlegen geholfen. Lag ein paar Tage nur mit ihm auf dem Sofa. Es war schon anstrengend, weil er ja nicht wirklich gut trinken wollte an der Brust - aber es ging. Habe auch versucht mit Becher zu füttern anstatt mit Fläschchen, hat aber nicht gut geklappt.

Mein Sohn ist mittlerweile ein richtiger Schnelltrinker, nach 2 Minuten an jeder Seite fertig, kommt dafür sehr oft. Ich wiege ihn einmal die Woche und jetzt mit 17 Wochen wiegt er 6.480 g, liegt also ungefähr auf der mittleren Kurve. Ich bin glücklich damit und habe mir vorgenommen, beim zweiten Kind mich nicht von anderen verunsichern zu lassen.

Puh, ganz schön lang geworden. Aber Du siehst, durchhalten lohnt sich! Und wenn Du heute Abend hier tolle Tipps von den Fachfrauen kriegst, wird alles gut werden!

Wünsche gutes Gelingen und viel Geduld!
Liebe Grüße PinkLady
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Gebt den Kindern Liebe, Liebe und noch mehr Liebe, dann kommen die guten Manieren von ganz allein.
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caipy
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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von caipy »

Danke für deinen Erfahrungsbericht, Pinklady. Das macht mir Mut, dass wir es auch wieder hinbekommen.

Ich bin noch nicht bereit aufs stillen zu verzichten, ich brauche diese Nähe noch auf jeden Fall.
Ich bin gepannt wie es laufen wird und werde bestimmt berichten :)
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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von Mondenkind »

Prima! Ich freu mich :D .

Ich arbeite mit einem gut erprobten Umgewöhnungsprogramm. Bei diesem wir das Baby schrittweise zurück an die Brust geführt. Ich habe damit gute Erfolge gehabt, man kann es aber nicht starr handhaben, sondern muss ganz individuell immer wieder auf die Situation schauen und abschätzen, was jetzt am besten ist. Dein genauer und wohlwollender Blick als Mutter ist also gefragt :wink: . Du bist die Expertin für Dein Kind, ich biete die fachliche Unterstützung, ok?
Sobald es in die Stillposition geht, fängt er an zu schreien, macht sich steif und überstreckt sich, lässt sich nicht beruhigen und von meiner Brustwarze will er dann mal gar nichts wissen.
Aufgrund dieses VErhaltens fangen wir an, ihn mit Schritt 1 wieder an die Stillposition zu gewöhnen. Das heißt, Flasche gibts jetzt in Stillposition: sein Kopf liegt auf Brusthöhe, sein Körper ein Stück zu Dir gedreht, ihr haltet Blickkontakt wenn er möchte. Gern darfst Du auch oben ohne dabei sein. Wenn er diese Position nicht annimmt (in welcher Position füttert Ihr sonst die Flasche?), gehst Du zurück zur alten Position und versuchst beim nächsten Fläschchen erneut. Dann erst in die gewohnte Position und langsam anpassen.

Hast Du Situationen, in denen das Anlegen normalerweise besser funktioniert? Klassischerweise klappt es auch bei saugverwirrten Kindern nachts im Schlaf/Halbschlaf zB oft ganz gut. Wenn Du das Gefühl oder das Bedürfnis hast, ihn anzulegen und meinst, es könnte klappen, versuch es- wenn es nicht klappt, kein Problem, abbrechen, kein Druck!Ganz wichtig, wir können und wollen ihn zu nichts zwingen!

Für Schritt 2 brauchen wir mehrere unterschiedliche Sauger, um Dein Kind wieder an unterschiedliche Saugerlebnisse zu gewöhnen.
Ich habe mir eine Medela Swing bestellt, in der Hoffnung, die Produktion weiter am laufen zu halten, bis es wieder klappt, allerdings warte ich da auch schon 8 Tage drauf.
Prima, gibts da was Neues? Wann kommt die Pumpe, hast Du was gehört? Pumpen ist gut, um die Milchbildung anzuregen und wir können die Milch dann zum füttern nutzen.
Dazu muss ich sagen, dass wir immer mit Bauchweh hatten und es auch jetzt noch Thema ist. Er hat viel Blähungen. Mein Eindruck ist, sobald er die Milch in den Bauch bekommt kriegt er Schmerzen und windet sich, allerdings macht er das bei der Flasche nicht. Meine Hebamme schließt Saugverwirrung aus, meint er ist faul, ich bin mir bei gar nichts mehr sicher.
Ich muss hierzu noch unbedingt was loswerden. Ich verstehe Deine Verwirrung vollkommen und mache Dir keinerlei Vorwurf. Aber so eine Aussage von einer Hebamme schockiert mich und tut mir echt weh. So ein negativer Blick aufs Kind... Und zeigt, dass sie keine Ahnung hat. Dein Kind ist nicht faul, es ist saugverwirrt. Saugen und trinken ist essentiell, lebensnotwendig für ein Baby. Natürlich ist es nicht zu faul zum Trinken, genauso wenig wie irgendwer zu faul ist zum Atmen oder zu faul, Speichel zu produzieren oder zu faul, Nahrung zu verdauen. Und die Bauchschmerzen nach dem Stillen aber nicht nach der Flasche sind typisch für Saugverwirrung. Aufgrund der an der Brust suboptimalen Saugtechnik schluckt das saugverwirrte Kind viel Luft an der Brust, an der Flasche nicht- denn dort ist die Saugtechnik gut. Dein Kind ist nicht faul. Glaub an Dein Kind, es möchte- es kann nur grad nicht. Es braucht Deine Hilfe und die hast Du Euch jetzt geholt, super!
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caipy
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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von caipy »

Jetzt bin ich total beruhigt, dass wir nicht adhock aufs Zufüttern verzichten müssen, das nimmt mir unendlich Druck, vielen Dank :)

Normalerweise halte ich ihn im Arm, aber er ist in Rückenlage und nicht in Seitenlage. Nachts stillen wir im Liegen, sollte er da verweigern auch im Liegen die Flasche oder da auch in sitzender Stillposition?

Genau wie du es beschreibst, ist es so, dass es nachts/im Halbschlaf besser klappt. Faktisch also auch im Liegen. Morgens und vormittags geht es meist auch besser als zum Ende des Tages hin, so dass er abends oft völlig verweigert. Und es klappt in der Regel auch besser wenn ich alleine bin.

Schritt 2 kommt dann erst noch, oder?

Die Pumpe ist da seit heute, habe heute Mittag 20 Minuten gepumpt/ 20 ml und heute abend 30 Minuten/50 ml. Pumpen klappt bei mir nicht ganz so gut, glaube ich, dennmehr als 50 ml habe ich bisher selten raus bekommen.

Fürs Bauchweh machen wir jetzt wieder morgens und Abends Massage mit Windsalbe, Zäpfchen und Globuli (Fenchel, Kümmel, Anis)
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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von deidamaus »

Hallo caipy,

Schau mal in der Linksammlung Stillwissen unter Tipps zum erfolgreichen Abpumpen.

Mit etwas Übung können die meisten Frauen mehr abpumpen und 50 ml sind doch ein guter Anfang.

Ich drücke dir die Daumen. Ihr schafft das bestimmt mit der Hilfe von Mondenkind.

LG
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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von Mondenkind »

caipy hat geschrieben:Jetzt bin ich total beruhigt, dass wir nicht adhock aufs Zufüttern verzichten müssen, das nimmt mir unendlich Druck, vielen Dank :)
Gern, Druck macht hier wirklich überhaupt keinen Sinn.
Normalerweise halte ich ihn im Arm, aber er ist in Rückenlage und nicht in Seitenlage.
Das muss man eh schauen, wie das geht, kommt auch auf die Länge der Flasche an, wie stark man da in Seitenlage/Bauch an Bauch gehen kann.
Nachts stillen wir im Liegen, sollte er da verweigern auch im Liegen die Flasche oder da auch in sitzender Stillposition?
Wenn er nachts die Brust annimmt, dann still ihn. Wenn er verweigert, dann gib die Flasche in einer Stillposition, die tagsüber ging, oder gib sie ihm im Liegen, das geht auch. Schau, was er annimmt, nachts ist ja immer noch so eine Sondersituation, in der vieles anders sein kann, in beide Richtungen. Tut mir leid, dass ich Dir kein Patentrezept geben kann, aber das ist leider so. Man muss es ganz individuell umsetzen, ich kann nicht vorhersagen, wie ein Baby reagieren wird.
Schritt 2 kommt dann erst noch, oder?
Genau, wir schauen jetzt, wie er die neue Position annimmt, je nachdem wie das klappt, können wir schon zum Wochenende einen SAugerwechsel in Angriff nehmen.
Genau wie du es beschreibst, ist es so, dass es nachts/im Halbschlaf besser klappt. Faktisch also auch im Liegen. Morgens und vormittags geht es meist auch besser als zum Ende des Tages hin, so dass er abends oft völlig verweigert. Und es klappt in der Regel auch besser wenn ich alleine bin.
Das klingt doch gut, Dein Baby geht ja schon auch oft an die Brust, das ist ein gutes Zeichen! Still ihn, wenn es klappt, wenn es nicht klappt, sofort Druck rausnehmen und was anderes ausprobieren bzw anbieten.

Hast Du schon mal mit Stillhütchen gestillt?
Die Pumpe ist da seit heute, habe heute Mittag 20 Minuten gepumpt/ 20 ml und heute abend 30 Minuten/50 ml. Pumpen klappt bei mir nicht ganz so gut, glaube ich, dennmehr als 50 ml habe ich bisher selten raus bekommen.
50 ml ist doch schon mal gut. In unserer Linksammlung Stillwissenfindest Du auch Tipps zum erfolgreichen Abpumpen.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von caipy »

Dann werde ich das erst mal so angehen, nachts schläft der junge Mann jedoch seit 2 Wochen durch ;) Da kann ich erst morgen früh in Übung gehen.
Stillhütchen von NUK habe ich da, aber nur einmal in meiner Verzweiflung ausprobiert, hat er auch angeschrien.

Das Stillwissen habe ich mir schon durchgelesen :) Der MSR kommt bei mir aber innerhalb der 2 Medela Ansaugminuten. Zum Glück :)
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Re: Oder doch aufgeben?

Beitrag von Mondenkind »

caipy hat geschrieben:Stillhütchen von NUK habe ich da, aber nur einmal in meiner Verzweiflung ausprobiert, hat er auch angeschrien.
Ok, dann kommt es später.

Ich fände es gut, wenn Du dokumentieren könntest, wieviel Du am Tag zufütterst, Mumi/Formula, und wie oft Du stillst.
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