Hallo caipy,
ich bin zwar keine Stillberaterin, aber vielleicht kann ich Dir ein bisschen Mut machen. Was Du beschreibst, könnte exakt von mir stammen (bis auf den schlimmen Start nach der Geburt). Ich finde es super, wie viel Kraft Du bisher investiert hast, um weiter stillen zu können.
Bei mir wurde es im KKH auch "versaubeutelt" (jede Schwester hatte eine andere Meinung; mein Sohn hat die ersten beiden Tage verschlafen, kein Weckversuch war erfolgreich; an die Pumpe haben sie mich nicht gelassen - warum auch immer!; nachts hatte mein Sohn dann natürlich riesen Hunger, ich aber keine Milch), hatte auch erst nach 5 Tagen zu Hause dann meinen Milcheinschuss. Habe den ersten Tag und die erste Nacht zu Hause mit stündlichem Anlegen, abpumpen und zufüttern verbracht.
Dann hat das Stillen super hingehauen, der Kleine hat rasant zugenommen (teilweise 300 g in 2 Tagen) und ich habe es sehr genossen. Er trank teilweise halbstündlich und brauchte dann auch seine 1, 2 Stunden. Na und? Hat mich nicht gestört, alle waren zufrieden. Bis das Bauchweh, die Blähungen und das Spucken kamen. Meine Hebamme, KIA und eine Kinderkrankenschwester gaben mir die Schuld, ich müsste mindestens 2 Stunden zwischen den Stillmahlzeiten lassen und es dürfte auch nicht länger als 20 Minuten gestillt werden. Ich sollte Tee gegen das Bauchweh und einen Schnuller geben, damit er sein Saugbedürfnis nicht mehr an meiner Brust stillte. Habe ich auch gemacht, zuerst sah es auch so aus, als würde alles gut gehen (wobei sich im Nachhinein an den Bauchproblemen nichts geändert hat!). Bis das Schreien an der Brust begann. Hier das gleiche wie bei Euch: andocken, abdocken, schreien, andocken usw., steif machen, überstrecken. Hebamme sagte, er wäre frustriert, da ich nicht genug Milch hätte und er wie "an einem leeren Strohhalm" saugen würde. Totaler Blödsinn wie ich heute weiß! Dann nahm er in 20 Tagen auch nur 120 g zu, also fing ich mit zufüttern an und wie bei Euch, mal gab es gute, dann schlechte Tage. Zum Schluss gab es fast nur noch schlechte mit Zufüttern nach jeder Mahlzeit (ca. 120 ml). Ich war am Boden zerstört und wollte aufgeben (die "Tipps" zur Anregung der Milchbildung haben nämlich gar nichts genützt - sollte 3 l täglich trinken, davon 1 l Stilltee und 1 l Malzbier oder alkoholfreies Weizen, und dann noch so tolle "Wunderkapseln", die richtig teuer waren

), da habe ich mich im Internet umgeschaut und bin u. a. auf dieses tolle Forum gestoßen. Und was soll ich sagen - seit ca. einem Monat stillen wir wieder voll!
Mein Sohn war total saugverwirrt - ganz logisch im Nachhinein! Brustwarze, Schnuller, Flasche, jedes Mal andere Saugtechniken.
Bei uns hat nur anlegen, anlegen, anlegen geholfen. Lag ein paar Tage nur mit ihm auf dem Sofa. Es war schon anstrengend, weil er ja nicht wirklich gut trinken wollte an der Brust - aber es ging. Habe auch versucht mit Becher zu füttern anstatt mit Fläschchen, hat aber nicht gut geklappt.
Mein Sohn ist mittlerweile ein richtiger Schnelltrinker, nach 2 Minuten an jeder Seite fertig, kommt dafür sehr oft. Ich wiege ihn einmal die Woche und jetzt mit 17 Wochen wiegt er 6.480 g, liegt also ungefähr auf der mittleren Kurve. Ich bin glücklich damit und habe mir vorgenommen, beim zweiten Kind mich nicht von anderen verunsichern zu lassen.
Puh, ganz schön lang geworden. Aber Du siehst, durchhalten lohnt sich! Und wenn Du heute Abend hier tolle Tipps von den Fachfrauen kriegst, wird alles gut werden!
Wünsche gutes Gelingen und viel Geduld!