Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Moderatoren: Toony, Momolina

Benutzeravatar
Zierbanane
SuT-Legende
Beiträge: 8587
Registriert: 21.03.2008, 11:18
Kontaktdaten:

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Zierbanane »

Maare!um, ich vermute mal das das dem Mädel sehr peinlich war und sie vielleicht lieber im Boden versunken wäre?

Ich bedanke mich hier immer für die Kinder. Keines -muss- danke sagen. Es reicht wenn ich das mache. Das kommt von ganz alleine. Da bin ich mir sicher.

Neulich haben wir eine Situation erlebt in der mein Großkind auch absolut doof vorgeführt wurde. Da habe ich mich wirklich geärgert. Ich kenne mein Kind und er ist definitiv nicht unhöflich. Ich bin aber der Meinung, auch wenn man etwas möchte -muss- man nicht -immer- hitte sagen (gut, ich sags immer. Es ist aber m.M.n. kein Muss.). Jedenfalls wollte er etwas bei Tisch haben (wir waren eingeladen) und schon allein die Art wie er sprach war freundlich und zuvorkommend. Dennoch brummt ihn unsere Gastgeberin an: "Wie heißt das?" Sorry, aber bei so was könnt ich mich gewaltig aufregen. Wie ein Affe vorgeführt! Ich habe bei Tisch nichts gesagt und ärgere mich. Hinterher habe ich aber mit meinem Sohn geredet umd ihm gesagt, dass alles okay ist und ich beim nächsten mal reagiere.

Beim Grüßen dasselbe. Allerdings "belehre" ich meine größeren Kinder immer unter vier Augen, dass es schön ist wenn sie grüßen umd es doch bitte tun sollen. Selbst ich als Erwachsene gerate immer wieder in unangenehme Situationen, weil ich nicht zurückgegrüßt werde, weil ich irgendwann aufgegeben habe zu grüßen (da mein Gruß noch nie erwiedert wurde) usw.. Gar nicht immer so leicht. :)
-------------------------------------------------------------------------
Nähen, Stricken, Werkeln: https://www.tragmal.de/blog/
Benutzeravatar
Kinsale
ModTeam-Trageberatung
Beiträge: 7558
Registriert: 26.10.2010, 19:12

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Kinsale »

tragmich hat geschrieben:
Kinsale hat geschrieben:
tragmich hat geschrieben:
Ebend! Und laut deiner Aussage für die Erwachsenen auch :wink: Für meine Kinder ist das eben NICHT selbstverständlich! Darum sollen sie sich bedanken.
Also habt ihr einen Metzger, der von 10 Einkäufen sagen wir mal bei 8 nichts gibt, bei 2 aber schon?
Wenn ihr jedes Mal etwas angeboten bekommt, wie vermittelst Du einem Kleinkind, dass das nicht selbstverständlich ist? Verstehen die das? Oder bedanken sie sich einfach, weil Du das so willst?
Nein, aber meine Kinder haben eine Mutter die ihnen das nicht jedesmal erlaubt :wink:
Ich gehe in einen Laden um einzukaufen und nicht um meinem Kind eine Essstörung anzutrainieren. Essen im Laden ist für meine Kinder die Ausnahme. Beobachte mal im Laden wie viele der Erwachsenen irgendwas zu Essen in der Hand haben... und das ist nicht die Ausnahme. Viele Erwachsene essen regelmäßig, das ist antrainiert!
Höflichkeit gehört für mich dazu und tut nicht weh. Aber wer weiß, vielleicht hassen mich meine Kinder dafür wenn sie erwachsen sind und zeigen mich an wenn das Verlangen nach Höflichkeit von den Eltern zur Kindesmisshandlung gehört :wink:
Wie schön dass deine Kinder keine Essstörung fürchten müssen.
Was essende Erwachsene mit dem Thema zu tun haben, ist mir jetzt nicht so ganz klar.

Zum Rest muss ich wohl nichts sagen. :roll:
Millefiori
Dipl.-SuT
Beiträge: 4642
Registriert: 09.06.2007, 20:27
Wohnort: Bayern

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Millefiori »

nicht "essende erwachsene", aber dauernd vor sich hinmampfende menschen, denen jegliches hunger- und sättigungsgefühl abhanden gekommen ist, weil sie von kindheit an immer was in die hand gedrückt bekamen zum futtern :roll:
liebe Grüße von mir mit Bild 11/03 , Bild 07/07 und Bild 06/09

Mein Bücherblog

Auf meinem Grabstein soll stehen: Schau nicht so doof, ich läge jetzt auch lieber am Strand!
Lösche Benutzer 1828

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Je nach Alter des Kindes finde ich auch ein "Ich will ein Brot" höflich und angebracht. Es ist nun mal reiner Ausdruck dessen, was es gerne will. Meine Schwiegereltern kommen dann immer "Wie heißt das? Ich MÖCHTE BITTE! Gewollt wir hier nichts" - da könnte ich jedes Mal wahnsinnig werden. FÜr mich ist ein "ich will ein Brot" eben genauso eine Aussage wie "ich bin müde".

Und eine Essstörung, weil man einmal die WOche eine Scheibe Wurst beim Metzger bekommt, das halte ich für überzogen.
Benutzeravatar
Kinsale
ModTeam-Trageberatung
Beiträge: 7558
Registriert: 26.10.2010, 19:12

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Kinsale »

Millefiori hat geschrieben:nicht "essende erwachsene", aber dauernd vor sich hinmampfende menschen, denen jegliches hunger- und sättigungsgefühl abhanden gekommen ist, weil sie von kindheit an immer was in die hand gedrückt bekamen zum futtern :roll:
Ja. Aber hier geht es doch um Höflichkeit, oder?
Wortgewitter
alter SuT-Hase
Beiträge: 2965
Registriert: 03.07.2011, 21:40

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Wortgewitter »

Tragmich, versteh ich das also richtig - die Kinder sollen sich beim Metzger bedanken, weil DU ihnen nicht immer eine Scheibe Wurst erlaubst.

Nahrung ist im Überfluss vorhanden in unserer Welt und dass sie etwas kostet, das kapieren Kinder erst sehr spät. Dankbarkeit für etwas Geschenktes, was man eigentlich bezahlen muss und das der Metzger ja eh ohne Ende da hat, das ist ziemlich viel verlangt, finde ich.
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein...
R.M. Rilke
Elena
Miss SuTiversum
Beiträge: 14190
Registriert: 05.08.2009, 17:08

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Elena »

Sandküste hat geschrieben:Je nach Alter des Kindes finde ich auch ein "Ich will ein Brot" höflich und angebracht. Es ist nun mal reiner Ausdruck dessen, was es gerne will. Meine Schwiegereltern kommen dann immer "Wie heißt das? Ich MÖCHTE BITTE! Gewollt wir hier nichts" - da könnte ich jedes Mal wahnsinnig werden. FÜr mich ist ein "ich will ein Brot" eben genauso eine Aussage wie "ich bin müde".
Ich hatte diese Woche mit der Großen (4 Jahre) ein paar nette Gespräche zum Thema. Sie macht sich gerade selber ziemlich Gedanken darüber, was höflich und freundlich ist und was nicht. Sie möchte abends, das ich ihr vorlesen und möchte das höflich formulieren. Sie sagt dann neuerdings "Du darfst mir vorlesen, Mama". :mrgreen: Ich habe ihr erklärt, dass "Du darfst" eine Erlaubnis ist und nicht heißt, dass sie sich das von mir wünscht. Wir haben dann zusammen Formulierungen überlegt, die freundlich sind. Und sie kam von selber darauf, ob es "besser" ist, unfreundlich "bitte" zu sagen oder freundlich ohne "bitte" um etwas zu bitten. Sie war sich da nicht so sicher.

Ich finde es wichtig im Kopf zu behalten, dass es bei so kleinen Kindern nie böser Wille oder Undankbarkeit sind, die dazu führen, dass eine Bitte wie eine Forderung ausfällt. Manchmal können sie sich einfach nicht so ausdrücken, wie sie wollen, oder sie sind wirklich gerade müde/mit den Gedanken woanders/sehr hungrig etc. Das sind dann Fälle, wo man nach meinem Empfinden FREUNDLICH darauf hinweisen kann, wie man sich höflicher ausdrücken könnte.
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
viewtopic.php?f=352&t=216642
Gaby
Profi-SuTler
Beiträge: 3276
Registriert: 11.01.2005, 16:49

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Gaby »

Sandküste hat geschrieben:So kenne ich das nicht - laufe ich durch die Schule, grüße ich die Lehrer, die ich kenne und die Erzieher natürlich auch. Die, die ich nicht kenne, kann ich nicht grüßen 8)
Interessant, wie unterschiedlich die Gepflogenheiten sind. Ich grüße in der Schule und im Kiga tatsächlich alle Lehrer, Erzieher und Eltern, die ich treffe, egal ob ich sie kenne oder nicht. Hier auf dem Land ist es auch üblich, jeden zu grüßen, der einem entgegenkommt, auch wenn man ihn nicht kennt. Ist mir natürlich schon klar, dass das in der Stadt in der vollen Fußgängerzone anders ist. 8)
mit 07/02, 05/04, 03/06 und 10/08

Häng dein Herz an eine wackelnde Welt und dann wunderst du dich dass es runterfällt (Judith Holofernes).
Millefiori
Dipl.-SuT
Beiträge: 4642
Registriert: 09.06.2007, 20:27
Wohnort: Bayern

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Millefiori »

hihi, stell dir das mal in new york vor! :lol: :lol: :lol:
liebe Grüße von mir mit Bild 11/03 , Bild 07/07 und Bild 06/09

Mein Bücherblog

Auf meinem Grabstein soll stehen: Schau nicht so doof, ich läge jetzt auch lieber am Strand!
Benutzeravatar
Kate
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1428
Registriert: 12.01.2011, 18:01
Wohnort: Hannover

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Kate »

Zierbanane, wie willst du denn nächstes Mal reagieren?
„Wenn wir einfach schon ganz früh erfahren dürfen, dass wir sind und dass wir, weil wir sind, gut sind, ich glaube, das kann eine Gesellschaft wirklich grundlegend verändern.“ (Alexandra)
Antworten

Zurück zu „Unsere Kinder“