Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
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Lösche Benutzer 1828
Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
Ich finde das ja generell eher gruselig - dieses antrainierte Bedanken und auch andere anerzogene "Benimm-Dich-Regeln".
Heute hatten wir ein Erlebnis, da wusste ich mal wieder, warum ich das nicht mache und auch nicht mag.
Junior war auf dem Spielplatz, ich wollte ihn gerade abholen. Ganz stolz führte er mich zu einem Klettergerüst, wollte mir ein "Kunststück" zeigen. Nun stand dort aber genau an der benötigten Stelle ein Mädchen aus dem KiGa. Er fragt, ob er dort hin könne, er wolle etwas zeigen. Sie hat ihn nicht gelassen. Irgendwann weinte er und sie meinte "Tja, du hast eben nicht bitte gesagt - dann hätte ich dich gelassen". Da hat er schon bitterlich geweint und sie rief noch hinterher "Selber schuld, man MUSS halt bitte sagen!"
Nein, meine Kinder sagen nicht immer bitte und danke. Aber bei diesem Mädchen (und auch bei anderen Kindern) habe ich schon so oft gehört "Nur wenn du mich bittest" - wenn sie z.B. was vom Essen abgeben sollen oder so. Meine tun das dann, wenn sie merken, dass es dem Fragenden wichtig ist. Egal ob vorlassen, abgeben oder so.
Natürlich gibt es auch mal Streit - aber dieses nur auf sogenannten Manieren bestehen finde ich nicht schön. Da fehlt mir einfach die Ehrlichkeit.
Ach, mich hat das einfach geärgert..........
Heute hatten wir ein Erlebnis, da wusste ich mal wieder, warum ich das nicht mache und auch nicht mag.
Junior war auf dem Spielplatz, ich wollte ihn gerade abholen. Ganz stolz führte er mich zu einem Klettergerüst, wollte mir ein "Kunststück" zeigen. Nun stand dort aber genau an der benötigten Stelle ein Mädchen aus dem KiGa. Er fragt, ob er dort hin könne, er wolle etwas zeigen. Sie hat ihn nicht gelassen. Irgendwann weinte er und sie meinte "Tja, du hast eben nicht bitte gesagt - dann hätte ich dich gelassen". Da hat er schon bitterlich geweint und sie rief noch hinterher "Selber schuld, man MUSS halt bitte sagen!"
Nein, meine Kinder sagen nicht immer bitte und danke. Aber bei diesem Mädchen (und auch bei anderen Kindern) habe ich schon so oft gehört "Nur wenn du mich bittest" - wenn sie z.B. was vom Essen abgeben sollen oder so. Meine tun das dann, wenn sie merken, dass es dem Fragenden wichtig ist. Egal ob vorlassen, abgeben oder so.
Natürlich gibt es auch mal Streit - aber dieses nur auf sogenannten Manieren bestehen finde ich nicht schön. Da fehlt mir einfach die Ehrlichkeit.
Ach, mich hat das einfach geärgert..........
- bienenmeister
- Dipl.-SuT
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- Registriert: 31.07.2011, 00:06
- Wohnort: Kagamiyama
Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
Oh wie ätzend 
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!
.... lost in translation ....
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Wortgewitter
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2965
- Registriert: 03.07.2011, 21:40
Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
Das mag ich auch gaaar nicht. Leider ist das in meiner Familie immer recht wichtig, dass 'man sich artig bedankt', wie ein Zirkusaffe
Ich bedanke und bitte immer im Namen meiner Kinder, bzw. eben in meinem eigenen. Und ich bitte manchmal darum, dass mich jemand freundlich fragt. Aber ob er Bitte sagt oder nicht, ist mir egal. Mir geht es um den Inhalt!
Mein Sohn hat das leider schon gemerkt, dass das Bitte sagen irgendwie was wichtiges ist und fragt mich immer, wenn ich nein sage, ob ich das 'Zauberwort' hören wolle
...
Ich bedanke und bitte immer im Namen meiner Kinder, bzw. eben in meinem eigenen. Und ich bitte manchmal darum, dass mich jemand freundlich fragt. Aber ob er Bitte sagt oder nicht, ist mir egal. Mir geht es um den Inhalt!
Mein Sohn hat das leider schon gemerkt, dass das Bitte sagen irgendwie was wichtiges ist und fragt mich immer, wenn ich nein sage, ob ich das 'Zauberwort' hören wolle
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **
ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)
Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein... R.M. Rilke
und zwei **
ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)
Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein... R.M. Rilke
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Lösche Benutzer 1828
Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
"Wie heißt das Zauberwort????" - gruselig
Och, ich selber reagiere auch auf unfreundliche "Bitten" von Kindern - warum auch nicht? Auf jeden Fall je jünger sie sind und je weniger Mühe es mir gerade macht. Manchmal ist es eben so dringend, dann kann ein Knirps eben nicht noch freundlich sein. Dafür habe ich volles Verständnis.
Och, ich selber reagiere auch auf unfreundliche "Bitten" von Kindern - warum auch nicht? Auf jeden Fall je jünger sie sind und je weniger Mühe es mir gerade macht. Manchmal ist es eben so dringend, dann kann ein Knirps eben nicht noch freundlich sein. Dafür habe ich volles Verständnis.
- **Stefanie**
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2589
- Registriert: 27.02.2009, 20:25
Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
Das Zauberwort mit zwei t? "Aber flott!"Sandküste hat geschrieben:"Wie heißt das Zauberwort????" - gruselig![]()
Sorry, war jetzt etwas ot...
Ich hätte mich in der Situation sicher auch geärgert, ich mag das so auch nicht leiden.
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JosMama
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2981
- Registriert: 19.06.2012, 13:11
Re: AW: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
Boah, fürchterlich, fällt für mich in die selbe Kategorie wie, wenn die Uroma sagt: gib mir mal das schöne Händchen, nein, das andere, ich will dass feine Händchen! 
Gesendet von meinem GT-I9100 mit Tapatalk 2
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Liebe Grüße von mir mit Träumer 01/12 , Lady 10/13 , Chill-Kröte 02/16 und Erdbär 06/18
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Elena
- Miss SuTiversum
- Beiträge: 14185
- Registriert: 05.08.2009, 17:08
Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
Blöd! Und sehr unsympathisch, dabei kann das arme Kind ja letztendlich nichts dafür...
Ich finde es furchtbar, Kinder zum Bedanken zu zwingen, wenn sie beim Bäcker/Metzger/Gemüsehändler eine Kleinigkeit bekommen zum Beispiel. Gerade für kleine Kinder ist es oft eine große Überwindung, fremden Menschen gegenüber den Mund aufzumachen in solchen Situationen... Ich bedanke mich einfach selbst in solchen Situationen und denke, damit sind dann alle zufrieden. Der Bäcker/Metzger/Gemüsehändler hat nettes Feedback und mein Kind kann mir das Danke einfach nachsprechen, wenn es das möchte - und wenn es das nicht möchte, bleibt es still.
Wenn meine Vierjährige allerdings beim Essen sehr forsch "Ich will noch was zu Trinken!" fordert, vielleicht ein Gespräch dabei laut unterbricht, dann sage ich schon sowas wie "Wenn du freundlich fragst, gieße ich dir gerne etwas ein." Die höflichere Formulierung "Ich hätte gerne noch etwas zu Trinken" ist ja im Grunde nur Gewohnheitssache und das kann man ein bisschen einüben. Ich finde, das macht den Umgangston in der ganzen Familie netter. Aber das muss man dann eben auch so vormachen. Das Kind unfreundlich zurechtzuweisen, wenn es unhöflich ist, ist für mich nicht besonders überzeugend.
Ich finde es furchtbar, Kinder zum Bedanken zu zwingen, wenn sie beim Bäcker/Metzger/Gemüsehändler eine Kleinigkeit bekommen zum Beispiel. Gerade für kleine Kinder ist es oft eine große Überwindung, fremden Menschen gegenüber den Mund aufzumachen in solchen Situationen... Ich bedanke mich einfach selbst in solchen Situationen und denke, damit sind dann alle zufrieden. Der Bäcker/Metzger/Gemüsehändler hat nettes Feedback und mein Kind kann mir das Danke einfach nachsprechen, wenn es das möchte - und wenn es das nicht möchte, bleibt es still.
Wenn meine Vierjährige allerdings beim Essen sehr forsch "Ich will noch was zu Trinken!" fordert, vielleicht ein Gespräch dabei laut unterbricht, dann sage ich schon sowas wie "Wenn du freundlich fragst, gieße ich dir gerne etwas ein." Die höflichere Formulierung "Ich hätte gerne noch etwas zu Trinken" ist ja im Grunde nur Gewohnheitssache und das kann man ein bisschen einüben. Ich finde, das macht den Umgangston in der ganzen Familie netter. Aber das muss man dann eben auch so vormachen. Das Kind unfreundlich zurechtzuweisen, wenn es unhöflich ist, ist für mich nicht besonders überzeugend.
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08u11
- Profi-SuTler
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
Noch schlimmer finde ich, wenn noch nicht mal 2jährige, die im Sandkasten aneinandergeraten sind, sich entschuldigen müssen. Und am besten noch mit Händchen geben. Da wird mir irgendwie auch anders.
Bitte und Danke finde ich jetzt nicht so dramatisch. Aber klar, in den beschriebenen Extremfällen fehl am Platz. Ich reagiere auch dann, wenn meine Kinder das vermeintliche Zauberwort nicht benutzen. Aber ganz ehrlich: Bei meinem 4,5jährigen würde ich mich schon manchmal freuen, wenn er nicht nur Forderungen rausbrüllen (Mama, mach das sofort), sondenr sich minimal an Höflichkeitsregeln halten würde. Da frage ich inzwischen auch schon mal, ob er das auch anders formulieren kann. Aber halt auch nicht um jeden Preis.
Bitte und Danke finde ich jetzt nicht so dramatisch. Aber klar, in den beschriebenen Extremfällen fehl am Platz. Ich reagiere auch dann, wenn meine Kinder das vermeintliche Zauberwort nicht benutzen. Aber ganz ehrlich: Bei meinem 4,5jährigen würde ich mich schon manchmal freuen, wenn er nicht nur Forderungen rausbrüllen (Mama, mach das sofort), sondenr sich minimal an Höflichkeitsregeln halten würde. Da frage ich inzwischen auch schon mal, ob er das auch anders formulieren kann. Aber halt auch nicht um jeden Preis.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
- Kinsale
- ModTeam-Trageberatung
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- Registriert: 26.10.2010, 19:12
Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
Ich finde, die Bitte, sich freundlich zu verhalten und auch andere Menschen (mich eingeschlossen
) ist was ganz anderes, als dieses "Danke" auf Kommando. Da muss ich mich beherrschen nicht reflexhaft "brav!" zu sagen und ein Leckerli hinzuschmeißen.
Meine Große macht das manchmal gerne und ist stolz, wenn sie sich traut. Und wenn nicht, sag ich halt danke. Fertig.
Meine Große macht das manchmal gerne und ist stolz, wenn sie sich traut. Und wenn nicht, sag ich halt danke. Fertig.
- lottchensmama
- gehört zum Inventar
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- Registriert: 14.07.2012, 00:49
- Wohnort: MKK
Re: AW: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"
Ich finde normale Umgangsformen wichtig. Ich habe das aber auch nebenbei gelernt und ohne den Zwang bitte sagen zu müssen wenn ich etwas haben wollte.
Bei der Tochter meiner Stiefschwester sieht das gaaaanz anders aus. Die junge Dame "schimpft" sogar mit der Erzieherin im Kindergarten wenn diese sie nur sagt "Mia setz dich auf deinen Popo wenn Du eine Bastelschere in der Hand hast!"
Da hat die Erzieherin nicht mal höflich darum gebeten das klein Mia sich doch bitte bitte wieder hinsetzen möge und nicht mit der Schere losrennen darf. Die Kleine war ernsthaft enttäuscht das sie nicht gebeten wurde.
Tolle Sache wenn die vierjährige den Unterschied zwischen Verboten und Bitten von zuhause aus nicht kennenlernt...
Bei der Tochter meiner Stiefschwester sieht das gaaaanz anders aus. Die junge Dame "schimpft" sogar mit der Erzieherin im Kindergarten wenn diese sie nur sagt "Mia setz dich auf deinen Popo wenn Du eine Bastelschere in der Hand hast!"
Da hat die Erzieherin nicht mal höflich darum gebeten das klein Mia sich doch bitte bitte wieder hinsetzen möge und nicht mit der Schere losrennen darf. Die Kleine war ernsthaft enttäuscht das sie nicht gebeten wurde.
Tolle Sache wenn die vierjährige den Unterschied zwischen Verboten und Bitten von zuhause aus nicht kennenlernt...
Liebe Grüße von lottchensmama mit großer Maus 03/12, kleinem Knödelchen 02/14 und *5 Sternchen*



