Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

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Wortgewitter
alter SuT-Hase
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Wortgewitter »

Hm, aber das vermittelt sich ja durch die Situation, oder? Ich habe bemerkt, dass mein Sohn sich z.B. manchmal entschuldigt, aber dann MEINT er es auch so. und da hoffe ich bzw. bilde mir ein, dass wir das so vermittelt haben.
Wir haben da nie drüber geredet, glaube ich. Das machen wir einfach so...
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und zwei **

ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)

Ich möchte jemanden einsingen,
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und Dich begleiten, schlafaus und schlafein...
R.M. Rilke
Lösche Benutzer 1828

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Gestern in der Situation war es z.B., dass das Mädchen zwar stur auf ihr "Bitte" bestanden hat, aber ansonsten gar nicht auf das Weinen meines Sohnes reagiert hat. Das war eben nur eine Floskel, die sie erwartet hat.
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Kinsale
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Kinsale »

Ja, das schließt sich ja nicht aus.

Ich meinte solche Situationen, wie das Kind einer Freundin, das hier zu Besuch war und nach Hause gehen sollte, aber noch bleiben wollte. "Bitte, ich will noch bleiben, bitte." Mutter: "Nein, wir müssen los." Kind - unter Tränen: "Aber ich habe doch Bitte gesagt!" - tja, stimmt schon. Hilft aber in der Situation nicht. Und ich glaube, das kann daher kommen, das man nicht kommuniziert - oder noch besser, wie Du, vorlebt, wann sowas angebracht ist. Das können die "dressierten" Kinder glaube ich nicht einschätzen.

Optimal wäre natürlich, es liefe rein durch's Vorleben. Wobei meine Tochter zB sowas schon auch mal aus dem KiGa mitbringt und dann Gesprächsbedarf hat.
EUaVBl
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von EUaVBl »

dieser schöne Clip fällt mir dazu ein.

meine freundin sprach mich gestern af ein solches problem an: ihre schwägerin hat einen sohn, anderthalb, so wie unsere jungs auch. sie erzählte, dass die schwägerin seit neuestem die "angewohnheit" hat, immer hinter jede handlung ein "Wie sagt man? - BITTE!/DANKE!" hinterher zu setzen. und langsam nähme es abstruse züge an, sie wäre nahezu davon besessen, dem kind bitte und danke beizubringen. jedenfalls fragte sie mich, was man da tun könnte. mir fiel nur das spiegeln ein. sie möchte einen löffel haben "Na, wie sagt man?" :roll: ich glaube, vielen ist gar nicht klar, wie absurd sie sich verhalten.
Lösche Benutzer 1828

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

juhle hat geschrieben:dieser schöne Clip fällt mir dazu ein.

.
Hey, das ist klasse! Danke. Würde ich vielen auch mal wünsche, dass sie das mal so erleben.
08u11
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von 08u11 »

Der Clip ist klasse! :D
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
EhMikp

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von EhMikp »

Danke für diesen Thread und die tollen Anregungen. Ich oute mich mal als eine von diesen Mamas, die auch schon nach dem ominösen "Zauberwort" verlangt hat. Nicht immer, aber manchmal, wenn mein Sohn ein unglaublichen Befehlston auf Lager hatte, dann konnte ich mir das nicht verkneifen. Zusammen mit dem Hinweis auf einen netten Tonfall. Jedenfalls finde ich Eure Sichtweise(n) ausgesprochen logisch und interessant und werde - hoffentlich - fortan nie wieder nach dem "Zauberwort" fragen. Es sei denn, ich meine "Hokuspokus" :wink:
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Kaktus
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Kaktus »

ich bitte meine Kinder (v.a. den 6jährigen) schon auch öfter, um einen freundlicheren Ton, eben wenn mir irgendwelche Befehle entgegen gebellt werden
aber nicht weil es um bestimmte Floskeln geht, sondern wie wir generell miteinander reden und/oder umgehen
viele Grüße
S. mit den beiden Jungs D. (11/06) & J. (02/10)
Millefiori
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Millefiori »

ich finde, ein freundlicher, höflicher umgangston erleichtert das zusammenleben.

ich werde zum beispiel in einem geschäft lieber unehrlich freundlich begrüßt als ehrlich angemotzt, weil die verkäuferin grad nen schlechten tag hat.
die soll sich gefälligst zusammen reißen, finde ich. :lol:

und auch kinder sollen schon lernen, dass man auch mal danke, bitte und guten morgen zu sagen hat, auch wenn nes nicht aus vollem herzen kommt. macht vieles einfacher :wink:
liebe Grüße von mir mit Bild 11/03 , Bild 07/07 und Bild 06/09

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Captainsparrow

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Captainsparrow »

Seh ich ähnlich wie Mille, naja, diese Diskussion hatten wir ja schon öfters. Bei einem Kleinkind würde ich vom Gefühl her nie voraussetzen dass es sich bedankt, das ist ja auch ein Lernprozess. Bei einem 8-jährigen, der sich vorher normal aufgeweckt und nicht eingeschüchtert gezeigt hat, würde ich mich schon arg wundern, wenn er/sie meint man käme mit einem Befehlston im Leben durch. Eine Aufforderung ohne ein "bitte" darin hat für mich immer einen unhöflichen Unterton, genau wie die Annahme von etwas (eine Sache oder auch eine Geste) ohne sich zu bedanken, einfach unhöflich ist. Ich möchte nicht dass man so mit mir redet, ich mach das ja auch nicht mit anderen Menschen. Dass ein Kind , welches einfach extrem schüchtern ist, manchmal Erwachsenen gegenüber diese Dinge nicht herausbekommt finde ich nicht so schlimm. Man merkt ja mit ein wenig Feingefühl schon , was dahinter steckt.
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