klapps auf den popo

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Gerbera
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Re: klapps auf den popo

Beitrag von Gerbera »

Latascha hat geschrieben:Ich denke auch es ist sehr von der Einstellung dem Kind gegenüber abhängig. Situationen, in denen ich meine körperliche Überlegenheit ausnutzen muss begegnen einem ja fast täglich. Kind will nicht vom Spielplatz heim. Kind bleibt stehen und guckt sich die Welt an während man den Bus vorfahren sieht. Kind möchte mitten auf der Straße stehen bleiben und gucken, während sich ein Auto nähert...
Ich versuche solche Situationen zu vermeiden, also so früh wie möglich los gehen, damit man es nicht eilig zum Bus hat und dem Kind die Zeit geben kann den Stock am Boden genau zu untersuchen und auch wirklich jede Ameise zu zählen. Doch oft geht es eben nicht anders und ich finde es durchaus sehr wichtig, dass das Kind auch lernt, wie die Welt funktioniert. Es ist sicherlich nicht alles toll, aber zu versäumen dem Kind zu vermitteln, dass es nicht immer nach dessen Willen geht ist für mich auch absolut unangebracht.
Und wenn es eben sein muss, dann kommt es ganz stark auf das "wie" an. Zerr ich mein Kind genervt nach Hause und packe es extra grob am Arm, oder nehme ich es bestimmt und artikuliere, dass ich genervt bin und den Grund dafür.
Das mag ich mal so unterschreiben.
Liebe Grüße an dieser Stelle :D
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Zierbanane
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Re: klapps auf den popo

Beitrag von Zierbanane »

Ja, genau, dieses 'Lachen' ist kein Dich verhöhnendes Lachen, sondern passiert ganz automatisch beim Kind.

Katja, wie hieß das nochmal? Das hatte sogar eine ganz bestimmte Bezeichnung.
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LaLeMi
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Re: klapps auf den popo

Beitrag von LaLeMi »

Das Lachen kann eine Übersprungshandlung sein, die bei Verlegenheit eingesetzt wird - wenn das Kind also weiß, oh, ups, das war gerade nicht so doll ; oder zum Anderen dient Lachen sonst ja oft zur Auflockerung und Deeskalation. Dass es uns in dem Moment gerade fuchsig macht, weiß das Kind nicht. Und ja, früher (oder heute unreflektiert/unbelesen) sah man das als verhöhnen.
Ich kenne diese Aggressionen auch, die da manchmal aufsteigen, gerade weil ich es als Kind auch anders erlebt habe. Aber es ist auch meine Aufgabe als Erwachsener, mit solchen Gefühlen umgehen zu lernen - möchte ich meinem Kind ja auch vermitteln. Es verurteilt sicher niemand hier , wenn einem mal in einer Situation was passiert, was nicht passieren sollte und darf.wir sind alle Menschen und mal überfordert. Ich denke auch, es kommt auf die Einstellung an.und ich finde auch, es macht keinen Unterschied, ob tubber,klaps oder Schlag. Ich finde diese Verniedlichung und Abstufung eher gefährlich, als wäre eins ok und das andere nicht. Es ist aber alles nicht ok. Wir kennen wahrscheinlich alle den Spruch "es war doch nur ein klaps" - als Verteidigung, oder als sei es nicht so schlimm, oder auch mit dem (gesagten oder gedachten) Nachsatz "stell dich deswegen doch nicht so an". Klingt auch so, als hätten dein Bruder und du das so abgespeichert, bin da bei giräffchen.
(Ich kenne das, vor den Kindern und Beginn der reflektion ging es mir ähnlich).
An solchen Beispielen wie von Klimaforscherin, wo ich meine kraft einsetze, einsetzen muss, zur Abwendung von Gefahr für Leib und leben, sieht man finde ich auch, dass es auf die Stärke des krafteinsatzes oder den daraus resultierenden körperlichen Schmerz nicht unbedingt entscheidend ankommt.niemand von uns würde sein Kind sehenden Auges überfahren lassen. Schnappe ich mein auf die Straße rennendes Kind oder erwische mein vom Bootssteg abrutschendes Kleinkind gerade noch so am Arm, ehe es ins Wasser fällt, tut das körperlich dem Kind ggf richtig doll weh, vermutlich mehr als ein "dosierter" klaps oder "tubber". Trotzdem ist es von der Sache ein riesenunterschied.
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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Re: klapps auf den popo

Beitrag von kaehde »

Es ist eine Beschwichtigungsgeste (machen auch Erwachsene !), der Link von den Raben scheint nicht mehr da zu sein, hab jetzt nur das hier gefunden:
http://www.mpib-berlin.mpg.de/de/forsch ... das-andere

Ich interpretiere es als Übersprungshandlung http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbersprungshandlung

Zum "notwendigen körperlichen Übergriff": Ich finde es wichtig, daß entsprechend zu kommentieren, wobei mir wichtig ist, in dem Moment auch auf keinen Fall Mitleid zu transportieren. z.B. "Ich schnapp Dich jetzt, da vorne fährt der Bus, wir müssen ganz schnell rennen!" und dann versuchen abzulenken....

viele Grüße,
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Inkling
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Re: klapps auf den popo

Beitrag von Inkling »

Über körperliche Übergriffe bei Heimtragen/in den Kindersitz setzen habe ich gestern auch noch nachgedacht. Keine Ahnung, ist schwierig zu erklären, aber für mich liegt der Unterschied darin, dass über bewusst eingesetzte Schläge ein Lerneffekt erreicht werden soll. Festhalten weil ein Auto kommt ist ja genau wie oben schon geschrieben erstmal eine Reaktion ohne hintergründigen Lerneffekt, und keine Aktion.

Wenn das Kind nicht in den Sitz will, packt man es ja auch nicht sofort und drückt es rein, sondern ich zumindest biete erst alleine reinklettern an, frage nach wieso es nicht möchte, etc. Ganz ganz selten ist es durch absolute Überzuckerung/Müdigkeit/Tobsuchtsanfall nicht mehr möglich, eine Diskussion zu führen, dann kündige ich ruhig aber bestimmt vorher an, dass ich gleich anschnallen MUSS. Ich zwinge sie aber nicht schon direkt ab Anfang an in den Sitz um irgendwas beizubringen oder einen Lerneffekt zu erzielen.
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Re: klapps auf den popo

Beitrag von Latascha »

Inkling hat geschrieben:Ganz ganz selten ist es durch absolute Überzuckerung/Müdigkeit/Tobsuchtsanfall nicht mehr möglich, eine Diskussion zu führen
:lol: :lol: :lol: Herrlich, Gott sei Dank schreibt endlich jemand das Wort Diskussion führen. Ich hab mich schon fast nicht mehr getraut und dachte mir ich kommuniziere doch irgendwie falsch mit der Kleinen. Denn ja, WENN es Alternativen gibt, dann wird IMMER diskutiert. 8)
Liebe Grüße
Latascha
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Re: klapps auf den popo

Beitrag von klimaforscherin »

Katja, was meinst du mit "Mitleid"?
Zum Tobsuchtsanfall: Ostersonntag im Zoo einen gaaanz fürchterlichen. Und dank Baby ging auch wegtragen nur Meterweise. So etwas kennen wir doch alle, oder?
Grüße
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Re: AW: klapps auf den popo

Beitrag von safira »

klimaforscherin hat geschrieben:Was ist denn, wenn ich trotzdem meine körperliche Überlegenheit ausspielen "MUSS"?
Beispiele:
Kind rennt zur Straße, ich halte es fest.
Wutanfall, ich trage das sich windende Kind gegen seinen Willen weg.
Ich hab jetzt den Rest nicht gelesen, aber hier steckt ja klar eine andere Intention dahinter. Wenn ich mein Kind mit Hilfe meiner körperlichen Überlegenheit daran hindere auf die Straßen zu rennen, dann mache ich das ja wirklich direkt zum Schutz des Kindes. Haue ich es aber statt dessen, dient das eben nicht nur seinem Schutz, sondern ich entlade dadurch meine Aggression. Wenn ich es wirklich nur hätte schützen wollen, hätte ich es ja einfach nur festhalten können. Da steckt dann also eine stärkere Aggressionskomponente mit drin.
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Re: klapps auf den popo

Beitrag von kaehde »

Klimaforscherin: damit meine ich, dass einem das Kind nicht leid tun soll, weil man jetzt gerade etwas durchsetzt, was wirklich lebenswichtig, unerlässlich ist. Ich finde es da wichtig, eine Entscheidung zu treffen und auch zu ihr zu stehen.
(Also NICHT "ach je, jetzt muss ich dich aber leider schnappen, das tut mir so leid, aber es geht ja leider nicht anders." Das überträgt nämlich die Verantwortung für die Gefühle des erwachsenen wieder aufs Kind und das soll ja nicht so sein)

Viele Gruesse,
Katja


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Latascha
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Re: klapps auf den popo

Beitrag von Latascha »

Stimmt, da achte ich auch drauf. Ich Versuch dann immer ihren Gefühlen verbal Ausdruck zu verleihen: "Du bist sauer, dass wir nach Hause gehen müssen." oder so und sehr oft ist auch das schon wirklich genug, damit sie sich etwas beruhigen kann. Also einfach zeigen, dass man Verständnis für ihre Gefühlslage hat.
Das ist auch immer gut, wenn sie traurig ist, weil der Papa nicht da ist oder so. Nicht Ohje und du Arme, sondern direkt nur kommentieren, "gell, du vermisst deinen Papa."
Diese simplen Dinge wirken hier oft Wunder!
Wenn ich ihr dann noch erkläre, wieso etwas nicht geht ist meistens gut und wenn nicht, dann darf sich ein zweijähriges Kind auch einfach bei mir entladen und eben toben oder weinen. Dann begleite ich sie einfach und bin für sie da und setze den Heimweg dennoch bestimmt fort und ja, ganz ohne schlechtes Gewissen. Das ist noch so etwas... Hinter seinen Entscheidugen stehen und dies auch wirklich und nicht nur augenscheinlich. Ich finde da merken die Kleinen auch sofort einen Unterschied.
Liebe Grüße
Latascha
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