Die Geburtsklinik ging noch. Ich kam mir allerdings teilweise schon ziemlich verlassen vor. Und die Absprache zwischen den Hebammen und Ärzten fand (eventuell aufgrund des großen Ansturms an diesem Abend) gar nicht statt.
Den Vogel hat allerdings die Wochenbettstation abgeschossen. Wir lagen zu dritt, teilweise auch zu viert auf einem Zimmer. Auf unserem Zimmer ging es zu wie auf dem Bahnhof, die Besuchergruppen gaben sich die Klinke in die Hand. Im extra eingerichteten Stillzimmer leider auch.
Niemand kam auf die Idee, dass man nach einer Geburt froh über ein paar Stunden Schlaf war oder sein Kind einfach mal in Ruhe stillen möchte. Ohne von fremden Männern dabei beobachtet zu werden und den zügigen Wind zu spüren, der durch offene Fenster und Türen pfiff. Dazu kommt natürlich auch noch die Unsicherheit als Erstlingsmama.
Achja, die leicht angedreckte Toilette haben wir uns auf der Wochenbettstation geteilt. Ich glaube, am anderen Ende der Station war noch eine Toilette... Habe teilweise noch die blutigen Binden von anderen Frauen, die das wohl vergessen hatten, entsorgt.
Noch dazu mussten wir länger bleiben, da Madams Gewichtsentwicklung zu niedrig bzw. gar nicht vorhanden war. Ich war so froh, als ich endlich wieder zu Hause war und habe lange gebraucht, dieses Erlebnis ausreichend zu verarbeiten.
Vor kurzem habe ich eine sehr nette junge Frau kennengelernt, die ihre beiden Kinder im (inzwischen renovierten) UrbanKH bekommen hatte und sehr angetan war. Mag also sein, dass sie jetzt bedeutend besser organisiert sind, aber mich sieht dieses KH nicht mehr wieder. Jedenfalls nicht zur Geburt.
Apropos UrbanKH, kennt jemand Horst Evers?
http://www.youtube.com/watch?v=iR7oVDQF_BI
Madamchen habe ich dann im St. Joseph KH in Tempelhof bekommen, das war aufgrund seiner Beliebtheit auch komplett überfüllt und im Kreissaal hätte man mich gerne mit knapp 6 cm offenen MM wieder nach Hause geschickt, weil ich nicht laut genüg getönt und die Wehen lieber verschlafen habe. GSD wurde ich vorher noch eimal untersucht und dann direkt in den Kreissaal geschoben...
Die Wochenbettstation allerdings war ein Traum, obwohl ebenfalls komplett überfüllt. Ein zwei-Bett-Zimmer mit eigenem Klo und Dusche - juhuu! Die Schwestern waren alle sehr nett und hilfsbereit, man hat ihnen den Stress kaum angemerkt. Die Frühstücksbuffett war sehr lecker und ich hatte diesmal auch Glück mit meinen Zimmernachbarinnen.
Bekannte von uns haben übrigens schlimme Erfahrungen in der Havelhöhe machen müssen, das zeigt mir, dass bei allen auch ein Quäntchen Glück dabei sein muss und es keine allgemeingültigen Empfehlungen geben kann, leider.
