Zerstörungswut

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4tiere
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Zerstörungswut

Beitrag von 4tiere »

Ich finde, es sollte schon unterschieden werden ob mutwillige Zerstörung um des Zerstörens willens vorliegt oder Zerstörung aufgrund unsachgemässer Benutzung.
Bei utwilliger Zerstörung würde ich zunächst gucken, was stimmt hier nicht, dass mein Kind solche Agressionen hat oder dass mein Kind kein Respekt vor den Dingen hat.
Es gibt aber auch Kinder, die einfach so impulsiv sind und wenn sie eine Idee haben, was man jetzt mit dem Gegenstand machen sollte, es dann auch tun, ohne sich über die Konsquenzen im Klaren zu sein und Upsi es ist passiert. Natürlich ist das auch nicht ok, aber gerade diese Kinder benötigen Hilfe und keine Sanktionen.
Also sollte eben nach jeder Situation, in der was zerstört wurde, geguckt werden, dass diese so nicht vorkommen kann. Also wie du schon gemacht hast, die Bücher mit Papierseiten sind weg (ich würde sie ins Wohnzimmer tun, dort können sie gemeinsam angeguckt werden). Und du könntest sie auch ihre "Kreativität" wieder aufräumen lassen. Eben dass sie über kurz oder lang merken, ihr Verhalten zieht Konsequenzen nach sich. Z.B. wenn du nicht willst, dass was unsachgemäss benutzt wird, dann ist es eben eine Zeitlang weg oder darf nur an bestimmten Orten benutzt werden. Grundsätzlich finde ich es aber völlig in Ordnung, dass sie sich ausprobieren können ...
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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Minchen
Dipl.-SuT
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Re: Zerstörungswut

Beitrag von Minchen »

Danke für Eure Antworten!

Ich vesuche mal, auf alles einzugehen...

Also, ich bin keine "antiautoritäre" Mama, die daneben steht, wenn die Bande das Haus zerlegt. :lol: Klang vielleicht so, aber es ist auch immer so schwierig zu beschreiben.

Hinter dem Verhalten der Jungs steht auch sicher kein Zerstörungswahn aus der puren Lust heraus, sondern erforschen, zweckentfremden, ausprobieren, alles im grünen Bereich soweit. Das sie "alles" dürfen heißt, dass ich ihnen eben nicht ständig hinterherlaufe und alles reglementiere. Sie SOLLEN ja ausprobieren und kreativ sein.

Wie reagiere ich?

Werfen ist hier verboten. Das mit den Töpfen war etwas überzogen, soetwas wird hier nicht geworfen und sollte es passieren, sind die Sachen weg, denn das ist mir schlicht zu gefährlich mit drei kleinen Kindern. Ich erkläre das ganze natürlich auch und ich denke, sie wissen es schon ganz genau, aber manchmal kommt es halt über sie. :roll:
Und ja, natürlich ist das auch in unserem KiGa verboten und auch da werden Alternativen aufgezeigt (wenn sie hier was fliegen lassen wollen, müssens halt Papierflieger sein, Bälle gibts nur im Garten usw.)

Meist erkläre ich das ruhig und freundlich, manchmal bin ich aber einfach zu sauer und dann kann ich das nicht. :oops: Vor allem weil ich es eben schon so oft erklärt habe. Deswegen sind ja auch die Vorlesebücher mit Papierseiten inzwischen bei mir, weil ich es einfach nicht NOCHMAL sagen möchte und Angst habe, dass die dann wirklich nicht mehr zu retten sind. Sie wollen Hämmern? Okay, aber dann bitte auf dem Teppich zB.
Ich bemühe mich also wirklich redlich, das ganze in Bahnen zu lenken.

An unsere Dinge gehen sie übrigens nicht, Scheren und Stifte gibt es nur unten am Tisch mit mir gemeinsam. Unser Haus sieht normal aus, hier wurde tatsächlich noch nichts zerstört. An Türen hängen dürfen sie sich auch nicht usw. ... Das ganze spielt sich hauptsächlich im KiZi ab.

Es sind halt die Situationen, in denen ich nicht dabei bin, denn das kann und will ich eben auch nicht den ganzen Tag. Und natürlich auch nicht IMMER dann. Gestern Abend aber habe ich grad meiner Tochter ein Buch vorgelesen um Zimmer nebenan und höre (Plastik-)teller fliegen. Die Jungs waren am Toben und da kam es halt über sie. Da war dann leider auch ein Holzbutterfässchen dabei, das zu Bruch ging. :roll: :evil:

Hach, was will ich denn hören? Es ist einfach die Frage, ob sie irgendwann dafür ein Gefühl entwickeln oder ob es eine Charaktersache ist, dass einige Kinder eben den Wert von Dingen schätzen können, andere nicht. Und ja, wir gehen dafür auch arbeiten, aber das verstehen sie schlicht noch nicht wirklich. Ich sage ihnen halt auch, wenn die Sachen kaputt sind, gibt es keine neuen und wir schwimmen nun auch wahrlich nicht in Spielzeug, dass es ihnen so egal sein könnte. Deswegen frage ich mich eben, ob es vorbei geht, weil eine Phase, oder ob es eben Kinder gibt, denen das einfach nicht wichtig ist...

So, ich muss leider los..
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
Meli 307
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Re: Zerstörungswut

Beitrag von Meli 307 »

kannst du den Inhalt des Kinderzimmers etwas dezimieren?
wenn sie Bücher kaputtmachen kommen die eben außer Reichweite für eine Weile.dann neuer Versuch.
ausprobieren ist schön und gut, aber wenn der Kollateralschaden überhand nimmt werden hier die Möglichkeiten begrenzt.( Scheren und Filzstifte weg, Bücher nur Vorlesen..)
die Jüngste hier ist auch ein Kaputtnik erster güte, oft auch aus Frust oder weil ihr was nicht passt.im Kiga ist das ganz anders, daher weiß ich dass sie das eigentlich weiß und kann.es gab schon Zeiten da durfte sie nicht mehr im Kizi spielen , nur noch da wo ich sie sehen konnte.
manchmal denke ich, das ist ein Luxusproblem-wir haben einfach zu viel.je mehr vorhanden ist umso mehr kann kaputtgehen.
Gruß Meli
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Isa_Belotti
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Re: Zerstörungswut

Beitrag von Isa_Belotti »

Hey Minchen,

da hatte ich dich wohl falsch verstanden - das passte auch so gar nicht zu dem virtuellen Bild, das ich mir von dir gemalt hatte ;).

Zu deiner Frage: Ich fürchte es ist eine Mischung aus beidem. Persönlichkeitsveranlagung und Phase. Ich denke auch, dass sie den Wert von Dingen besonders schätzen lernen, wenn sie ihn selbst bemessen müssen. Soll heißen, dass sie wahrscheinlich den Wert schätzen lernen, wenn sie sich z.B. selbst ein Spielzeug "erarbeitet" haben - lange darauf gespart o.ä. Oder wenn ein anderer ein heiß geliebtes Spielzeug kaputt macht. Dass sie es tatsächlich fühlen, spüren müssen, bevor sie es begreifen.

Mein Vater hat lange versucht, mir solche Sachen einzubläuen. Wirklich verstanden habe ich es, als ich für mein eigenes Auskommen sorgen musste. Im Nachhinein denke ich, er hätte weniger intervenieren sollen...

Liebe Grüße,
Isabel
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Feenstaub
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Re: Zerstörungswut

Beitrag von Feenstaub »

ich dachte gerade du schreibst von meinem sohn (der zeitgleich eine spielzeug kiste ausgeleert und dann mit den kinderküchentellern geworfen hat)
meine kinder dürfen auch sehr viel..ich ermahne allerdings schon...unsere wände sind beschmiert...was jetzt noch nicht so schlimm ist für mich (kann man ja ausmalen)...was ich nicht tolleriere ist, wenn er mit meinen heißgeliebten töpfen spielen mag..ich habs ihm einmal erlaubt und der topf hat nun keine henkel mehr.
ich bin schon oft verzweifelt..vorallem weil er gerne mutwillig aus trotz zerstört.
wir gehen ab nächster woche zur motopädagogik weil der verdacht auf wahrnehmungsstörung vorliegt...ich hoffe dass uns dass ein bisserl mehr entspanntheit und besserung bringt.
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ClauWi-Trageberaterin GK 11/12 + MK 05/13
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