danat hat geschrieben:Ich bin auch viel aufmerksamer, was andere Eltern und den Umgang mit ihren Kindern angeht. So im Sinne von "ah, ... so machen das also andere Eltern".
Da bin ich jetzt auch viel achtsamer im Umgang mit anderen Eltern geworden und sage dann gern sehr nett gemeinte, wohlwollende Sachen, die die Eltern bestärken in dem was sie tun. Einfach weil ich sowas auch gern höre. Ich hoffe, es kommt auch so an.
Das finde ich toll und möchte es mir auch angewöhnen. Oft denke ich es und traue mich dann nicht, was zu sagen. Ich denke Eltern ist nicht nur mit bösen Blicken und Kritik geholfen, sondern v.a. mit netten Worten, gerade, wenn sie völlig unerwartet von vielleicht wildfremden Menschen kommen. Bestätigung und Lob für das eigene Handeln als Eltern bekommt man im Alltag ja leider selten, Kritik (vom KiA, der SchwieMu, Passanten etc) hingegen schonmal öfter.
Ich genieße jedenfalls jedes wohlwollende Kommentar, was ich für das Tragen, das Stillen oder den Umgang mit meiner Tochter (oder Kindern, die ich betreue) bekomme, sei es von Fremden, den Erzieherinnen in der KiTa, meinem Partner oder wem auch immer.
Mein Freund und ich, wir haben uns einmal ein Herz gefasst und haben seinem Bruder und seiner Frau gesagt, das wir es ganz großartig finden, wie einfühlsam und geduldig sie mit ihrem Sohn (einem wahren Wirbelwind!) umgehen. Das war noch vor der Geburt unserer Kleinen und war mir in dem Moment ein echtes Bedürfnis.
Zum Thema: Ja, ich bin auch sehr empfindlich geworden. Mir kocht das Blut hoch, wenn ich in der Stadt Mütter sehe, die einen KiWa vor sich herschieben, in dem ein junger Säugling aus Leibeskräften brüllt o.Ä. Meinem Freund ist agehts nicht anders: Er sagte letztens nach dem Einkaufen zu mir, dass da vor den Umkleiden auf einem Sofa eine Mutter gewesen war, die ihr Kleines erst eine Weile meckern, dann schreien ließ, bis sie es stillte, und lobte, dass ich schon früher auf die Signale unsrer Maus reagiere.
Manchmal spür ich regelrecht das Bedürfnis dieses kleine Wesen hochzunehmen und an mich zu drücken und ärger mich, dass die Eltern das aus welchem Grund auch immer gerad nicht tun......
Aber es kam mir auch schon der Gedanke, dass es ja immer Momentaufnahmen sind, die man sieht und man nie weiß, was dahinter steckt. Vielleicht hat die Mutter, die das schreiende Baby durch den Park schiebt, gerade schon eine harte Zeit zuhause mit dem Kleinen hinter sich, stundenlanges Rummtragen, schaukeln, trösten, und wollte frische Luft schnappen, um aufzutanken bzw. dachte, dass ein Szenenwechsel die Situation beruhigen könnte.
Vielleicht wollen die Eltern auch anders handeln und denken, sie dürften es nicht, weil der KiA, die Hebi oder sonst jemand es anders empfohlen hat oder die Leute sich sonstwas denken könnten....viele lassen sich doch immernoch von dem "Verwöhnen"-Märchen verunsichern, haben in der Fülle der Informationen den eigenen Weg noch nicht gefunden - auch deshalb ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, auch die positiven Momente zu beachten und, wie oben schon gesagt, zu loben.