Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

Benutzeravatar
hennnamae
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1477
Registriert: 03.01.2010, 12:26
Kontaktdaten:

Re: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von hennnamae »

Der kleine ist doch grad 1,5 Jahre alt. Da kann man wirklich nichts dran doktorn. Wir hatten dieses "wenigstens Probieren" bei unserer älteren versucht, als WESENTLICH älter war. Hat nichts gebracht, Mamas Faulheit hat gesiegt :wink:

Das Kind isst nicht alles. Bei weitem nicht. Aber was sie an gesundem oder mäßig gesundem mag, bekommt sie angeboten. Massenhaft :wink: Sie ist kein, wirklich keinerlei Gemüse. Aber sie LIEBT Himbeeren, Johannisbeeren oder Erdbeeren (mit Sahne 8) ). Die Jahreszeit ist perfekt (wobei es blöde ist, dass die Erdbeersaison sich dem Ende neigt...). Also geht hier am Tag mindestens ein Pfund Erdbeeren durch, Oma spendiert mindestens alle zwei Tage ne Schale Himbeeren und jetzt werden die Johannisbeeren zum Glück auch günstiger. Und wenn Madame also mindestens ein halbes Pfund Beeren am Tag isst, verlange ich beim besten Willen nicht, dass sie Gemüse isst :roll:

Das einzige, wo ich straight bin (oder zumindest nicht komplett nachgiebig), ist Brot. Sie isst nur Toast oder günstigstes Graubrot, was praktisch den gleichen Gehalt wie Toast hat. In den KiGa gibt es richtiges Brot (also selbstgebackenes aus frisch gemahlenem Mehl) und Obst. In 95% der Fälle wird zwar nur das Obst gegessen ( :D ), aber Graubrot wird auch nach 2 Tagen Wiederholung in der Dose liegen gelassen. Das hat also keinen Wert, das zu kaufen, sonst isst das ja niemand hier.

Was ich jedoch nicht mache, sie bis ultimo ungesundes essen zu lassen. Wenn sie stundenlang nur Belag ohne Brot essen etc. dann ist irgendwann mal Schluss. Dann dürfen sie nen Apfel, anderes Obst, Naturjoghurt oder eben tatsächlich auch das Brot essen. Das klappt in der Regel ganz gut. Entweder hören sie auf zu Essen oder sie essen tatsächlich Äpfel. Aber erst NACHDEM der größte Hunger oder Apetit gestillt ist, der Überlebensdrang befriedigt ist.

Ich ernähre mich zwar vollwertig (nach Bruker) und fleischlos, aber mir würde es im Leben nicht einfallen, meinen Mann umerziehen zu wollen :shock: Der isst (in meinen Augen) auch zu 90% Mist - aber das ist SEIN Problem. Ganz ehrlich! Ich glaube, wenn ich an seiner Ernährung schrauben wollte, wäre das, wohl zu Recht, ein echter Trennungsgrund. Ich finde, das gehört sich nicht :? Er meckert an meiner "Körnerfresserei" auch nicht rum. Ich finde, sowas "gehört" sich in einer Beziehung nicht :oops: Ich bin echt nicht seine Mutter....
Mädel 12/2006
Bub 05/2010
Lorana
ist gern hier dabei
Beiträge: 95
Registriert: 29.06.2012, 08:08

Re: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von Lorana »

hexedoro hat geschrieben: Ich weiß, dass Gelassenheit da sehr schwierig ist, schließlich macht man sich ja Sorgen um die langfristigen Essgewohnheiten und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit. .
Genau DAS ist eine Zusammenfassung meiner Überlegung.
Mh, aber wie ich das so lese, scheint meine Konsequenz daraus nicht so ideal zu sein. Ich hab das halt schon öfter gehört/gelesen dass das Eltern so machen. Und irgendwie schien mir das auch Logisch. Schlieslich weiß man ja gar nicht, ob man was mag, wenn man es noch nie probiert hat. Naja, aber das Gegenteil will ich natürlich auch nicht erreichen. Wobei ich, wenn ich weiß jemand mag was nicht, das schon akzeptiere und dass dann nicht nochmal koche.

Danke Euch jedenfalls. Dann werd ich mir mal das o.g. Buch zu Gemüte führen (ob's das auch in der Bücherei gibt?) und mich in Gelassenheut üben "ooommmmm" :wink: Aber wird für mich nicht leicht. Ich probier doch soooo gern neue Rezepte aus.
Junior (01/11), noch stillend und familiengebettet; mittlerweile Laufrad fahrend
Benutzeravatar
hexedoro
gehört zum Inventar
Beiträge: 506
Registriert: 17.11.2010, 11:55
Wohnort: Nordhessen

Re: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von hexedoro »

Hier ist ein ganz netter Artikel zum Thema: http://www.welt.de/gesundheit/article13 ... erfen.html
Das verhilft vielleicht schon mal zu mehr Gelassenheit ;)
großer Bruder *12/2008
mittlerer Bruder *06/2010
kleiner Bruder *02/2014
Lösche Benutzer 6191

Re: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von Lösche Benutzer 6191 »

Hab grad nicht alles gelesen...aber als hätte echt gedacht, du redest von nem, vielleicht 5-jährigen oder so...bis ich deine Signatur gesehen habe :shock:
Sorry, aber ich finde das viel viel viel zu früh.
Über die Regel an sich kann ich nichts sagen, Ob sie sinnvoll IST oder schädlich etc. Ich handhabe sie (noch?) nicht. Ich finde es bei meinen Kindern zu früh (und der Große ist schon 4!)
Zu Hause finde ich es viel sinnvoller einfach vorher zu frage, ob ein Kind dies oder jenes essen will und das dann zu kochen oder halt nochmal umzudisponieren...
Das klappt zwar auch nicht immer und je nach meiner Verfassung kann ich das gelassener "wegstecken" oder halt weniger :? (Manchmal sucht sich einer z.B. Erbsen mit Möhren raus als Gemüse und wenns dann auf dem Tisch steht, wills keine essen...)
Was ich (für später!!!) machen will ist, dass die Kinder, wenn sie sich selber rausschöpfen, das essen müssen (bis zu nem gewissen Grad), was sie sich rausgeschöpft haben.
ABer ich denke, die Tragweite von sowas können meine (das kommt ja sicher auch auf dei Reife des Kindes an) erst in einigen Jahren abschätzen.

Bei mir (mein Mann findet es zwar doof, aber das ist mir in dem Fall egal ;-) ) gibt es auch immer ne alternative. Also wenn ein Kind am Tisch sitzt und überhaupt zu allem nein sagt, was es da gibt, dann biete ich noch ne Banane oder Joghurt oder Brot an, je nachdem , was da ist, denn ich finde es durchaus legitim, dass jemand keine Lust auf mein gekochtes Essen hat. (war aber schon ein langer weg dahin!)

Was ich dir auf jeden Fall empfehlen würde ist ein Buch namens "Mein Kind will nicht essen", denn das hat mir beim locker(er) werden absolut geholfen, bzw. es überhaupt erst iniziiert, da ich vorher extrem Verkrampft mit dem Essen meiner Kinder umgegangen bin... :?

Und was ich noch als Idee habe: Versuche mal das Gemüse anders als sonst anzubieten...meine lieben z.B. Rohkost, also knabbern Karotten, Kohlrabi, Gurke, etc., aber wenns am Tisch ist, oder sogar noch zubereitet oder als Beilage, dann ist es ihnen glaub zu schwierig oder was auch immer, jedenfalls essen sie dann fast gar nix davon!

puh lang...sorry fürs volltexten ;-)
Lorana
ist gern hier dabei
Beiträge: 95
Registriert: 29.06.2012, 08:08

Re: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von Lorana »

@actionzwerg
Das es jetzt noch zu früh ist, war mir schon klar. Deswegen fragte ich ja, "Ab wann habt ihr..." :wink:
Junior (01/11), noch stillend und familiengebettet; mittlerweile Laufrad fahrend
Benutzeravatar
revolte
alter SuT-Hase
Beiträge: 2630
Registriert: 12.01.2011, 21:28
Wohnort: Mainz

Re: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von revolte »

Also ich muss auch sagen ich bin ein wenig irritiert.. dein Kleiner Mann ist doch gerade mal 1,5 Jahre alt.
Auch wenn es nicht einfach ist, versuche darauf zu vertrauen, dass er sich holt, was es braucht.
Solange du gesunde, abwechslungsreiche Kost anbietest, wird er das essen, was er benötigt.

Meine Maus ist prinzipiell eine gute Esserin, aber manchmal gibs Phasen, da mag sie Brokkoli.. dann gibts widerrum Phasen, da kriegt sie die Krise wenn sie Brokkoli sieht.
Dann gibts Phasen, da möchte sie nicht essen, wenn auf dem Teller durcheinander ist..dann widerrum welche wo sie nur isst, wenn alles zusammengematscht ist.
Mal mag sie Brot - mal isst sie nur Oliven oder Käse.
Und dann mag sie nur mal trockene Nudeln - oder Reis.
Manchmal hat sie zur Mittagszeit Hunger - manchmal nicht.
Ich biete an, was da ist - koche aber nichts extra, wenn sie was nicht mag.

Ja, es ist schwierig - vor Allem wenn man sich als Mutter Mühe gibt und kocht und das Kind verschmäht es dann.
Ich denke da aber ähnlich wie die anderen: wenn Essen zum Machtkampf wird, haben alle Beteiligten verloren. Du bist unzufrieden, das Kind ist unzufrieden Essen muss in erster Linie Spaß machen.
;)
revolte mit Zahnlückenpiratin (10/2010), Herr Neunmalklug (10/2012) und Schnecke (05/2016)
Benutzeravatar
WiLada
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1577
Registriert: 03.07.2011, 11:48

Re: AW: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von WiLada »

Mach es so..koche mach wie vor gesund und am besten mit.ihm.zusammen....stell ihm seinen Teller hin und iss du kommentarlos dein essen. Wenn er mal nicht isst oder was.liegen.lässt kommentier es garnicht.
Natürlich musst du ihm nicht wenige Minuten vor dem Mittag noch das honigbrot schmieren aber ansonsten würde ich locker sein. Mehrere Menüs kochen aber auch nicht.

Ich mache das von Anfang an so, auch bei meinem baby jetzt und mein Sohn isst nahezu alles außer rohe Tomaten und zwiebeln. Er probiert von selbst ohne dass man ihn drängt.

Das wird schon...und wenn er mal nicht probieren mag ist es doch ok..kanns ihm.ja.seinen Teller ins Wohnzimmer stellen mach ich beim frühstück manchmal so.
Hat er danach Hunger machst du ihm entweder das essen nochmal warm oder schmierst ein Brot oder bietest Obst an



Gesendet von meinem GT-I9100 mit Tapatalk 2
Mit Herzlichkeit(10), Heiterkeit(8), Sonnenschein(2) , Geschwisterchen (6/21) , und einem kleinen Sternchen (10SW 2017)
Lorana
ist gern hier dabei
Beiträge: 95
Registriert: 29.06.2012, 08:08

Re: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von Lorana »

Danke Euch.
Werd mir Eure Ratschläge zu Herzen nehmen und diese Regel vergessen.
Junior (01/11), noch stillend und familiengebettet; mittlerweile Laufrad fahrend
Elfi
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 108
Registriert: 17.04.2012, 21:03

Re: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von Elfi »

Hi Lorana,

Ich verstehe deine sorge aber bitte lass die finger von solchen machtkaempfen. Ich spreche von eigener erfahrung. Meine stiegmutter hat mich immer gezwungen dinge zu essen oder zu probieren die ich nicht wollte das ging jahrelang bis ich eine sehr starke abneigung zum essen gebildet habe. Es hat wiederum jahre gebraucht um ein einigermassen normales verhaeltnis zum essen zu entwickeln.

Vertraue einfach deinem kind es wird schon wissen was es essen moechte, und wenn du gesundes essen immer zu verfuegung stellst wird es irgendwann all von selbst probieren wollen. Vertrau deinem kind
Bild
Bild
Benutzeravatar
Sakura
Miss SuTiversum
Beiträge: 16267
Registriert: 01.05.2011, 19:17
Wohnort: MEI

Re: Wie und Ab wann Regel "alles probieren"?

Beitrag von Sakura »

Der Thread ist zwar schon älter, aber ich will ihn nochmal hochholen, und meine eigene Erfahrung schreiben. Ich war als Kind eine SUPER wählerische Esserin. Und meine Mutter hat wirklich gut gekocht. Einmal hörte ich im Kindergarten, wie die Köchin meine Erzieherin ernsthaft staunend fragte, dass sie nicht wisse, was meine Mutter macht, damit ich zu Hause überhaupt mal was esse. Ich habe alles gehasst. Zu weich gekocht, zu hart gekocht, von Rotkohl ist mir schlecht geworden, und von Pilzen ist mir so übel geworden, da hat schon der Geruch bratender Pilze gereicht, dass mir so übel war, dass ich gar nix mehr gegessen habe. Ich habe übrigens auch keine Schokolade gegessen. Hat mir nicht geschmeckt. Einladungen zum Kaffeetrinken waren für mich Folter, ich habe Kuchen gehasst, und von Torte ist mir richtig übel geworden.

Fast forward 15 Jahre: Ich habe eben die Schule beendet, bin in meine Studienstadt gezogen, und esse und koche und backe so leidenschaftlich gern und gut, dass meine WG immer scherzte, sie würden mich zum Kochen an andere WGs verleihen, und dafür Geld kassieren. Irgendwann habe ich angefangen, alles zu essen. Wirklich ALLES (einschließlich gebratenem Gehirn mit Bratkartoffeln bei den Bauern im Dorf zum Schlachtfest). Bis ich Vegetarierin wurde, habe ich auch Sachen wie Tote Oma, Leber etc. gegessen, was ja viele extrem unlecker finden. In Japan habe ich meine Vorliebe für Natto entdeckt, was selbst viele Japaner nicht mögen. Ich bin in meinem Erwachsenenleben nur ganz ganz selten an meine kulinarischen Grenzen gestoßen: Tapas aus gebackenen Schweineohren in Spanien (nur Knorpel), ebenfalls in Spanien Eintopf mit gekochtem Pansen (bei uns ist das Hundefutter), sowie Saure Flecke / Kuddeln.

Dein Kind ist noch so klein. Lass es einfach. Es erscheint unglaublich, besonders nach allen Ratgebern und Experten, was ein Kind so alles essen müsste. Aber Zwang führt zu gar nix. Vorleben reicht. Dein Kind WIRD irgendwann essen, auch wenn es eine Weile oder sogar ein paar Jahre dauert.

Abgesehen davon finde ich die Regel mit der festen Alternative gut, aber nur, wenn dahinter kein Zwang steht. Bei meiner Tante gab es als feste Alternative für die Kinder Haferflocken mit Milch und Kaba. Und zwar diskussionslos und ohne Probierzwang.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Antworten

Zurück zu „Gesunde Ernährung“