Unser Kind isst Unmengen. Er wird nach Bedarf gestillt (und auch der Bedarf ist phasenweise noch recht hoch) und bekommt genauso "nach Bedarf" Beikost. Er bekommt von uns jederzeit Zugang zu Obst, Gemüse und Reiswaffeln, bisher begrenzen wir seine Essensmengen nicht. Er trinkt Wasser. Ich bin mir aber langsam nicht mehr so sicher, ob er nicht vielleicht doch etwas zuviel verputzt
Ich muss dazu sagen, dass wir bereits kurz nach der Geburt zum zufüttern gedrängt wurden. 2 Tage lang bekam er im KH Pre zugefüttert. Die Schwestern "wussten" dass das mit dem Vollstillen nichts wird (am 2. Tag nach Entbindung, vor Milcheinschuss) wir mussten vom ersten Tag an Stillproben durchführen, ich war wahnsinnig unsicher.
Zuhause haben wir das Zufüttern auf Anraten der Stillberaterin wieder gelassen, sie befand das alles im Rahmen, in den ersten 14 Tagen hatte er auch sein Geburtsgewicht nicht wieder (Spontangeburt ohne irgendwelche Mittelchen), doch sie gab uns noch ein paar Tage und als hätte sie das geahnt machte er dann vor Tag 20 (das war ihr Ultimatum) endlich den lang ersehnten Schuss und nahm von da an stetig zu.
Diese Erfahrung sitzt natürlich tief und ich hatte immer Angst, er würde nicht genug zunehmen. Und das ging lange so, selbst wenn mir alle sagten er sei ein ganz schöner Moppel oder auch obwohl er deutlich kräftiger ist als seine Altersgenossen im Umfeld. Bis wir mal ins KH mussten und man dort im Entlassungsbericht als Diagnose mit reinschrieb: Übergewicht
Ich war total vor den Kopf gestoßen und schockiert. Mein kleines Baby, das nicht richtig zunehmen wollte sollte plötzlich Übergewicht haben?
Bis heute geistern nun diese beiden Gespenster in meinem Kopf umher. Zum einen die Angst, meinem Kind nicht genug zu geben, zum anderen die Angst, ihm deshalb unbewusst zuviel zu geben. Und so streiten sie sich bei jedem Happen, den er einfordert, wie Engelchen und Teufelchen auf meinen Schultern. Und das macht mich langsam fertig.
Momentan haben wir eine Phase, da isst er nur Obst. Am Tag 3 Nektarinen, 3 Kiwis, eine Hand voll Kirschen. Sein morgendliches Butterbrot wirft er mir entgegen. Kartoffeln, Nudeln, Gemüse, alles fliegt vom Tisch. Trotzdem fordert er sein "Tit-Tit-Tit" (von Guten Appetit-tit-tit) unmissverständlich ein und verputzt so riesige Mengen.
Mal abgesehen von der momentanen Obstphase sahen seine Essensvorlieben über den Tag verteilt in etwa so aus:
Ca 7 Uhr im Bett stillen
Ca 8 Uhr Frühstück in Form von 1-2 Scheiben Brot mit Gemüseaufstrich oder auch mal Ziegenkäse, neuerdings auch Landrahm
Ca 9:30 Stillen
Ca 11 Uhr Einschlafstillen
Ca 13 Uhr GOB-Brei oder ein Teller Fingerfood (es bleibt wenig bis nichts übrig)
Ca 16 Uhr Obst (2 Nektarinen oder 2 Kiwi oder 1 Birne oder eine handvoll Kirschen oder Erdbeeren/Himbeeren/Brombeeren ect... so etwa um eine Mengenvorstellung zu bekommen)
Ca 18:30 Abendbrot ein Teller voll Familientischessen (auch hier bleibt wenig bis nichts übrig)
Ca 19:30 Einschlafstillen
nachts zwischen stündlich und 1-2 Mal pro Nacht stillen
tagsüber ist der Stillbedarf gelegentlich noch größer, dann stillen wir zwischen den Beikostmahlzeiten auch noch jeweils 1-2 mal kurz.
Und auch jetzt wo ich das aufschreibe kommt mir das nicht soooooo viel vor, wie ich mir das am Tag manchmal einrede. Trotzdem ist da jede Menge Unsicherheit. Und ich denk mir auch immer wieder, er kann ja selber entscheiden ob er essen will oder nicht, aber dann kommt mir doch manchmal in den Sinn, ob er das nur tut um mir einen Gefallen zu tun?
Aktuell wiegt er auf 80cm 11,2kg und auch das scheint mir nicht übermäßig viel. Da gibt es schwerere Kinder (Zumal ich die Genauigkeit dieses Gewichts auch anzweifle
Ich denke, das klingt alles vielleicht auch etwas wirr und zugegebenermaßen bin ich das auch zur Zeit. Im Moment kommt eben noch diese Obstphase dazu, wo ich mir denke, was ist das jetzt? Hat er vielleicht an irgendwas einen Mangel und haut deshalb Kiloweise Obst weg? Ich versuch das immer so entspannt wie möglich zu sehen, momentan fällt mir das echt schwer.
Gibt es Erfahrungsberichte von euch? Kinder die vielleicht schon immer etwas kräftiger waren und bei denen sich das dann tatsächlich "verwachsen" hat?
Oder gibt es eventuell Dinge, die ich abklären lassen sollte?
Ich schick das mal so wirr ab wie es ist und hoffe, dass ihr einigermaßen verstehen könnt, worauf ich hinaus will.
Verunsicherte Grüße,
Melly





