Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Was kommt nach dem Vollstillen?

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bella7510
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Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von bella7510 »

Hallo zusammen,

ich möchte mal in die Runde fragen (wahrscheinlich nichts neues), wies mit der Folgemilchnahrung aussieht. Mein Sohnemann ist jetzt knapp 10 Monate und isst auch gerne schon bei uns mit, allerdings keine vollständige Mahlzeit. Er bekommt also noch 3-4 Mal am Tag eine Flasche und nachts braucht er auch noch ca. 3 Flaschen. Ich hab mich blöderweise nie sonderlich mit dem Thema Folgemilch und deren Sinn beschäftigt :oops: und habe von PRE-Nahrung auf Folgemilch umgestellt, weil ich das Gefühl hatte, mein Sohn hat irgendwie noch ein größeres Hungerbedürfnis. Ich habe aber ja noch keine Mahlzeit wirklich ersetzt und er bekommt eben jetzt immer die Bio-Lebenswert Folgemilch 2, ab dem 6. Monat. Nun hab ich jede Menge gelesen, eher durch Zufall, und hab festgestellt, dass die Folgemilch-Klamotten ja gar nicht so toll sind :?:

Bei uns gibts täglich auch selbstgemachten Joghurt vom Bauernhof, den der kleine Mann so sehr liebt.
Spricht irgendetwas dagegen, die Folgemilch so als Hauptmahlzeiten zu füttern? Körpergröße und Gewicht sind im Rahmen.

Ich würde mich mal über Anregungen freuen :) Vielen Dank und einen schönen Abend :tt_ruecken_2:
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Sternenfaengerin
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Re: Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von Sternenfaengerin »

rein vom gefühl her würde ich wieder auf pre umstellen, mindestens jedoch auf 1-er folgemilch (wobei bei der menge, die er nimmt die pre absolut ausreichend wäre). ich geh mal hier suchen wie das war. jusl weiss da auch sehr gut bescheid, sie könntest du ggf. mal anschreiben.
Sternenfaengerin
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Re: Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von Sternenfaengerin »

jusl
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Re: Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von jusl »

Hallo bella,

wie groß ist denn da eine Portion bei Euch ungefähr? Wenn ich jetzt einfach mal von ca 120-150 mal ausgehe, dann wären die 6-7 Flaschen täglich ein knapper Liter Folgemilch. Diese Menge täglich stellt dann eindeutig das Hauptnahrungsmittel dar - und genau dafür ist Folgemilch NICHT gedacht. Von zusätzlichen(!) Milchprodukten, ob selbstgemacht oder nicht, kann da eigentlich auch nur abgeraten werden, das ist einfach zu viel.

Sinnvoll ist die Verwendung von Anfangsnahrung (= Pre oder 1er. 1er ist KEINE Folgemilch!..), solange ein Baby noch Milch als Hauptnahrungsmittel zu sich nimmt. Weitere Milchprodukte sind während dieser Zeit nicht sinnvoll, kleine Mengen (z.B. etwas Sahne im Gratin) schaden nicht. Wenn Dein Baby irgendwann hauptsächlich vom Familientisch isst, dann werden nur noch 2-3 Milchportionen in 24 Stunden empfohlen, und DANN ist es egal, WELCHE SORTE Milch das dann ist - Pre oder Folgemilch oder sehr gern auch selbstgemachter Joghurt. Ausführlichere Info dazu findest Du im von Sternenfängerin verlinkten Posting.

LG
Julia
bella7510
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Re: Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von bella7510 »

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten! Wie schnell man sich doch verunsichern lässt, wenn jemand sagt: "Der wird nicht satt mit der Milch, er braucht eine Folgemilch...." :oops: Und da der kleine Mann so aktiv ist, hab ich auch gedacht, dass er die Folgemilch irgendwie schon braucht! Er ist schon bei uns am Tisch mit, wird aber von der geringen Menge nicht wirklich satt, das scheint einfach Freude am Essen und Experimentieren mit Geschmäckern zu sein. Er hat mit der Anfangsmilch nachher wirklich alle 2 Stunden eine riesen Flasche verdrückt... Tags und Nachts, mit 7 Monaten. Das hab ich ein bisschen sonderbar gefunden. Was anderes hat er aber nicht genommen. Ich biete auch mal Wasser an, denn er trinkt einfach auch wahnsinnig viel.
Er isst nachmittags eine Banane, oder mal eine Reiswaffel, aber hauptsächlich Flasche. Irgendwie scheine gebranntmarkt zu sein, dass ich das Stillen nicht geschafft habe und ich immer wieder im Hinterkopf habe, dass die Kunstmilch einfach nicht das Wahre ist. Ist es komisch, dass ich meinem 10 Monate alten Sohn dann alle 2-3 Stunden eine Flasche anbiete (PRE-Nahrung) oder ist mein Gefühl in der Hinsihct nicht richtig /manipuliert. Mir fällt es bescheuerter Weise irgendwie schwer. Wo ich sonst so selbstsicher bin (Familienbett und Tragen) bin ich beim Punkt Essen irgendwie bescheuert. Vielleicht, weils mit der Flasche einfach nicht in meine sonst so"biologisch, naturbelassene" Sichtweise passt :roll:

Ich bedanke mich auf jedenfall ganz herzlich für die Antworten, jetzt hab ich wieder sehr wichtiges dazugelernt. :oops:
Einen schönen sonnigen Freitag wünsch ich euch
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Re: Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von jusl »

Er hat mit der Anfangsmilch nachher wirklich alle 2 Stunden eine riesen Flasche verdrückt... Tags und Nachts, mit 7 Monaten. Das hab ich ein bisschen sonderbar gefunden. Was anderes hat er aber nicht genommen.
Wenn ein Baby von PRE-Milch übermäßig viel trinkt (dauerhaft deutlich mehr als 1 Liter in 24 Stunden), dann ist der Wechsel zu 1er plus Schnuller sinnvoll anstatt Pre nach Bedarf. Aber für den Nutzen von Folgemilch (sowohl Pre als auch 1er sind Anfangsnahrungen, keine Folgemilchen) gibt es bislang keine Hinweise. Gesichert ist lediglich, dass Folgemilch NICHT als Hauptnahrungsmittel geeignet ist, sondern nur als kleinerer Milchanteil in einer abwechslungsreichen MISCHKOST.
Irgendwie scheine gebranntmarkt zu sein, dass ich das Stillen nicht geschafft habe und ich immer wieder im Hinterkopf habe, dass die Kunstmilch einfach nicht das Wahre ist. Ist es komisch, dass ich meinem 10 Monate alten Sohn dann alle 2-3 Stunden eine Flasche anbiete (PRE-Nahrung) oder ist mein Gefühl in der Hinsihct nicht richtig /manipuliert.
Manchmal liegt's auch gar nicht unbedingt an der Milch, sondern an der Flasche bzw. am Sauger. Eine Flaschenmahlzeit sollte ca 15-20 Minuten dauern - wenn es schneller geht, dann ist das Saugerloch zu groß/das Fläschchen zu steil gehalten. Alle 2 Stunden eine Flasche für ein 10 Monate altes Baby ist in der Tat ungewöhnlich - aber wie gesagt: es kommt auf die Portionsgröße an! Manches Baby hat nur einen kleinen Magen und fährt tatsächlich mit tagsüber alle 2 Stunden 80-100 ml am besten. Wie ist das bei Euch?

LG
Julia
Fliegenpilz
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Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von Fliegenpilz »

Ich mag hier mal mitlesen weil auch wir ein bissl besorgt sind.
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bella7510
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Re: Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von bella7510 »

Ja, das mit den Saugern habe ich mir auch überlegt. Wie die Beruhigungssauger soll man ja wohl auch die Trinksauger von 1 auf 2 umstellen. Ich habe damit allerdings keine guten Erfahrungen gemacht. Wir haben einmal einen 2er Sauger ausprobiert, das fand Elias aber total ätzend, er hat sich nur verschluckt, musste so hastig trinken und hat nach einer Minute protestiert und den Kopf weggedreht, also habe ich die 1er gelassen. Er trinkt seine Portion (nachts pro Flasche ca. 200 ml/ tagesüber pro Flasche ca. 180 ml) sehr enttspannt, 20 Minuten kommt auch hin. Er lässt sich nicht ablenken oder "kaut" auf dem Sauger herum. Ich ärgere mich ganz schön, dass ich mich in diesem Thema zu wenig schlau gemacht habe und wundere mich selbst über mich, weil es so gar nicht meine Art ist. Erst durch Zufall im Gespräch mit meiner Schwester sind wir auf das Thema gekommen und ich hab festgestellt, dass irgendwas nicht so richtig ist. Total blöd :oops: Die PRE-Nahrung hab ich heute im Bioladen gar nicht gefunden, aber die Anfangsmilchnahrung 1, und das ist ja auch möglich. Die hab ich nun erstmal wieder gekauft, ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen :roll: Vielleicht sollte ich Elias dann jetzt tagsüber einfach häufiger was Festes zum Essen anbieten, oder Alternativen? Er hat ja wirklich Freude am Essen, probiert alles mal selbst und lässt sich aber auch ganz gut füttern. Nur die Mengen sind eben noch klitzeklein, als hätte er einfach noch nicht so die Geduld. Er wird nämlich immer so giftig, wenns beim Füttern nicht schnell genug geht .
@ Fliegenpilz: Hast du im Moment ein ähnliches Problem?

@jusl: Hab ich es richtig in Erinnerung, dass du Stillberaterin bist?`Ich bin froh, hier so fachkundige Hinweise zu kriegen:) Ist ja auch eigentlich ein super spannendes Thema. Vielen Dank für deine ausführlichen Anregungen

Liebe Grüße
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Re: Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von jusl »

Er trinkt seine Portion (nachts pro Flasche ca. 200 ml/ tagesüber pro Flasche ca. 180 ml) sehr enttspannt, 20 Minuten kommt auch hin.
Mengenmäßig ist das schon recht viel. Circa 600 ml nachts plus 500-700 ml tags, also 1100-1300 ml, da ist Anfangsnahrung gaaaanz eindeutig vorzuziehen. Und es wäre auch völlig OK, z.B. die nächtlichen Milchflaschen gaaanz langsam nach und nach über Verdünnung mit Wasser auszuschleichen.
Die PRE-Nahrung hab ich heute im Bioladen gar nicht gefunden, aber die Anfangsmilchnahrung 1, und das ist ja auch möglich.
Der Unterschied zwischen Pre und 1er besteht i.A. darin, dass bei Pre das einizige Kohlenhydrat Laktose ist, bei 1er zusätzlich zur Laktose noch Stärke - aber nur bei Firmen, die BEIDE Sorten anbieten(!). Einige Hersteller bieten nur 1er, 2er, 3er an - und da ist es durchaus möglich, dass die 1er OHNE Stärke ist (also eigentlich eine "Pre", aber der Hersteller nennt's nunmal nicht so). Hier lohnt ein genauer Blick auf die Zusammensetzung.
Ich ärgere mich ganz schön, dass ich mich in diesem Thema zu wenig schlau gemacht habe und wundere mich selbst über mich, weil es so gar nicht meine Art ist. Erst durch Zufall im Gespräch mit meiner Schwester sind wir auf das Thema gekommen und ich hab festgestellt, dass irgendwas nicht so richtig ist. Total blöd :oops:
Ja, das doofe Gefühl kann ich gut nachvollziehen - das kennen wir wohl alle, dass man irgendwie erst "hinterher" was kapiert, was viele andere offenbar von Anfang an "richtig" zu machen scheinen. Aber, bitte mach Dir bewusst: es ist kein Beinbruch, sondern nur ein Detail. Die Haltung dem Kind gegenüber, Deine Motive und Deine Liebe sind viiiiel bedeutsamer für Dein Kind als irgendwelche Kohlenhydrate oder Mineralstoffzusammensetzungen. Ein schlechtes Gewissen brauchst Du nicht zu haben (und es nützt auch eh nichts ;-)). Also: Du LERNST noch, kein Problem (und das bleibt auch noch so, bis er 18 ist. ;-)).
Vielleicht sollte ich Elias dann jetzt tagsüber einfach häufiger was Festes zum Essen anbieten, oder Alternativen? Er hat ja wirklich Freude am Essen, probiert alles mal selbst und lässt sich aber auch ganz gut füttern. Nur die Mengen sind eben noch klitzeklein, als hätte er einfach noch nicht so die Geduld. Er wird nämlich immer so giftig, wenns beim Füttern nicht schnell genug geht .
Häufiger anbieten finde ich eine gute Idee. Viele Kinder essen zum Beispiel nicht "gut"; wenn sie einfach zu hungrig sind. Sie mögen dann lieber die gewohnte Milch. Ein 10 Monate altes Baby kann ruhig mindestens 5 mal täglich etwas Festes vom Familientisch angeboten bekommen.
@jusl: Hab ich es richtig in Erinnerung, dass du Stillberaterin bist?`
Ja das stimmt :D

LG
Julia
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Wechsel der Säuglingsmilchnahrung

Beitrag von Fliegenpilz »

Unser Problem ist da anders geartet. Unser Kind (fast ein halbes Jahr) trinkt nachts zur Zeit zwar nicht mehr, aber tags hat sie halt 6 Schoppen (à 150ml Pre). Und wenn ich ans Brei essen denke mache ich mir halt Sorgen. Wenn sie dann mal wirklich echten Brei (also Gemüse, Kartoffeln UND Fleisch und Öl) isst werde ich definitiv ein schlechtes Gewissen haben ihr danach noch nen Schoppen zu geben falls sie früh wieder Hunger hat. Das sähe beim Stillen sicher anders aus.
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