Statistisch gesehen wohl während eines Milchkuhlebens sogar mehrere männliche Kälbchen, denn die Kuh muss ja immer wieder mal kalben, damit sie weiter (auf so hohem Niveau) Milch gibt. Und selbst der tierfreundlichste Landwirt wird es sich NIE leisten können, pro Milchkuh mehrer männliche Tiere immer mit "aufs Altenteil" zu schicken direkt nach der Kälbchenzeit. Wir fahren eben heute nicht mehr mit Ochsenkarren und benutzen maschinelle Traktoren, so dass die ganze Milchkuhsache eben nicht mehr "unblutig" aufgeht, sobald ein männliches Kalb geboren wurde. Und das wird dann halt geschlachtet "für die Milch".
Könntet ihr schlachten?
Moderator: britje
- blueberry
- Mod a.D.
- Beiträge: 11075
- Registriert: 03.09.2007, 14:18
- Wohnort: Deutschland
Re: Könntet ihr schlachten?
Sorry, ich denke heute langsam
: selbst bei sinnvollen Kombirassen bei Kühen, muss ja aber immernoch das jeweils männliche Tier geschlachtet werden für eine Milchkuh.
Statistisch gesehen wohl während eines Milchkuhlebens sogar mehrere männliche Kälbchen, denn die Kuh muss ja immer wieder mal kalben, damit sie weiter (auf so hohem Niveau) Milch gibt. Und selbst der tierfreundlichste Landwirt wird es sich NIE leisten können, pro Milchkuh mehrer männliche Tiere immer mit "aufs Altenteil" zu schicken direkt nach der Kälbchenzeit. Wir fahren eben heute nicht mehr mit Ochsenkarren und benutzen maschinelle Traktoren, so dass die ganze Milchkuhsache eben nicht mehr "unblutig" aufgeht, sobald ein männliches Kalb geboren wurde. Und das wird dann halt geschlachtet "für die Milch".
Statistisch gesehen wohl während eines Milchkuhlebens sogar mehrere männliche Kälbchen, denn die Kuh muss ja immer wieder mal kalben, damit sie weiter (auf so hohem Niveau) Milch gibt. Und selbst der tierfreundlichste Landwirt wird es sich NIE leisten können, pro Milchkuh mehrer männliche Tiere immer mit "aufs Altenteil" zu schicken direkt nach der Kälbchenzeit. Wir fahren eben heute nicht mehr mit Ochsenkarren und benutzen maschinelle Traktoren, so dass die ganze Milchkuhsache eben nicht mehr "unblutig" aufgeht, sobald ein männliches Kalb geboren wurde. Und das wird dann halt geschlachtet "für die Milch".
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
- blueberry
- Mod a.D.
- Beiträge: 11075
- Registriert: 03.09.2007, 14:18
- Wohnort: Deutschland
Re: Könntet ihr schlachten?
Das ist zwar schon von 2009, aber es illustriert da Problem bei den "nutzlosen" Legehennen-Hähnchen:
http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_19496.html
http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_19496.html
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
-
ameliemachtphotos
- möchten wir nicht mehr missen
- Beiträge: 274
- Registriert: 30.01.2011, 21:43
- Wohnort: itzehoe
Re: Könntet ihr schlachten?
genau blueberry!
dem möchte ich nur hinzufügen, dass nicht nur die männlichen kälber der milchkuh gemästet und getötet werden, auch die kuh selber muss sehr früh sterben.
nach ungefähr 6 jahren ist sie so ausgelaugt, krank und ihre milchleistung so weit gesunken, dass auch sie getötet wird. kühe können 30 jahre alt werden!
genauso ist auch bei den legehennen, sie dürfen meist nur ein jahr leben..
deshalb war für mich als ethisch motivierte vegetarierin, nach einiger recherche, die einzig logische konsequenz der veganismus.
dem möchte ich nur hinzufügen, dass nicht nur die männlichen kälber der milchkuh gemästet und getötet werden, auch die kuh selber muss sehr früh sterben.
nach ungefähr 6 jahren ist sie so ausgelaugt, krank und ihre milchleistung so weit gesunken, dass auch sie getötet wird. kühe können 30 jahre alt werden!
genauso ist auch bei den legehennen, sie dürfen meist nur ein jahr leben..
deshalb war für mich als ethisch motivierte vegetarierin, nach einiger recherche, die einzig logische konsequenz der veganismus.
-
Maja
- SuT-Legende
- Beiträge: 8590
- Registriert: 18.10.2004, 22:40
- Wohnort: NRW
Re: Könntet ihr schlachten?
Ich sehe das mit Milch und Eiern inzwischen auch durchaus kritisch, finde es aber schwierig ganz darauf zu verzichten. Grad mit einem sehr mäkeligen Kind, was phasenweise gefühlt "nichts" isst, hätte ich ohne z.B. Joghurt oder Eier-Pfannkuchen schon ein Problem, die nötige Nährstoffversorgung sicherzustellen. Und ich selbst esse halt auch schon gern mal Quark, Käse oder mit Eiern gebackenen Kuchen oder Auflauf. Wenn ich irgendwie erreichen könnte, hier Produkte zu kaufen, bei dem das Leid der Tiere verringert bzw. vermieden würde, dann wäre ich auch bereit dafür etwas mehr Geld auszugeben. Aber zur Zeit scheint der einzige Weg zu sein, den Konsum solcher Nahrungsmittel nicht zu sehr auszuweiten und Bio-Produkte zu kaufen, möglichst von regionalen Erzeugern wo ich mir gelegentlich selbst ein Bild von den Bedingungen auf dem Hof machen kann.
Das Hauptproblem - ob bei Fleisch, Milch oder Eiern - ist die Massenproduktion, von der ja leider auch wieder genug einfach nur im Müll landet. In kleineren und sicher für die Nahrungsversorgung auch noch ausreichenden Mengen müssten deutlich weniger Tiere dafür leiden.
Das Hauptproblem - ob bei Fleisch, Milch oder Eiern - ist die Massenproduktion, von der ja leider auch wieder genug einfach nur im Müll landet. In kleineren und sicher für die Nahrungsversorgung auch noch ausreichenden Mengen müssten deutlich weniger Tiere dafür leiden.
2004/2006/2014
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Könntet ihr schlachten?
Vegan leben kommt für mich aber nicht in Frage.......es ist schwierig, das stimmt.
- Sakura
- Miss SuTiversum
- Beiträge: 16267
- Registriert: 01.05.2011, 19:17
- Wohnort: MEI
Re: Könntet ihr schlachten?
hm.... wobei mir bei blueberrys leidenschaftlicher argumentation pro tierrechte und pro veganismus nicht wirklich klar wird, warum du dann trotzdem ALLES ist??? (inklusive fleisch aus konventioneller erzeugung?)
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)
- blueberry
- Mod a.D.
- Beiträge: 11075
- Registriert: 03.09.2007, 14:18
- Wohnort: Deutschland
Re: Könntet ihr schlachten?
Nein, ich würde nicht auf Fleisch verzichten wollen aus den verschiedensten Gründen - und ja, das konventionelle Fleisch ist alles in allem echt der größte Kompromiss, das sehe ich auch ganz selbstkritisch
. Das ist eben ein Zugständnis ans "nicht-alles-selbst-kochen" und mit anderen zusammen Essen Können, die eben erst langsam, durch unsere stetige Argumentation und immer-wieder-mal-vorsichtig-Ansprechen auf Bio umstellen.
Was ich mit meiner Argumentation nur ausdrücken wollte: mich nervt oft - und ja, diesem Argument bin ich im Leben schon wirklich oft begegnet - die Selbstsicht mancher Vegetarier, die aus Überzeugung Vegetarier sind "damit kein Tier meinetwegen sterben muss" und sich dann als so viel moralisch integerere Menschen darstellen/fühlen als ich als Fleischesser einer bin - und dann aber mal eben jeden Tag Milch(produkte) und/oder Eier konsumieren (im Extremfall dies noch nichtmal bio) und sich schlicht nicht informieren, dass dafür eben genauso auch Tiere sterben müssen. Teils wird dies von Vegetariern sogar verneint, wenn man sie drauf hinweist - und zwar von Leuten, die so konsequent vegetarisch leben, dass sie eine angebotene Tütensuppe beim Camping ablehnen, weil da ein paar einstellige Prozent Hühnerfett auf der Zutatenliste stehen. Das finde ich halt einfach Augenwischerei.
Ich hatte ja geschrieben, dass ich für meinen Teil durchaus ein Tier schlachten könnte, um es zu essen. Ich hab nie gesagt, dass ich nicht möchte, dass ein Tier stirbt für meine Ernährungsweise.
Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten* dafür zu sorgen, dass die Tiere/Tierprodukte, die ich konsumiere mit so wenig Leid während des Lebens des Tieres einhergehen, wie möglich. Ich esse lieber ein Ei von einem einigermaßen glücklichen Huhn und habe in den letzten Jahren (über in Jahrzehnt) kein konventionelles Ei gekauft. Ich bezahle für meine laktosefreie Bio-Milch fast 2 EUR pro Liter - und entsprechend wenig Milch wird bei uns verbraucht. Ich koche selten mit Fleisch, weil ich hier selten an Bio-Fleisch komme, weil unser Supermarkt keins führt und ich selbst kein konventionelles kaufe. Sowas halt. Und ja, ich bin mir durchaus im Klaren, dass das in Summe noch nicht reicht, weil ich immer wieder auch Kompromisse mache und ich habe dann ein schlechtes Gewissen und versuche, weiter dran zu arbeiten.
(* und ja, diese Möglichkeiten sehe ich durchaus auch durch meine sozialen Bedürfnisse als hinreichend eingeschränkt, nur bedingt Grundsatzstreit mit meinen Eltern heraufzubeschwören, mit denen ich durchaus auch das ein oder andere Konfliktfeld zu beackern habe, das mir wichtig ist - Fragen der Kindererziehung z.B., so dass ich den Bogen nicht überspannen mag. Das mag anderen ein dürftiger Grund sein, das Leiden von Tieren billigend in Kauf zu nehmen - für mich ist es diesbezüglich erstmal ausreichend, dass ich es durch nicht allzu konfrontatives Vorgehen immerhin erreicht habe, bei meinen Eltern - bei denen wir seit einem Jahr oft mitessen - ein so großes Bewusstsein für Bio etc. zu schaffen, dass sie nun einmal wöchentlich extra zu einem Bio-Laden fahren und dort mehr als die Hälfte ihrer Lebensmitteleinkäufe zu bestreiten - inkl. Fleisch, aber eben (noch) nicht 100%. Fortschritt besteht manchmal eben aus vielen kleinen Schritten.)
Mir ging es nicht um ein flammendes Pladoyer pro Veganismus sondern um Ehrlichkeit sich selbst, seiner Kompromissbereitschaft, dem durch einen selbst erzeugten Leiden (sei es bei Tier oder Mensch - auch was für Kleidung/andere Produkte wir so konsumieren und wie die hergestellt wurden, ist ja ein großes Feld) ... gegenüber.
Was ich mit meiner Argumentation nur ausdrücken wollte: mich nervt oft - und ja, diesem Argument bin ich im Leben schon wirklich oft begegnet - die Selbstsicht mancher Vegetarier, die aus Überzeugung Vegetarier sind "damit kein Tier meinetwegen sterben muss" und sich dann als so viel moralisch integerere Menschen darstellen/fühlen als ich als Fleischesser einer bin - und dann aber mal eben jeden Tag Milch(produkte) und/oder Eier konsumieren (im Extremfall dies noch nichtmal bio) und sich schlicht nicht informieren, dass dafür eben genauso auch Tiere sterben müssen. Teils wird dies von Vegetariern sogar verneint, wenn man sie drauf hinweist - und zwar von Leuten, die so konsequent vegetarisch leben, dass sie eine angebotene Tütensuppe beim Camping ablehnen, weil da ein paar einstellige Prozent Hühnerfett auf der Zutatenliste stehen. Das finde ich halt einfach Augenwischerei.
Ich hatte ja geschrieben, dass ich für meinen Teil durchaus ein Tier schlachten könnte, um es zu essen. Ich hab nie gesagt, dass ich nicht möchte, dass ein Tier stirbt für meine Ernährungsweise.
Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten* dafür zu sorgen, dass die Tiere/Tierprodukte, die ich konsumiere mit so wenig Leid während des Lebens des Tieres einhergehen, wie möglich. Ich esse lieber ein Ei von einem einigermaßen glücklichen Huhn und habe in den letzten Jahren (über in Jahrzehnt) kein konventionelles Ei gekauft. Ich bezahle für meine laktosefreie Bio-Milch fast 2 EUR pro Liter - und entsprechend wenig Milch wird bei uns verbraucht. Ich koche selten mit Fleisch, weil ich hier selten an Bio-Fleisch komme, weil unser Supermarkt keins führt und ich selbst kein konventionelles kaufe. Sowas halt. Und ja, ich bin mir durchaus im Klaren, dass das in Summe noch nicht reicht, weil ich immer wieder auch Kompromisse mache und ich habe dann ein schlechtes Gewissen und versuche, weiter dran zu arbeiten.
(* und ja, diese Möglichkeiten sehe ich durchaus auch durch meine sozialen Bedürfnisse als hinreichend eingeschränkt, nur bedingt Grundsatzstreit mit meinen Eltern heraufzubeschwören, mit denen ich durchaus auch das ein oder andere Konfliktfeld zu beackern habe, das mir wichtig ist - Fragen der Kindererziehung z.B., so dass ich den Bogen nicht überspannen mag. Das mag anderen ein dürftiger Grund sein, das Leiden von Tieren billigend in Kauf zu nehmen - für mich ist es diesbezüglich erstmal ausreichend, dass ich es durch nicht allzu konfrontatives Vorgehen immerhin erreicht habe, bei meinen Eltern - bei denen wir seit einem Jahr oft mitessen - ein so großes Bewusstsein für Bio etc. zu schaffen, dass sie nun einmal wöchentlich extra zu einem Bio-Laden fahren und dort mehr als die Hälfte ihrer Lebensmitteleinkäufe zu bestreiten - inkl. Fleisch, aber eben (noch) nicht 100%. Fortschritt besteht manchmal eben aus vielen kleinen Schritten.)
Mir ging es nicht um ein flammendes Pladoyer pro Veganismus sondern um Ehrlichkeit sich selbst, seiner Kompromissbereitschaft, dem durch einen selbst erzeugten Leiden (sei es bei Tier oder Mensch - auch was für Kleidung/andere Produkte wir so konsumieren und wie die hergestellt wurden, ist ja ein großes Feld) ... gegenüber.
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Könntet ihr schlachten?
Danke.
Ich war übrigens auch mal so - habe mir jede Zutatenliste peinlichst genau durchgelesen, bei EInladungen nichts gegessen usw.
Ich möchte auch wieder vegetarisch leben, aber werde da nicht mehr so rigoros sein.
Ich war übrigens auch mal so - habe mir jede Zutatenliste peinlichst genau durchgelesen, bei EInladungen nichts gegessen usw.
Ich möchte auch wieder vegetarisch leben, aber werde da nicht mehr so rigoros sein.
-
friedasmama
- gut eingelebt
- Beiträge: 45
- Registriert: 02.04.2012, 16:59
Re: Könntet ihr schlachten?
Schwierig, als ich ein Kind war, war ich öfter mal dabei, als einmal im Jahr ein Schwein geschlachtet wurde...als ich begann zu realisieren, was das heisst, habe ich angefangen vegetarisch zu leben, zeitweise sogar vegan. Inzwischen esse ich auch wieder Fleisch, auch wenn ich damit immer noch sehr wählerisch bin. (fast nur bio, kein Schwein, selten Rind und sonst eigentlich nur Geflügelbrust) Ich habe noch nie gern ein Stück Fleisch gegessen, wenn überhaupt, dann verarbeitet zu Wurst oder ähnlichem. Ich bin mir aber sicher, dass ich sollte ich vor der Wahl stehen, ein Tier zu schlachten, oder vegetarisch zu leben, sicher lieber auf Fleisch verzichten würde.Johana hat geschrieben:Krasse Frage, oder?
Wir werden in wenigen Wochen Hühner hier bei uns im Garten haben (wir bauen gerade den Stall). Hauptsächlich der Eier wegen; ich backe gerne, die Kinder essen gerne Frühstücksei usw...
Nun war ich bis vor kurzem entschlossen aus unseren Hühnern auch Suppe zu kochen; immerhin sind es ja glückliche Hühner, so war mein Gedanke.
Tja, da hat mir vor einigen Wochen eine Freundin ein kleines Video geschickt mit Aufnahmen von Tiertransporten und Schlachtungen. Seitdem lebe ich vegetarisch. Komplett. Ich hatte immer wieder mal vegetarische Phasen in meinem Leben, war nie großer Fleischesser. Aber nun geht es gar nicht mehr.
Meine Kinder bekommen ab und zu von meinem Mann Fleisch zubereitet (dann Bio). Aber selbst Bio Fleisch von "glücklichen Tieren" kann ich nicht mehr zubereiten. Denn auch glückliche Tiere wurden geschlachtet.
Ich habe im Kindesalter schonmal einen Film über Schlachtungen und Massentierhaltung gesehen (da begann dann meine erste Lange vegetarische Phase). Irgendwann habe ich die Scheuklappen wieder aufgesetzt und wieder Fleisch gegessen.
Nun geht es nicht mehr...
Wie geht es euch mit dem Thema? Blendet ihr es beim Essen aus, dass ihr gerade auf einem Schwein rumkaut?
Liebe Grüße
-
friedasmama
- gut eingelebt
- Beiträge: 45
- Registriert: 02.04.2012, 16:59
Re: Könntet ihr schlachten?
Achso, ich habe auf wieder aufgehört mich vegan zu ernähren, da ich plötzlich stark auf die Sojaprodukte reagiert habe.

