Der Waldorfthread

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Kathi
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von Kathi »

Muschelsucherin hat geschrieben:
Wie fühlt ihr euch mit der Anthroposophie? Ich bin dem ganzen ja sehr zugetan, verstehe aber vieles einfach (noch) nicht so. Ich muss mehr lesen, nur wann.....
Wir lernen auch, Tag für Tag! Wir sind erst mit den Kindern zu Waldorf gekommen und jeden Tag erfahren wir etwas neues. Ich finde das schön und spanned.

Schön - das ist ja auch so ein Waldorfbegriff (zumindest hier) alles soll schön sein. Das gefällt mir und steckt an. Gestern als ich meinen Sohn abholte, hörte ich in der Hausaufgabenstunde die Kinder Flöte spielen, das Michaelslied singen, dann wieder das Lied flöten. Das war so schön! :D

Ich habe nicht den Anspruch alles zu wissen oder zu kennen und habe das z.B. auch unserem Klassenlehrer beim Hausbesuch erzählt. Er fand das gut, ich denke also nicht, dass man über alles Bescheid wissen muss oder so tun als ob. Davon gibts genug, hab ich so das Gefühl. Lesen ist natürlich sehr interessant, aber, asu, Du wirst in der Praxis ganz viel erfahren.
Liebe Grüsse,
Kathi mit C. J. 03.03 + N. M. 09.08 + L. F. (07/11) + M. F. (6/15)


“Die Jugend von heute liebt den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor Älteren und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Sie widerspricht ihren Eltern, verschlingt das Essen, legt die Beine übereinander und tyrannisiert ihre Lehrer.“ Socrates (Griechischer Philosoph, 470 – 399 v. Chr.)
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Muschelsucherin
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von Muschelsucherin »

Ich glaube, "Die Welt ist schön", ist das Motto für das zweite Jahrsiebt. Also ab der Schule dann.

Für den Kindergarten gilt "Die Welt ist gut".

Ab 14 Jahre beginnt ja dann das 3. Jahrsiebt unter dem Motto "Die Welt ist wahr".

So hab ich das gespeichert. :wink:
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

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metri
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von metri »

das mit dem guten Eindruck fällt uns schwer :oops:
weil wir eigentlich so sehr wenig waldorfig sind (bis auf unsere Ansichten bzgl Fernsehkonsum und Ernährung),
wir haben uns für den Waldorfkindergarten entschieden, gerade weil er Amelie das bieten kann was wir nicht so gut können (bei uns wird eher nicht jahreszeitlich dekoriert, wir machen am liebsten 3 Sachen gleichzeitig und sind gerne viel und oft und lange unterwegs),
wir stoßen mit vielen Dingen auf großes Unverständnis seitens der Erzieher (z.B. daß wir in der Elternzeit 6 Monate gereist sind),
auch sind wir nicht der Meinung, daß ein Kind, egal wie das Wetter ist, immer eine Kopfbedeckung aufhaben muß, aber schaden tut's nicht,
was sie nicht mögen, ist wenn der intellekt zu früh gefördert wird, und das finden wir wiederum schwierig,
was auch etwas nervt ist, daß sie eigentlich der Meinung sind, man sollte Kinder nicht in eine Betreuung geben, sie haben irgendwie auch eine Krippe jetzt aufgemacht, aber eigentlich halten sie davon nichts, und von Ganztagesbetreuung schon gar nicht, das Idealbild ist, daß die Kinder mittags abgeholt werden und dann zuhause wunderbar spielen während die Mutter fröhlich der Hausarbeit nachgeht, aber das es Mütter gibt, die nach einer Woche dann die Krise kriegen würden, ist außerhalb ihrer Vorstellungskraft, und man kommt sich auch ganz schlecht vor, wenn man doch tatsächlich die Ferienbetreuung in Anspruch nimmt
uns wurde heute mitgeteilt, unser Kind würde mehr Zeit zum Ausatmen benötigen, womit sie recht haben, daher sind wir froh mit unserer Entscheidung, eben weil sie Aspekte und eine Blick auf's Kind reinbringen, die wir nicht sehen würden,
bei dem Film 'Die ersten 3 Jahre in der Walldorfschule' war ich mir auch sehr unsicher, ob mir als Kind es dort gefallen hätte, aber bis zur Schulentscheidung ist ja noch etwas hin
LG von Elina mit Tochter Amelie (04/08)
turbomary

Re: Der Waldorfthread

Beitrag von turbomary »

Oh schön :D Ich bin auch mit dabei :D

1 Kind habe ich im Waldorfkindergarten und die Grosse besucht die 3. Klasse der Waldorfschule.

Wir fühlen uns dort mega wohl - ich würde es nie wieder anders haben wollen. Auch zuhause leben wir viel Waldorf - aber nicht ausschliesslich. Neben Spielständern, gestrickten Tieren und Ostheimer Figuren gibt es auch einen Korb voll Playmobil.

Im November ist bei uns richtig viel los! Der grosse Herbstmarkt steht an.

Sowohl für den Kiga als auch für die Schule backt jedes Elternhaus einen Kuchen.
Die 3. Klasse macht das Moosgärtchen und die Kiga Gruppe wieder die Zwergenhöhle.
Ich filze für den Elterntisch (Kiga) dort wird auch der Bastelkreis wieder seine tollen Werke anbieten.

Ausserdem ist im November Laternenfest (Kiga), dafür "müssen" die Eltern 2x kurz vor der Abholzeit zum Lieder üben kommen. Zum Laternenfest leuchten sicher wieder die selbstgebastelten Waldorflaternen und 2-3 Eltern backen Martinsgänse, die nach dem Fest verteilt werden.

Dann steht wieder Elternabend an und der Gartentag (beides Kiga)
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Mamika
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von Mamika »

Ich komme auch zu euch! :wink:
Meine Große ist im Waldorfkindergarten und wird nächstes Jahr auf eine Waldorfschule kommen. :)
Mamika mit großer Tochter (* September 2006) und kleiner Tochter (* April 2010)
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Naturalbaby
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von Naturalbaby »

hach schön das so viele schon hier sind!! :D

@turbomary:beim playmobil musste ich schmunzeln..hier ist es ne große kiste duplo und schleich :lol:
Kathi hat geschrieben:Lesen ist natürlich sehr interessant, aber, asu, Du wirst in der Praxis ganz viel erfahren.
das kann ich nur bestätigen.ich bin nun schon seit 8 jahren..wie soll ich sagen..mit der waldorfpädagogik verbunden.und das meiste hab ich wirklich in der praxis erfahren.und natürlich durch ein vorbild. :mrgreen:
meine cousinen gingen beide in einen waldorfkindergarten.meine tante wohnte über uns und so bekam ich schon einmal viel mit.(außerdem arbeitete sie einige jahre für den verein und sie ist anthroposoph) als dann der entschluss fest stand das ich kindergärtnerin werden möchte,schenkte sie mir das buch "entscheidende kinderjahre" von christiane kutik und die leitlinien der waldorfpädagogik.(zwei kleine hefte vom kindergarten) ich habe alles verschlungen.ich war einfach hin und weg von dieser pädagogik.so entschloss ich sogar waldorferzierhin zu werden.ich ging oft mit in den kindergarten zur krappelgruppe.dort bastelte ich mit den eltern und hatte den ersten richtigen einblick in die gruppenräume.nach der schule begann ich ein fsj im waldorfkindergarten.das war wirklich eine wundervolle zeit.meine tante und ich hatten eine bewerbung für die rudolf-steiner schule in kassel geschrieben,zur ausbildung als erzieherin.doch dann wurde ich schwanger.so war für mich von anfang an klar das auch einmal unsere große in diesen kindergarten kommt.und september war es soweit.sie ist bei einem wundervollen erzieher (mit dem ich schon zusammen gearbeitet hatte) und ende august haben wir unser erste fest gefeiert.das drachenfest.(st.michael) da wurden drachen steigen gelassen.es gab mutproben und "sing sang gloria".hach ich liebe es!!
erntedank mussten wir wegen fieber ausfallen lassen.aber nächste woche gehts wieder hin und ja dann wird schon wieder das martinsfest vorbereitet. :)
Liebe Grüße von Jessica mit Sommerkind (08/08) und Frühlingskind (03/11)

ClauWi-Azubine: GK 08/09 + AK 02/10
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mucha
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von mucha »

bin auf dem weg ins bett, deshalb nur kurz: seit montag hab ich auch ein waldorfkiga-kind. jakob wird dort gerade eingewöhnt, es klappt wunderbar und ich mag den kiga total gerne.
im moment basteln sie laternen.
viele grüße von v. mit j. (10/08) und a. (5/10) und e. (4/13)

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asujakin
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von asujakin »

Oh Mensch der Thread lebt ja richtig wie schön! Ich würde am liebsten auf jede Antwort einzeln eingehen aber ich verliere ja doch den Überblick.

Also waldörflich leben wir größtenteils auch Zuhause. Kein Fernseher (dafür darf er ab und an was auf youtube schauen, selbstbestimmt was wiederum zu unerzogen passt), wir hören kaum Radio, eigentlich gar nicht (ausser ich Abends mal), er hat keine Kinder-CDs oder so und das Spielzeug ist zu 99% Holz und Waldorf. Er hat ein Playmo 123 Feuerwehrauto und das war's. Draussen im Garten halt eine Plastikrutsche und ein Plastikwasserbecken aber ist ja klar dass die nicht aus Holz sind :mrgreen:

Jahreszeitentisch haben wir natürlich auch (siehe entsprechenden Thread) wobei der sich hier bei uns einfach auch mit meinem "Altar" mischt, passt aber halt einfach gut zusammen.

Wenn ihr so erzählt dann ist das alles so liebevoll und ich spüre wirklich wie ich nicht allein bin mit diesem...."wohligen" Gefühl. Ich bin in den Staaten in einen jüdischen Kindergarten gegangen, hier in Deutschland in einen katholischen Hort, eine Regelschule, Regelgymnasium (hab dem Druck nicht standgehalten) und dann Regelrealschule...hab mein 1-jähriges Praktikum in einer riiiießen katholischen Einrichtung gemacht. War ja alles schön und gut aber noch NIE hatte ich soooo ein heimeliges Gefühl...fühlte mich so geborgen (anders kann ich's nicht sagen). Es ist wirklich so, dass ich mich jeden Tag wieder neu freue, dass der Zwerg dort sein darf und hoffe sooo sehr, dass er auch die Schule besuchen darf.

Gestern war hier Elternabend . Wir haben etwas ganz tolles (kompliziertes) gebastelt, wir haben die (wunderschönen!) Laternen gesehen, die die Kinder haben werden, wir haben viel über den Alltag erfahren, viel gelacht und gescherzt und es war einfach klasse.

Nun würde ich gern den Erzieherinnen etwas zu Weihnachten schenken, nur was? Die 2 Haupterzieherinnen, die N. betreuen sollen was persönliches bekommen. Die anderen (die N. (NOCH) nicht betreuen, weil sie nachmittags da sind) bekommen dann gemeinsam was. Bin aber sooo planlos. Habt ihr Ideen? Möchte das am liebsten selbst machen. Dachte (wenn ich ein geeignetes Holz finde) an geschnitzte Baumfiguren zum hinhängen, Plätzchen, oder oder oder *grübel*

Ach zur Frage wg. der Anthro allgemein... ich fühl mich sehr wohl damit, einfach weil es auch seeehr esotherisch angehaucht ist und das genau zu dem Weg passt den wir (bzw ich) auch privat gehen. Es ist dadurch dann auch so, als würde der Kindergarten Hand in Hand mit dem gehen, was wir so tun. Gleiche Themen, ähnliche Feste, einfach genial. Auch die Grundgedanken dahinter (ein- und ausatmen, wochentage unter dem einfluss des mondes, energien, ganzheitliche wahrnehmung und und und).

Der Zwerg bekommt übrigens beim Papa eine GANZ andere Welt mit. Stockkatholisch, seine Eltern vom Dorf, viel TV und Filme, Lego, Cars, Nemo, Bob der Baumeister, Junk Food, Süßkram, ganz andere Kleidung und und und...Anfangs wollte ich Sachen "absprechen"...mittlerweile sage ich mir, sie sollen doch einfach machen was sie wollen...auch schenken was und wieviel sie wollen (bisher wurde das abgesprochen) - solange das Fundament hier Zuhause stimmt ist alles in Ordnung :wink:

Und ja, ich lerne in der Praxis wirklich sehr viel. Für eine "neue" Waldorfmama weiß ich glaub ich dennoch schon recht viel. Meine beste Freundin in der Jugend besuchte die Waldorfschule, machte dort auch Abitur, unsere Nachbarin war auch dort, ich hab ihre Schulbücher gesehen usw. Ich war IMMER neidisch irgendwie, auch selbst in der Jugend wenn Waldorf als "uncool" galt...ich glaube ich wäre lieber dort zur Schule gegangen (nur so ein Gefühl) und hab mich ab da auch schon etwas damit beschäftigt. Also auch in der Schwangerschaft schon Kindergärten besichtigt, zu den Schul-Martini-Märkten gegangen usw. Den Film finde ich auch ganz ganz klasse übrigens und bin gespannt wie es weiter gehen wird.

Übrigens..weil angesprochen wurde von wegen Kleinkindbetreuung und Ganztagesbetreuung. Ich denke es kommt auch drauf an, wie "modern" eine Einrichtung ist, bzw wie "realitätsnah" :lol: Wir sind eine Ganztageseinrichtung und es gibt 2 Plätze für Kinder ab 2. Sie wissen, dass es heutzutage einfach nicht anders geht...allerdings nehmen sie auch nur Kinder auf, deren Eltern ZEIT für eine suuuper sanfte Eingewöhnung haben. Unter Druck passiert da nix.

Mal eine Frage, die gestern im Gespräch mit meiner Oma aufkam...wie seht ihr dieses "elitäre" Thema? Also..dass der Ausländeranteil sehr gering ist, dass es selten Kinder aus sozialen Brennpunkten gibt usw. Seht ihr das als Vorteil, weil man die Kinder so zumindest in den ersten Jahren etwas "schützen" kann oder seht ihr es als Nachteil, weil es einfach nicht die Gesellschaft und die Realität wiederspiegelt?
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hennnamae
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von hennnamae »

asujakin hat geschrieben:Mal eine Frage, die gestern im Gespräch mit meiner Oma aufkam...wie seht ihr dieses "elitäre" Thema? Also..dass der Ausländeranteil sehr gering ist, dass es selten Kinder aus sozialen Brennpunkten gibt usw. Seht ihr das als Vorteil, weil man die Kinder so zumindest in den ersten Jahren etwas "schützen" kann oder seht ihr es als Nachteil, weil es einfach nicht die Gesellschaft und die Realität wiederspiegelt?
Ich betrachte das als den gesellschaftlichen Umständen geschuldet. Meist ist es doch einfach so, dass sich die Interessengemeinschaften, die dann einen Verein gründen um einen Waldorfkindergarten enstehen zu lassen, sich in wirtschaftlich eher besser gestellten Bezirken und Stadtteilen finden (wohingegen eine Waldorfschule hier in der Nähe das Gegenteil beweißt: Sie ist in einem der "schlechtesten" Viertel der Stadt). Auch ist bei den meisten Kindergärten noch ein Zusatzbeitrag fällig. Den können sich auch eher gutverdienende leisten.
Tja, Ausländeranteil. Problem ist halt: Ohne Theologie keine Anthroposophie. Wer nicht an Gott glaubt ist meiner Meinung nach mit einem Waldorf-KiGa schlicht falsch beraten. Da sehr viele Mitbürger mit Immigrationshintergrund nun mal ihre Wurzeln in der arabischen Welt haben, wäre es sicher ein Verrat an ihrem Glauben, ihr Kind in den Waldorf-KiGa zu geben ;)

Desweiteren gibt es ja abseits von Deutschland viele viele Waldorf-Einrichtungen in Entwicklungs- und Schwellenländern mit Förer-Absichten. Von daher empfinde ich das elitäre Thema eigentlich nicht so sonderlich als Waldorf-Problem, sondern als deutsches Problem. Ich fände es toll, wenn es mehr Einrichtungen gäbe, die mehr Kindern, gerade sozial schwächeren, offen stünden.

Denn das ist auch der Punkt, wo waldorf sich ausdrücklich für eine Fremdbetreuung (auch kleinerer Kinder) ausspricht: Wenn die Eltern emotional oder logistisch (Arbeit, Selbstorganisation, Geschwister, was auch immer) nicht in der Lage sind, ihren Kindern Rhythmus und Begrenzung zu bieten. Ich glaube, vielen Kindern aus "Brennpunkten" könnten die seelenpflegerischen Aspekte der Waldorf-Idee sehr viel nutzen.
Mädel 12/2006
Bub 05/2010
asujakin
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von asujakin »

Na klar ist das kein Waldorf-gemachtes Problem. Ist ja logisch. Nur...war halt einfach die Frage in wie weit ihr das gut oder schlecht für EURE Kinder findet, dass sie da so "geschützt" aufwachsen. Wir leben übrigens von H4 und werden finanziell unterstützt, damit er in den Kindergarten kann. Unsere Beiträge sind gestaffelt und denen der Stadt angepasst. Es gibt also durchaus auch Fördermittel. Bei der Schule ist es ähnlich. Beim googlen fand ich einen Eintrag einer Frau von der freien Waldorfschule Frankfurt die erklärte,dass der Eigenanteil recht gering und finanzierbar wäre und dass (was ja eben der waldorfgedanke auch ist) die Gemeinschaft den Rest mitträgt. Dort wissen die Lehrer auch nicht welche Familie wieviel bezahlt, finde ich klasse.

Und wegen Gott...also ich bin kein "Christ", wir gehen nicht in die Kirche und glauben auch nicht an einen Gott so wie er von den meisten Christen gesehen wird. Die Kirche lehne ich als Institution sowieso total ab. Ich kann mit "Gott" gut leben, als Wort für eine "höhere" Kraft die uns begleitet, nicht aber als Schöpfer, Herrscher, Richter usw. Ich glaube an "das Göttliche" und an viele andere Energien die in uns sind (elemente wie feuer, wasser,erde,luft sind ja gewisse eigenschaften zugeordnet), Ich würde mich als "naturspirituell" , "esotherisch" einstufen und muss aber sagen GENAU deshalb ist Waldorf für uns so perfekt. Kleines Beispiel... Wir feiern ja die heidnischen Jahreskreisfeste. Diese sind den Waldorffesten seeeehr sehr ähnlich, nicht nur vom Zeitpunkt her, sondern einfach auch von den Themen, die da behandelt werden. zB steht nun bald (1.Nov) "Neujahr" an...wie Raunächte stehen bevor...die dunkle Zeit in denen der "Sonnengott" sich verabschiedet und neu geboren wird...das geht Hand in Hand mit dem was in der Natur passiert. Längere Dunkelheit, weniger Grün, die Natur stirbt und wir tragen das Licht in uns, kehren in uns und unsere Mitte...sind mehr Zuhause aber natürlich auch mehr mit uns und unseren Themen beschäftigt solange die Erde ruht. Im Frühjahr erwacht alles, ebenso wir und unsere Kräfte. Wenn wir nun beim Beispiel Michaeli bleiben...da wurde GENAU das mit den Kindern durchgenommen...das Licht in uns bewahren, die (ritterliche) Kraft...mit in die dunkle Zeit nehmen, der verborgene Stern im Apfel und und und. Ich bin immer wieder erstaunt WIE perfekt das zusammenpasst mit dem was wir machen. Ja, es ist christlich, aber ganz ehrlich? ICH persönlich kenne ja beide Seiten (also bin frei-christlich aufgewachsen) muss sagen, es passt noch wesentlich besser zu Wicca als zum klassischen Christentum. Und Steiner war mehr esotherisch als ich ihn jetzt als super christlich einstufen würde. Er sieht "mehr" was dahinter steckt usw. Und ob nun mein Sohn beim Tischgebet sich bei "Gott" bedankt oder der Göttin oder dem Göttlichen ist mir schnurz. Auch mit den christlichen Festen wie Weihnachten und Ostern habe ich kein Problem, weil sie im Grunde von Yule und Ostara abstammen und die Kirche halt übernommen hat, was die Menschen schon kannten. Also bleibt im Grunde alles wirklich sehr ähnlich, sehr "verwachsen" miteinander und das finde ich GENIAL. Unsere Erzieherinnen wissen übrigens von unserer "Naturreligion" (Wie ich's mal nett gesagt habe *hihi*) und haben NULL Problem damit, im Gegenteil, sie finden es sehr interessant und sagen auch selbst dass man Noah diese Grundstimmung anmerkt. Oft haben wir nämlich am Wochenende dann ein Jahreskreisfest+Ritual und in der Woche drauf wird Gleiches oder Ähnliches im Kindergarten thematisiert. Also kann ich diesem "nur für Christen wirklich geeignet" aus eigener Erfahrung total wiedersprechen.

Natürlich muss man aber offen sein und nicht dogmatisch. Wenn jemand ein Problem damit hat, dass das Kind sich bei GOTT für das Essen bedankt..ja, dann ist Waldorf wirklich nichts für diese Familie :mrgreen: Aber wenn man irgendwie die Erkenntnis hat, dass wir sowieso alle verbunden sind und im Grunde sich die Dinge (die Kirche nehme ich hier aber ganz stark raus) und Grundsätze sehr ähnlich sind, dann ist das auch kein Thema.

Achja und ich denke jmd der einen eso-Weg geht wird mit diesem "ein und ausatmen" oder "montag wird mit wasserfarben gemalt weil alles noch so flüssig ist und wir noch unter dem einfluss des mondes stehen" mehr anfangen können als ein Katholik :wink:
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