Oh Mensch der Thread lebt ja richtig wie schön! Ich würde am liebsten auf jede Antwort einzeln eingehen aber ich verliere ja doch den Überblick.
Also waldörflich leben wir größtenteils auch Zuhause. Kein Fernseher (dafür darf er ab und an was auf youtube schauen, selbstbestimmt was wiederum zu unerzogen passt), wir hören kaum Radio, eigentlich gar nicht (ausser ich Abends mal), er hat keine Kinder-CDs oder so und das Spielzeug ist zu 99% Holz und Waldorf. Er hat ein Playmo 123 Feuerwehrauto und das war's. Draussen im Garten halt eine Plastikrutsche und ein Plastikwasserbecken aber ist ja klar dass die nicht aus Holz sind
Jahreszeitentisch haben wir natürlich auch (siehe entsprechenden Thread) wobei der sich hier bei uns einfach auch mit meinem "Altar" mischt, passt aber halt einfach gut zusammen.
Wenn ihr so erzählt dann ist das alles so liebevoll und ich spüre wirklich wie ich nicht allein bin mit diesem...."wohligen" Gefühl. Ich bin in den Staaten in einen jüdischen Kindergarten gegangen, hier in Deutschland in einen katholischen Hort, eine Regelschule, Regelgymnasium (hab dem Druck nicht standgehalten) und dann Regelrealschule...hab mein 1-jähriges Praktikum in einer riiiießen katholischen Einrichtung gemacht. War ja alles schön und gut aber noch NIE hatte ich soooo ein heimeliges Gefühl...fühlte mich so geborgen (anders kann ich's nicht sagen). Es ist wirklich so, dass ich mich jeden Tag wieder neu freue, dass der Zwerg dort sein darf und hoffe sooo sehr, dass er auch die Schule besuchen darf.
Gestern war hier Elternabend . Wir haben etwas ganz tolles (kompliziertes) gebastelt, wir haben die (wunderschönen!) Laternen gesehen, die die Kinder haben werden, wir haben viel über den Alltag erfahren, viel gelacht und gescherzt und es war einfach klasse.
Nun würde ich gern den Erzieherinnen etwas zu Weihnachten schenken, nur was? Die 2 Haupterzieherinnen, die N. betreuen sollen was persönliches bekommen. Die anderen (die N. (NOCH) nicht betreuen, weil sie nachmittags da sind) bekommen dann gemeinsam was. Bin aber sooo planlos. Habt ihr Ideen? Möchte das am liebsten selbst machen. Dachte (wenn ich ein geeignetes Holz finde) an geschnitzte Baumfiguren zum hinhängen, Plätzchen, oder oder oder *grübel*
Ach zur Frage wg. der Anthro allgemein... ich fühl mich sehr wohl damit, einfach weil es auch seeehr esotherisch angehaucht ist und das genau zu dem Weg passt den wir (bzw ich) auch privat gehen. Es ist dadurch dann auch so, als würde der Kindergarten Hand in Hand mit dem gehen, was wir so tun. Gleiche Themen, ähnliche Feste, einfach genial. Auch die Grundgedanken dahinter (ein- und ausatmen, wochentage unter dem einfluss des mondes, energien, ganzheitliche wahrnehmung und und und).
Der Zwerg bekommt übrigens beim Papa eine GANZ andere Welt mit. Stockkatholisch, seine Eltern vom Dorf, viel TV und Filme, Lego, Cars, Nemo, Bob der Baumeister, Junk Food, Süßkram, ganz andere Kleidung und und und...Anfangs wollte ich Sachen "absprechen"...mittlerweile sage ich mir, sie sollen doch einfach machen was sie wollen...auch schenken was und wieviel sie wollen (bisher wurde das abgesprochen) - solange das Fundament hier Zuhause stimmt ist alles in Ordnung
Und ja, ich lerne in der Praxis wirklich sehr viel. Für eine "neue" Waldorfmama weiß ich glaub ich dennoch schon recht viel. Meine beste Freundin in der Jugend besuchte die Waldorfschule, machte dort auch Abitur, unsere Nachbarin war auch dort, ich hab ihre Schulbücher gesehen usw. Ich war IMMER neidisch irgendwie, auch selbst in der Jugend wenn Waldorf als "uncool" galt...ich glaube ich wäre lieber dort zur Schule gegangen (nur so ein Gefühl) und hab mich ab da auch schon etwas damit beschäftigt. Also auch in der Schwangerschaft schon Kindergärten besichtigt, zu den Schul-Martini-Märkten gegangen usw. Den Film finde ich auch ganz ganz klasse übrigens und bin gespannt wie es weiter gehen wird.
Übrigens..weil angesprochen wurde von wegen Kleinkindbetreuung und Ganztagesbetreuung. Ich denke es kommt auch drauf an, wie "modern" eine Einrichtung ist, bzw wie "realitätsnah"

Wir sind eine Ganztageseinrichtung und es gibt 2 Plätze für Kinder ab 2. Sie wissen, dass es heutzutage einfach nicht anders geht...allerdings nehmen sie auch nur Kinder auf, deren Eltern ZEIT für eine suuuper sanfte Eingewöhnung haben. Unter Druck passiert da nix.
Mal eine Frage, die gestern im Gespräch mit meiner Oma aufkam...wie seht ihr dieses "elitäre" Thema? Also..dass der Ausländeranteil sehr gering ist, dass es selten Kinder aus sozialen Brennpunkten gibt usw. Seht ihr das als Vorteil, weil man die Kinder so zumindest in den ersten Jahren etwas "schützen" kann oder seht ihr es als Nachteil, weil es einfach nicht die Gesellschaft und die Realität wiederspiegelt?