U-Unterschungen: Was wird "geprüft" - oder überhaupt?

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EUaVBl
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Re: U-Unterschungen: Was wird "geprüft" - oder überhaupt?

Beitrag von EUaVBl »

Hm, ich finde es schwierig für so nen Arzt, wenn er die Kinder eigentlich nicht "kennt" und sie ihm nicht vertrauen.
Unsere KiÄ gestaltet die Us dem Kind angepasst. Am Anfang werden die Maße genommen, dann fragt sie, ob ich was auffällig finde, danach schaut sie dann genauer. Dann folgt die körperliche Untersuchung und gleichzeitig "prüft" sie das Kind auch auf bestimmte Sachen.. Zum Beispiel jetzt bei der U9 bat sie den Lütten, sich selbst auszuziehen - da kann man ja wirklich wunderbar beobachten, was die Kinder schon so alles können. Dann fragte sie ihn noch ein paar Dinge ab, "oh, Mensch, so ne tolle Hose, woraus ist die denn?" und "sage mal, hast du schon nen Schreibtisch? aha und aus welchem Material?" Was aber nur geht, wenn das Kind auch mitspielt, bzw. der Arzt etwa weiss, wie er am besten an das Kind rankommt.. bei meinem Großen hätte sie sich auf diese Weise abolut unbeliebt gemacht.. der mag keine persönlichen Fragen beantworten, also machte sie lieber gleich ein Frage-Antwort-Spiel daraus..
Zudem denke ich, dass es wohl auch auf die kommunikativen Fähigkeiten der Eltern und auf den augenscheinlichen Entwicklungsstand der Kinder ankommt, wieviel "geprüft" und wieviel nur erfragt wird. Ich glaube, so viele Kinder wie die meisten Ärzte täglich sehen,erkennen die recht schnell, ob da was überprüfenswert ist. Als sie zum Beispiel bei meinem Lütten gemerkt hat, dass er die z- und sch-Laute zischelt, hat sie ihm noch ein paar Fragen gestellt, die eine Sch- und Z-haltige Antwort erforderten.. Hat sich das angehört und befunden, dass es noch nicht perfekt klingt, aber auch noch kein Fall für nen Logopäden ist. :mrgreen:
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wunderpflanze
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Re: U-Unterschungen: Was wird "geprüft" - oder überhaupt?

Beitrag von wunderpflanze »

Jägerin hat geschrieben:Ich würde mir einen Arzt in der Nähe für alles suchen. Da hat man dann auch kein Problem bei den U-Untersuchungen, dass die Kinder den Arzt/die Ärztin nicht "kennen"
Für aktue Erkrankungen haben wir einen Arzt in der Nähe - aber mit dem Kennen klappt das auch nicht.
Zum Einen sind wir da auch höchsten zweimal im Jahr ;-).
Zum Anderen ist es eine (Haus)Arztgemeinschaft - letztlich ist dort auch immer jemand anderes da.


Aber vermutlich ist das die bessere Idee.
Wir suchen uns jemanden festen -vor Ort - wo wir dann immer hingehen.
Da könnten wir ja auch gleich die Titer-Bestimmung machen - damit sollte ja shcon mal kein Arzt ein Problem haben, oder?
Liebe Grüße
A. + C. (Juli '06) + M. (Juni '09)
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kaehde
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Re: U-Unterschungen: Was wird "geprüft" - oder überhaupt?

Beitrag von kaehde »

Ich weiß nicht, wie weit für Dich für "alles" in Frage kommt, ich habe eine sehr gute Haus- und Kinderärztin mit naturheilkundlicher Orientierung. Allerdings reine Privatärztin. Impft selektiv in Absprache, macht extrem ausführliche Us.

Ist aber von euch wahrscheinlich ca. 30 min zu fahren.

Viele Grüße,
Katja
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und Rebecca (02/08 )

Das Wichtigste im Leben sind ja sowieso die gelebten Beziehungen und die Liebe, die man schenkt und bekommt. (duduja)
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wunderpflanze
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Re: U-Unterschungen: Was wird "geprüft" - oder überhaupt?

Beitrag von wunderpflanze »

kaehde hat geschrieben:Ich weiß nicht, wie weit für Dich für "alles" in Frage kommt, ich habe eine sehr gute Haus- und Kinderärztin mit naturheilkundlicher Orientierung. Allerdings reine Privatärztin. Impft selektiv in Absprache, macht extrem ausführliche Us.

Ist aber von euch wahrscheinlich ca. 30 min zu fahren.

Viele Grüße,
Katja
Soweit fahren wir zum besagten Arzt ja auch - eher sogar 45 min ;-)
Darum mag ich für akute Sachen - Fieber oder so - einen Arzt hier haben, den ich ggf. zu Fuß erreichen kann.
Auch wenn ich dann z.B. Tageskinder mitnehmen muss (war z.B. so, als sich M. letztes Jahr den Arm angebrochen hatte).
Zu der Praxisgemeinschaft müssen wir auch mit dem Auto fahren. Der Vorteil dort ist aber - die haben eine WoE-Notdienst. Das spart durchaus auch mal den Weg zum KH.
Liebe Grüße
A. + C. (Juli '06) + M. (Juni '09)
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Re: U-Unterschungen: Was wird "geprüft" - oder überhaupt?

Beitrag von Sibi »

Für mich widerspricht sich "guter Arzt" und "nur Privatpatienten". Aber ich bin da geprägt - ein Arzt ohne Kassenzulassung kommt für mich nicht infrage.

Prinzipiell finde ich "Vorturnen" problematisch. Wenn das Kind müde oder schüchtern ist, zeigt es doch viel weniger, als es kann. Da ist es doch viel sinnvoller, zu fragen, was es zu Hause macht.

Wenn dagegen ein Arzt nicht in der Lage ist, Gewicht und Größe zu ermitteln... bestätigt das meine Vorurteile gegen Ärzte ohne Kassenzulassung.

Wie auch immer: Ich denke nicht, dass Du die Us wiederholen solltest - oder hast Du Zweifel am altersentsprechenden Entwicklungsstand Deiner Kinder? Aber ich würde mir für die Zukunft einen anderen Arzt suchen.
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kaehde
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Re: U-Unterschungen: Was wird "geprüft" - oder überhaupt?

Beitrag von kaehde »

Sibi hat geschrieben:Für mich widerspricht sich "guter Arzt" und "nur Privatpatienten". Aber ich bin da geprägt - ein Arzt ohne Kassenzulassung kommt für mich nicht infrage.
Hallo sibi,
Mal abgesehen davon, dass ich das System bloed finde, ist meine Erfahrung da eine ganz andere. Ich habe noch nie eine so gute, ausfuehrliche, ihre Patienten im Kopf habende (!), aber auch nicht zu viel machende aerztin erlebt wie diese. Und sie kann das leider nicht im kassensystem leisten...
DAS finde ich nicht richtig...

Viele Gruesse,
Katja
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Re: U-Unterschungen: Was wird "geprüft" - oder überhaupt?

Beitrag von Sibi »

Kaehde,
es mag Ausnahmen geben. Ich weiß, dass Ärzte, die sich auf klinische Diagnostik konzentrieren und denen es wichtig ist, mit ihren Patienten zu reden, sich Zeit zu nehmen und Dinge zu erklären, beim Abrechnungssystem wesentlich schlechter wegkommen als jene, die einen durch die Paraklinik und Apparate jagen. Ich weiß auch, dass ein gewisser Prozentsatz Privatpatienten für das Einkommen der Ärzte notwendig ist.

Aber für mich ist es ein grundsätzliches ethisches Problem, als Arzt nur für Privatpatienten zugänglich zu sein. Und auch wenn alle von den armen Ärzten reden und gerade Gesprächsnummern zusammengekürzt und schlecht bezahlt werden - sie verhungern nicht, unsere Ärzte. Ganz sicher nicht. :wink: Und ich kenne eben auch so einiges an Negativem, was in Ärztekreisen über die reinen "Privatärzte" kursiert.

Aber wie gesagt - Ausnahmen mag es immer geben. Schön, wenn Deine Ärztin dazu gehört. Aber ich hatte v. a. auf Wunderpflanze reagiert - und das ist ja eben eines dieser Negativbeispiele.
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