Ständiges Loben der Großeltern - Hilfe!

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EUaVBl
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Re: Ständiges Loben der Großeltern - Hilfe!

Beitrag von EUaVBl »

Wenn es dir sehr wichtig erscheint, mit ihnen darüber zu sprechen, denn auch das ist ja denkbar - vielleicht ist es einfach auch wirklich unerträgliches Übermaß an Lob, was hier kaum nachvollzogen werden kann, weil ja das Gehabe von Großeltern grundsätzlich auch sehr viel positives birgt - dann finde ich schon, dass du das machen solltest.
Wenn du Angst hast, sie zu verletzen oder das unvorbelastete Verhältnis zu deinem Lütten anzuknacken, dann wäre es vielleicht möglich, dass du mit einer beiläufigen Geschichte zum Nachdenken anregen kannst. :) Meine Mutter ist z.b. sehr sensibel und verträgt Kritik nicht gut, sie nimmt alles sehr persönlich. Deshalb habe ich mir eine etwas umständliche Kommunikationsform zurechtgelegt. Ich könnte ihr nicht sagen "du, es stört mich, dass du das machst, ich hätte lieber, dass es so oder so läuft." , weil sie dann in die Verteidigung gehen würde und sich schlecht fühlt und wir nciht weiterkommen ausser dass sie im Umgang mit den Kindern unsicher wird.
Deshalb mache ich es so, dass ich im Gespräch eine Geschichte einstreue, die zu dem Thema passt, also quasi ein Praxisbeispiel, und dann anhand dessen erläutere, was ich "mal dazu gehört/gelesen habe" und dann im Gespräch entwickle, wie ich dazu stünde, wenn das - natürlich ganz theoretisch - jemand so übertreiben würde, wie der jemand in meinem Fallbeispiel. Und es ergibt sich dadurch meist eine theoretische Diskussion, an der wir beide ganz sachlich teilnehmen können, weil es ja nicht um uns sondern um völlig fremde Leute geht. Und auch meine Mutter kann dann ihren Standpunkt dazu entwickeln oder darstellen, ohne dass sie sich angegriffen oder in die Ecke gedrängt fühlen müsste.
Zudem hat das den Vorteil, dass man das eigene Verhalten über Fremdbeispiele besser reflektieren kann.
Gut geeignet sind Spielplatzszenen, die man angeblich beobachtet hat.
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Shiwa
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Re: Ständiges Loben der Großeltern - Hilfe!

Beitrag von Shiwa »

Ich kann dich sehr gut verstehen. Wir haben auch so Großeltern, die wir zum Glück nur alle 2 Wochen kurz sehen...Sie finden auch alles prima was sie macht und brechen ständig in Begeisterungsstürme aus. Wir versuchen schon, dass einzudämmen. ich habe ein interessantes Buch dazu gelesen "Aufwachsen in Vertrauen" und bei Juul steht auch eine Menge zum Thema Lob. Lob bewirkt demnach eigentlich oft das Gegenteil, wenn man also toll findet, dass das Kind irgendetwas macht und das auch kundtut, kommt beim Kind an, dass eigentlich keiner damit gerechnet hat, dass es das schon kann, man ihm das also eigentlich nicht zutraut.

Ausserdem geht es dann nach einiger Zeit nicht mehr um die Sache, sondern nur noch um die Reaktionen der Aussenwelt darauf. Ich habe dass bei meiner Maus einmal gut beobachtet. Sie hat mit Bauklötzchen Türme gebaut (da war sie noch etwas kleiner), wie sonst auch immer. Aber Oma hat bei jedem Klotz applaudiert und "Super" gerufen. Nach 3 Klötzen hat sie bereits nach jedem Klotz eine Pause gemacht und darauf gewartet, dass Oma eine Reaktion zeigt und erst weitergemacht wenn sie gelobt wurde.

Vielleicht kannst du das Thema ja mal vorsichtig anschneiden und deine Sicht der Dinge schildern, oder hast du schonmal mit ihnen darüber gesprochen?
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Kate
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Re: Ständiges Loben der Großeltern - Hilfe!

Beitrag von Kate »

Juhle, das ist gut, das werde ich mal im Hinterkopf behalten :wink:
„Wenn wir einfach schon ganz früh erfahren dürfen, dass wir sind und dass wir, weil wir sind, gut sind, ich glaube, das kann eine Gesellschaft wirklich grundlegend verändern.“ (Alexandra)
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Kate
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Re: Ständiges Loben der Großeltern - Hilfe!

Beitrag von Kate »

Um noch was zum Thema zu sagen: :lol:

Ich lobe meinen Sohn auch nicht, sondern beschreibe hin und wieder, was er tut oder freue mich mit ihm, wenn er sich über etwas Gelungenes freut (das mit dem Gegenteil, was Loberei bewirkt, weil's Nichtzutrauen ausdrücken kann, habe ich auch gelesen, ich meine Gonzales oder Liedhoff).

Beim Loben der Großeltern würde ich erstmal davon ausgehen, dass es sich mit der Zeit legt. Muss doch anstrengend für sie sein?! Und vielleicht sind sie ja auch irgendwann nicht mehr so fasziniert.

Abgesehen davon denke ich mir immer, dass es ja reicht, wenn eine Person im Leben des Kindes AP oder wie auch immer man das bezeichnen mag, lebt, und mein Kind dadurch eben unterschiedliche Menschen und Verhalten kennenlernt.
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