Klar spinnt er, wenn er das ernst gemeint hat. Das ist fahrlässig! Als ob es nicht ohnehin ein Problem gäbe mit zu vielen zu dicken Kindern. Toast mit Butter und Nutella... also Weizen, Weißmehl, ungesunde Fette und massig Zucker auf einem Haufen für ein so kleines Kind, damit es möglichst früh an eine möglichst ungesunde Ernährung gewöhnt wird? Holla.
Leider scheint es nicht gerade unüblich zu sein bei Ärzten. Unserer ist auch... naja... nicht der kompetenteste und kann ganz sicher mit Langzeitstillen nicht viel anfangen. Allgemein sind wir mit unserer Einstellung in vielerlei Hinsicht bei ihm an der falschen Adresse, U-Termine sind meist ein ziemlicher Spießrutenlauf bzw. ein Umschiffen gewisser Themen.
Unser Arzt meinte, dass wir unserem Sohn (damals 6 Monate alt) gar nichts extra kochen bräuchten, der könnte bei uns mitessen. Angenommen, wir wären nicht gebildet und Fleischesser: Es gibt bestimmt Leute, die ihren Kindern dann Salamibrot oder sowas zu essen geben, wie kann man so eine Empfehlung aussprechen?! Und wieso ich denn noch so viel stillen würde, man könnte Kindern durchaus quasi einen festen Essensrhythmus "aufzwingen", mit vielen festen Mahlzeiten und Fläschchen (ist ja auch viel besser als Muttermilch, haha). Und wieso wir das Kind nicht endlich aus dem Elternschlafzimmer ausquartieren, dann würde er auch endlich durchschlafen, das wäre in seinem Alter nämlich durchaus normal und es würde ihm auch guttun, nicht mehr so eng mit den Eltern zusammen zu sein. Ähh... ja. Danach haben wir beschlossen, solche Themen nie wieder in seiner Gegenwart anzusprechen.
Von befreundeten Ärzten weiß ich, dass das Medizinstudium wirklich nur rudimentär in Sachen Ernährung ausbildet. Da wissen oftmals Ottonormalverbraucher, die sich mit dem Thema etwas eingehender beschäftigen, mehr als Ärzte! Darum sollte man NIE auf die Kompetenz eines Arztes in Ernährungsfragen vertrauen, wenn sie sich auch noch so allwissend ausgeben. Wenn es danach ginge, müsste ich laut unseres Hausarztes total mangelernährt, abgemagert und anämisch sein. Der wundert sich immer wieder, wieso es mir so gut geht, obwohl ich mich rein pflanzlich ernähre.
