Ich finde es irgendwie naiv und auch unverschaemt, so zu tun, als sei jemand nicht Schwarz, nur damit ich mich wohler fuehle und ggfs. in kein Fettnaepfchen trete.
Es bestehen nun mal Unterschiede zwischen weissen und Schwarzen Menschen und das schreibe und meine ich jetzt ohne jegliche Wertung. Diese Unterschiede sind zunaechst einmal auesserlicher Natur, in etwa vergleichbar mit den Unterschieden zwischen mir (bruenett) und meiner blonden Freundin (auch wenn der Vergleich etwas hinkt, aber zur Veranschaulichung reicht er hoffentlich aus). Gravierender wird der Unterschied, wenn man bedenkt, wie Schwarze Menschen (als Minderheit) in Deutschland behandelt werden. Dazu stehen in Sows Buch ja genug Beispiele und auch hier im Forum gibt es den ein oder anderen thread, in dem man nachlesen kann, wie selbst Afrodeutsche Kinder (!) behandelt und wahrgenommen werden.
Jedenfalls finde ich es fast gefaehrlich, mein Gegenueber nicht als Schwarz wahrzunehmen, weil wir ja alle gleich sind. Selbstverstaendlich sind wir das. Aber durch die zumeist negativen Erfahrungen meines Gegenuebers auch wieder nicht. Im alltaeglichen Umgang sollte der aeusserliche Unterschied keine Rolle spielen und das tut er ja zumeist auch nicht. Aber manchmal tut er es halt doch. Und dann sollte man eben nicht so tun, als bestuende kein Unterschied.
Ein kleines Beispiel: Mein Mann und ich sind mal von D zurueck nach UK geflogen. Unser Flug ging an einem Wochentag am fruehen Morgen, so gegen 7 oder 8 Uhr glaub' ich. Weil mein Mann direkt vom Flughafen in London ins Buero fahren wollte, hatte er dementsprechend einen Anzug mit Krawatte an. Wie die meisten anderen maennlichen Fluggaeste auch. Bei der Passkontrolle war er allerdings der einzige, dessen (Britischer) Pass laenger begutachtet wurde und der nicht einfach durch die Kontrolle gewunken wurde. Ich musste quasi fuer ihn buergen, was ich mehr als laecherlich und auf jeden Fall rassistisch fand. Und in so einer Situation sollen wir dann so tun, als spietlen unsere Hautfarben keine Rolle und als gaebe es keinen Unterschied?! Sorry, das finde ich wirklich naiv, unverschaemt und gefaehrlich. Gefaehrlich, weil es mE Rassismus im Besten Fall runterspielt und im schlimmsten Fall verleugnet.
Ich weiss wirklich nicht, ob mein Geschriebenes so rueber kommt, wie ich es gerne moechte. Ich versuche aber gerne, weiter auszufuehren oder zu erklaeren, wenn Bedarf besteht.
So, und jetzt habe ich den Faden verloren, weil mein kleiner Mann meine Aufmerksamkeit fordert.

