Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Vreni
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von Vreni »

Meine Kinder waren und sind beide Spätesser.

Mein Sohn hat quasi-vollgestillt bis kurz vor seinem 1. Geburtstag (und ich wieder schwanger war). Meine Tochter arbeitet sich jetzt mit 13 Monaten von Beikost in homöopathischen Dosen zu Spatzenportionen hoch. :lol:

Beide haben sich so gut wie nicht "füttern" lassen. Sie mußten/müssen das Essen selbst in der Hand/ auf der Gabel/ auf dem Löffel haben.
Schöne Grüße
von der Vreni (11/1983) mit Löwensohn (12/2007), Löwentochter (08/2009) und Erdbeerbaby (31.05.2014)

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Mika01
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von Mika01 »

Dann reihe ich mich auch mal dazu.
Mein kleiner wird nächste Woche 1 Jahr und die mengen die er zu sich nimmt sind bisher kaum nennenswert. bis vor 3 Wochen wurde alles abgelehnt und ausgebrochen . wir sind jetzt schon mal soweit das er, wenn man ihm etwas essbares in die Hände gibt , dies nicht riereckt wieder wegwirft und ablhent.
Er nimmt jetzt schon mal alles essbare in den mund und lutscht dran. auch abgebisennes was im Mund landet wird zwar rausgeholht aber es wird halt nichtmehr gebrochen. Was hier ein rieeeesen Fortschritt ist. Aber wir haben es auch nicht eilig. Ich lasse ihn das Thempo bestimmen.
Liebe Grüße von Michaela
sunnestrahl
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von sunnestrahl »

noch mehr andere Erfahrungen??
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lunchen78
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von lunchen78 »

Meine Tochter hat auch bis 7 oder 8 Monate NIX außer MuMi genommen und dann bis etwa ein Jahr nur Mini Mengen gegessen, mal ein paar Trauben ausgeltscht, 2 oder 3 Nudeln gegessen, bißchen Banane, Reiswaffel etc.

Aber mal zur Definition "VOLL STILLEN": Ein voll gestilltes Kind kriegt NIX außer MuMi, kein Wasser, kein Tee, keine Banane anlutschen, keine Reiswaffel, NIX. Alles andere ist Stillen mit Gabe von Beikost. Und Beikost ist ja kein Stillmahlzeiten ersetzen, wie es oft heißt. Irgendwann wird das mit der Beikost automatisch mehr, wenn man die Beikost anbietet.
O. 18.Mai 2006
M. 26.Februar 2008

Was tu ich hier eigentlich noch?🫣
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clermontine
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von clermontine »

Mein Sohn wurde 9 Monate vollgestillt. Ab dem 7. Monat haben wir ihm zu unseren Mahlzeiten immer etwas angeboten, teils Brei, teils in Form von Fingerfood. Dies wurde aber konsequent verweigert. Im 10. Monat hat er fuer zwei Wochen ein wenig probiert und dann war es erstmal wieder vorbei. Jetzt ist er fast 13 Monate alt und seit ca. zwei Wochen ist das Essen wieder interessanter. Mal sehen.
Ich habe mir eigentlich nie gross Gedanken darueber gemacht, da ich nie den Anschein hatte, es wuerde ihm etwas fehlen. Er ist den ganzen Tag aktiv und immer in Bewegung und gut gelaunt.
Nur um den 11. Monat war ich kurz etwas unsicher, weil sein Gewicht eine zeitlang stagnierte bzw um diesen Zeitpunkt hatte er auch etwas abgenommen und die Kinderaerztin meinter er muesse unbedingt mehr essen, die Muttermilch wuerde nicht mehr reichen.
Aber ich habe ihm weiterhin vertraut, dass er am besten weiss, was er braucht und die Zeit gab mir Recht, denn jetzt sind auch wieder ein paar Gramm mehr auf der Waage. Er ist jetzt ca. 72cm gross und wiegt fast 8kg.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
lianda
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von lianda »

Mach Dir keine Sorgen ... Irgendwann beginnen sie alle zu Essen. Bei meinem Kleinen war´s auch erst mit 18 Monaten soweit... bis dahin habe ich ihn auch vollgestillt und solange sie sich gut entwickeln ist doch alles ok. Lass Dich nicht verunsichern von Sprüchen anderer. Jeder hat sein eigenes Tempo...

LG lianda
mit 2 Jungs 09/2006 und 12/2008
Lila
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von Lila »

Meiner Meinung nach gehört zu einer deutlichen abweichenden Ernährungsform eines Säuglings bzw. heranwachsenden Babys / Kleinkindes / Kindes ... hiermit verantwortungsvoll umzugehen. Hierzu gehört mMn u.a. auch bewusst und reflektiert damit umzugehen und ggf. trotz Bauchgefühl sich nochmals abzusichern.

Eine abweichende Ernährungsform kann gut funktionieren ... KANN ... bei uns hat das auch geklappt.
12 Monate bzw. 15 Monate nahezu voll gestillt.
24 Monate ohne tierische Produkte ernährt.
Danach abgestillt und weiterhin vegetarisch ernährt.

Durchschnittlich groß, anfangs sehr rund, später schlank, motorisch sehr fit. Später konnte der Kia dies erst nicht glauben und dann meinte er, dass es solche "Ausnahmen" trotz einer abweichenden Ernährungsform geben würde ;-)

Ich kann verstehen, wenn man sich ein Forum sucht, um Gleichgesinnte zu finden, aber ich denke, dass dieses "ja, wir haben das auch so gemacht und ja, bei uns lief das auch so super" nicht ersetzen darf, das eigene Vorgehen zu hinterfragen. Es gibt durchaus Fälle in denen eine "besondere Ernährungsform" nach hinten los ging und die Kinder einen Mangel entwickelt haben, bis ein Mangel "sichtbar" wird muss ein Kind schon lange diesen Mangel haben, darauf zu warten kann daher kein Ziel sein. Gegen ein kleines oder großes Blutbild spricht mMn nichts und schon steht man auf der "sicheren (Informations)Seite"

LG
Lila mit zwei Kindern (*2003 und *2006)
Lila
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von Lila »

Keine Ahnung, mich ärgern solche pauschalen Antworten

"Jeder fängt irgendwann an zu essen."
"Jeder hat sein eigenes Tempo."
"Solange er / sie aktiv ist / sich gut entwickelt."

Was bedeuten denn diese Sätze? Was ist denn eine gute Entwicklung? Bedeutet dies nicht, dass immer alles glatt läuft - und man erst guckt, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist? Ich habe bisher drei Fälle (virtuell und real) erlebt in denen Babys tatsächlich trotz Vollstillens (nach Bedarf) mangelernährt waren ... man bricht sich keinen Zacken aus der Krone, den Vitamin B Stand sowie die Eisenwerte bestimmen zu lassen, wenn ein Baby (+9/10 Monate) kategorisch Beikost verweigert (also nicht nur beim Zahnen oder im Krankheitsfall).
Das ist in meinen Augen verantwortungsbewusst sein. Aber da hat jede(r) seine eigene Wertigkeit.
Lila mit zwei Kindern (*2003 und *2006)
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clermontine
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von clermontine »

Ab wann spricht man denn von einer "abweichenden Ernaehrungsform"? Und was soll man machen, wenn das Kind strikt jegliche Form von Beikost verweigert?
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
jusl
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Re: Späte Esser - länger als 11 Monate vollgestillt?

Beitrag von jusl »

Ich kann Lila aus stillberaterischer Sicht inhaltlich nur zustimmen.

@clermontine:

Wenn ein Baby zwei Tage nach seinem 6-Monats-Geburtstag noch kein Interesse an fester Nahrung hat, ist dies sicherlich nicht als Hinweis auf ein Problem zu werten. Bei weiteren zwei Wochen sicherlich auch nicht. Und bei weiteren zwei Monaten bei vielen Kindern ebenfalls nicht. Aber der Punkt ist einfach: Wir können nicht ins Kind reingucken. Wir wissen nicht mit Bestimmtheit, ob ein 10 Monate altes Baby die Beikost deshalb verweigert, weil es schlicht noch nicht beikostreif ist (Beikostreife ist praktisch das zeitliche Zusammentreffen von "Essen wollen", "Essen können" und "Essen müssen"), oder ob es sich auf Grund eines (bekannten oder unbekannten) medizinischen Problems so verhält. Ein klassisches Symptom von Eisenmangel beispielsweise ist Appetitlosigkeit - diese Kinder brauchen eisenhaltige Beikost ganz besonders, verweigern aber ausgerechnet eben diese, was eine Art Teufelskreis darstellt, wenn nicht eingeschritten wird. Auch einige andere Erkrankungen können eine verzögerte Beikostreife verursachen, die dann hier praktisch ein Symptom darstellen würde. Wir wissen es als med. Laien eben nicht. Ein wesentlicher Punkt dabei ist auch die Tatsache, dass nicht alle Kinder die gleichen Voraussetzungen hinsichtlich Beikostreife und Essverhalten mitbringen. Es gibt vollgestillte, propere Einjährige ohne jedes Zeichen von Mangelernährung, und genauso gibt es Kinder, für die es mit 6 Monaten höchste Zeit wird, mit fester Nahrung zu beginnen (und dazu noch solche - die meisten Frühgeborenen z.B. - die sogar schon vor dem Ablauf von 6 Monaten oder von Geburt an Nährstoffsupplemente erhalten sollten).

Als AFS-Stillberaterin gebe ich die Empfehlung weiter, dass Kinder, die deutlich nach dem 6-Monats-Geburtstag noch jegliche Form von Beikost strikt verweigern, wie Du es ausdrücktest, zwischen U5 und U6 zusätzlich beim Kinderarzt vorgestellt werden sollten, damit der Kinderarzt das weiterhin gute Gedeihen mit ausschließlich Stillen bestätigt und/oder med. Probleme ausschließt, die die Ursache oder Folge des späten Beikoststarts sein können.

Ich hoffe, diese Zeilen helfen bei der Klärung,
LG;
Julia
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