Naja, ich finde es auch nciht sooo einseitig...
Klar es wird für viele Zuschauer das Negative am Langzeitstillen gefühlt überwiegen, da der angebliche Experte (der Psychologe) dies von sich gibt....
Ich als Nichtlangzeitstillende (also noch nicht zumindest ) finde für mich gefühlt das Positive überwiegend:
Einfach weil für mich die eigenltichen Experten die Mütter sind und die sprechen hier ja klar dafür
und weil die Argumente des Psychologen fadenscheinig sind
und der eine Passant die Wahrheit sagt (das es erstmal ungewöhnlich ist/wirkt aber jedem das seine)
und die Passantin ....................................
ach so und außerdem glaub ich dem Fernsehn eh nicht jedes einzelne Wort und weiß, dass die Moderatoren keine Experten sind und oft ein paar Kleinigkeiten übersehen,verdrehen oder so darstellen wie es sich gut anhört... da nehm ich doch eh nicht jedes Wort für bare Münze und habe mitunter auch ein bisschen Nachsicht mit den Selbigen....
Viele tun das aber.
Und solche Unwahrheiten sollten von sog. Experten nicht verbreitet werden.
Und natürlich ist es normal, vielleicht unüblich, aber normal.
Würd ich nicht sagen. Sie sind zwar auch "nur" Menschen, mit einer eigenen Meinung. Aber ihr sagt ja auch nicht zu Handwerkern, wie was funktioniert...
Hab mal einen Interessanten Beitrag auf einer Beratungsplattform gefunden:
"Nun zur Psychologie und dem Langzeitstillen. Wenn wir einmal den ernährungsphysiologischen Aspekt außen vorlassen, bleibt in der Tat nicht so sehr viel übrig, das gegen ein Stillen weit über das erste Lebensjahr hinaus spricht. Die Sorge der Entwicklungspsychologie ist nun darin zu sehen, daß die Loslösungstendenz des Kleinkindes, welche in sich den errungenen persönlichen, kindlichen Willen und die einsetzende Abwehr sowie den Trotz beinhaltet, in der Situation des Gestilltwerdens einem verschärften Ambivalenzkonflikt unterliegt. Konkret: Das sich aus der Mutter-Kind-Dyade befreiende Kind erlebt in zwei fundamentalen Bedürfnissen, nämlich Nahrungstrieb und Trostsuche, die anhaltende Abhängigkeit von der entscheidenden Person. Es herrscht keine eindeutige Klarheit dahingehend, wer fortan Subjekt und wer Objekt ist. Das internalisierte Subjekt-Objekt (nach H. Kohut), die primäre Bezugsperson/Mutter, bleibt extrem mächtig in der Vorstellungswelt des sich loslösenden Kindes. Das kann einerseits zu grandiosen Vorstellungen über das Ich-Subjekt (des Kindes) selbst führen, andererseits dessen permanente Schwächung herbeiführen, wenn nämlich die Mutter äußerst dominant bleibt und das Kind zu Zwecken einer eigenen Befriedigung an sich bindet. Auch diese unbequeme Tatsache muß ja in aller Offenheit dann gesagt werden dürfen.
Der Ambivalenzkonflikt der Loslösung, also einerseits die geliebte Position im Schatten der Mutter in sich zu bewahren, andererseits dem freiheitsverstellenden Schatten der Mutter zu entkommen, kann als weiter gestilltes Kind schwer aufgelöst werden. Normalerweise fungiert dafür das Übergangsobjekt (D.W.Winnicott), aber wenn das Subjekt-Objekt und das Übergangsobjekt identisch zu sein scheinen, was dann?
Sie können sagen, das sind alles tiefenpsychologische Hirngespinste, und die Studien scheinen das Gegenteil zu beweisen. Aber da frage ich gleich zurück, was ist den in den Studien überhaupt untersucht und beobachtet worden (mal abgesehen davon, wie es gemacht wurde, z.B. elterliche Selbstauskünfte per Fragebogen)? Und wurde überhaupt das Richtige später unter die Lupe genommen, wo wahrscheinlich die Prämissen der Untersucher ganz andere waren. Sie verstanden vielleicht nicht viel von der Selbstpsychologie und urteilten nach ganz anderen Kriterien.
Aber ich will nicht weiter in Verdacht geraten, ein großer Gegner des Langzeitstillens zu sein. Grundsätzlich wird wohl viel davon abhängen, wie einfühlsam und authentisch die Mutter damit umgeht, wenn das Kind immer wieder angelaufen kommt und die Präsentation der mütterlichen Brust fordert, um an ihr nicht nur Hunger, sondern auch seinen Frust zu stillen. Es abverlangt von der Mutter ja viel Bereitschaft. Und zu einem abgerundeten Bild gehört es dann, daß die Mutter beim Einschlafen, des nachts und in Verzicht auf jede Fremdbetreuung ihrem Kind zur Verfügung steht!
Vielleicht hat das ja gute Auswirkungen auf das spätere Sozialverhalten. Aber was ist dann der eigentliche Grund? Das Stillen oder die zuwendungsintensive, einfühlsame Betreuung?
Und was ist mit all den ungestillten Flaschenkindern? Waren sie vielleicht die Vergleichsgruppe? Und waren diese dann weniger sozial trotz intensiver Zuwendung durch die Mutter/Eltern in der frühen Kindheit? sie sehen, ich tue mich schwer mit einer Entscheidung dafür oder dagegen. Langzeitstillen aus Gründen einer Nahrungsmangels für Kinder oder aus der Vorstellung heraus, Stillen sei ein probates Verhütungsmittel für weitere Kindern in zu kurzem Abstand werde ich niemals kritisieren. Das sind Dinge, die in der sog. Dritten Welt eine große Rolle spielen. Für uns in den Industrieländern gelten solche Vorstellungen nicht. Wir müssen da schon etwas weiter denken. Tiefenpsychologie ist für mich eine Form der Weiterdenkens. Viele Grüße"
Liebe Grüße
Eva mit Frederike und Arvid und Sven ganz fest im Herzen
Verzweifle nicht, wenn du deinen Kindern nicht das Beste von allem bieten kannst. Gib ihnen einfach das Beste von dir selbst.
"Manchmal denkt man es ist stark festzuhalten.Doch es ist das Loslassen, das wahre Stärke zeigt!"
Also besonders positiv finde ich den Beitrag nicht, aber auch nicht so schlimm. Wenn man richtig zuhört, dann sagt der Psychologe ja "nur", dass es sein KANN, dass das Kind sich nicht löst... aber da kaum jemand so genau zuhört, wärs schon besser, wenn solche Aussagen gar nicht erst gesendet würden. Aber was soll er tun? Er ist auch nur "Kind" unserer Gesellschaft, in der LZS nunmal nicht üblich ist und man eben "komisch" ist, wenn man das macht...
Eva-M., die von Dir zitierte Passage (Quelle, Autor?) gibt ja eine psychoanalytische bzw. tiefenpsychologische Sichtweise wieder. Diese muss man nicht teilen. Die Psychoanalyse gilt, auch unter Psychologen, als umstritten. Manche behaupten sogar, sie sei überholt...
Eva-M. hat geschrieben:
"(...) Normalerweise fungiert dafür das Übergangsobjekt (D.W.Winnicott), aber wenn das Subjekt-Objekt und das Übergangsobjekt identisch zu sein scheinen, was dann?"
Dieser Übergangsobjekttheorie stehe ich äußerst kritisch gegenüber. Wieso sollte es normal sein, seine Bedürfnisse "übergangsweise" an etwas anderem zu befriedigen als dem Original? Was hat das Steinzeitkind wohl gemacht? Mit einem Stein gekuschelt? An einem Stock genuckelt? Kann ich mir nicht vorstellen.
Ich finde es auch völlig absurd, dass davon ausgegangen wird, dass die Loslösung durch die Mutter angestoßen werden muss. Ich bin überzeugt, dass das Loslösenwollen im Kind drin steckt. Das ganze Erwachsenwerden ist nichts anderes als ein langer Loslösungsprozess. Warum sollte man das erzwingen bevor es vom Kind kommt? Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Ich denke sogar, dass man dem Kind gewaltig schaden kann, wenn man es "von sich stößt" bevor es selber soweit ist, diesen Schritt zu tun.
Der zitierte Text geht davon aus, dass das von der Mutter geleitete Abstillen das Normale ist und das bezweifle ich ganz stark. Sicherlich ist es in unserer Kultur üblich, aber biologisch normal ist es sicher nicht.