Johana hat geschrieben:
...Wir haben das Problem manchmal, weil andere Kinder andere Sachen dürfen und besitzen als meine (Fernseher im Zimmer, alleine durch´s Dorf etc...).
...
DAS kommt bei uns noch erschwerend hinzu. Bei uns gibt es so gut wie gar kein Fernsehen für die Kinder, geschweige denn irgendwelche "Technik" (außer ein CP Player beim großen) in den Zimmern. Mein Sohn sieht aber nun bei seinen Freunden ALLES!!! Das ist dort teilweise das reinste "technische Schlaraffenland" für die Kinder! Ihm fallen da natürlich die Augen raus.
Und nun mache "Deinem" Kind mal klar, dass das nicht gut ist, bzw. warum Du es so sinnvoll findest "Deinen" Weg zu gehen. Und auf der anderen Seite kämpsft Du auch immer mit Deinem Gewissen: "Ist es wirklich GUT Dein Kind so konsequent fernzuhalten?" usw.. Es ist auch GANZ schwer da einen Mittelweg zu gehen.
In dem Fall hat Kind ja nun auch keine Möglichkeit für freie Entscheidungen oder bekommt die Verantwortung über TV-Konsum oder Nicht-Konsum übertragen.
Letztlich zwingen wir doch unseren - besonders den kleinen - Kindern unsere Lebenseinstellung auf.
Wenn Kinder in extremen Sekten aufwachsen müssen, wird immer ein großer Aufstand gemacht.
Aber unsere Kinder müssen ja auch bei dem mitgehen was wir machen - jedenfalls bis sie alt genug sind um die Möglichkeit zu haben es anders zu machen.
Johana hat geschrieben:Wenn mein Kind sieht, dass ich schwer trage, und es nimmt mir etwas ab, dann bedanke ich mich.
Wenn meine Kinder nach dem gemeinsamen Essen den Tisch mit mir abräumen, dann bedanke ich mich nicht.
Doch, ich denke schon, dass wir relativ nah beieinander sind hier. Ich mach es im Moment eher so, wie Frieher und Johanna es auch sagen. Merke aber, dass es nicht funktioniert, meinen Großen die Verantwortung selbst zu überlassen. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht, weil sie bei ihrem Vater (wo sie wohnen) doch Druck bekommen, den es hier nicht gibt?
Ich erkläre ihnen die Konsequenzen. "Du willst Stewardess werden? Dann ist es sicherlich nicht hinderlich, Französisch sprechen zu können!".
Und ja, wenn ihr es so formuliert, dass Kinder lernen _wollen_, aber eben nicht zwangsläufig das, was im Lehrplan steht, dann stimmt das so, dem kann ich mich anschließen.
Wie gesagt, ich habe meine Kinder nicht auf's Gymnasium gedrängt, ich dränge sie nicht, Hausaufgaben zu machen und wenn sie mir sagen, sie haben keine Lust, dann sag ich dennoch schon mal: "Pass auf, mach doch erstmal ne Pause und mach was Schönes und danach geht es weiter!" oder "Komm, ich stell Dir nen Smoothie hin, dann ist es vielleicht nicht so langweilig!".
Natürlich ist es so, dass ich mich in erster Linie aus Lehrer-Schüler / Erzieherin-Kind-Konflikten raushalte. Ich würde auch nie mit Felix schimpfen, wenn er im Kiga was angestellt hat. Das ist außerhalb meiner Verantwortung und ihn Stunden später zu maßregeln, finde ich schlicht nicht sinnvoll. Ebenso bei den Großen. Wenn die nen Problem mit den Lehrern haben, bzw. umgekehrt die Lehrer mit ihnen, dann schau ich erstmal. Aber hab ich den Eindruck, dass mein Kind das Problem alleine nicht lösen kann, dann misch ich mich schon ein.
Wie gesagt, Belohnungen für auf's Töpchen gehen, oder so, gibt es hier nicht (wenn mir trotzdem jemand sagen kann, wie ich es anstelle, dass Felix uns nicht immer auf den Teppich pieselt, wär ich dankbar!). Oder für tolle Bauten. Oder für Zensuren (bisher).
Also nein, wir sind nicht so weit auseinander, wie manche hier denken. Aber ich merke, ich weiß, dass z.B. meine Tochter unbedingt das Abi machen will. Und sie fordert meine Unterstützung regelrecht ein, ich soll sie antreiben. Das widerstrebt mir auch und da hab ich schon gedacht, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, einen finanziellen Anreiz zu schaffen. Nicht für jede gute Note, sondern gemessen an dem, was sie leisten kann. Dieses Jahr ne 5 in Französisch? Wenn Du Dich auf ne 4 rettest, nächstes Jahr, bekommst Du ne kleine Belohnung.
Ach, und Hobby verbieten, geht gar nicht, finde ich. Einschränken jedoch schon. Doch, das würde ich machen, im Zweifelsfall. Aber eben im Gespräch mit dem Kind, nicht von oben herab. "Du siehst, dass Du wegen Deines Pferdes Deine Hausaufgaben, das Lernen vernachlässigst! Ich weiß, das Reiten ist Dir wichtig. Was ist Dir wichtiger? Dein Abi, das Reiten? Wie können wir Deiner Meinung nach das Problem lösen?". Ich glaube nicht, dass das nicht AP-mäßig ist *schulterzuck*...
@johanna: aber es geht mir doch nicht um _mich_!!! Mir ist es egal, auf welcher Schule meine Kinder sind. Ich liebe sie mit mittelmäßig bis schlechten Noten nicht weniger, ich würde sie nicht weniger lieben, wenn sie auf der Hauptschule wären! Aber ich merke, dass meine Kinder einen Anreiz brauchen, den die Schule ihnen nicht geben kann. Sie verstehen nicht, wozu sie das alles lernen müssen und ich kann ihnen keine Antwort drauf geben, weil ich es auch nicht weiß. Das einzige, was ich weiß, ist, dass den Kindern umso mehr Möglichkeiten offen stehen, je besser der Schulabschluss ist. Und warum ist es dann so verwerflich, ihnen zu sagen: Ich helfe Dir, indem ich Dir einen Grund gebe, zu büffeln, auch wenn Du den Mist im Leben nicht brauchen wirst! ?
LG Drachenblut mit ihrer 3köpfigen Brut
Erfahrungen sind wie Apfelkuchen:
am besten selbstgemacht!
Johana hat geschrieben:Oha, ich habe mich schon lange nicht so missverstanden gefühlt.
Wenn du allen Ernstes (materielle ) Belohnung der Eltern mit einer Gehaltserhöhung vergleichst, dann kann ich mir an dieser Stelle jegliche weitere Erklärung sparen .
Mich macht es traurig, dass Kinder für Süßkram auf´d Töpfchen gehen. Und dass größere Kinder Geld für "tolle" Noten bekommen.
Und dass einige denken man könne nur mit Druck und strenge ein guter Schüler und erfolgreicher Mensch werden.
Und nun fragst du, ob ich auf eine Gehaltserhöhung meines Chefs verzichten würde>?
Ohne Worte...
Ich versteh zwar nicht, warum das jetzt so ein ganz anderer Fall sein soll.
Gilt das nur Kinder, dass die keine Belohnung/Anreiz bekommen dürfen?
Bei Erwachsenen ist das dann alles wieder was anderes.
Würde ich als Kind ziemlich unfair finden.
Mal abgesehen davon, dass ich Kind nicht für Pipi ins Töpfchen belohnt habt.
Und auch nicht für gute Noten Geld schenken würden - allerdings am Schuljahresende und völlig unabhängig von den Noten.
Auch bin ich nicht der Mensch für Druck und Strenge - aber dennoch für mehr als einfach machen lassen.
Johana hat geschrieben:Wenn mein Kind sieht, dass ich schwer trage, und es nimmt mir etwas ab, dann bedanke ich mich.
Wenn meine Kinder nach dem gemeinsamen Essen den Tisch mit mir abräumen, dann bedanke ich mich nicht.
Wo ist der unterschied?
Na ja, im ersten Beispiel habe ich mich überschätzt. Ich könnte ja mit meinem Gepäck auch zweimal laufen.
Gegessen haben wir alle. Warum sollte ich alle Teller alleine abräumen? Wer sagt, dass es meine Aufgabe ist, den Tisch abzuräumen? Es ist unser aller Aufgabe. Also bedanke ich mich nicht, da ich das gemeinsame Abräumen einfach erwarte !
Johana hat geschrieben:Oha, ich habe mich schon lange nicht so missverstanden gefühlt.
Wenn du allen Ernstes (materielle ) Belohnung der Eltern mit einer Gehaltserhöhung vergleichst, dann kann ich mir an dieser Stelle jegliche weitere Erklärung sparen .
Mich macht es traurig, dass Kinder für Süßkram auf´d Töpfchen gehen. Und dass größere Kinder Geld für "tolle" Noten bekommen.
Und dass einige denken man könne nur mit Druck und strenge ein guter Schüler und erfolgreicher Mensch werden.
Und nun fragst du, ob ich auf eine Gehaltserhöhung meines Chefs verzichten würde>?
Ohne Worte...
Ich versteh zwar nicht, warum das jetzt so ein ganz anderer Fall sein soll.
Gilt das nur Kinder, dass die keine Belohnung/Anreiz bekommen dürfen?
Bei Erwachsenen ist das dann alles wieder was anderes.
Würde ich als Kind ziemlich unfair finden.
Mal abgesehen davon, dass ich Kind nicht für Pipi ins Töpfchen belohnt habt.
Und auch nicht für gute Noten Geld schenken würden - allerdings am Schuljahresende und völlig unabhängig von den Noten.
Auch bin ich nicht der Mensch für Druck und Strenge - aber dennoch für mehr als einfach machen lassen.
Wenn ich mich recht erinnere, hast du es aber schon für gut befunden, nach jedem Pipi ein Bild zu malen. Dann geht das Kind für ein Bild auf´s Klo, und nicht weil es mal muss.
Des weiteren geht es mir ja um die Beziehung (gleichwürdige Beziehung) zwischen Eltern und Kinder. Das kann ich aber nicht mit einem Arbeitnehmer-Arbeitgeber Verhältnis vergleichen...
Johana hat geschrieben:Wenn mein Kind sieht, dass ich schwer trage, und es nimmt mir etwas ab, dann bedanke ich mich.
Wenn meine Kinder nach dem gemeinsamen Essen den Tisch mit mir abräumen, dann bedanke ich mich nicht.
Wo ist der unterschied?
Na ja, im ersten Beispiel habe ich mich überschätzt. Ich könnte ja mit meinem Gepäck auch zweimal laufen.
Gegessen haben wir alle. Warum sollte ich alle Teller alleine abräumen? Wer sagt, dass es meine Aufgabe ist, den Tisch abzuräumen? Es ist unser aller Aufgabe. Also bedanke ich mich nicht, da ich das gemeinsame Abräumen einfach erwarte !
Naja, wenn es nur Dein Gepäck - oder nur Dein Einkauf (ich übernehme mich meistens in dem Fall, weil ich ungern zweimal laufe ) ist. Ok.
Wenn da Sachen von den anderen dabei sind, trifft ja wieder zweiteres zu.
Machst Du dann da einen Unterschied?
Versteht Kind den Unterschied?
Johana hat geschrieben:Oha, ich habe mich schon lange nicht so missverstanden gefühlt.
Wenn du allen Ernstes (materielle ) Belohnung der Eltern mit einer Gehaltserhöhung vergleichst, dann kann ich mir an dieser Stelle jegliche weitere Erklärung sparen .
Mich macht es traurig, dass Kinder für Süßkram auf´d Töpfchen gehen. Und dass größere Kinder Geld für "tolle" Noten bekommen.
Und dass einige denken man könne nur mit Druck und strenge ein guter Schüler und erfolgreicher Mensch werden.
Und nun fragst du, ob ich auf eine Gehaltserhöhung meines Chefs verzichten würde>?
Ohne Worte...
Ich versteh zwar nicht, warum das jetzt so ein ganz anderer Fall sein soll.
Gilt das nur Kinder, dass die keine Belohnung/Anreiz bekommen dürfen?
Bei Erwachsenen ist das dann alles wieder was anderes.
Würde ich als Kind ziemlich unfair finden.
M
Ich geh vom Gefühl her mal wieder bei Johana mit. Mich beschleicht das Gefühl, dass so ziemlich jedes Argument gedreht wird, bis es unsinnig ist.
Belohnung vom Chef ist ne andere Sparte - zu dem hab ich eine Beziehung, die eben nur auf dieses Geben und Nehmen abzielt.
In einer Familie sind solche Sachen jedoch zweitrangig, wenn nicht gar dem Familienglück gar hinderlich. Das hat nix mit erwachsen oder kind zu tun, das hat es etwas mit der Motivation der Beziehung zu tun.
Also nein, wir sind nicht so weit auseinander, wie manche hier denken. Aber ich merke, ich weiß, dass z.B. meine Tochter unbedingt das Abi machen will. Und sie fordert meine Unterstützung regelrecht ein, ich soll sie antreiben. Das widerstrebt mir auch und da hab ich schon gedacht, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, einen finanziellen Anreiz zu schaffen. Nicht für jede gute Note, sondern gemessen an dem, was sie leisten kann. Dieses Jahr ne 5 in Französisch? Wenn Du Dich auf ne 4 rettest, nächstes Jahr, bekommst Du ne kleine Belohnung.