26 Monate - Ich kann nicht mehr

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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frl_wunder
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26 Monate - Ich kann nicht mehr

Beitrag von frl_wunder »

Die Überschrift hört sich jetzt ein wenig reisserisch an, aber momentan geht es mir wirklich so...

Mal von Anfang an (muss mich ja auch ersteinmal vorstellen, bin ja ganz neu hier! :) )

Meine Tochter kam im Mai 08 zur Welt, für mich war eigentlich von Anfang an klar, dass ich lange stillen möchte, das es jetzt jedoch soo lange werden würde, hätte ich anfangs nie gedacht.
Wir hatten nie irgendwelche Stillprobleme, Lieblingskind interessierte sich nicht für Schnuller oder Daumen, und später auch nicht fürs Essen. Als wir nach 9 Monaten vollstillen langsam mit Beikost beginnen wollten, verweigerte sie allerdings jede Nahrungsaufnahme.
Irgendwann machten wir uns doch etwas Sorgen, durch einen Allergietest kam heraus, dass sie an einer extremen Säuglingslebensmittelallergie leidet (dh: sie reagierte auf eigentlich jedes Grundnahrungsmittel) . Laut Ärztin heilt diese sich jedoch mit Ausreifung des Immunsystems selbst heraus, und so kam es dann auch bei uns: Mittlerweile müssen wir nur noch bei 3 Lebensmittel aufpassen, ansonsten verträgt sie alles.
So stillten wir fröhlich vor uns hin, durch alle Schübe und Zahnungsbeschwerden, und waren glücklich. Und Schwups, 26 Monate vergingen wie im Flug.
Momentan stillen wir tagsüber ein/zweimal und Abends zum einschlafen.
Was mich jedoch fertig macht: Seit ca 2 Wochen verlangst sie nachts stündlich nach Ihrer Brust! Und nach über 2 Jahren würde ich soo gerne mal etwas länger schlafen und meine Brüste wieder zurück!
Das ist nämlich mein riesen Problem: Sie wird extrem rabiat wenn sie sie nicht bekommt.
Habe wirklich schon alles versucht: Mit ihr darüber zu reden, sie ihr zu verweigern (was mich extrem schmerzt), ihr Alternativen (Schnuller :roll: ) anzubieten...Nichts hilft.

Ich habe immer davon geträumt, unsere Stillbeziehung langsam und soft ausklingen zu lassen, so wie sich die Situation momentan darstellt, habe ich jedoch überhaupt keine Chance dazu:
Sie fordert ihr Recht vehement ein, teilweise wirklich rabiat und ich bin völlig hilflos und gebe schlussendlich doch immer nach, weil ich nicht ertragen kann, dass es ihr so schlechtgeht...
Dadurch geht es mir wiederum schlecht und wir sind in einem beschissenem Kreislauf gefangen.

Vielleicht geht/ging es ja jemanden von Euch genauso und wir können uns austauschen, ich weiss, wirkliche Tips kann mir niemand geben, weil es unser persönliches Problem ist,
aber vielleicht kann mir ja jemand einen neuen Denkanstoss geben, oder mich einfach mal aufmuntern! :cry:

Danke fürs Lesen und liebe Grüsse
Lieblingskind 08 gestillt und * unerzogen *
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nwsurgeon
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Re: 26 Monate - Ich kann nicht mehr

Beitrag von nwsurgeon »

Hallo Frl wunder,
erstmal herzlich willkommen hier und wie schön das Du soooo lange gestillt hast.
Ich hatte ähnliche Probleme als es bei mir vor 11 Monaten mit dem Tandemstillen losging (da war die Große knapp 3 Jahre alt). Plötzlich wurde das Stillen vehement eingefordert, mit schreien, wüten, und an meinen Sachen zerren. Aber jede Nacht abwechselnd die Kinder stillen, und selber nicht schlafen, das ging dann einfach nicht mehr.
Du mußt jetzt einfach für Dich eine Entscheidung treffen, wie groß Dein Leidensdruck ist.
Meine Große trinkt jetzt nur noch zum Einschlafen Milch (nachts dann Wasser aus einer Trinkflasche), aber bis dahin war es ein harter Kampf. Ich habe mich schrecklich gefühlt mein Neugeborenes zu stillen während die Große mit Tränen in den Augen nach Milch schrie (und andersrum konnte ich die Große nur schwer stillen, wenn die Kleine weinte).
Vielleicht hift Dir so ein Wecker
http://www.tragemaus.de/tragemaus-p4914 ... Sleep.html
damit Du Deiner kleinen Maus klar machen kannst, jetzt ist Schlafenszeit (und dann die Zeiten langsam steigern) und die Brust muß auch schlafen.
Ich hoffe das klappt bei Dir, eine Freundin von mir hat ihre Maus dann mit ca. 2 Jahren abgestillt, da das Reduzieren einfach nicht geklappt hat.
Hoffentlich findet Ihr zwei Schlaf
Gute Nacht
nwsurgeon
nwsurgeon mit zwei großen Mädels (10/2006 und 09/2009), Hündin *2019 und Stute *2017
Nur noch selten hier unterwegs.
frl_wunder
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Re: 26 Monate - Ich kann nicht mehr

Beitrag von frl_wunder »

nwsurgeon hat geschrieben: Ich habe mich schrecklich gefühlt mein Neugeborenes zu stillen während die Große mit Tränen in den Augen nach Milch schrie

Hallo nwsurgeon,

ersteinmal vielen Dank für Deine Antwort, es ist schön zu lesen, das du meine momentanen Gefühle nachvollziehen kannst. Bei Dir war es ja noch eine Spur heftiger mit Neugeborenem...

Brüste müssen schlafen: Nein, aufwachen.
Brüste sind leer: Nein. G. kann trinken.
Brüste schmerzen (was auch der Wahrheit entspricht, weil ihr Zug mittlererweile sehr heftig ist): Nein. Nicht wehtun.
Nur Babys trinken Brust, grosse Mädchen trinken Wasser: G. Baby.. :?

Ich hasse es, dass ich versuchen muss, sie mit solchen Geschichten zu manipulieren, gerade weil ich mir ein anderes Ende gewünscht habe,
auf der anderen Seite bin ich wirklich mit meinem Latein am Ende
Lieblingskind 08 gestillt und * unerzogen *
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Anna Blume
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Re: 26 Monate - Ich kann nicht mehr

Beitrag von Anna Blume »

Hallo!
Ich hab leider keine Tipps für dich, kann aber gut nachvollziehen, wie es dir geht... Meine Kleine ist genauso alt wie deine Tochter. Im Grossen und Ganzen geniesse ich unsere Stillbeziehung noch sehr, doch es gibt auch bei uns Momente, in denen ich echt nicht mehr kann. Vor allem das sehr fordernde Verlangen jetzt sofort und unverzüglich zu stillen, wenn es Madame passt, geht mir oft auf die Nerven. Ablenkung ist dann bei uns fast gar nicht möglich, Erklärungen versteht sie nicht (oder will sie nicht verstehen...) und einfach nur "nein" sagen möchte ich nicht. Wenn ich das mal tue (nachts im Halbschlaf, wenn ich sie schon zig Mal gestillt habe und einfach nicht mehr kann), bricht sofort ein grosses Geschrei aus und natürlich bekommt sie dann doch, was sie möchte. Ich bin vor allem deshalb manchmal etwas beunruhigt, weil die Tendenz (tagsüber) eher zu vermehrtem Stillen geht... Trotzdem sag ich mir einfach immer wieder, dass es eine Phase ist und sie sich tagsüber ganz bestimmt irgendwann besser ablenken lässt und nachts durchschläft. Das steht ja nun wirklich fest und gibt mir Kraft. Ehrlich gesagt, sehe ich auch gar keinen anderen Weg für uns als einfach abzuwarten. Abstillen käme für mich grad gar nicht in Frage, vor allem nicht nachts (auch aus Bequemlichkeit und weil ich ja auch gar nicht weiss, ob sie dann besser schlafen würde!) Das stündliche Trinken bei euch ist ja bestimmt auch nur vorübergehend. Wir haben immer wieder mal solche Nächte, dann kommts aber auch vor, dass sie mehrere Stunden am Stück schläft.
Liebe Grüsse & alles Gute!
Anna mit Fräulein N. (05/2008) und Klein M. (05/2012)
Tigerente13
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Re: 26 Monate - Ich kann nicht mehr

Beitrag von Tigerente13 »

hallo!

meine kleine ist 2 jahre alt und ich habe auch bis vor 2 wochen gestillt. :-) ich muss sagen, dass wir es beide sehr genossen haben aber jetzt war es einfach an der zeit die stillbeziehung zu beenden. anfangs war zwar nur ich dieser meinung :-) und meine kleine hat sich gewehrt aber der wunsch nach einem zweiten baby hat mich einfach durchhalten lassen.
ich muss sagen, ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt aber sie hat es ganz gut angenommen. ich denke mittlerweile, dass man da lockerer drangehen und sich nicht so die grossen gedanken machen sollte. leichter gesagt als getan! :-( ich weiss!
unsere maus nimmt gerade abschied von der brust und es ist so schön mit anzusehen. sie legt sich ganz nah mit dem gesicht dran und küsst sie immer. genau so hatte ich es mir gewünscht.

ich wünsche dir viel kraft und wenig tränen!!!

ganz liebe grüsse
glückliche mami von carlotta (*06/08)....gestillt, getragen, familiengebettet und unendlich geliebt
mohnklatsch
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Re: 26 Monate - Ich kann nicht mehr

Beitrag von mohnklatsch »

Hallo!
Meine Tochter ist jetzt 21 Monate alt, und ich stille sie immer noch. Und ich kann mir gut vorstellen, wie es dir geht. Ich denke sehr oft an das Abstillen, allerdings scheint es in meinem Fall noch stressiger zu sein als das weitere Stillen. Ich habe einfach Angst davor und warte, dass es sich einfach von allein erledigt, Ich habe schon verschieden Geschichten gehört und hoffe, dass es auch so klappt.
ChristineMa
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Re: 26 Monate - Ich kann nicht mehr

Beitrag von ChristineMa »

Hallo!
Meine Kleine ist jetzt 18 Monate und ich hatte diese Ichkannnichtmehr Phase als sie 14 Monate alt war. Bis dahin hat sie nie länger als 3 h durchgeschlafen, und zu dem Zeitpunkt ist sie stündlich zum trinken gekommen und als ich sie ans nebenan gestellte Bett legte ist sie wieder rübergekrabbelt ohgott, es kommt grad wieder alles hoch. Als ich wirklich "am Ende genug" war habe ich sie ausquardiert. Wollte ich nie, war immer der Meinung ich würde sie 2 Jahre bei uns im FB behalten, aber na ja. Das war der Beginn von ruhigeren Nächten, anfangs ist sie noch 2/3 Mal zum Stillen wach geworden, dann nur noch 1/2 Mal und momentan... Sie schläft immer öfter durch. Wir stillen kunterbunt morgens gaaaaanz ausgiebig und abends und mittags und immer wann wir Lust dazu haben und ich bin sehr erleichtert, dass es sich so entwickelt hat.
Ich wünsche dir alles Gute und dass auch ihr einen guten Weg findet!
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cocotte
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Re: 26 Monate - Ich kann nicht mehr

Beitrag von cocotte »

Hallo!
Unsere Mädels sind ja fast gleich alt (meine ist im April 08 geboren), und ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst! Ich stille auch Tandem und kann nwsurgeons Posting nur bestätigen.
Grade die extrem fordernde, teilweise rabiate Art, das Stillen einzufordern, kann einem ganz schön an die Substanz gehen. Vor allem wenn man im direkten Vergleich dazu ein noch ganz zartes Baby stillt, das seine Bedürfnisse ganz anders zum Ausdruck bringt.
Mein Fazit: Setze für dich deine persönliche Grenze fest! DU bist diejenige, die eine Entscheidung fällen muss.
Anna Blume hat geschrieben:Ablenkung ist dann bei uns fast gar nicht möglich, Erklärungen versteht sie nicht (oder will sie nicht verstehen...) und einfach nur "nein" sagen möchte ich nicht. Wenn ich das mal tue (nachts im Halbschlaf, wenn ich sie schon zig Mal gestillt habe und einfach nicht mehr kann), bricht sofort ein grosses Geschrei aus und natürlich bekommt sie dann doch, was sie möchte.
Meine Erfahrung ist die, dass große Erklärungen einfach kaum etwas bringen - ein einfaches "Nein, ich will jetzt nicht!" ist zwar krass, aber m.M. nach für das Kind auch am klarsten. Schwer ist halt, hart zu bleiben, dass Wüten und Weinen hinterher auszuhalten, aber ich denke, da muss man als Mutter durch, so schmerzhaft es ist. Wenn das Stillbedürfnis des Kindes und das der Mutter so weit auseinander klaffen, bleibt einfach nichts anderes übrig.

Meine Große stillt zum Mittagsschlaf, ansonsten frühmorgens um 5 Uhr/5.30 Uhr, dann noch mal später zum Aufwachen/Kuscheln (wenn ich nicht schon aufgestanden sein sollte). Und leider in den letzten Wochen auch wieder vermehrt nachts. Also noch ein mal irgendwann so zwischen 12 und 2 Uhr, manchmal auch zweimal. Das Baby schläft witzigerweise meistens von 22-23 Uhr bis 5, 6 Uhr durch. Da kommt schon auch mal die Wut hoch, wenn ein "so großes Kind" dann mehrmals nachts stillen möchte, während das 5 Monate alte Schwesterchen selig schläft und man ja eigentlich mal wieder ne ganze Nacht durchschlafen könnte.... :roll:
Allerdings ist mein LEidensdruck nachts nicht oder selten groß genug. Nach dem Stillen schläft sie sofort weiter, insofern wäre es schlimmer, wenn ich verweigere - das Gebrüll weckt dann nämlich das Baby auf und das macht alles noch viel schlimmer. Ich hoffe einfach, dass das bald wieder vorbei geht, die große Maus hat nämlich auch schon über längere Zeit immer bis 5 Uhr durchgeschlafen (gerade nach der Geburt der Schwester, es liegt also nicht am Geschwisterchen).

Was mir seeehr geholfen hat, war, das abendliche Einschlafstillen abzuschaffen. Das ging nach der Geburt relativ einfach, weil ich 5 Tage im KH war wegen Kaiserschnitt. Als ich wieder daheim war, hatte sie sich so gut dran gewöhnt, wie beim Papa abends ohne die Brust einzuschlafen, dass sie das bei mir plötzlich auch gar nicht mehr erwartete und ich das gar nicht wieder eingeführt hab. Als sie danach verlangte bin ich konsequent beim Nein geblieben, und sie akzeptiert das auch.
Natürlich muss ich mich meist trotzdem zu ihr legen, singen, was vorlesen etc. Das Einschlafen kann an schlechten Abenden auch mal dauern, aber das war auch mit Stillen nicht anders. Und das Stillen am Abend hat mich einfach oft total genervt, wenn sie einfach nicht einschlafen konnte. So wie jetzt genieße ich das abendliche Kuscheln und Singen sehr, finde es eigentlich sogar noch inniger/schöner als das Stillen, weil ich mich nicht nur auf die Brust reduziert fühle. Sondern ICH als ganzes bin nun die Einschlafhilfe, das fühlt sich einfach gut an!
Und dadurch hab ich auch viel mehr Nerven für das nächtliche Stillen - ich kann dem seither sogar wieder was positives abgewinnen, genieße es oft, weil es einfach ganz innige Momente sind für mich und meine "Große", die mich tagsüber nun so oft teilen muss.
Und das Stillen nachts zu verweigern ist für die Kinder auch einfach ganz schön heftig. So am Abend war meine Verweigerung für meine Maus einfach "viel besser verdaulich", da hat sie Kuscheln, Ablenkung durch Vorlesen etc. einfach viel besser akzeptiert.

Ich wünsche Dir einfach mal ganz viel Kraft und ganz viel "Klarsicht", was für euch beide aktuell gut ist!
LG
S. mit großem Mädchen *04/08 und fast großem Mädchen *02/10 und kleinem Mädchen *12/14 und winzigem Sternenbübchen *+11/17 im Herzen

Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.

Hilde Domin
baum
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Registriert: 02.05.2010, 19:40

Re: 26 Monate - Ich kann nicht mehr

Beitrag von baum »

Also als ich abgestillt hatte, waren es 2 harte Wochen, danach hatte ers vergessen und schaute nicht mehr auf meine Brüste...
Welchen Weg Du gehst musst Du entscheiden, aber zum Stillen gehören find ich zwei und wenn einer nicht mehr möchte/kann (nach einer so langen wundervollen Zeit)kanns auch besser sein abzustillen. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende-aber das ist nur meine persönliche Meinung
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